Klimaveränderung und Umweltschutz

Erdkugel

Wie sieht es denn mit dem Klimawandel auf La Palma aus?

Auf den ers­ten Blick scheint eine Kli­ma­ver­än­de­rung auf La Pal­ma nicht zu exis­tie­ren. Alles läuft sei­nen gewohn­ten Gang. Alte Pick­ups tuckern in einer dicken Qualm­wol­ke die Berg­stra­ße hin­auf. Die­sel­kri­se oder Fahr­ver­bo­te sind hier kein The­ma.

Kraftwerk - Klimaveränderung

Die­sel Kraft­werk Ende­sa im Hafen von San­ta Cruz de La Pal­ma

In der Fer­ne zei­gen hier und da auf­stei­gen­de Rauch­säu­len, dass Bau­ern ihren Pflan­zen­schnitt ver­bren­nen. Auch das Ende­sa Die­sel-Kraft­werk an der Küs­te von San­ta Cruz de La Pal­ma stößt unge­hin­dert sei­ne schäd­li­chen Abga­se weit­hin sicht­bar aus.

Neu hin­zu­ge­kom­men sind seit 10 Jah­ren die rau­chen­den Kami­ne der Kreuz­fahrt­schif­fe. Alles Emis­sio­nen die sicher nicht für den Men­schen und sei­ne Umwelt als gesund ein­zu­stu­fen sind und das Kli­ma wei­ter ver­pes­ten.

Kreuzfahrtschiff

Rau­chen­der Schorn­stein eines Kreuz­fahr­trie­sen im Hafen von La Pal­ma

Aber es gibt doch sichtbare Veränderungen

Müllverbrennungsanlage - Klimaveränderung

Ehe­ma­li­ge Müll­ver­bren­nungs­an­la­ge Mazo

Kei­ne Abga­se mehr von der still­ge­leg­ten „Müll­ver­bren­nungs­an­la­ge“ hoch in den Ber­gen von Mazo.

In frü­he­ren Jah­ren zeig­te per­ma­nent eine Rauch­schwa­de den Dau­er­be­trieb der Anla­ge ohne Fil­ter an. Hier wur­de alles ver­brannt, was brenn­bar ist. Auch Che­mie und Her­bi­zid-Rück­stän­de.

Der Rauch zog ohne Unter­bre­chung 24 Stun­den am Tag und in der Nacht Rich­tung Ame­ri­ka über den Atlan­tik davon. Heu­te ist der frü­he­re Stand­ort ver­seuch­tes Land und Sperr­ge­biet.

Jetzt wird der Müll in einer neu­en Anla­ge in Küs­ten­nä­he gela­gert und nur weni­ge Pro­zen­te dem Recy­cling zuge­führt.

Als posi­tiv fal­len inzwi­schen die vie­len Müll­con­tai­ner am Stra­ßen­rand auf. Bun­te Käs­ten die sicher kei­nen berau­schen­den Anblick auf der grü­nen Insel La Pal­ma dar­stel­len, aber einen Sin­nes­wan­del in der Müll­ent­sor­gung anzei­gen. Vor 15 bis 20 Jah­ren hat­te jedes Haus noch sei­ne eige­ne Müll­kip­pe im nächs­ten Bar­ran­co. Wie auf Kom­man­do wur­den meist am Sonn­tag die ange­sam­mel­ten Abfäl­le abge­fa­ckelt.

Zur Vor­beu­gung gegen Wald- und Flä­chen­brän­de wur­de die­se dum­me Ange­wohn­heit ver­bo­ten. Auch die Mil­lio­nen­sub­ven­tio­nen aus Brüs­sel ver­lang­ten eine „gere­gel­te Müll­ent­sor­gung“. Vor­der­grün­dig wur­den die­se Auf­la­gen erfüllt.

Nach dem Jah­res­be­richt 2018 der Umwelt­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on La Cen­ti­ne­la wach­sen ste­tig die Ton­nen Müll in der neu­en Sor­tier­an­la­ge Los More­nos in Mazo an. Von den ins­ge­samt 35.861 Ton­nen Abfäl­len, die in den Kom­plex gelang­ten, wur­den 30.271 Ton­nen auf der Depo­nie abge­la­gert. Nur 2.109 Ton­nen ver­lie­ßen den Kom­plex mit dem ver­meint­li­chen Ziel, recy­celt zu wer­den. Das sind nur mage­re 6 % die evtl. einer Wie­der­ver­wen­dung zuge­führt wer­den.

Posi­tiv am Ent­wi­ckeln ist aller­dings der Ein­kaufs­tü­ten-Wahn. Gab es in frü­he­ren Jah­ren für fast jedes Stück Lebens­mit­tel im Super­markt kos­ten­los eine Plas­tik­tü­te. Ein­mal kurz ver­wen­det und dann weg­ge­wor­fen. Heu­te sind die Tüten nicht mehr umsonst.

Trau­rig sieht es dage­gen noch beim Pfand­fla­schen­sys­tem auf den Kana­ren aus. Es gibt kaum Pfand­fla­schen. Weg­werf­fla­schen aus Glas oder Plas­tik, Dosen und Glä­ser ver­brau­chen zur Her­stel­lung gro­ße Ener­gie­res­sour­cen. Vie­le Abga­se wer­den dafür in die Luft gebla­sen. Hier könn­ten schnel­le Ansät­ze gesucht und sicher auch gegen den Wil­len des Han­dels gefun­den wer­den und das Abfall­pro­blem wäre auch gerin­ger.

Gefahr erkannt und Klima-Notstand ausgerufen

Das Par­la­ment der Kana­ri­schen Inseln hat Anfang Janu­ar 2020 ein­stim­mig den Kli­ma-Not­stand für alle Kana­ri­schen Inseln aus­ge­ru­fen.

Erstaunt zu hören, doch der Glau­be an der Ernst­haf­tig­keit etwas zu ändern fehlt. Wie ver­trägt sich Pro­mo­tio­nen zur Ankur­be­lung des Tou­ris­mus mit noch mehr Flü­gen und Kreuz­fahrt­schif­fen, För­de­rung des Fähr­ver­kehrs zwi­schen den Inseln und mit 75 Pro­zent staat­li­cher Sub­ven­ti­on für insu­la­re Flü­ge für Resi­den­ten, mit dem Schutz der Umwelt.

Kon­tra­pro­duk­tiv und genau das Gegen­teil was die Natur und Umwelt braucht. Noch mehr finan­zi­ell geför­der­te Luft­ver­schmut­zung. Wirt­schaft­li­che Inter­es­sen, Fort­schritt und noch mehr Wohl­stand und die Kli­ma­ver­än­de­rung hän­gen eng zusam­men. Bei­des gleich­zei­tig befrie­di­gend zu lösen, scheint unmög­lich.

Wohl mehr eine Mode Ent­schei­dung des Kana­ri­schen Par­la­ment, um an die in Aus­sicht gestell­ten EU-Sub­ven­tio­nen zu gelan­gen.

So kann und wird die schnel­le Kli­ma­ver­än­de­rung sich nicht stop­pen las­sen. Am Bei­spiel von La Pal­ma und den Nach­bar­in­seln kommt der Ego­is­mus und feh­len­de Wil­le einer klei­nen Regi­on auf die­ser Erde zum Aus­druck. Wie soll der ein­zel­ne Mensch ernst­haft glau­ben, dass die Poli­tik das Pro­blem der Zeit erkannt hat und Wil­lens ist zu han­deln. Glo­bal betrach­tet wer­den die gro­ßen Umwelt­ver­schmut­zer noch weni­ger zu des­sen Lösung bei­tra­gen.

Erste Klimaveränderung spürbar?

Blume - Klimaveränderung

… so lasst ein Blüm­chen wach­sen

Aus­ba­den müs­sen nach­her alle Men­schen die­se heu­ti­ge Träg­heit und Unfä­hig­keit.

Ers­te Anzei­chen der Kli­ma­ver­än­de­rung sind auch bereits auf La Pal­ma auf­zu­spü­ren. Der lebens­wich­ti­ge Regen bleibt aus.

Nach den Mes­sun­gen des loka­len Wet­ter­diens­tes HDme­dio fie­len im Jahr 2019 im Schnitt rund 38 Pro­zent weni­ger Nie­der­schlag als im Vor­jahr 2018. Ob dies eine Ein­tags­flie­ge war, wer­den die Mes­sun­gen in der Zukunft noch zei­gen.

Auch der Mee­res­spie­gel des Atlan­tiks steigt an. Waren es in den ver­gan­ge­nen 15 Jah­ren im Schnitt rund 3 Mil­li­me­ter pro Jahr, stieg das Was­ser 2018 laut der Welt­wet­ter­or­ga­ni­sa­ti­on (WMO) welt­weit um 3,7 Mil­li­me­ter an. Mit zuneh­men­der Ten­denz bei wei­te­rer Erd­er­wär­mung.

Die Küs­ten­städ­te San­ta Cruz de La Pal­ma, Puer­to de Taza­cor­te und Puer­to Naos auf La Pal­ma wären die ers­ten Orte, die den Pegel­an­stieg zu spü­ren bekom­men. Auch die weit­aus gra­vie­ren­der wir­ken­den Sturm­flu­ten wer­den höher und kräf­ti­ger aus­fal­len.

Viel schlim­mer kann es die ohne­hin fla­chen kana­ri­schen Ost­in­seln Lan­za­ro­te und Fuer­te­ven­tu­ra tref­fen. Hier wirkt bereits die Ero­si­on von oben und trägt die Inseln immer wei­ter ab. Ein immer wei­ter anstei­gen­der Mee­res­spie­gel macht dann gro­ße Tei­le unbe­wohn­bar.

Stellt sich zum Schluss doch noch die Fra­ge, ob die gan­ze Dis­kus­si­on, Auf­re­gung und Dra­ma­tik um den Kli­ma­wan­del über­haupt not­wen­dig ist. Ein gie­ri­ger Macht­ha­ber kann schon mor­gen einen Atom­krieg anzet­teln oder die Erde wird von einem unent­deck­ten Aste­roi­den getrof­fen. Damit wäre dann viel schnel­ler das Ende der Mensch­heit besie­gelt und die Kli­ma­dis­kus­si­on Ad acta.

 



Wetteraussichten für La Palma

2 Kommentare zu "Klimaveränderung und Umweltschutz"

  1. Herrn Bet­z­wie­ser, scha­de das Sie den glei­chen Feh­ler als die Strei­ken­den Schü­ler machen. Umwelt und Kli­ma sind zwei total ver­schie­de­ne Sachen. Jeder Mensch will eine Sau­be­re Umwelt und kann vie­les dafür tun. Aber das Kli­ma lässt sich nicht, oder nur sehr wenig durch die Mensch­heit beein­flus­sen.
    Und so was wie ein „Kli­ma-Not­stand“ gibt es über­haupt nicht: https://www.youtube.com/watch?v=hiLHFjsTQ5s

  2. Lie­ber Ron,
    1. auch das Kli­ma gehört zu unse­rer Umwelt! Als schwer fass­ba­rer, abs­trak­ter Begriff ist damit das Wet­ter­ge­sche­hen über einen Zeit­raum von min­des­tens drei­ßig Jah­ren gemeint. Wenn Sie das Ergeb­nis der durch Umwelt­ver­schmut­zung (etwa auf­grund des CO2 Aus­sto­ßes) bewirk­ten Ände­rung des Kli­mas betrach­ten, wird Ihnen der Zusam­men­hang zwi­schen Kli­ma und Umwelt sofort klar: es wird wär­mer! Und damit ver­än­dert das ver­än­der­te Kli­ma auch unse­re Umwelt.
    2. Lei­der inter­es­siert sich nicht jeder für eine „sau­be­re Umwelt“, und schon gar nicht will jeder etwas dafür tun. Viel­mehr ste­hen für vie­le Men­schen nach wie vor Besitz, Luxus und Gewinn sehr viel höher auf der Rang­lis­te der erstre­bens­wer­ten Din­ge als das Enga­ge­ment für eine sau­be­re Umwelt.
    3. Wie sich nach­wei­sen lässt, wird das Kli­ma seit etwa 50 Jah­ren ganz wesent­lich durch mensch­li­che Akti­vi­tä­ten beein­flusst. Schau­en Sie sich dazu bit­te seriö­se wis­sen­schaft­li­che Berich­te an, die sich leicht ergoo­geln las­sen. Bit­te ler­nen Sie die­se von fake news zu unter­schei­den!
    4. Der Begriff „Kli­ma­not­stand“ (wie­der so ein abs­trak­ter Begriff) beschreibt den kri­sen­haf­ten Zustand, der sich auf­grund des ver­än­der­ten Kli­mas, also des ver­än­der­ten Lang­frist­wet­ters ergibt. Das Ergeb­nis der Ver­än­de­run­gen ist bei­spiels­wei­se das Anstei­gen des Mee­res­spie­gels auf­grund der ste­ti­gen Erwär­mung der Erd­ober­flä­che. Als Fol­ge wer­den sehr vie­le Men­schen ihre Hei­mat ver­las­sen müs­sen, weil die­se unter Was­ser steht.
    Gruß, D. Hup­feld

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