Feuerflieger leben sehr gefährlich

Feuerflieger

Feuerwalzen kaum zu stoppen -

FeuerfliegerFeu­er­flie­ger die sich in das Flam­men­meer stür­zen, brau­chen Erfah­rung und viel Mut.

Bei der Bekämp­fung von groß­flä­chi­gen Wald­brän­den wie in den ver­gan­ge­nen Wochen auf La Pal­ma, hat man ohne sie kaum Aus­sicht auf Erfolg.

Lösch­flug­zeu­ge und wen­di­ge Lösch-Hub­schrau­ber sind meist die ein­zi­ge Mög­lich­keit, wenn eine 10 meter­ho­he Flam­men­wand (Foto: magra­ma) mit extre­mer Hit­ze auf die Feu­er­wehr­män­ner zukommt und sie auf Abstand hält. 

Bei einer Feu­er­front von eini­gen Kilo­me­ter Brei­te kann mit dem Schlauch und der Feu­er­pat­sche so ein Brand nicht gestoppt wer­den. Es ist dann ein unglück­li­ches Unter­fan­gen, wie der bekann­te „Trop­fen auf den hei­ßen Stein“, bei dem nur noch ein Wun­der hel­fen kann.

Feuerflieger sind die einzige Rettung

Das Risi­ko im dicken Qualm die Ori­en­tie­rung, die Balan­ce und den Auf­trieb zu ver­lie­ren oder auf ein Hin­der­nis zu sto­ßen, ist für die Feu­er­flie­ger groß. Aber nur rie­si­ge Men­gen an Was­ser kön­nen einen Feu­er­sturm vor Men­schen und Wohn­ge­bäu­den abhalten.

8 Lösch­hub­schrau­ber und 4 Cana­d­air CL415 Lösch­flug­zeu­ge waren auf La Pal­ma tage­lang pau­sen­los von Son­nen­auf­gang bis zum spä­ten Abend im Einsatz.

FeuerfliegerGes­tern wur­den die Über­res­te des abge­stürz­ten HeliPalma2″ der BRIF Lösch­bri­ga­de (Fotos: Batal­lon T‑15) gebor­gen und zum Hafen trans­por­tiert. Zum Glück wur­den die bei­den Pilo­ten beim Absturz nicht schwer verletzt.

 

Bei Nach­lösch­ar­bei­ten in Tiga­la­te (Gemein­de Mazo) geriet in der ver­gan­ge­nen Woche der Heck­ro­tor in die Kro­ne einer Kie­fer. Der Heli­ko­pter war nicht mehr steu­er­bar und dreh­te sich wie ein Bume­rang bevor er auf dem Berg­hang auf­schlug. Ob star­ker Wind, ein tech­ni­scher Defekt oder ein mensch­li­cher Feh­ler das Unglück aus­lös­te – wird zur Zeit noch untersucht.

FeuerfliegerDie Hub­schrau­ber­zel­le blieb bei dem ver­lang­sam­ten Sturz aus 20 Meter Höhe sta­bil. Die bei­den Pilo­ten (61+35 Jah­re) konn­ten sich mit Stau­chun­gen und Prel­lun­gen selbst aus dem Wrack befreien.

Der pol­ni­sche PZL W‑3 Sokół Heli­ko­pter mit zwei Gas­tur­bi­nen kann 1,8 Ton­nen Lösch­was­ser trans­por­tie­ren und punkt­ge­nau über der Brand­stel­le abwer­fen. Auf La Pal­ma hat sich die­ser Hub­schrau­ber­typ bewährt und wird auch vom Gobier­no als Ret­tungs­hub­schrau­ber in die­sem schwie­ri­gen Gelän­de eingesetzt.

Gut gelaufen – trotz aller Hektik

Es gab bei den pro­fes­sio­nel­len Feu­er­flie­gern in der Hit­ze des Kamp­fes auch manch ande­re gefähr­li­che Sze­nen. Bei 12 Flug­ge­rä­ten im Tief­flug, oft nur weni­ge Meter Sicht und alles auf engs­tem Raum las­sen sich bei­na­he Zusam­men­stö­ße nicht ganz vermeiden.

Auch auf dem Flug­platz Mazo – zwi­schen den Bin­ter Insel­hüp­fern und den lan­den­den oder star­ten­den nor­ma­len Ver­kehrs­flug­zeu­gen – hat­te der Lot­se viel Arbeit um nicht den Über­blick zu verlieren.

Meh­re­re Flug­zeu­ge gleich­zei­tig auf der Start­bahn – dazwi­schen ein kreu­zen­der Lösch­hub­schrau­ber oder eine sich beim Start bereits öff­nen­de Was­ser­klap­pe eines Cana­d­air-Lösch­flug­zeug und 6500 Liter Was­ser auf der Start­bahn sind nur eini­ge Beobachtungen.

„Wo geho­belt wird, da fal­len Spä­ne“ – in Zukunft soll­te viel­leicht der zivi­le Flug­ver­kehr gestoppt oder auf den Abend ver­legt wer­den. In solch einer Aus­nah­me­si­tua­ti­on muss dem Feu­er­flie­ger abso­lu­te Prio­ri­tät ein­ge­räumt werden.

Sie kämpf­ten ver­bis­sen und ohne lan­ge Pau­sen um Mensch und Gut vor den Flam­men zu retten.

Ihr habt eure Sache gut gemacht. Dafür noch­mals einen auf­rich­ti­gen Dank von allen Anwoh­nern und Freun­den der Insel La Pal­ma …viel­leicht gibt es von den Lesern auch noch Anmer­kun­gen dazu.

 

Wetteraussichten für La Palma



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