Bananen, Palmen und Geopolitik: Droht Trump jetzt auch La Palma und den Kanaren?

la-palma-geopolitik-trump-militaer.jpg
⚠️ AEMET: Hitzewelle bis + 30° C auf La Palma im Anmarsch
🌦️ Mazo (10.00 Uhr)
☀️Temp. 24,4°C
💧 0,0 l/m²
💨 0,4 km/h NO
Abenteuer-Tipp: »Wanderung in den größten Senkkrater der Erde« Entdecken

Geopolitisches Herzklopfen!

Stell dir vor, du sitzt entspannt bei einem Café solo auf einer sonnigen Plaza hier auf La Palma, blickst auf die grünen Hänge und die sanften Wellen des Atlantiks, und plötzlich ploppt auf dem Smartphone die Weltpolitik auf. Und nicht irgendeine: Donald Trump hat mal wieder zum verbalen Rundumschlag ausgeholt – und diesmal hat er uns auf dem Kieker. Ja, richtig gehört, Spanien (und damit auch unsere gemütlichen Kanarischen Inseln) steht im Fadenkreuz der Washingtoner Rhetorik.

Wer braucht schon den Cumbre Vieja, wenn Trump für den nächsten geopolitischen Vulkanausbruch sorgt?

Die „Katastrophe von 1898“ im Jahr 2026?

Was ist passiert? Wenige Tage vor dem NATO-Gipfel in Ankara hat der US-Präsident die schwerste diplomatische Eskalation zwischen Washington und Madrid seit Jahrzehnten vom Zaun gebrochen. Der Grund? Spanien weigert sich beharrlich, die Militärausgaben auf satte 5 % des BIP hochzuschrauben, und hat zudem die Nutzung der Stützpunkte Rota und Morón für die US-Militäroperation „Epic Fury“ verweigert.

Trumps Reaktion? Ein historischer Deep Dive, der uns das Espresso-Eis in der Hand schmelzen lässt. Er erinnerte Spanien an das Jahr 1898 – das Jahr, in dem das spanische Imperium Kuba, Puerto Rico und die Philippinen verlor. Seine Botschaft: Wer militärisch schwach ist, verliert Gebiete außerhalb der Halbinsel. Spanien verhalte sich „nicht korrekt“ und werde es „bald lernen“.

Historischer Fakt am Rande: Die „Katastrophe von 1898“ (Desastre del 98) besiegelte das endgültige Ende des spanischen Kolonialreiches. Dass Trump dieses Trauma jetzt wieder ausgräbt, ist alles andere als harmlose Rhetorik.

Warum uns das auf den Kanaren nervös macht

Jetzt könnte man natürlich sagen: „Ach, der Don, der poltert halt wieder.“ Aber wenn man hier auf den Kanarischen Inseln lebt, sieht die Weltkarte ein bisschen anders als von Madrid aus. Geografisch gehören wir zu Afrika, politisch zu Europa. Und genau hier liegt die geopolitische Flanke, die durch Trumps Worte plötzlich ziemlich ungemütlich wird.

  • Der wackelige Schutzschirm: Während Ceuta und Melilla durch Artikel 6 des Nordatlantikvertrags ohnehin offiziell vom NATO-Beistand ausgeschlossen sind, werfen die Kanaren wegen ihrer Atlantiklage und der Entfernung zum Kontinent ebenfalls Fragen auf, falls Washington ernst macht.

  • Das strategische Gleichgewicht: Die US-Präsenz war jahrzehntelang das unsichtbare Gegengewicht zum politischen Druck auf die spanischen Gebiete in und vor Nordafrika. Wenn Washington nun implizit damit droht, diesen Schutzschirm einzufalten, gerät die ganze Balance ins Wanken.

Die Vorboten: Was suchte die „Cape Texas“ vor unserer Haustür?

Dass wir hier im Atlantik plötzlich im strategischen Fokus stehen, kommt allerdings nicht völlig aus dem Nichts. Erinnert ihr euch noch an den vergangenen Januar? Da kreuzte ein US-Militärschiff tagelang auffällig zwischen den Kanarischen Inseln.

In meinem damaligen Bericht „Was sucht die US „Cape Texas“ vor den Kanaren?“ hatte ich bereits darüber geschrieben, was dieses Schiff hier eigentlich getrieben hat. Ging es um die Erkundung seltener Bodenschätze auf dem Meeresgrund oder standen unsere lebenswichtigen Unterwasserkabel im Visier? Schon damals wurde klar: Der große Bruder aus Übersee schaut ganz genau hin, was in unseren Gewässern passiert.

Die Reaktion aus Madrid ließ folglich nicht lange auf sich warten. Spanien hat reagiert und zeigt seitdem deutlich mehr Flagge. Wie ich in meinem Folgeartikel „Militärpräsenz auf La Palma: Sicherheit im Schatten der Geopolitik“ beleuchtet habe, spüren wir diese veränderte Sicherheitslage inzwischen sogar ganz direkt bei uns auf der Insel. Was früher eine ferne Randnotiz war, ist spürbare Realität vor unserer eigenen Haustür geworden.

Freund oder Feind?

Es ist schon eine paradoxe Situation. Da genießen wir hier das ewige Frühlingsklima, bauen die besten Bananen der Welt an und müssen uns plötzlich fragen, ob wir für die Großmachtpolitik in Washington nur ein Verhandlungs-Chip sind. Trumps harte Worte zeigen jedenfalls, dass die Zeiten, in denen man Allianzen als selbstverständlich hinnahm, endgültig vorbei sind.

Ob die Regierung von Pedro Sánchez jetzt einknickt und die 5 % Verteidigungsausgaben im Haushalt sucht? Man darf gespannt sein. Bis dahin behalten wir hier auf La Palma auf jeden Fall die Nerven, genießen das Meer und hoffen, dass der Atlantik das Einzige bleibt, was uns hier sanft umspült.

Wie siehst du das? Nimmst du Trumps Drohungen ernst oder ist das für dich nur das übliche transatlantische Säbelrasseln? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

🌴 Lust auf noch mehr La Palma & Kanaren-Feeling?

Ich lebe seit Jahren fest auf dieser faszinierenden Insel und habe meine Erfahrungen, Erlebnisse und echten Insider-Tipps mittlerweile in 16 Büchern festgehalten. Ob praktischer Ratgeber zum Auswandern, tiefgründige Inselgeschichten oder Maritimes – stöbere einfach mal durch meine private Bücherecke!

👉 Hier meine Bücher entdecken & auf der Autorenseite vorbeischauen

La Palma News per WhatsApp

Gratis Kanal abonnieren & Glocke an!

Abonnieren

☕️ Dem Jubi-Insider einen Kaffee spendieren?
Dir gefällt LaPalma1.net frei von nervigen Pop-up-Bannern? Ich stecke viel Herzblut und Zeit in diese unabhängigen Berichte. Wenn du meine tägliche Arbeit und die Serverkosten mit einer kleinen, freiwilligen Wertschätzung unterstützen möchtest, kannst du das ab sofort ganz unkompliziert über meine digitale Kaffeekasse via PayPal tun. Vielen Dank für deine Unterstützung!


Wetter La Palma

Manfreds Buchtipps: Alle La Palma Bücher entdecken

Hier geht es direkt zur Übersicht auf lapalma-angebote.com – Für Infos einfach ein Buch anklicken!

Über den Autor

Manfred Betzwieser
Manfred Betzwieser lebt seit 30 Jahren auf La Palma und dokumentiert als Autor und Newsman die Natur, Geologie und aktuellen Entwicklungen der Kanareninsel. Mit tiefem Fachwissen und jahrzehntelanger Erfahrung vor Ort bietet er verlässliche Berichterstattung abseits des Massentourismus. Entdecke seine Bücher und Projekte auf der Autorenseite. - Mein Link

Kommentar hinterlassen zu "Bananen, Palmen und Geopolitik: Droht Trump jetzt auch La Palma und den Kanaren?"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*