Essen als Lebensstil –
Die mit Meersalz weiß überzogenen kleinen Runzelkartoffeln, die Papas arrugadas, waren und sind für die palmerische Küche schlechthin die Hauptzugabe bei jedem Essen.
Mit einem Löffel Mojo (typische Sosse), ob in der roten oder grünen Variante, ein schmackhafter Kohlenhydrate Lieferant zu Fleisch oder Fisch.
Die rustikale und klassische Komponente ist das Beispiel für einfach aber gut. Heute oft durch die im Öl ausgebackenen Pommes frites ersetzt. Der Zeitgeist macht auch in der Küche auf La Palma nicht halt.
Gab es vor 30 Jahren in einfacheren Restaurants, den Kioscos, noch den Nachtisch in ausrangierten Mandarinen-Blechdosen auf den Tisch, wäre das heute schon aus Hygiene-technischen Gründen undenkbar. Geschmeckt hat es damals und köstlich mundet es auch heute aus Porzellan.

Gegrillter El Chipirón (Tintenfisch)
Die palmerische Küche wird zur Haute Cuisine
War es zur Entremés als „Gruß aus der Küche“ ein trockenes in die Serviette eingewickeltes Brötchen, geben sich die Restaurants heute mehr Mühe. Testen konnte ich das wieder einmal im Kiosco Playa la Salamera bei mir um die Ecke in Villa de Mazo.
Ein einfaches mit Schilfmatten überdachtes Kiosco, versteckt direkt an der Küste von Salamera und kein typisches Touristenlokal.

Chocos a la plancha (Sepia)
Stilvoll serviert, von frischer Qualität und von einer guten Köchin zubereitet. Es schmeckt wie damals, nur die Optik und die Kollektion ist moderner. Meeresfrüchte, wie Atun oder die unterschiedlichsten Tintenfischarten, Muscheln oder Garnelen schmeicheln dem Gaumen am Meer noch etwas besser.
Speisekarte und die Preise
Inzwischen gibt es in allen Restaurants eine Speisekarte mit dem Endpreis. Zu Peseten-Zeiten nicht selbstverständlich. Die Impuesto (Steuer) kam oft noch hinzu.
Gute Qualität hat seinen Preis auch auf La Palma. Es sind aber doch moderate Preise, wobei mir Vergleichsmöglichkeiten zu Deutschland oder Österreich fehlen. Mein letzter Deutschlandaufenthalt liegt jetzt 14 Jahre zurück.
Im nahe liegenden Touristengebiet Los Cancajos muss man schon mit deutlich höheren Preisen rechnen.
Es lohnt sich immer abseits in der Pampa abgelegene einheimischen Lokale aufzusuchen. Hier stimmt noch das Niveau und der Preis.

Auch gegrillte Fleischgerichte (Rind/Schwein/Huhn) gibt es hier im Kiosco. Der Palmero ist immer noch ein „Fleischfresser“ und erst sekundär wählt er Fisch.
Was wäre ein Essen ohne den abschließenden Postre. Ein Bienmesabe (wörtl. übersetzt „Schmeckt mir gut“) oder ein Stück la Tarta.
Den Kuchen haben wir mitgebracht. Maris Backkünste sind kaum zu überbieten. Eine echt böhmische „Schneewittchen-Torte“ mit in Rum eingelegten Kirschen und einer Quark/Sahne Mischung und einem Kirschwasser Gelatine Überzug.
Es war unser Geburtstagsmitbringsel, das fast komplett vertilgt wurde.
Ein Biss in die Torte kann ich nicht anbieten, aber wer scharf auf kanarische Mojo oder palmerischen Rum usw. ist, besucht die Kanaren Produkt Seite.
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