Ein eruptiver Prozess wird sehr wahrscheinlich

Altes Lavagebiet - eruptiver Prozess

Der 3. Vulkanausbruch in 72 Jahren auf La Palma?

Ein erup­ti­ver Pro­zess, also ein Vul­kan­aus­bruch, auf La Pal­ma wird sehr wahr­schein­lich. Das war ges­tern Abend die Kern­aus­sa­ge des wis­sen­schaft­li­chen Direk­tors von INVOLCAN, Neme­sio Pérez, auf einer Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung mit Anwoh­nern im Ter­re­ro Feder­i­co Simón in El Paso. „Wo, das wis­sen wir nicht genau.“

Es wer­den bei Bedarf und vor­beu­gend zunächst nur Per­so­nen eva­ku­iert, die sich im Umkreis von 2 Kilo­me­tern um die Fis­sur (Spal­ten­öff­nung, Erup­ti­ons­tel­le) befin­den. Im Not­fall wird der Kreis vergrößert.

Der mögliche Ernstfall rückt immer näher

In der Nacht wur­den mehr als 100 seis­mi­sche Bewe­gun­gen in weni­gen Kilo­me­tern Tie­fe regis­triert.  Die höchs­te Magnitu­de mit ML3,3 fand heu­te Mor­gen um 07:28 Uhr in der Gemein­de El Paso statt und war ober­fläch­lich. Spä­ter, um 7.49 Uhr, eben­falls in El Paso, wur­de ein Erd­be­ben von 2,4 in einer Tie­fe von 1 Kilo­me­ter regis­triert und um 8.12 Uhr ein Erd­be­ben von ML3,2 eben­falls 1 Kilo­me­ter tief, eben­falls in der Gemein­de El Paso.

Seismograf - eruptiver Prozess

Kurz­pe­ri­oden­fil­ter des IGN Seis­mo­gra­fen von heu­te Morgen

Bebenlage - eruptiver ProzessDie jüngs­ten Beben ver­schie­ben sich immer mehr Rich­tung Norden.

Auf der IGN-Gra­fik sind die heu­ti­gen Beben in Oran­ge und die alten Beben ab dem 11.9.21 in Blau, Grün, Gelb dargestellt.

Vom Berg­kamm wan­dert das Zen­trum bestän­dig Rich­tung Ari­dane­tal, was aber nicht unbe­dingt etwas über die Lage der spä­te­ren Erup­ti­on aussagt.

Auch 1971 lag hier das Beben­ge­biet, der Vul­kan Tene­guia ist aber dann ganz im Süden aus­ge­bro­chen. Ähn­lich war es 2011 auf El Hier­ro.

Das Mag­ma sucht sich ein­fach den ein­fachs­ten und leich­tes­ten Weg um an die Atmo­sphä­re zu kom­men und das kann kilo­me­ter­weit vom eigent­li­chen Epi­zen­trum ent­fernt sein.

 

Wie ich ges­tern bereits geschrie­ben habe, wer­den in den Fol­ge­ta­gen die Erd­be­ben an Stär­ke wei­ter zunehmen.

Die Anwohner sind darauf vorbereitet

Ein Groß­teil der Bevöl­ke­rung im betrof­fe­nen Gebiet von La Pal­ma lebt mit gepack­ten Kof­fern, ins­be­son­de­re in der Gegend von Las Man­chas, und auch eini­ge Bewoh­ner von El Paso. Es muss dann schnell gehen und nur die not­wen­digs­ten und wich­tigs­ten Sachen kön­nen mit­ge­nom­men werden.

Das teil­wei­se star­ke Gefäl­le und die Schwer­kraft wird die Lava zügig Rich­tung Atlan­tik flie­ßen las­sen. Die Bewoh­ner von Puer­to Naos, La Bom­bil­la und El Remo haben nur eine ein­zi­ge Stra­ße die sie zur Flucht benut­zen kön­nen. Es gibt bereits Anwoh­ner die aus Angst in eine Zweit­woh­nung oder zu Freun­den in siche­re Gebie­te gezo­gen sind. Älte­re Men­schen haben Erfah­rung mit den letz­ten Vul­kan­aus­brü­chen von 1949 und 1971.

Eruptiver Prozess der wissenschaftlich begleitet wird

Messgeräte

Foto: Invol­can

Um die Erd­be­ben-Vul­kan­über­wa­chung des Vul­kans wei­ter zu ver­stär­ken, hat ges­tern ein Team von INVOLCAN zusätz­li­che seis­mi­sches Mess­ge­rä­te im Gebiet von El Char­co (West­sei­te bei Puer­to Naos) installiert.

Die neu­en Seis­mo­me­ter sind eine Rei­he von seis­mi­schen Sta­tio­nen, die in kur­zer Ent­fer­nung instal­liert sind, mit denen neben Erd­be­ben­wel­len auch die Rich­tung fest­ge­legt wer­den kann, von der die­se Wel­len stammen.
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Mit­hil­fe von Ana­ly­se­tech­ni­ken, die Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons-Anten­nen ähneln, kön­nen mit die­sem Werk­zeug noch sen­si­bler jedes seis­mi­sche Signal aus dem Inne­ren des Vul­kans ent­deckt wer­den, ein­schließ­lich des Vul­kan-Tre­mors, der ein wich­ti­ger Vor­läu­fer für eine mög­li­che Erup­tiv­pha­se ist.
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11.16 Uhr – Erd­stoß von ML4,0 Gemein­de El Paso aus nur 1 km Tie­fe. Auch gespürt auf der Ost­sei­te in Mazo. Soeben kor­ri­giert von der IGN auf ML3,8aus 2 km Tie­fe ganz oben auf dem Berg­kamm der Cumbre.
11.51 Uhr – Das Cabil­do mel­det die Schlie­ßung des Wege­net­zes und der Wald­we­ge von La Pal­ma, die durch die Gemein­den Fuen­ca­li­en­te, El Paso, Los Lla­nos de Ari­da­ne und Vil­la de Mazo führen.
12.03 Uhr - Im obe­ren Jedey-Gebiet fin­den an ver­schie­de­nen Stel­len Erd­rut­sche statt, die als Fol­ge der aktu­el­len Erschüt­te­run­gen grö­ße­ren Aus­ma­ßes regis­triert wur­den. In die­sen Räu­men ist Vor­sicht geboten.
12.20 Uhr – Die maxi­ma­le akku­mu­lier­te ver­ti­ka­le Defor­ma­ti­on hat sich laut IGN im Bereich nahe der aktu­el­len Seis­mi­zi­tät auf etwa 15 cm erhöht. Die Insel bläht sich wei­ter auf.
13.45 Uhr – Beginn der prä­ven­ti­ven Eva­ku­ie­rung von Men­schen mit ein­ge­schränk­ter Mobi­li­tät in Las Man­chas (Man­chas de Aba­jo, Jedey, San Nicolás und El Paraí­so) in den Gemein­den El Paso und Los Lla­nos de Ari­da­ne; El Char­co (Fuen­ca­li­en­te); La Bom­bil­la (Los Lla­nos und Taza­cor­te) und El Remo und Puer­to Naos (Los Lla­nos de Ari­da­ne). Die geschätz­te Bevöl­ke­rung beträgt etwa ein­tau­send Men­schen. Die Poli­zei hat begon­nen die Zugangs­stra­ßen zu kon­trol­lie­ren und alle Akti­vi­tä­ten zu unterbinden.

13.53 Uhr - Tipps vom Kri­sen­stab Pevolca:

Es ist prak­tisch, Was­ser in Fla­schen zu haben. Die Trink­was­ser­ver­sor­gung könn­te beein­träch­tigt werden.

Es wird emp­foh­len, eini­ge Tage lang basi­sche und nicht ver­derb­li­che Lebens­mit­tel zu sich zu nehmen.

Alle Erwach­se­nen müs­sen wis­sen, wie man Gas, Was­ser und Strom trennt. Im Fal­le einer Eva­ku­ie­rung müs­sen sie geschlos­sen werden.

Wenn mög­lich, hal­ten Sie den Kraft­stoff­tank Ihres Fahr­zeugs voll. Tank­stel­len könn­ten geschlos­sen werden.

Wenn Sie Nutz­tie­re haben, benach­rich­ti­gen Sie Ihre land­wirt­schaft­li­che Bera­tungs­stel­le oder die Infor­ma­ti­ons­te­le­fon­num­mer vom Cabil­do, damit sie die zu ergrei­fen­den Maß­nah­men ange­ben kön­nen. Falls Sie eva­ku­ie­ren müs­sen, las­sen Sie sie nicht gefes­selt. Lass sie los.

Wenn Sie Haus­tie­re haben, ver­trau­en Sie deren Pfle­ge Fami­lie oder Freun­den an, die außer­halb der gefähr­de­ten Gemein­den woh­nen. Wenn Sie kei­ne Unter­kunft für die­se Tie­re haben, küm­mern sich die Behör­den um sie. Aus hygie­ni­schen Grün­den dür­fen sie sich nicht in den Tier­hei­men aufhalten.

14.05 Uhr –  Stein­schlä­ge mög­lich: LP2 zwi­schen Fuen­ca­li­en­te und Las Man­chas und LP3 im Tun­nel­zu­gang von San­ta Cruz de La Pal­ma nach El Paso. Das Auf­tre­ten von Erd­rut­schen in ande­ren Gebie­ten mit stei­len Hän­gen ist nicht aus­ge­schlos­sen, ins­be­son­de­re wenn die Seis­mi­zi­tät eine Magnitu­de von 4,0 überschreitet.

15.10 Uhr - Evakuierungs-Sammelpunkte -

Es wur­den in jedem Vier­tel ver­schie­de­ne Sam­mel­punk­te ein­ge­rich­tet, die durch Pla­ka­te gekenn­zeich­net sind , für Men­schen, die kei­ne eige­nen Mit­tel haben, um zu den Treff­punk­ten zu gelan­gen. Die Sam­mel­stel­len wer­den über ein Trans­port­sys­tem durch das insu­la­re Bus­un­ter­neh­men ver­fü­gen, das bereits einen Son­der­be­trieb hat.

Die ein­ge­rich­te­ten Treff­punk­te sind im Fall von Los Lla­nos de Ari­da­ne, Vil­la de Mazo und El Paso der städ­ti­sche Fuß­ball­platz , wäh­rend es in Fuen­ca­li­en­te das San Anto­nio Vol­ca­no Visi­tor Cen­ter ist . Per­so­nen, die in La Bom­bil­la (Taza­cor­te) woh­nen und über eige­ne Trans­port­mit­tel ver­fü­gen, müs­sen zum Fuß­ball­platz Los Lla­nos de Ari­da­ne oder El Paso reisen.

15.11 Uhr - Inner­halb der letz­ten Stun­de vie­le neue Beben zwi­schen ML2,0 und ML2,7 aus 2 bis 5 km Tiefe.

 

Vulkanausbruch ist erfolgt

15.12 Uhr – La Pal­mas neu­er Vul­kan bricht in Mon­ta­ña Raja­da in El Paso aus.

Vulkanausbruch
Es ist ein unbe­wohn­tes Gebiet, obwohl es in der Nähe eini­ge Häu­ser gibt. David Cal­vo von Invol­can hat bestä­tigt, dass es der­zeit zwei erup­ti­ve Öff­nun­gen gibt.
Der Vul­kan öff­net sich in Las Man­chas. Ein noch ruhi­ger Vul­kan, nicht explo­siv. In die­sem Moment steigt die Pyro­plast­säu­le auf und das Mag­ma beginnt aus­zu­tre­ten und bil­det einen Lavastrom.
Unge­fähr 1000 Men­schen müs­sen eva­ku­iert werden.
Der neue Vul­kan liegt nur weni­ge Kilo­me­ter nörd­lich neben dem Vul­kan San Juan von 1949. Jetzt beginnt bereits der Lava­strom Rich­tung Atlan­tik zuflie­ßen. Auch sind Brän­de zu beob­ach­ten. Die Rauch- und Gas­säu­le zieht west­lich über den Atlan­tik ab.
Von der Ost­sei­te ist wegen der dicken Wol­ken­de­cke auf der Cumbre noch nichts zu ent­de­cken. Ich ste­he mit einem Beob­ach­ter auf der West­sei­te in Verbindung.
16.42 Uhr -  Bis­her gibt es min­des­tens fünf Ris­se. „Wir füh­ren bereits Kar­ten und Simu­la­tio­nen durch, um zu wis­sen, wohin die Strö­me flie­ßen wer­den. Es han­de­le sich um einen strom­bo­lia­ni­schen Vul­kan“ – so die Invol­can. Es tritt eine beträcht­li­che Men­ge Mag­ma aus, die bereits Lava­strö­me ver­ur­sacht hat, die bis in die Wohn­ge­bie­te von Jedey gehen und dar­un­ter vie­le Häu­ser bis in den Küs­ten­be­reich haben.
16.50 Uhr – Die Aus­bruchs­stel­len lie­gen süd­lich von El Lla­no de Jable und dem Lava­strom des San Juan und nennt sich Cabe­za de Vaca. 
17.17 Uhr – 600 Grad hei­ße Lava­mas­sen die Rich­tung Atlan­tik laufen
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18.30 Uhr – Die Gene­ral­di­rek­ti­on für Sicher­heit und Not­fäl­le der Regie­rung der Kana­ri­schen Inseln hat in Anwen­dung des Vul­kan­ri­si­ko­plans (Pevol­ca) die Not­fall­si­tua­ti­on der Stu­fe 2 (rote Ampel) nach dem Vul­kan­aus­bruch, der heu­te Nach­mit­tag in der Cabe­za begann, akti­viert. Jetzt gilt es die Lava­strö­me genau zu beob­ach­ten und gefähr­de­te Gebie­te zu räumen.
21.15 Uhr – 5.000 Men­schen muss­ten bis­her vor dem Lava­strom bereits eva­ku­iert wer­den. Sicher­heits­kräf­te erwar­ten, dass die Zahl in der kom­men­den Nacht auf 10.000 anstei­gen könnte.
- Fort­set­zung folgt -

Wetteraussichten für La Palma



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