La Palma: Das heimliche Erwachen des Vulkan Tajogaite

Überblick über La Palma von Süden - Tajogaite 2021, seismische Erschütterungen La Palma, IGN Beben, Chronologie VulkanausbruchHier war die Inselwelt von La Palma im April 2021 noch in Ordnung
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Von Januar bis April 2021: Wenn die Erschütterungen unter La Palma zur Routine werden!

La Palma Vulkanausbruch Vorboten: Es ist fast schon surreal: Fünf Jahre ist es bald her, dass der Tajogaite die Insel La Palma – und auch meinen Alltag – komplett auf den Kopf gestellt hat. Wenn ich heute im Archiv krame, merke ich erst richtig, wie früh der Vulkan eigentlich angefangen hat, diskret „anzuklopfen“. Er hat nicht sofort die Tür eingetreten, sondern sich wie ein ungebetener Gast mit kleinen Räusperern bemerkbar gemacht.

Hier ist ein Rückblick auf die ersten Monate des Jahres 2021, als die Erde unter meinen Füßen anfing, unruhig zu werden.

Der Januar 2021: Ein sanftes Erwachen

Während der Rest der Welt noch mit Neujahrsvorsätzen beschäftigt war, fing La Palma an zu zittern. Es war kein großes Beben, eher ein rhythmisches Pulsieren tief im Untergrund. Die Rede war von seismischen Schwärmen.

Damals dachten wir uns: „Na gut, wir leben auf einer Vulkaninsel, das gehört wohl zum guten Ton.“ Dass sich da gerade Millionen Kubikmeter Magma ihren Weg nach oben suchten, war zwar eine Theorie, fühlte sich aber noch sehr weit weg an.

Februar 2021: Wenn die Kaffeetasse vibriert

Im Februar wurde es dann schon deutlicher. In meinem Beitrag vom 2. Februar 2021 habe ich bereits über die erneuten Erschütterungen berichtet.

Meine Gedanken damals: „Schon wieder? Da braut sich doch was zusammen.“

Die Daten des IGN (Instituto Geográfico Nacional) zeigten Beben in etwa 25 bis 30 Kilometern Tiefe. Es war wie ein schlechter Nachbar, der im Keller Bowlingkugeln fallen lässt. Man hört es, man spürt es, aber man sieht noch nichts. Meine Berichterstattung konzentrierte sich zu diesem Zeitpunkt darauf, die Ruhe zu bewahren – schließlich ist seismische Aktivität auf den Kanaren kein Fremdwort. Aber die Frequenz stieg, und das Bauchgefühl sagte: Das hier ist anders.

März & April 2021: Die Ruhe vor dem (echten) Sturm

In diesen Monaten blieb die Lage angespannt, aber diffus. Die Wissenschaftler sprachen von Bodenverformungen (Deformationen), die im Millimeterbereich lagen.

  • März: Die Beben wurden flacher.

  • April: Die Gaskonzentrationen in bestimmten Gebieten wurden genauer unter die Lupe genommen.

Ich erinnere mich, wie ich zwischen den Zeilen der offiziellen Bulletins las. Es war ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Geologie. Zu diesem Zeitpunkt war meine größte Sorge noch, ob die Wanderwege offen bleiben – ahnungslos, dass ein paar Monate später ganze Landstriche unter Lava verschwinden würden.

Rückblick: Was haben wir gelernt?

Wenn ich mir meine alten Berichte heute ansehe, erkenne ich ein klares Muster. Der Vulkan hat uns ein Zeitfenster von fast neun Monaten gegeben, um uns an den Gedanken zu gewöhnen. Von Januar bis April 2021 war es noch ein wissenschaftliches Kuriosum, ein „vielleicht passiert was“.

Mein Fazit nach 5 Jahren: Die Vorboten waren da. Sie waren leise, sie waren tief, aber sie waren beharrlich. Wer damals die Berichte auf lapalma1.net verfolgt hat, konnte spüren, dass die Insel den Atem anhält. Heute wissen wir: Sie hat nur tief Luft geholt für den Ausbruch am 19. September.

Hast du die Beben im Frühjahr 2021 auch schon bewusst wahrgenommen, oder war das für dich damals noch normales „Insel-Rauschen“?

Vulkanfeuer und Inselfeeling

Vulkanfeuer & Inselfeeling

„Manchmal scheint es, als würde die Insel selbst den Atem anhalten, bevor sie uns ihre unbändige Kraft zeigt.“

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Über den Autor

Manfred Betzwieser
Buchautor und begeisterter Naturliebhaber. Lebe seit 25 Jahren mit meiner Familie auf der Kanareninsel La Palma. Mehr auf meiner Autorenseite - Mein Link

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