Supermarkt Gigant kommt auf die Insel

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Supermarkt MERCADONA will La Palma bereichern -

SupermarktGleich im Dop­pel­schlag will der Super­markt Kon­zern Mer­ca­dona auf La Pal­ma Wur­zeln schla­gen. Ein Super­markt soll auf der Ost­sei­te in Bre­na Alta in der Nach­bar­schaft des Dis­coun­ter Lidl in La Gra­ma ent­ste­hen. Der zwei­ten Super­markt soll auf der West­sei­te in El Paso – Nähe der Tank­stel­le – erbaut werden.

Mer­ca­dona S.A. ist die größ­te Super­markt Ket­te in Spa­ni­en, der Haupt­sitz befin­det sich in Valen­cia. In sei­nen Märk­ten ver­treibt das Unter­neh­men Lebens­mit­tel und Güter des täg­li­chen Bedarfs. Bereits seit Jahr­zehn­ten gibt es Mer­ca­dona auf den grö­ße­ren kana­ri­schen Nach­bar­inseln Tene­rif­fa und Gran Cana­ria. Ins­ge­samt unter­hält Mer­ca­dona in Spa­ni­en 1576 Super­märk­te und beschäf­tigt rund 74.000 Mit­ar­bei­ter.

Bis zum Jah­res­en­de 2016 sol­len auf La Pal­ma die Super­märk­te eröff­net wer­den. Es ist also kein klei­ner Kon­zern der sich im Dop­pel­pack auf La Pal­ma nie­der­las­sen will. Vor allem für Lidl könn­te er zum ech­ten Kon­kur­ren­ten wer­den. Hat­te doch erst vor weni­gen Wochen die Lidl Geschäfts­füh­rung ange­kün­digt, einen zusätz­li­chen Super­markt in Los Llanos auf der West­sei­te errich­ten zu wollen.

Supermarkt im Bundle ein Segen für La Palma?

Als klei­ne Insel mit gera­de ein­mal geschätz­ten 78.000 Bewoh­nern (offi­zi­ell 84.000 Anwoh­ner) hält sich das Kauf­ver­hal­ten in Gren­zen. Mehr Super­märk­te ver­stär­ken nicht den Hun­ger und ver­grö­ßern auch nicht unbe­dingt den Inhalt der Geld­bör­se – von den zusätz­lich geschaf­fe­nen Arbeits­plät­zen ein­mal abgesehen.

SupermarktBereits als im Jah­re 2012 der ers­te und noch ein­zi­ge Lidl Super­markt auf La Pal­ma eröff­ne­te, muss­ten sich die Wett­be­wer­ber warm anzie­hen um nicht ihre alte Kund­schaft zu verlieren.

San Mar­tin und SPAR muss­ten nach­zie­hen und haben vie­le Pro­duk­te auf das Lidl Preis Niveau gesenkt. Zu lan­ge wur­de die Preis­spi­ra­le ange­zo­gen und bei But­ter (2,20 €), Quark (250 Gramm 2,49 €) oder deut­schen Pro­duk­ten das Maxi­mum abver­langt. Daß es auch anders geht sieht man jetzt. Kon­kur­renz belebt ein­fach das Geschäft. Sehr zur Freu­de der Verbraucher.

Schnäpp­chen, Son­der­an­ge­bo­te und Pro­duk­te die es so bis­her hier nicht gab, wur­den gleich kar­ren­wei­se gehams­tert und zum Auto geschafft. Vie­les güns­ti­ger als bei der Kon­kur­renz – Roll­möp­se für 2,49 € oder Yogurt Grie­go gleich im 1 kg-Eimer für 2,19 €. Auch das am meis­ten ver­miss­te Schwarz­brot – wenn auch auf­ge­ba­cken – gab es nun zu kaufen.

Alles was das Herz begehrt und auf was man lan­ge gewar­tet hat­te. Ein Stück ver­trau­te deut­sche Ein­kaufs­kul­tur auf La Palma.

Lidl ist heu­te der Markt­füh­rer auf La Pal­ma und zieht Kund­schaft auch von der West­sei­te in sei­nen Tem­pel. Nicht alles, aber vie­les ist ein­fach nicht mehr zu unterbieten.

Pri­mär eine Berei­che­rung, aber es gibt auch eine Rück­sei­te die­ser Medail­le. Auf Dau­er geht die pal­me­ri­sche Kul­tur mit sei­nen klei­nen Tien­das immer mehr verloren. 

Kein aus­führ­li­ches Schwätz­chen an der Kas­se mehr. Ein Stück La Pal­ma und damit das was wir eigent­lich hier so lie­ben, ver­schwin­det. Die neu­en Super­märk­te sie­deln sich in den Rand­be­zir­ken der Städ­te an und las­sen die Orts­ker­ne immer mehr ver­wai­sen. Es sind genau die Vor­gän­ge die bereits vor 20 Jah­ren in Deutsch­land zu beob­ach­ten waren. Auch hier machen sich statt des­sen die Chi­ne­sen mit ihren „Bil­lig­ge­schäf­ten“ immer breiter.

… und jetzt kommt noch Mer­ca­dona dazu. Zunächst viel­leicht ein erfreu­li­cher Gedan­ke, aber auf län­ge­re Sicht mehr Scha­den für die Insel. Die Städ­te wer­den belie­big aus­tausch­bar. McDo­nald, Lidl, Aldi (der fehlt noch) &Co. und kei­ne klei­nen insel­ty­pi­schen Tien­das mit dem beson­de­ren und ein­zig­ar­ti­gen Flair mehr. In 10 oder 20 Jah­ren wer­den es auch die heu­ti­gen Befür­wor­ter spä­tes­tens merken.

Aber die Glo­ba­li­sie­rung macht auch auf La Pal­ma nicht halt. Im Grun­de liegt es am Men­schen, am Ver­brau­cher und sei­nem Ein­kaufs­ver­hal­ten wie sich sei­ne Zukunft auf die­ser Insel ent­wi­ckeln wird … und da habe ich lei­der wenig Hoff­nung. Der Geld­beu­tel ist immer noch näher als die alte Tra­di­ti­on und Gemütlichkeit.

 

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4 Kommentare zu "Supermarkt Gigant kommt auf die Insel"

  1. Schreck­lich – das ers­te was ich fand auf vie­len Kana­ri­schen Inseln waren Lidl, C&A und Ikea. Es hat mich schier umge­hau­en. Ich lie­be es, im Aus­land im Urlaub ein­hei­mi­sche Pro­duk­te zu kau­fen. Müs­sen Deut­sche im Urlaub immer Schnit­zel etc. haben? Es gibt doch so vie­le spa­ni­sche Gerich­te, die sicher­lich sehr lecker schmecken!

    Sig­run

    • Gisela Bergmann | 6. März 2016 um 11:50 | Antworten

      Ja, lie­be Sig­run, da haben Sie recht; aber gera­de der Deut­sche an sich ist doch ‑neben den Hol­län­dern – dafür bekannt, dass er/sie immer das „ach so lie­be Gewohn­te“ im Urlaub braucht. Las­sen wir die­sen Lands­leu­ten doch ihre Vor­lie­ben und wir bei­de gehen auf die Suche nach den ein­hei­mi­schen Geschäf­ten, Restau­rants etc. Es gibt Gott­sei­dank gera­de auf den klei­ne­ren Kana­ren noch jede Men­ge davon. Lie­be Grü­ße aus Wuppertal

    • Nein die “ Turis“ nicht. Aber die Deut­schen und Hol­län­der ab und an mal

    • Ich mein­te die Deut­schen und Hol­län­der die hier auf den Kana­ren leben.

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