Aschewolke erreicht die Ostseite von La Palma

Vulkanwolke - Aschewolke

Flughafen Mazo wird nicht mehr angeflogen -

Die Asche­wol­ke des Vul­kans auf der West­sei­te hat in der Nacht auch den Osten erfasst. Feins­te Lava­par­ti­kel reg­nen vom Himmel.

Das Foto ent­stand heu­te Mor­gen kurz nach Son­nen­auf­gang von mei­ner Ter­ras­se auf der Ost­sei­te. Der Vul­kan scheint an Inten­si­tät zuge­nom­men zu haben, obwohl es in der Nacht rela­tiv weni­ge Erd­be­ben gab. Nur das Grol­len und die Schlä­ge der Erup­ti­on sind über die Ber­ge in 10 Kilo­me­ter Ent­fer­nung in unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den zu hören.

Vulkanwolke

Mit unbän­di­ger Kraft treibt der Vul­kan sei­ne Gase und Asche in den Him­mel. Ab und zu blitzt auch glü­hen­de Lava in der Wol­ke auf. Mit Über­schall­ge­schwin­dig­keit von 1225 km/h schie­ßen laut Invol­can die Par­ti­kel in die Höhe.

Vulkanasche

Feins­te Asche­par­ti­kel auf mei­ner Terrasse

Heu­te ist noch kein Flug­zeug auf dem Flug­ha­fen Mazo gestar­tet oder gelan­det. Die fei­nen Par­ti­kel der Asche­wol­ke schei­nen für die Flug­zeug­mo­to­ren und Düsen nicht ver­träg­lich zu sein.

Es sind klei­ne Pyro­klas­ten die bei Hit­ze im Trieb­werk schmel­zen und ver­kle­ben und das Ver­sa­gen der Maschi­ne bewir­ken kön­nen. Nur eini­ge Hub­schrau­ber, wahr­schein­lich mit beson­de­ren Fil­tern aus­ge­rüs­tet, sind auf der Insel unter­wegs. Offi­zi­ell ist der Flug­ha­fen aber noch nicht geschlossen.

Bleibt ein­mal abzu­war­ten, was aus dem Besuch der spa­ni­schen Königs­fa­mi­lie und dem spa­ni­schen Minis­ter­prä­si­den­ten heu­te wird.

Der südliche Lavastrom macht Sorgen

Wäh­rend der Haupt­strom vor der Stadt­kir­che von Todo­que eine Pau­se ein­legt, gehen alle Bli­cke auf den süd­li­chen Lavastrom.

Die­ser kommt schnel­ler vor­an und führ­te zunächst zum Fried­hof Las Man­chas, obwohl sich sei­ne Bahn stän­dig ändert.

Neuer Lavastrom - Aschewolke

Gra­fik: El Time

In Rot der Haupt­strom der in Todo­que zunächst ste­hen bleibt. Rechts mit „Nue­va cola­da“ bezeich­net, der 2. Lava­strom der gefähr­li­cher erscheint. Gera­de ist er dabei die obe­re Stra­ße zu über­win­den und rückt mit einer meh­re­re Meter hohen Front in rasen­der Geschwin­dig­keit vor­an. Nichts scheint ihn auf­hal­ten zu können.

Häu­ser­sied­lun­gen lie­gen auf sei­nem Weg. Zeit­wei­se erweck­te es den Ein­druck, als wol­le er sich mit dem alten Lava­strom des Vul­kan San Juan (rechts blaue Schrift) ver­ei­nen. Inzwi­schen ist er wie­der Rich­tung Nor­den abge­bo­gen und könn­te auch auf den Todo­que Haupt­strom tref­fen, was natür­lich des­sen Vor­trieb rasant beschleu­ni­gen würde.

10.13 Uhr – Gelan­det auf dem Flug­ha­fen Mazo sind eini­ge Mili­tär­ma­schi­nen, ein schon seit Tagen aus Sevil­la erwar­te­tes Lösch­flug­zeug und eine Ibe­ria aus Madrid mit Hilfsgütern.

11.20 Uhr – Der ers­te Bin­ter heu­te ist gelan­det. Der Wind hat sich auf Nord­ost gedreht.

11.35 Uhr – Es wer­den Flug­ver­bots­zo­nen auf La Pal­ma ein­ge­rich­tet. Der Flug­ha­fen bleibt davon aus­ge­nom­men und hier muss nach Wet­ter­la­ge indi­vi­du­ell ent­schie­den werden.

12.20 Uhr – Die vom La Pal­ma-Vul­kan geschleu­der­te Lava bedeckt bereits mehr als 166 Hekt­ar und hat nach den neu­es­ten Daten des euro­päi­schen ter­res­tri­schen Beob­ach­tungs­sys­tems Coper­ni­cus vom Mitt­woch­nach­mit­tag 350 Gebäu­de zerstört.

12.35 Uhr - Die Königs­fa­mi­lie ist bereits auf La Pal­ma. König Feli­pe und Leti­zia stat­te­ten in Beglei­tung von Regie­rungs­prä­si­dent Pedro Sán­chez den Eva­ku­ier­ten in der  El-Fuer­te-Kaser­ne in Bre­na Baja als ers­tes einen Besuch ab. Mit getrenn­ten Jets kamen sie gegen 11.00 Uhr auf La Pal­ma an. Die Königs­fa­mi­lie aus Madrid und Pedro Sán­chez von einer UN-Ver­samm­lung aus New York.

Soviel hoch­ran­gi­ge poli­ti­sche Pro­mi­nenz gleich­zei­tig gab es noch nie auf La Pal­ma. Wol­len wir ein­mal abwar­ten wie die Unter­stüt­zung und die Gast­ge­schen­ke aussehen.

13.26 Uhr – Noch eine inter­es­san­te Gra­fik über die Aus­deh­nung der Lava­fel­der. Blau war der letz­te Stand vom Mittwoch.

 

Hin­weis: Es kann sein, dass mein Ser­ver ab und zu in die Knie geht. Aber für mehr als 60.000 Auf­ru­fe pro Tag, wie aktu­ell, ist er nicht aus­ge­legt. Bit­te noch­mals zu einem spä­te­ren Zeit­punkt probieren.

14.00 Uhr – Die mili­tä­ri­sche UME ana­ly­siert die aus­tre­ten­den Gase im Vulkangebiet:

 

14.10 Uhr - Die Hilfs- und Spen­den­be­reit­schaft ist über­wäl­ti­gend. Die Bot­schaf­ten aus Madrid, Bar­ce­lo­na, ​​​​Valen­cia lässt uns errö­ten… die Geis­ter berühm­ter Per­sön­lich­kei­ten, alle, die ver­su­chen, die­se Kata­stro­phe für die Hun­der­te betrof­fe­ner Fami­li­en so leicht wie mög­lich zu machen.

Matrat­zen, Box­spring­bet­ten, Decken, Klei­dung, Toi­let­ten­ar­ti­kel, Win­deln, Pas­ta, Thun­fisch, Was­ser und noch viel mehr.

„Erklä­ren Sie den Nach­fra­gern, dass die Grund­be­dürf­nis­se gedeckt sind und dass es am bes­ten ist, finan­zi­el­le Bei­trä­ge zu leis­ten. Die betrof­fe­nen Men­schen wer­den ihr Leben neu auf­bau­en müs­sen und dies erfor­dert die Mit­tel. Wir brau­chen eini­ge Zeit, um eine ech­te Bestands­auf­nah­me des Zustands und der Bedürf­nis­se jedes ein­zel­nen zu erhalten.“

14.40 Uhr – In die­sem Video wird erst rich­tig das gan­ze Aus­maß der Zer­stö­rung sicht­bar. Klei­ne Enkla­ven inmit­ten der Lava­fel­der haben es „noch“ geschafft unbe­rührt zu bleiben.

 

15.55 Uhr - Etwa 26 Mil­lio­nen Kubik­me­ter Mate­ri­al geschätzt, das aus die­ser Erup­ti­on bis­her her­vor­ge­gan­gen ist. Der süd­li­che Lava­strom bewegt sich wei­ter mit 4 Metern pro Stun­de – so María José Blan­co von der IGN. Sie stell­te klar, dass es den Ana­ly­sen zufol­ge kei­ne schlech­te­re Luft­qua­li­tät gibt und sau­re Regen­pro­zes­se nicht zu erwar­ten sind. Es ist aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht auch nicht aus­ge­schlos­sen, dass im Vul­kan ande­re Emis­si­ons­zen­tren (Mün­der) auftreten.

17.00 Uhr - Scho­ckie­ren­de und har­te Bil­der, auf­ge­nom­men in Todo­que. Wie in Sekun­den­schnel­le ein Restau­rant verschwindet.

 

17.30 Uhr – Die Asche­wol­ke des Vul­kans La Pal­ma stieg heu­te auf 4,5 Kilo­me­ter Höhe. Der Ost­wind brach­te erheb­li­che Pro­ble­me beim Betrieb des Flug­ha­fens Mazo. Inzwi­schen läuft der Flug­ver­kehr wie­der normal.

  • Fort­set­zung folgt

 

Wetter La Palma



La Palma

19 Kommentare zu "Aschewolke erreicht die Ostseite von La Palma"

  1. Hal­lo Herr Betzwieser,
    vie­len Dank für Ihre fort­lau­fen­de Berichts­er­stat­tung. Ich ver­fol­ge Ihre News mehr­fach täg­lich, die­se sind sehr hilfreich.
    Die Bil­der erschüt­tern uns zutiefst … noch letz­ten Frei­tag waren wir in dem Restau­rant in Todo­que (Alta­mi­ra) essen. Sie hat­ten gera­de erst wie­der geöffnet …

  2. Nach­dem die Droh­ne von Anto­nio beschlag­nahmt wur­de, lädt der­zeit bei you­tube noch „Ray­co Glez“ sehr gute Auf­nah­men hoch. Hof­fent­lich bleibt wenigs­tens die­se Infor­ma­ti­ons­quel­le. Er schreibt von tech­ni­schen Pro­ble­men auf­grund der Asche. Scha­de um das Restau­rant, wel­ches ich auch von Innen kann­te. Viel­leicht ver­schont es ja die Kir­che Par­ro­quia San Pio X in Todo­que und den klei­nen Markt im blau­en Haus. Wich­tig dürf­te sein, dass im Süd­wes­ten eine Ver­bin­dungs­stra­ße unver­schüt­tet bleibt…

  3. Hola
    Es gibt ein SPENDENKONTO für alle die unse­re gelieb­ten Insel und deren Ein­woh­nern hel­fen möchten…hoffentlich ganz viele
    Adresse
    AYUNTAMIENTO DE LOS LLANOS DE ARIDANE
    Konzept:Donación volcán La Palma
    IBAN ES06 2100 1921 1902 0014 1752
    Name des Absenders

    Ich den­ke jeder Euro zählt und es kann gehol­fen werden.
    Mit mei­nen Gedan­ken auf der Insel
    Saludos

  4. Hal­lo Man­fred, vie­len Dank für Dei­ne aktu­el­le Berichterstattung!Kommen seit Jah­ren im Win­ter auf die Insel, sehr bedau­er­lich was Mut­ter Natur da anstellt!
    Bekommt Anto­nio sei­ne Droh­ne wie­der, wenn die Hohei­ten wie­der abge­reist sind? Sein Flü­ge sind extrem informativ!Danke Antonio!

    Grü­ße nach La Palm!
    Berni

    • No hablo espa­ñol, des­we­gen war Anto­nio neben Man­fred die bes­te Infor­ma­ti­ons­quel­le für mich. Die Beschlag­nah­mung sei­ner Droh­ne kann ich nicht gut­hei­ßen. Hoheit vor Information?

  5. eine Fra­ge kann es sein, dass die Lave in Todo­que auch „ste­hen blei­ben“ oder ist das (noch) nicht möglich?

  6. Wie kann man denn hel­fen? Klei­dung, Unter­kunft etc.?
    Ist von Deutsch­land aus schwer durch­au­bar, wo man hel­fen kann, sei es mit Spen­den oder Sachspenden.
    Gibt es Orga­ni­sa­tio­nen, an die man sich wen­den kann?

  7. ja dan­ke auch mei­ner­seits. Und die Vide­os von Anto­nio abso­lut hilf­reich. Und Gefahr wenn die Droh­ne in die Lava stürzt ver­mut­lich nicht gros für die Mensch­heit und dennoch.….……wurde die Droh­ne nun von der Poli­zei eingezogen.
    Scha­de denn hier war für ein­mal wirk­lich Nut­zen durch die Aufnahmen

  8. Sehr inter­es­sant im Gedan­ken bei den Betrof­fe­nen. Wie heißt die Kir­che vor der der Lava­strom jetzt halt gemacht hat?

  9. Ist das krass! Dan­ke mal wie­der für ihre Berichterstattung!

  10. Hal­lo Man­fred, vie­len DANK! Für dei­ne Arbeit. Seit gefühl­ten Wochen ver­fol­ge ich mehr­mals täg­lich dei­ne Sei­te. Mein Haus auf La Pal­ma ist lei­der in Gefahr. Noch steht es. Noch ….

    Viel­leicht interessant:
    auf fol­gen­dem You­Tube- Chan­nel doku­men­tiert Anto­nio mehr­mals Täg­lich mit sei­ner Droh­ne das Geschehen.
    https://youtube.com/channel/UCA3x4hQV5Wa7xqYxkVNEmNQ

    Lie­ben Gruss
    Michael

    • Hal­lo lie­ber Micha­el, mir geht es da ähn­lich. Die Vide­os von Anto­nio waren in den letz­ten Tagen extrem hilf­reich. Lei­der hat wohl die Poli­zei die Droh­ne mitt­ler­wei­le beschlag­nahmt. So hat es Anto­nio in sei­nem You­Tube Kanal kom­men­tiert. Das kann ich nicht ver­ste­hen. Ist es doch aus mei­ner Sicht die ein­zi­ge annä­hernd aktu­el­le Infor­ma­ti­ons­quel­le mit Bild.
      lie­ber Man­fred – dei­ne Arbeit hier schät­ze ich ebenso.
      Bes­te Grü­ße und bleibt gesund!
      B.

  11. Hal­lo Manfred,

    vie­len Dank für Dei­ne neue Kar­te mit den Lavaströmungen.
    Wie befürch­tet nimmt die Bedro­hung immens zu.

    Jetzt sind also auch die süd­li­chen Aus­läu­fer von Todo­que in Gefahr.

    Wir waren seit 2007 jedes Jahr für meh­re­re Wochen in Todo­que und Umgebung.

    Wir ken­nen also u.a. den Cami­no La Maja­da und das Wohn­ge­biet Cal­le Las Norias.
    Dort ist es topo­gra­fisch beson­ders steil. Hof­fent­lich wer­den die nicht auch
    noch vom Lava­strom verschluckt.

    In Gedan­ken sind wir bei Euch auf der Insel.

    LG Rai­ner

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