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🌋 Ein uraltes Aschefeld – und ein völlig unerwarteter neuer Vulkan
Der Llano del Jable ist eine der größten zusammenhängenden Ascheflächen der Insel. Der feine Picon stammt aus mehreren historischen Eruptionsphasen der Cumbre Vieja, die lange vor der Besiedlung der Insel durch die Spanier stattfanden. Diese Asche wurde über Jahrhunderte vom Wind verteilt und bildet heute die charakteristische, weiche Sandwüste, die Wanderer so lieben.
Gerade weil dieses Gebiet seit Jahrhunderten unverändert wirkte, galt es als geologisch ruhig. Die bekannten Eruptionszentren – San Juan 1949, Teneguía 1971 – lagen weiter südlich. Der Llano del Jable war ein Ort zum Wandern, Fotografieren, Durchatmen.
Und dann kam 2021.
Nur wenige hundert Meter südlich des Aschefeldes öffnete sich die Erde – an einer Stelle, die weder in historischen Aufzeichnungen noch in modernen Gefahrenkarten als potenzieller Ausbruchsort galt. Der neue Vulkan Tajogaite entstand genau dort, wo viele La‑Palma‑Kenner früher gemütlich zum Lavastrom des San‑Juan‑Vulkans hinuntergewandert sind.

Am Rande der Lavawüste liegt jetzt der Vulkan Tajogaite
🥾 Der alte Wanderklassiker: Vom Llano del Jable zum Lavastrom von 1949
Wer La Palma länger kennt, erinnert sich an diese Tour: Vom Rand des Llano del Jable führte ein unscheinbarer Pfad hinunter zum Llano‑del‑Banco‑Lavastrom des San‑Juan‑Ausbruchs von 1949.
Typische Eindrücke dieser Wanderung:
- Der federnde Boden aus jahrhundertealter Asche
- Der Kontrast zwischen schwarzem Picon und grünem Kiefernwald
- Die plötzliche Begegnung mit dem scharfkantigen, erstarrten Lavastrom von 1949
- Das Gefühl, durch mehrere Zeitschichten der Insel zu laufen
Diese Route war ein Geheimtipp für alle, die die vulkanische Geschichte La Palmas hautnah erleben wollten – ohne große Höhenmeter, aber mit viel Atmosphäre.
Dass 2021 genau neben diesem vertrauten Gebiet ein neuer Vulkan entstand, war für viele ein emotionaler Einschnitt. Ein Ort, der jahrzehntelang als „ruhig“ galt, wurde plötzlich zum Schauplatz eines der bedeutendsten Naturereignisse der Insel.
🧭 Warum der Ausbruch trotzdem Sinn ergibt
Auch wenn der Ort überraschend war, folgt die Cumbre Vieja einem klaren Muster: Sie bricht entlang von Nord‑Süd‑Spalten aus, die sich unterirdisch durch die gesamte Rückenstruktur ziehen. Der Llano del Jable liegt genau auf dieser Achse – nur war dort seit Jahrhunderten nichts passiert.
Der Tajogaite hat gezeigt, dass die vulkanische Aktivität der Insel nicht an historische Grenzen gebunden ist. Die Magmawege verändern sich, und die Natur hält sich nicht an menschliche Erwartungen.
🏜️ Der Llano del Jable heute: Ein Ort zwischen zwei Welten
Heute ist der Llano del Jable ein faszinierender Übergangsraum:
- Das uralte Aschefeld, weich, weit und still
- Der junge Tajogaite, rau, scharfkantig und voller geologischer Energie
- Der Lavastrom von 1949, ein Klassiker der Inselgeschichte
- Neue Wanderwege, die beide Welten miteinander verbinden
Wer hier steht, sieht 500 Jahre Vulkanismus auf einen Blick – von der feinen Asche bis zur frischen Lava.
🪨 Picon (Lapilli) – kurz erklärt
Was ist Picon? Feiner, schwarzer Vulkansand aus Lapilli, kleinen porösen Lavastückchen, die bei explosiven Eruptionen entstehen. Das Magma zerreißt durch Gasdruck, die Partikel kühlen in der Luft ab und fallen als leichter, körniger Sand zu Boden.
Eigenschaften:
- leicht und porös
- speichert Wärme und Feuchtigkeit
- schützt Böden vor Austrocknung
- wird vom Wind großflächig verteilt
Warum so viel im Llano del Jable? Der Picon stammt aus mehreren alten Ausbrüchen vor über 500 Jahren. Über Jahrhunderte hat der Wind die Lapilli zu einer breiten, weichen Sandwüste geformt. Der Ausbruch von 1949 spielte dabei keine Rolle.
Wofür wird Picon genutzt? Er ist ideal für Landwirtschaft (Wein, Obst, Gemüse) und macht Wanderwege angenehm federnd. Mehr Hintergrundinfos findest du in meinem La Palma Insider Guide.
Bist du schon einmal durch Llano del Jable gewandert. Wie waren deine Eindrücke?


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