La Palma & die Nahost-Krise: Zwischen Insel-Idyll und Preis-Schock

Nahost Krise verändert auch La Palma /La Palma InselpreiseWie beeinflusst die Nahost- Krise La Palma?
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Teure Ziegen, volle Flieger: Wie Weltpolitik unsere Isla Bonita verändert –

La Palma Inselpreise: Wer von uns hat in den letzten Monaten nicht mindestens einmal die Nachrichten gecheckt und sich gefragt, ob die Welt eigentlich gerade komplett die Orientierung verloren hat? Während wir hier auf La Palma immer noch damit beschäftigt sind, die letzten Reste von „Tajogaite“ (unserem widerspenstigen Vulkan) wegzuschaufeln, klopft die Weltpolitik an die Tür.

Man könnte meinen, eine kleine Insel im Atlantik sei weit genug weg vom Schuss. Aber Pustekuchen. Die Krise im Nahen Osten schlägt Wellen, die bis an unsere schwarzen Lavastände schwappen. „La Palma ist keine Insel, die von der globalen Realität isoliert ist“, stellte Inselpräsident Sergio Rodríguez treffend fest. Und er hat recht: Der Konflikt belastet bereits die Lieferketten. Was hat der US Sonnenkönig und selbsternante Friedensengel Trump der die „gesamte Zivilisation“ Irans auszulöschen drohte, da blos wieder angerichtet.

Spanien begrüßt Waffenruhe und kritisiert USA wegen Kriegsbeginn

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez begrüßt die Vereinbarung einer zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, kritisiert aber zugleich die USA wegen des Beginns des Krieges. „Die spanische Regierung wird nicht jenen applaudieren, die die Welt in Brand stecken, nur weil sie dann mit einem Eimer auftauchen“, schreibt Sanchez.
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1. Der „Sicherer Hafen“-Effekt: Zwischen Statistik und Kerosin

Es klingt fast ein bisschen zynisch, aber wenn es in der östlichen Mittelmeerregion unruhig wird, erinnern sich viele Reisende an die gute alte Kanaren-Beständigkeit. Die Zahlen geben dem recht: Allein im Februar verzeichneten wir auf La Palma einen Anstieg der Passagierzahlen um 11,2 %.

Aber – und hier kommt das große „Aber“ – die Volatilität der Kerosinpreise schwebt wie eine dunkle Wolke über der kommenden Sommersaison. Während wir als sicheres Ziel gelten, müssen wir uns laut Rodríguez auf mögliche Anpassungen der Flugfrequenzen einstellen. Wer also kommen will, sollte nicht ewig fackeln, bevor die Ticketpreise Loopings drehen.

2. Preise auf der Insel: Wenn das Futter für die Ziegen teurer wird als der Wein

Hier wird es leider ernst. Die Krise bedeutet Unsicherheit bei den Energiepreisen und dem Getreide. Was das mit uns zu tun hat? Eine ganze Menge. Die Viehwirtschaft auf der Insel leidet unter den steigenden Kosten für Futtermittel, und auch Düngemittel werden zum Luxusgut.

Wir dürfen nicht zulassen, dass diese globale Situation den Wiederaufbau behindert, der uns nach dem Vulkanausbruch ohnehin schon so viel Kraft gekostet hat. Deshalb hat das Cabildo nun reagiert:

  • Die Beobachtungsstelle: Es wird ein Auge darauf geworfen, dass sich die Kostensteigerungen nicht unverhältnismäßig im Warenkorb von uns allen niederschlagen.

  • Notfallpläne: Es wird evaluiert, wie man die Mehrkosten für Futtermittel und Dünger ausgleichen kann, damit unsere lokalen Bauern nicht auf der Strecke bleiben.

3. KMU und das tägliche Überleben

Nicht nur die Landwirtschaft, auch die lokalen KMU (kleine und mittlere Unternehmen) kämpfen mit den Energiekosten. Wenn der Strom für den Kühlschrank im Dorfladen oder die Maschinen in der Schreinerei unbezahlbar wird, trifft das das Herz unserer Inselwirtschaft. Es ist ein Balanceakt zwischen globaler Krise und lokalem Durchhalten.

Mein Fazit: Ruhe bewahren und einen Löffel Gofio naschen

Ja, die Auswirkungen sind spürbar und die Sorgen von Sergio Rodríguez sind mehr als berechtigt. Der Wiederaufbau ist ein Marathon, kein Sprint, und globale Krisen sind die Hürden, die keiner bestellt hat.

Aber am Ende des Tages ist La Palma immer noch die „Isla Bonita“. Wenn mir die Weltnachrichten mal wieder zu viel werden, schnappe ich mir lieber ein Stück Käse mit Mojo oder ein wenig Gofio (eher nein), setze mich auf eine Steinmauer und schaue auf den Atlantik. Die Sterne leuchten hier nachts zum Glück immer noch gratis und so hell, dass die Sorgen des Alltags für einen Moment so klein werden wie eine kanarische Schrumpfkartoffel.

Was denkst du? Spürst du die Preissteigerungen schon beim täglichen Einkauf, oder lässt dich das bei einem kühlen Dorada oder einem Glas Vino de Tea völlig kalt? Schreib mir in die Kommentare!

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Über den Autor

Manfred Betzwieser
Buchautor und begeisterter Naturliebhaber. Lebe seit 25 Jahren mit meiner Familie auf der Kanareninsel La Palma. Mehr auf meiner Autorenseite - Mein Link

4 Kommentare zu "La Palma & die Nahost-Krise: Zwischen Insel-Idyll und Preis-Schock"

  1. nicht vergessen: agua en abril, vale mil

  2. na, na na; bitte nicht uns den lang ersehnten und benötigten Regen in El Paso weghexen …

  3. Das die Türkei und Zypern einen Buchungsrückgang von ca. 40 % seit Kriegsbeginn hatten, hat den Kanaren jetzt natürlich geholfen. Aber ich glaube auch, dass das nächste Tourismusjahr schwierig wird. Im Sommer werden die Flüge nach La Palma wohl echt teuer werden. Und für mich persönlich habe ich schweren Herzens bereits beschlossen, dass ich meinen nächsten Winterfluchturlaub nicht wieder auf La Palma buchen werde. Das ist mir wegen des doch schlechten Winterwetters der letzten Jahren zu riskant. Wenn das viele andere Winterzugvögel auch so sehen, dann könnte das für den Wintertourismus der Insel ein Problem werden.

    Aber seht es positiv! Falls es mit der Wirtschaft der Insel abwärts geht, dann werden vielleicht auch endlich mal die Immobilien auf der Insel für die Palmeros wieder billiger.

    • Hallo Ivo,
      das hat alles sein „für“ und „wider“. Die frühlingshaften Winter scheinen wohl Vergangenheit zu sein. Auch jetzt im April ist es für mich noch richtig kühl und erinnert mehr an einen deutschen April. Früher war auf La Palma die Regenzeit kurz und stark und hat meist Ende Februar geendet. Heute zieht sie sich lange hin. Auch für die kommenden Tage und vielleicht Wochen ist keine große Besserung in Sicht.

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