Bebenstärke von ML5,0 in der Nacht

Vulkan - BebenstärkeFoto: Involcan

Unruhige Nacht auf La Palma -

Nach einer Beben­stär­ke von ML5,0 um 3.37 Uhr aus 37 km Tie­fe unter der Gemar­kung Mazo war nicht mehr viel an Schlaf zu den­ken. Die gan­ze Nacht über gab es zahl­rei­che vul­ka­ni­sche Erd­be­ben in unter­schied­li­cher Tie­fe. Dies ist das vier­te Erd­be­ben der Magnitu­de 5, das seit Beginn des vul­ka­ni­schen Phä­no­mens nach dem 30. und 31. Okto­ber sowie am 3. Novem­ber regis­triert wur­de. Die Zunah­me der Seis­mi­zi­tät an Inten­si­tät und Beben­stär­ke hat in den letz­ten Stun­den wie­der zugenommen.

Seismograf - Bebenstärke

So sah die Auf­zeich­nung auf dem IGN Seis­mo­gra­fen der Nach­bar­in­sel La Gome­ra aus (La Pal­ma ist aus­ge­fal­len). Inter­es­sant die lan­gen Nach­be­ben, die bis 4.10 Uhr andau­er­ten. Die stärks­ten Beben kom­men, wie es schon seit Wochen zu beob­ach­ten ist, aus der tie­fe­ren Mag­ma­kam­mer in 31 bis 37 km Tiefe.

Was darf man weiter erwarten?

Mit einem Abklin­gen oder dem bal­di­gen Ende der Vul­kan­ak­ti­vi­tät, wie das in den ver­gan­ge­nen Tagen eini­ge Vul­ka­no­lo­gen von Invol­can bereits andeu­te­ten, ist mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit nicht zu rech­nen. Statt­des­sen wird wei­te­rer Mag­ma­nach­schub geför­dert und in die höher lie­gen­de Kam­mer gepresst. Der Vul­kan Cabe­za wird noch gro­ße Men­gen an Asche und Lava auswerfen.

Wird die Bebenstärke weiter zunehmen?

Grund­sätz­lich muss zwi­schen tek­to­ni­schen und vul­ka­ni­schen Beben unter­schie­den wer­den. Tek­to­ni­sche Beben tre­ten durch Rei­bung oder Ver­schie­bung an den Kon­ti­nen­tal­plat­ten­rän­dern auf. Vul­ka­ni­sche Beben wer­den durch den Mag­ma­auf­stieg oder Ver­la­ge­rung ver­ur­sacht. Das stärks­te Vul­kan­be­ben lag nach mei­nen Infor­ma­tio­nen welt­weit bei ML6,2. Es wird also nicht soviel Ener­gie wie bei einem Plat­ten­rand­be­ben abge­ge­ben. Wenn es bei den Lesern ande­re Wer­te gibt, bit­te im Kom­men­tar berichtigen.

Bereits ges­tern hat­te die IGN vor neu­en Erd­be­ben mit einer maxi­ma­len Inten­si­tät gewarnt. María José Blan­co stell­te klar, dass das Sys­tem in gro­ßen Tie­fen, in der Nähe von 30 Kilo­me­tern, „wei­ter­hin die Fähig­keit zur Nach­re­gu­lie­rung hat, Erd­be­ben zu erzeu­gen“.

 

10.15 Uhr - Das Lan­dungs­boot (LCM) des Amphi­bio­us Ass­ault Schiff ‚Cas­til­la‘ hat mit dem Trans­fer von Bau­ern von der Insel La Pal­ma begon­nen, um inner­halb der Sperr­zo­ne Zugang zu ihren Plan­ta­gen in dem vom Vul­kan­aus­bruch betrof­fe­nen Gebie­ten zu erhal­ten. Die Boo­te wer­den drei­mal täg­lich die Fahrt zwi­schen dem Hafen von Taza­cor­te und dem Strand von Puer­to Naos machen, der als ein­zi­ger geeig­net ist für eine Lan­de­ope­ra­ti­on mit den ein­ge­setz­ten LCM-Booten.

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11.10 Uhr - Die bei­den Lava­strö­me ver­ei­nen sich am ehe­ma­li­gen Strand von Los Guir­res an der Küs­te von Taza­cor­te zu einem gro­ßen Lava­del­ta (Faja­na).

11.30 Uhr – Kana­ri­sche Regie­rung unter­sucht die reich­lich aus­ge­wor­fe­ne Lavaa­scheUnse­re Labor- und Bau­qua­li­täts­diens­te haben Pro­ben der Asche aus dem #vol­cán in Cumbre Vie­ja genom­men, um sei­ne Ver­wen­dungs­mög­lich­kei­ten als Mate­ri­al zu erkunden.

11.40 Uhr - Neue Bil­der ges­tern Abend von der Ankunft der Lava an der Küste.

12.20 UhrMit­tei­lung der IGN – Seit der letz­ten Stel­lung­nah­me wur­den 72 Erd­be­ben in dem von der Reak­ti­vie­rung und dem Vul­kan­aus­bruch der Cumbre Vie­ja betrof­fe­nen Gebiet geor­tet, sie­ben davon von der Bevöl­ke­rung im Epi­zen­tral­ge­biet zu spü­ren. Es ist bemer­kens­wert, dass sich die meis­ten der in den letz­ten 24 Stun­den auf­ge­zeich­ne­ten Akti­vi­tä­ten in Tie­fen von mehr als 30 km unter dem zen­tra­len Gebiet von Cumbre Vie­ja befin­den. In die­sem Gebiet wur­de heu­te um 03:37 (UTC) das größ­te Erd­be­ben regis­triert und ent­spricht einem Erd­be­ben der Magnitu­de 5.0 (mbLg), das mit einer maxi­ma­len Inten­si­tät von IV‑V (EMS) gespürt wur­de . Auf die­ses Erd­be­ben folg­te ein dich­ter Schwarm von Erd­be­ben in glei­cher Tie­fe. Das Tre­mor­si­gnal bleibt wei­ter­hin auf nied­ri­gen Wer­ten, mit einer signi­fi­kan­ten Inten­si­vie­rungs­epi­so­de zwi­schen 03 und 04 UTC, die mit dem Schwarm tie­fer Erd­be­ben zusammenfällt.

Das Netz der per­ma­nen­ten GNSS- Sta­tio­nen der Insel zeigt, dass nach der Umkeh­rung der Höhe der Tage 4 und 5 in der Sta­ti­on LP03, die den Erup­ti­ons­zen­tren am nächs­ten liegt, die­se auf einem nied­ri­ge­ren Niveau bleibt als zuvor fest­ge­legt. Ande­rer­seits hält die in der Sta­ti­on regis­trier­te Süd­west-Ver­for­mung noch an In den übri­gen Sta­tio­nen hat sich die leich­te Defla­ti­on, die mög­li­cher­wei­se mit der tie­fen Seis­mi­zi­tät zusam­men­hängt, abge­schwächt. Ange­sichts des kali­brier­ten Bil­des wird um 08:45 UTC eine Säu­len­hö­he von 2.500 m geschätzt.

12.40 Uhr - Tau­sen­de Bie­nen über­le­ben 50 Tage unter Asche am Ran­de des Vul­kans begra­ben. Die Bie­nen wur­den lebend geret­tet, nach­dem sie 50 Tage in Bie­nen­stö­cken ver­bracht hat­ten, die unter einer Asche­de­cke des Vul­kans von La Pal­ma begra­ben waren. Sie waren kaum 600 Meter vom Erup­ti­ons­zen­trum entfernt.

15.30 UhrBil­der des Lava­del­tas vom Patrouil­len­boot der Guar­dia Civil um 12.00 Uhr (kana­ri­sche Zeit).

15.35 Uhr - Die wis­sen­schaft­li­che Spre­che­rin von Pevol­ca, María José Blan­co, gab an die­sem Don­ners­tag auf einer Pres­se­kon­fe­renz nach der Sit­zung der wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Aus­schuß bekannt, dass in den letz­ten Stun­den sowohl die Anzahl als auch das Aus­maß der tie­fen Seis­mi­zi­tät zuge­nom­men hat, eine bestä­tig­te Erho­lung an die­sem Don­ners­tag und die größ­te seit Beginn der Erup­ti­on, am 19. September.

17.30 UhrEs wird erwar­tet, dass in Kür­ze der Lava­see im Kra­ter selbst aus­läuft. Der Ein­sturz einer Kra­ter­wand oder ver­mehr­ter Lava-Aus­stoß kann dies bewir­ken. Im Moment ent­wi­ckeln sich die Strö­mung ruhig, wobei das Mag­ma in den­sel­ben Kanä­len und ohne Ver­schüt­ten nach außen fließt, außer im Fall der Aus­deh­nung des zwei­ten Lava­del­tas (genannt D2) am Strand von Los Guir­res, das senk­recht zur Küs­te vor­dringt und sich mit dem bestehen­den Lava­del­ta (das die Pevol­ca D1 nennt) überlappt.

18.00 Uhr – Das Coper­ni­cus-Pro­gramm der Euro­päi­schen Welt­raum­or­ga­ni­sa­ti­on (ESA), das den gesam­ten Erup­ti­ons­pro­zess auf La Pal­ma durch die Bereit­stel­lung von Daten zu beschä­dig­ten Gebäu­den und ver­schüt­te­ten Räu­men beglei­tet hat, hat eine Bewer­tung mit Daten zu einer Schät­zung der Asche­men­ge in Gebie­ten durch­ge­führt des Ari­da­ne-Tals. Nach die­ser Schät­zung erreicht die dicke Asche in Abla­ge­run­gen an eini­gen Stel­len „fast 20 Meter“

20.00 Uhr - Der tou­ris­ti­sche Schwach­sinn kennt kei­ne Gren­zen – Das Tedo­te Insu­lar Cen­ter für Tou­ris­mus, der Ver­band für Tou­ris­mus­ent­wick­lung von La Pal­ma (Asde­tur) und der Ver­band der Wirt­schafts­ver­bän­de von La Pal­ma (FAEP) haben eine Kar­te „der Rea­li­tät der Nut­zung und des Genus­ses des Insel­ter­ri­to­ri­ums in aktu­el­len Kon­text und ange­sichts der Vul­kan­kri­se“ her­aus gebracht, heißt es in einer Pres­se­mit­tei­lung. Statt jetzt ruhig zuhal­ten, wer­den Tou­ris­ten zur völ­lig fal­schen Zeit auf die Insel gelockt. Dafür ist nach dem Ende der Vul­kan­kri­se immer noch Zeit.

 

  • Fort­set­zung folgt

Wetteraussichten für La Palma



30 Kommentare zu "Bebenstärke von ML5,0 in der Nacht"

  1. Guten Mor­gen in die Runde,

    heu­te von der DKB (Deutsch-Kana­ri­sche Bera­tungs­ge­sell­schaft für bina­tio­na­le Rechts‑, Steu­er- und Tech­nik­gut­ach­ten im Immo­bi­li­en­sek­tor, SL) ein wei­te­rer sozi­al-psy­cho­lo­gisch-wirt­schaft­li­cher Auf­ma­cher zum The­ma „Fol­gen des Vulkanausbruchs“:

    Die Ehe­frau eines befreun­de­ten Pal­me­ros ist Schul­lei­te­rin in Los Lla­nos. Sie berich­tet, daß von den ca. 150 Schü­lern, die in den von der Lava zer­stör­ten Cole­gi­os unter­rich­tet wur­den, nur ca. 50 zum Unter­richt zurück gekehrt sind – die rest­li­chen ca. 100 sind offen­bar nicht mehr auf der Insel – weit­ge­hend Kin­der von aus­län­di­schen Resi­den­ten. Die­se Zahl darf jeder Leser selbst inter­pre­tie­ren – ich befürch­te, daß es sich um ein Indiz des im Gang befind­li­chen Exo­dus aus La Pal­ma han­delt. Auch in unse­rem Man­dan­ten­kreis wol­len etli­che, die bereits die Ver­si­che­rungs­sum­me kas­siert haben und finan­zi­ell unab­hän­gig sind, nicht auf La Pal­ma wei­ter machen, aber sehr wohl auf z. B. Tene­rif­fa oder La Gome­ra bzw. Fuer­te / Lanza.

    Wir sind gespannt, jedoch uneins, wie sich der Immo­bi­li­en­markt ab Vul­ka­nen­de (mein Tip: noch vor mei­nem Geburts­tag am 27.12.) ent­wi­ckeln wird. Jeden­falls bekom­men wir der­zeit etli­che Anfra­gen von Ver­käu­fern, die ihre Häu­ser auch im Raum Mazo / Bre­ña / San­ta Cruz ver­kau­fen wollen.

    Trotz­dem einen schö­nen Tag!

    • Ich bin mir nicht sicher aber ist nicht die Zeit nach einem Aus­bruch, also wenn der Vul­kan sich wie­der schla­fen legt, die eigent­lich sichers­te Zeit? So von der Sta­tis­tik aus betrach­tet? Wenn ich könn­te wür­de ich sogar eher hin­zie­hen als…weg. Ich habe nur ein Sprach­pro­blem und vier­bei­ni­ge Hinderungsgründe.

      • Manfred Betzwieser | 11. November 2021 um 12:31 | Antworten

        Natür­lich 3,5 oder wei­te­re 50 Jah­re bis zum nächs­ten Vul­kan­aus­bruch. Es ist eine Fra­ge der Kal­ku­la­ti­on und des Lebens­al­ters die­ses Risi­ko einzugehen.

        • Fast Ende 50 und ohne Kin­der. Und der Gedan­ke mei­ner­seits war auch eher so…final und dann viel­leicht mal nach Deutsch­land wen besu­chen. Ich flie­ge nicht ger­ne und so gese­hen ist es dann doch schon schön weit.

    • dan­ke für die Info. Vie­le Resi­den­tes sind auch schon älter und nut­zen nun ggf. die „Gele­gen­heit“. Also wir (50 und 45) blei­ben, sofern unser in jeder Jah­res­zeit von uns sebst und Freun­den genutz­tes klei­nes Feri­en­haus (la Juro­na Nähe) ver­schont bleibt. Strom gibt es ja bald wie­der und wenn es kein Gale­rie­wa­ser mehr gibt, muss ich halt irgend­wie an Stadt­was­ser kom­men… (ist das was für Ihre Gesell­schaft?) Den Gar­ten gra­ben wir wie­der aus…

      Auf die Staus in Tene habe ich kei­ne Lust und Fuer­te / Lan­za ist mir zu kahl. Die Insel wird sich aber sicher ver­än­dern, wohin wer­den wir sehen. Nur die har­ten kom­men in den Garten..
      DAn­ke Man­fred, erneut, für die pro­fun­de Berichterstattung.

      Bes­te Grüße
      Wolf­gang Göpfert

      • Genau so ist es; ich habe auch ein Grund­stück am Cno. de La Juro­na, gleich unter­halb vom Fried­hof und schaue mir das Gesche­hen macht- und sprach­los an.

        „Nur die Har­ten kom­men in den Gar­ten“ ist ein wun­der­ba­rer Spruch, den ich bis­her noch nicht kann­te – DANKE!

        Eigent­lich wäre das jetzt auch eine hüb­sche Gele­gen­heit, das Pri­vat­was­ser­mo­no­pol zu bre­chen, denn Stadt­was­ser darf ja bis­her nicht zur Gar­ten­be­wäs­se­rung ver­wen­det wer­den. Wenn es soweit ist, bera­ten wir Sie gerne.

  2. Hola, bue­nos días! Der Vul­kan hat nun tra­di­ti­ons­ge­mäß einen Guan­chen­na­men mit T: „Tajo­gai­te“.… So zu lesen und gehört bei den Pal­me­ros. Saludos! 

    • Manfred Betzwieser | 11. November 2021 um 14:02 | Antworten

      Bis jetzt hat er noch kei­nen offi­zi­el­len Namen. Ich habe ihn zum bes­se­ren Ver­ständ­nis in mei­nen Bei­trä­gen „Cabe­za“ getauft. Tra­di­ti­on bei den Vul­kan­na­men gibt es nicht. War­um heißt der Nach­bar­vul­kan „San Juan“ oder San Mar­tin oder San Antonio.

      Den Vul­kan von El Hier­ro habe ich „Eldis­cre­to“ getauft, so wur­de es auch von vie­len Medi­en und dem TV über­nom­men. Jetzt heißt er offi­zi­ell Taro.

  3. Wenn man sich mal – ganz unwis­sen­schaft­lich – eige­ne Gedan­ken zu den star­ken Beben macht, kommt man nicht umhin fest­zu­stel­len, dass sich seit vor­letz­ter Nacht vie­le „gewohn­te“ Mus­ter geän­dert haben.
    Die tie­fen, star­ken Beben haben bis­her „nichts“ bewirkt. Kei­nen stei­gen­den Tre­mor (der durch Mag­ma­för­de­rung ent­steht), kei­ne Fol­ge-Beben in gerin­ge­rer Tie­fe (die zuletzt in gewis­ser Kau­sa­li­tät zu den tie­fen Beben zu fol­gen schie­nen), kei­ne Hebungs-Defor­ma­tio­nen durch stei­gen­den Druck, und auch kei­ne Ände­run­gen an der Ober­flä­che hin­sicht­lich Aus­ga­sun­gen oder Lavafluss.
    Dies sind alles ganz klar Zei­chen, die man nach einer gewis­sen Beob­ach­tungs­zeit als Set­zungs­be­ben inter­r­pe­tie­ren könn­te. Also als Fol­ge eines nach­las­sen­den För­der­drucks in gro­ßer Tiefe.
    Doch der Beob­ach­tungs­zeit­raum die­ser Ände­rung der Phä­no­me­ne ist ein­fach noch zu kurz, weil wir wis­sen, dass die­ser Vul­kan schon mehr­fach „zurück­ge­kom­men“ ist – also, dass er sich in kür­zes­ter Zeit wie­der­um und erneut atyp­tisch ver­hal­ten hat mit einem ver­stärk­ten Eruptionsgeschehen.
    Es könn­te also sein, dass dies jet­zi­gen Zei­chen also auch nur wie­der ein neu­es Ver­hal­ten mar­kie­ren, das wir noch nicht lesen kön­nen. Nur dass alles inzwi­schen nicht mehr so druck­voll bzw. ener­gie­ge­la­den ist, wie bisher.
    Ich per­sön­lich wür­de im Ver­lauf des mor­gi­gen Tages bei gleich­blei­ben­den Phä­no­me­nen die The­se eines nahen­den Endes der Erup­tio­nen sicher­lich an ers­ter Stel­le aller Hypo­the­sen nen­nen wol­len. Und ich darf das dank der Gna­de des feh­len­den Hochschulzertifikats. 🙂

    • Manfred Betzwieser | 11. November 2021 um 14:23 | Antworten

      Gut – wenn Du recht hast, bekommst du von mir ein La Pal­ma-Zer­ti­fi­kat. Ich den­ke aber so wie ich die Ereig­nis­se deu­te, daß es nur noch weni­ge Stun­den zu den bis­her ver­miss­ten Anzei­chen braucht. Die gan­zen von dir beschrie­be­nen Vor­gän­ge, set­zen par­al­lel mit dem Mag­ma­zu­strom ein. Der Vul­kan Cabe­za kommt noch.

    • Zeigt ein­mal mehr, dass Vul­ka­no­lo­gie noch weit­ge­hend Phä­no­lo­gie ist: Mes­sen, Beob­ach­ten, Kor­re­lie­ren. Expe­ri­men­tie­ren ist nun mal nicht, und an die Kau­sa­li­tät kommt man nicht dran, solan­ge das Erd­in­ne­re nicht beob­acht­bar ist. Blöd für eine Wis­sen­schaft. Also gibt es fröh­lich Arbeits­hy­po­the­sen, und ob der, der am Ende Recht hat, auch die Kau­sa­li­tät ver­stan­den oder nur Glück gehabt hat, kann nie­mand sagen. Nun haben die Wis­sen­schaft­ler zwar mehr Daten als nur Zeit­punk­te von Beben und Aus­brü­chen und rech­nen Com­pu­ter­mo­del­le statt nur die Dau­er von Beben bis Aus­bruch, hän­gen sich aber auch nicht so weit aus dem Fens­ter… Viel­leicht hat Sebas­ti­an am Ende Recht, viel­leicht Man­fred, viel­leicht auch einer der abge­vo­te­ten Pos­ter mit Schre­ckens­sze­na­ri­en – am Ende bleibt es Vul­kan-Bin­go. Ich set­ze mal auf „fina­ler gro­ßer Aus­bruch am Wochen­en­de und dann Ruhe“.

    • a) Set­zungs­be­ben – ver­mut­lich nach­las­sen­der Förderungsdruck:
      naja, schaut man sich die Erbe­ben­tä­tig­keit, ins­be­son­de­re in den letz­ten Tagen, an,
      1–2 Beben 4er plus x Ampli­tu­de in jeweils 24 Stun­den, die ande­ren meis­ten über 3.
      Der Tre­mor ist auf jeden Fall höher als vor dem Anfang des ers­ten Ausbruchs.

      b) Vul­kan­bin­go
      Die­ser Begriff trifft es am Bes­ten zur Zeit, ganz tol­le Formulierung

      c) „fina­ler gro­ßer Aus­bruch am Wochen­en­de und dann Ruhe“ 

      • fina­ler gro­ßer Aus­bruch am Wochenende:

      ja, aber noch lan­ge ncht in Aus­sicht (mei­ner beschei­de­nen „Mei­nung“ nach)
      – „dann Ruhe“:
      nein

      d) Namens­fin­dung beim Vulkan:
      Ich fin­de, so lang­sam soll­te ein anstän­di­ger Name für den Vul­kan gefun­den wer­den, weil immer nur „der da“ ist auf Dau­er nicht schön.
      Viel­leicht hat auch der Vul­kan eine „See­le“ und kommt rich­tig zur Ruhe, wenn man Ihn anstän­dig behandelt.
      Ach­tung der Punkt d ist abso­lut nicht ernst­haft zu meinen/deuten ! ! !

      Ich wün­sche trotz­dem allen Pal­me­ros und auch den Cana­ri­os alles Gute und ein end­lich abfla­chen­des, been­den­des Kata­stro­phen­sze­na­rio auf La Palma.
      Blei­ben Sie, trotz der aktu­el­len Belas­tun­gen GESUND !!!

      • Ich hab‘ ja nicht gsagt, wel­ches Wochen­en­de, so habe ich eine 2:5‑Chance…

        • Na dann hof­fen wir mal dass „El Vol­ca­no“ ein Gewerk­schafts­mit­glied ist und es bei der 5‑Ta­ge-Woche belässt.
          Abstimmung:
          Wer ist für Früh­ver­ren­tung von „El Volcano?

  4. 11:03 – Unter­su­chung Lava Asche/ Sand.
    Es gibt doch einen welt­wei­ten Man­gel an Bau­sand für die Beton­her­stel­lung. Sofern geeig­net hin­sicht­lich Körung und Zusam­men­set­zung könn­te Lavaa­sche neben Bana­nen zum Export­schla­ger werden.

    • Unsinn, das hat­te unser Beton­fach­mann schon vor vie­len Tagen aus­ge­schlos­sen und erklärt. Das Zeug ist unbrauch­bar, sonst wür­de über­all auf den Kana­ren in Mas­sen abge­baut wer­den. Lei­der fin­de ich den Link zum dama­li­gen Bei­trag so schnell nicht (die Such­funk­ti­on sucht offen­bar nicht in Kom­men­ta­ren, Manfred?)

  5. Zufäl­lig bin ich auf „Eifel Lava Streu Gut“ gesto­ßen. Qua­si Streu­sal­z­er­satz aus Lava aus der Eifel. Viel­leicht ja eine Geschäfts­idee für Kana­risch-deut­sche Stra­te­gen? Die Lavaa­sche in Säcke abfül­len und per Schiff in den deut­schen Baumarkt…

    • Benut­ze ich seit Jah­ren. Schön grif­fig und auch ganz toll für Kak­teen­er­de. Auch für Kana­ren-Nat­tern­köp­fe. Aber: Die Eifel-Lavaa­sche ist zehn­tau­sen­de Jah­re abge­la­gert und vom deut­schen Regen aus­ge­wa­schen. Das fri­sche Zeug ist gif­tig, vol­ler lun­gen­gän­gi­ger Par­ti­kel und wäre wohl im Export Son­der­müll. Von den Trans­port­kos­ten ganz zu schwei­gen, wo wir in der Eifel ja selbst Mas­sen davon haben…

  6. ZDF-Mit­tags­ma­ga­zin vom 10.November (Link zur ZDF-Media­thek):
    Ab Minu­te 27:10 fin­det sich in der Sen­dung ein wie ich fin­de recht ein­fühl­sa­mer Bei­trag über den Aus­bruch und sei­ne Fol­gen für die vor Ort Betrof­fe­nen. Ca. 5 Minu­ten lang.

  7. Nabend zusam­men, kann mir jemand erklä­ren, wie die Bie­nen in Ihren Bie­nen­stö­cken über­le­ben konnten?
    Ich hät­te gedacht, das durch die Asche kein oder nur sehr wenig Sauer­stoff kommt.

    • Habe ich mich auch gefragt. als Bio­lo­ge habe ich da nur Fra­ge­zei­chen. Wochen­lang ohne Nah­rung ist durch Honig­vor­rä­te kein Pro­blem, aber raus muss­ten sie und Sauer­stoff rein auch. Rich­tig begra­ben kann kaum sein. Ganz abge­se­hen von Gift­ga­sen und dem mine­ra­li­schen Fein­staub, der Insek­ten zuver­läs­sig umbringt (Stich­wort Kie­sel­gur, geht auch mit Stein­mehl). Ganz abge­se­hen davon: Wel­cher Spin­ner geht auf 600 m an den Vul­kan ran, um Bie­nen auszugraben?

      • Ich weiss sofort jemand.…wenn ich auf La Pal­ma wäre und es irgend­wie mög­lich wäre wür­de ich die Bie­nen sofort befreien!

        • Ja super. Unver­ant­wort­lich. Sich selbst und vor allem Ein­satz­kräf­te in Gefahr brin­gen für ein paar Insek­ten. Ich mag Bie­nen, aber das geht zu weit. Man den­ke an all die armen Eidech­sen und Geckos, die elend zugrun­de gegan­gen sind oder noch irgend­wo ver­hun­gern. Um die tut es mir noch viel mehr leid, sind ja auch viel höher ent­wi­ckel­te Tie­re mit ein­deu­ti­gem Schmerz­emp­fin­den, aber nie­mand soll­te Men­schen­le­ben in Gefahr brin­gen, um sie zu retten.

      • Abge­se­hen davon fehlt mir das Ende der Geschich­te. Asche vom Bie­nen­stock geputzt und fer­tig? Dann kann aus mei­ner Sicht kei­ne Rede davon sein, dass die Bie­nen den Vul­kan über­lebt haben. Da fehlt eine Umsie­de­lung der Köni­gin in einen neu­en Bie­nen­stock in einer ande­ren, nicht von Asche zumin­dest vor­läu­fig still­ge­leg­ten Vege­ta­ti­ons-Umge­bung, in der sie dann tat­säch­lich (über-)leben kön­nen. Wel­cher Spin­ner befreit also Bie­nen und sorgt nicht dabei für ein Hap­py End? Aber viel­leicht ist die Geschich­te auch schon Opfer stil­ler Post gewor­den. Nicht nur die über­mit­tel­ten Din­ge, son­dern auch deren Feh­len legt dies nahe.

    • Ver­mu­te mal: Legen­den­bil­dung. Viel­leicht woll­te jemand mit die­ser Nach­richt auf sei­ne Wei­se der Sache mit den Hun­den nacheifern. 

    • Vor­aus­ge­setzt, es sind alles Honig­bie­nen (Apis mel­li­fi­ca), und die Sto­ry ist kei­ne hüb­sche Legen­de, so wären sämt­li­che geret­te­ten Bie­nen wäh­rend ihrer Gefan­gen­schaft geschlüpft. War­um das? Der nor­ma­le Lebens­zy­klus einer Bie­ne beträgt nicht mehr als 35 Tage. In einem gut funk­tio­nie­ren­den Stock schlüp­fen stän­dig neue Bie­nen, und so hat der Betrach­ter den Ein­druck, es sind auch nach etli­chen Mona­ten noch immer die sel­ben wie zu Beginn der Betrach­tung. Dem ist defi­ni­tiv nicht so.
      Dass deren Über­le­ben unter den bekannt gewor­de­nen Bedin­gun­gen gesche­hen konn­te, bleibt auch mir letzt­lich ein Rät­sel. Ich kann mir den­noch vor­stel­len, dass die Stö­cke öst­lich der Krateröffnung(en) stan­den, wo zwar jede Men­ge Asche fällt, aber kei­ne Lava in der Nähe ist. Die Asche jedoch wird sich wäh­rend ihrer Luft­rei­se bis auf erträg­li­che Gra­de abge­kühlt haben. So etwa wäre es vor­stell­bar, dass die Stö­cke im Lee des Cabe­za den Fall­out über­stan­den haben. Und bei vor­wie­gen­dem Ost­wind bekom­men sie mit viel Glück, das sie offen­bar gehabt haben, auch Frischluft.
      Soweit als Rand­no­tiz zu den Bie­nen. Aber das wisst Ihr sicher alles selber.
      Und mei­ne Ver­mu­tung über das Über­le­ben an sich ist, was sie ist. Mich wür­de der Bericht des betrof­fe­nen Imkers, inter­es­sie­ren (- auch als ehem. Bio-Lehrer).
      HG auf die Insel
      Jo K.

      • Nee, so ein­fach ist das nicht. Die 35 Tage Lebens­zeit bezie­hen sich auf mit­tel­eu­ro­päi­sche „Som­mer­bie­nen“, und da auch nur die Arbei­te­rin­nen, die sich beim Sam­meln ver­aus­ga­ben. Ansons­ten kann eine Bie­ne vie­le Mona­te alt wer­den, die Köni­gin sowie­so, und die muss über­lebt haben, sonst wäre der Staat schon längst zer­fal­len. Und jede Bie­ne über­nimmt ver­schie­de­ne Tätig­kei­ten in Lau­fe eines Lebens, die „ein­ge­sperr­ten“ Samm­ler kön­nen nicht neue Lar­ven gefüt­tert haben usw. Ich ver­mu­te, dass da eine Geschich­te, sofern nicht ganz erfun­den, so oft wei­ter­kol­por­tiert wur­de, bis sie nicht mehr wie­der­zu­er­ken­nen war.

  8. Hal­lo , unter el dia­rio la pal­ma fin­det man einen Arti­kel zur Bienenrettung

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