Calima auf La Palma: Wie viele Tonnen Saharastaub sind gefallen?

Calima Staubwolke zieht über La PalmaCalima Staubwolke zieht über La Palma
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Vorteile, Nachteile und die Größenordnung der Staubablagerung auf der ganzen Insel –

Wie von Geisterhand ist heute am Donnerstag der Calima von La Palma verschwunden und die Fernsicht wieder klar.

Na gut, ich hab mal die Ärmel hochgekrempelt und den Taschenrechner abgestaubt (im wahrsten Sinne des Wortes). Hier sind die nackten, staubigen Fakten direkt vom Schreibtisch mitten in der Sandwolke:

Mein Date mit 11.000 Tonnen Sahara-Gold: Die harten Fakten

Ich sitze hier auf La Palma, starre am Dienstag und Mittwoch aus dem Fenster und sehe… nichts. Also, außer einer beige-braunen Wand. Da ich aber ein neugieriger Geist bin, wollte ich wissen, wie viel von Afrika da eigentlich gerade auf meiner Terrasse landet. Ich habe mal nachgerechnet, und Leute, ich sage euch: Es ist gewaltig.

1. Meine große Insel-Inventur

Ich habe mir die Fläche von La Palma geschnappt – stolze 708,32 km². Wenn ich die wissenschaftlichen Schätzungen von etwa 16 g Staub pro Quadratmeter nehme, komme ich auf eine Summe, bei der mir schwindelig wird:

  • Ich rechne: 708.320.000 m² x 16 g

  • Das Ergebnis: 11.333 Tonnen Staub pro Jahr.

  • Ich sag’s mal so: Das sind etwa 1.000 vollbeladene Müllaster, die ihre Ladung über uns abwerfen. Und ich stehe hier mit meinem kleinen Handfeger.

2. Der „Starke-Event-Schock“

Wenn es so richtig dick kommt – so wie gestern – dann reden wir nicht mehr über Jahresdurchschnitte. Ich habe gesehen, dass bei extremen Ereignissen auf den Nachbarinseln bis zu 40 g/m² gemessen wurden.

  • Für mich auf La Palma bedeutet das: Ein einziger heftiger Calima kann mal eben zehntausende Tonnen Sand abliefern.

  • Ich habe mir die Feinstaubwerte angesehen: Die knallen bei uns manchmal auf über 2.000 µg/m³ hoch. Zum Vergleich: In einer normalen Stadt kriegt man bei 50 schon Panik. Ich inhaliere hier quasi ganze Sanddünen zum Frühstück.

3. Meine Pro- und Kontra-Liste

Warum ich es hasse:

  • Meine Lunge: Ich fühle mich wie ein alter Dieselmotor ohne Filter. Besonders bei Spitzenwerten über 2.000 µg sind Aktivitäten im Freien für mich gestrichen.

  • Meine Sicht: Ich wollte wandern, aber bei den geringen Sichtweiten erkenne ich nicht mal, ob ich noch auf dem Wanderweg stehe oder schon im Lorbeerwald feststecke.

  • Meine Solaranlage: Die liefert gerade so viel Strom wie eine müde Taschenlampe, weil die Staubschicht die Photonen aussperrt.

Warum ich es (theoretisch) liebe:

  • Der Dünger-Effekt: Ich weiß ja, dass da Phosphor und Mineralien drinstecken. Mein Garten bekommt gerade eine Gratis-Kur.

  • Die Geologie: Ich finde es faszinierend, dass ich hier in der West-Sahara-Außenstelle sitze. Diese 11.333 Tonnen sind der Grund, warum unsere Insel so fruchtbar ist. Ich bin also quasi Teil eines gigantischen, interkontinentalen Stoffwechsels.

Mein Fazit:

Ich nehme es mit Humor. Während ich die nächsten Kilolieferungen Sahara-Export von meinem Auto kratze, tröste ich mich mit dem Gedanken: Irgendwo in Afrika hat gerade jemand wieder richtig viel Platz geschaffen – und ich hab den Phosphor dafür. Eine Win-Win Situation…

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Über den Autor

Manfred
Manfred Betzwieser - Buchautor und begeisterter Naturliebhaber. Lebe seit 25 Jahren mit meiner Familie auf der Kanareninsel La Palma. Mehr auf meiner Autorenseite - Mein Link

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