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Warum du den „Chóferes“ trotz steiler Klippen blind vertrauen kannst!
Zwischen Nervenkitzel und Serpentinen
Busfahren La Palma Sicherheit: Die Nachricht aus La Gomera hat mich – wie viele von euch – am Freitagmittag erst einmal schlucken lassen. Ein Bus mit 27 englischen Urlaubern stürzt zehn Meter in die Tiefe, mit einem Toten und vielen Verletzten, ausgerechnet an einer Stelle, an der es schon einmal gekracht hat. Wenn dann noch das Wort „Bremsversagen“ durch die Medien geistert, greift man beim nächsten Einsteigen auf der Nachbarinsel La Palma automatisch ein bisschen fester nach dem Haltegriff.

Rettungskräfte während des Einsatz beim Busunglück auf La Gomera am Freitag
Aber mal ehrlich: Wie sicher sind wir hier auf der „Isla Bonita“ eigentlich unterwegs, wenn wir uns den steilen Hängen anvertrauen?
Kurven, Abgründe und der Puls auf 180
Wer schon einmal von Santa Cruz hoch zum Roque de los Muchachos gefahren ist oder sich durch die Schluchten des Nordens Richtung Garafía gewunden hat, der weiß: La Palma ist nichts für schwache Nerven. Unsere Straßen sind keine Fahrbahnen, sie sind architektonische Mutproben.
Es gibt Abschnitte, da schaust du aus dem Fenster und siehst… nichts. Nur Blau. Den tiefblauen Atlantik, der ein paar hundert Meter weiter unten wartet. Die Straßen sind steil, die Kurven so eng, dass man das Gefühl hat, der Bus müsste sich eigentlich in der Mitte falten, um da durchzukommen.
20 Jahre im Bus: Meine Beinahe-Herzinfarkte
Ich war seit 20 Jahren als Reiseleiter auf dieser Insel unterwegs. Ich habe hunderte Touren begleitet, tausende Kilometer auf dem Beifahrersitz (oder direkt hinter dem Fahrer) verbracht und dabei so ziemlich jede Wetterlage erlebt.
Gab es kritische Situationen? Absolut.
Ich erinnere mich an Momente im dichten Nebel auf der Nordtangente, wo die Sichtweite gefühlt bei zwei Metern lag und plötzlich eine Ziege meinte, mitten auf der Fahrbahn ein Nickerchen machen zu müssen. Oder die berüchtigten Steinschläge nach den seltenen, aber heftigen Regengüssen. Ja, ich hatte Momente, in denen ich innerlich schon mein Testament sortiert habe.
Die wahren Helden: Die „Chóferes“
Aber hier kommt der entscheidende Punkt: Trotz all der steilen Abgründe und der tückischen Haarnadelkurven ist in all den Jahren nie etwas Schlimmes passiert. Warum? Weil die Busfahrer auf La Palma keine gewöhnlichen Chauffeure sind. Sie sind Präzisionskünstler.
Wenn du siehst, wie ein Fahrer einen 12-Meter-Bus mit der Ruhe eines Zen-Meisters um eine Ecke zirkelt, an der ich mit einem Kleinwagen dreimal rangieren müsste, dann weißt du: Diese Leute kennen jeden Stein beim Vornamen. Sie wissen genau, wann sie die Motorbremse einsetzen und wie sie das Fahrzeug stabil halten.
Warum du trotzdem einsteigen kannst:
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Wartung ist alles: Nach den Vorfällen auf den Nachbarinseln wird die Technik (besonders die Bremsen!) bei den hiesigen Unternehmen noch penibler kontrolliert.
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Erfahrung schlägt PS: Die Fahrer auf den Kanaren sind auf dieses Terrain spezialisiert. Ein „normaler“ Autobahnfahrer vom Festland würde hier nach zehn Minuten schweißgebadet aufgeben.
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Sicherheitssysteme: Moderne Busse sind heute mit Retardern und Assistenzsystemen ausgestattet, die genau für solche extremen Gefälle gebaut wurden.
Meine Meinung
Busfahren La Palma Sicherheit: Unfälle wie auf La Gomera sind tragisch und lassen sich nie zu 100 % ausschließen – das gilt für das Flugzeug genauso wie für den Bus oder den Mietwagen. Aber wenn ich auf meine zwei Jahrzehnte auf La Palma zurückblicke, kann ich dir sagen: Ich steige mit einem guten Gefühl in den Bus.
Die Straßen mögen wild sein, aber die Männer und Frauen am Steuer bringen dich sicher ans Ziel – meistens sogar mit einem entspannten Lächeln, während du hinten mit weichen Knien die Aussicht genießt.
Wie ist dein Gefühl? Bist du eher Team „Fensterplatz für die Aussicht“ oder Team „Gangplatz, damit ich den Abgrund nicht sehe“? Schreib es mir in die Kommentare!


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