Die Psyche der Betroffenen leidet unter dem Vulkan

Vulkan - Psyche

Was macht der Vulkan mit der Psyche der Menschen?

Die Psy­che und die Gesund­heit der pal­me­ri­schen Bevöl­ke­rung hat schwe­ren Scha­den genom­men. Ein Vul­kan­aus­bruch ist kein Hoch­was­ser oder ein Wald­brand der nach einer Woche vor­bei ist. Seit über 70 Tagen tobt der Vul­kan Cabe­za und bringt täg­lich neue Zer­stö­run­gen. Ein Ende des Dau­er­stres­ses ist heu­te noch nicht abzusehen.

Alles zum Sams­tag, dem 4.12.21 auf die­ser Sei­te wei­ter unten

Stän­di­ge Erd­be­ben, die ein Durch­schla­fen in der Nacht für die gesam­te Insel unmög­lich machen, Asche­re­gen oder das dau­ern­de Grol­len und die Gift­gas­be­las­tung zer­mür­ben die Psy­che vie­ler Bewoh­ner. Die Angst, was als Nächs­tes noch pas­sie­ren könn­te zerrt an den Nerven.

Viel schlim­mer noch ist es für die 7000 Men­schen aus dem Ari­dane­tal eva­ku­iert wur­den und nun bei Ver­wand­ten, Freun­den oder in einem Hotel unter­ge­bracht wur­den. Für eine oder zwei Wochen sicher kein gro­ßes Pro­blem. Es sind aber bereits 11 Wochen ver­gan­gen und immer noch kein Ende der Vul­kan­kri­se abseh­bar. Her­um­ge­reicht von einer Ver­wandt­schaft zur nächs­ten, um irgend­wann in einer Pen­si­on zu lan­den. Fami­li­en mit Kin­dern, die dann die Schu­le wech­seln müssen.

Das führt zu grö­ße­rer Ver­zweif­lung ange­sichts einer neu­en, unschar­fen Zukunft. Zurück in die alte Hei­mat kön­nen vie­le Men­schen nicht mehr. Ihr Haus, das Grund­stück, das land­wirt­schaft­li­che Anwe­sen, das den Lebens­un­ter­halt sicher­te, gibt es nicht mehr. Unter meter­di­cken Lava­schich­ten liegt das Erbe begra­ben, das einst der Groß­va­ter auf­ge­baut hatte.

Es sind poten­zi­el­len Risi­ken einer Zunah­me von Depres­si­ons­pro­zes­sen oder der Zunah­me von Sucht­er­kran­kun­gen der die psy­chi­sche Gesund­heit der gan­zen Fami­lie gefähr­det. Oft sind inner­halb von Minu­ten die Arbeits­plät­ze und Lebens­ent­wür­fe ver­lo­ren gegan­gen, an denen vie­le Jah­re gear­bei­tet wurde.

Irra­tio­na­le Ängs­te vor dem Vul­kan, Ver­leug­nung, Unauf­merk­sam­keit, stö­ren­des und ego­is­ti­sches Ver­hal­ten sowie das Ein­ge­ständ­nis der Eltern für den Ver­lust von Leben, Haus und Umge­bung, nur weil es an der fal­schen Stel­le erbaut wur­de, beglei­tet von dem Druck der Fami­li­en, die für immer aus ihrem Hau­se ver­trie­ben wur­de. Gro­ße Pro­ble­me, die sich erst jetzt nach dem ers­ten Schock auftun.

Wo sollen diese Menschen in Zukunft leben?

Eilig auf­ge­bau­te Holz­häu­ser, viel­leicht eine neue Sied­lung kann die­ses Pro­blem kurz­fris­tig für eini­ge hun­dert Eva­ku­ier­te lösen. Auch aus der Finanz­kri­se noch umher­ste­hen­de Roh­bau­ten schnell bezugs­fer­tig aus­ge­baut, bringt etwas Entspannung.

Vie­le wer­den jedoch die Insel ver­las­sen müs­sen, um auf einer Nach­bar­insel oder in Fest­land­spa­ni­en ihr Glück und ihr neu­es Leben zu fin­den. Kuba und Vene­zue­la sind heu­te kei­ne Opti­on mehr. Auch die Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen, Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen und Spen­den las­sen den alten Stan­dard nicht so schnell wie­der herstellen.

Die eigent­li­chen Pro­ble­me für die betrof­fe­nen Men­schen kommt erst mit dem Ende der Vul­kan­ak­ti­vi­tät. Für die Psy­che des Ein­zel­nen kommt dann erst die Wahr­heit, das Nach­den­ken, der Schmerz des Ver­lus­tes und die per­sön­li­che Krise.

 

11.00 Uhr - Das Cabil­do arbei­tet mit Bin­ter und Ibe­ria Express für die Frei­kar­ten der vom Vul­kan betrof­fe­nen Schü­ler zusam­men. Sus­a­na Machín: „Unser Ziel ist, dass nie­mand auf­grund der Natur­ka­ta­stro­phe, die wir auf La Pal­ma erlei­den, sei­nen Aus­bil­dungs­pro­zess auf­ge­ben muss“

11.20 Uhr - Die Akti­vi­tät des Vul­kans Cabe­za führt zu einer bei­spiel­lo­sen Insta­bi­li­tät des Gelän­des auf der Insel. Mit den star­ken Erd­be­ben haben Erd­rut­sche und Stein­schlag erheb­lich zuge­nom­men. Beson­ders um Puer­to Naos und El Remo.

13.20 Uhr - Mit­tei­lung der IGN – Seit der letz­ten Aus­sa­ge wur­den im von der vul­ka­ni­schen Reak­ti­vie­rung betrof­fe­nen Gebiet auf der Insel La Pal­ma ins­ge­samt 77 Erd­be­ben geor­tet, davon 5 von der Bevöl­ke­rung zu spü­ren. Die Seis­mi­zi­tät setzt sich unter dem zen­tra­len Gebiet von Cumbre Vie­ja in den glei­chen Gebie­ten der Vor­ta­ge fort, 76 die­ser Erd­be­ben befin­den sich in Tie­fen von 9–18 km und nur eines in einer Tie­fe von etwa 30 km. Die maxi­mal auf­ge­zeich­ne­te Magni­tu­de beträgt 4,2 (mbLg) ent­spre­chend dem gest­ri­gen Erd­be­ben um 21:11 UTC, mit einer Tie­fe von 11 km und einer Rich­tung der Inten­si­tät V (EMS98). Die Ampli­tu­de des Tre­mor­si­gnals wird auf nied­ri­gem Niveau gehal­ten. Das Netz der per­ma­nen­ten GNSS- Sta­tio­nen der Insel zeigt eine Höhe von etwa 6 cm an der Sta­ti­on LP03, die den Erup­ti­ons­zen­tren am nächs­ten liegt.

In den übri­gen Sta­tio­nen hat sich die leich­te Defla­ti­on, die mög­li­cher­wei­se mit tie­fer Seis­mi­zi­tät zusam­men­hängt, sta­bi­li­siert, außer in LP01, die sie wei­ter­hin regis­triert. Im Hin­blick auf das Bild, um 08:30 Uhr UTC kali­briert, eine Asche­wol­ke Höhe wird von 1.900 m Schätz­wert, und eine Streu­wol­ke in Rich­tung Süd­süd­wes­ten. Die Höhe des Kegels wird mit einem Wert von 1125 m gemessen.

13.30 Uhr – Die erup­ti­ve Akti­vi­tät des Vul­kans Cabe­za kon­zen­triert sich wei­ter­hin auf die Nord­ost­flan­ke. Zu die­sem Zeit­punkt läuft der Haupt­la­va­strom durch den zen­tra­len Bereich der vor­he­ri­gen Strö­me, auf einer bereits betrof­fe­nen Ober­flä­che, ohne wei­te­re Schä­den zu ver­ur­sa­chen. Die Luft­qua­li­tät bleibt auf gutem Niveau. Der Flug­ha­fen von La Pal­ma ist in Betrieb.

13.45 UhrAngeb­li­che Tier­schüt­zer die sich in den Vor­der­grund spie­len und die Situa­ti­on auf La Pal­ma als Büh­ne nut­zen. Tier­schutz ist wich­tig und wird auch von mir unter­stützt. Was aber die Platt­form Leales.org macht, ist abar­tig. Die Platt­form Leales.org erklär­te die Hun­de für tot. Sie bie­ten 1.500 Euro für einen Test, der zeigt, dass die Poden­cos von La Pal­ma noch leben. Hier geht es nicht mehr ums hel­fen, son­dern ein­zig ums pro­mo­ten und um Spendenfang.

16.15 Uhr - Sach­spen­den für La Pal­ma im Wert von 80.000 Euro auf Tene­rif­fa ver­un­treut. Drei Con­tai­ner vol­ler Ladung in  Second-Hand Läden auf Tene­rif­fa ver­kauft und eige­ne Woh­nung damit ausgestattet.

17.11 Uhr - Vul­ka­ni­sche Akti­vi­tät von Las Man­chas um 15.45 Uhr kana­ri­scher Zeit.

Samstag, der 4. Dezember 2021

8.56 Uhr - Nach einer rela­tiv ruhi­gen Nacht mit wenig Erd­be­ben, zeigt sich der Vul­kan Cabe­za am Mor­gen in einem Däm­mer­zu­stand. Wie das Cabil­do soeben mit­teilt, wird der Zugang heu­te wegen hoher Gas­kon­zen­tra­ti­on durch den süd­li­chen Bereich für Anwoh­ner und Bewäs­se­rungs­an­la­gen weder auf dem See- noch auf dem Land­weg ermög­licht. Auch die Nach­barn im Nor­den haben kei­nen Zugang.

10.20 Uhr - Mit­tei­lung der IGN – Seit der letz­ten Stel­lung­nah­me wur­den im von der vul­ka­ni­schen Reak­ti­vie­rung betrof­fe­nen Gebiet auf der Insel La Pal­ma ins­ge­samt 37 Erd­be­ben loka­li­siert, 1 davon von der Bevöl­ke­rung zu spü­ren. Die Seis­mi­zi­tät setzt sich unter dem zen­tra­len Gebiet von Cumbre Vie­ja in den glei­chen Gebie­ten der Vor­ta­ge fort, 31 die­ser Erd­be­ben befin­den sich in Tie­fen von 9–18 km und nur 6 in Tie­fen um 20 km. Die maxi­mal auf­ge­zeich­ne­te Magni­tu­de beträgt 3,4 (mbLg) ent­spre­chend dem heu­ti­gen Erd­be­ben um 1:23 UTC mit einer Tie­fe von 26 km. Die Ampli­tu­de des Tre­mor­si­gnals wird auf nied­ri­gem Niveau gehalten.

Das Netz der per­ma­nen­ten GNSS- Sta­tio­nen der Insel zeigt eine Umkeh­rung der Höhe, die am 2. Dezem­ber an der Sta­ti­on LP03, die den Erup­ti­ons­zen­tren am nächs­ten liegt, auf­ge­zeich­net wur­de. In den übri­gen Sta­tio­nen hat sich die leich­te Defla­ti­on, die mög­li­cher­wei­se mit der tie­fen Seis­mi­zi­tät zusam­men­hängt, sta­bi­li­siert, außer in LP01, die sie wei­ter­hin regis­triert. Ange­sichts des um 08:45 UTC kali­brier­ten Bil­des wird eine aus­ga­sen­de Wol­ken­hö­he von 1.500 m ü.M. Die Höhe des Kegels wird mit einem Wert von 1.124 m gemessen.

12.00 Uhr – Die Stadt Los Llanos beleuch­te­te die Stra­ßen „aus Respekt vor den Betrof­fe­nen“ des Vul­kans Cabe­za. Drei Licht­säu­len reprä­sen­tie­ren zu Weih­nach­ten Las Man­chas, Todo­que und La Lagu­na. Wie der Gemein­de­rat ange­kün­digt hat­te, wur­de aus Respekt vor den vom Vul­kan betrof­fe­nen Fami­li­en die Weih­nachts­be­leuch­tung mit Rück­sicht auf die Klei­nen und als Instru­ment der kom­mer­zi­el­len Wie­der­be­le­bung ange­zün­det. Eine mehr als frag­wür­di­ge Aktion.

13.30 Uhr – Trotz der Tat­sa­che, dass der Vul­kan­aus­bruch sei­ne Akti­vi­tät ver­rin­gert hat, schlie­ßen Wis­sen­schaft­ler nicht aus, dass es zu neu­en Aus­brü­chen kommt, die ihre Inten­si­tät wie­der aus­lö­sen. „Die Erup­ti­on geht immer noch wei­ter. Es gibt im Moment kein Ent­ga­sen oder gro­ßen Lava­aus­wurf. Es scheint, dass das Tem­po nach­ge­las­sen hat, aber der Tre­mor bleibt. Die Erup­ti­on dau­ert noch an und es kann grö­ße­re Akti­vi­täts­im­pul­se geben.“

Der vom Seis­mo­gra­fen auf­ge­zeich­ne­te vul­ka­ni­sche Tre­mor für La Palma:

16.15 Uhr – Vul­ka­no­lo­gen haben am Sams­tag am spä­ten Vor­mit­tag eine Reak­ti­vie­rung des süd­li­chen Lava­stroms fest­ge­stellt, der hin­ter Mon­ta­ña Cogo­te ver­läuft und in Rich­tung La Maja­da vor­dringt, obwohl er sich in den letz­ten Stun­den ver­lang­samt hat und lang­sam ver­läuft. Dies teil­ten der tech­ni­sche Direk­tor von Pevol­ca, Miguel Ángel Mor­cuen­de, und die Vul­ka­no­lo­gin des Natio­nal Geo­gra­phic Insti­tu­te (IGN), Car­men López, am Sams­tag auf einer Pres­se­kon­fe­renz mit.

18.30 Uhr – Der Moment, in dem der neue süd­li­che Lava­strom um 13:15 Uhr kana­ri­scher Zeit die Stra­ße El Hoyo Todo­que überquerte.

18.50 Uhr – Ein lesens­wer­tes Zitat einer hie­si­gen Tages­zei­tung heu­te entnommen:

Obwohl wir es mit aller Kraft wol­len, wird es der Vul­kan sein, der beschließt, auf­zu­hö­ren. In der Zwi­schen­zeit wird er uns wei­ter­hin eine Lek­ti­on in Sachen Ego ertei­len und uns zei­gen, dass der Mensch schweigt, wenn die Erde spricht; weil wir völ­lig unfä­hig für das sind, was unter unse­ren Füßen oder über unse­ren Köp­fen passiert.

Ein Mag­ma­jet, der min­des­tens 400 Meter hoch auf­steigt und unzäh­li­ge Kubik­me­ter Mag­ma oder kilo­me­ter­lan­ge Vul­kan­bom­ben aus­sto­ßen kann; Erd­be­ben, die den Schlaf stö­ren; ein Gebrüll, das Kin­der und Erwach­se­ne erschreckt; die unauf­hör­li­che Asche, die Häu­ser außer­halb der Sperr­zo­ne und unse­re eige­ne Gesund­heit gefähr­det; eine bedroh­li­che Luft­qua­li­tät und eine lan­ge Lis­te von Rea­li­tä­ten, die uns „auf die Erde“ gebracht haben und wei­ter­hin stellen.

20.30 Uhr – Das Vul­ka­no­lo­gi­sche Insti­tut der Kana­ri­schen Inseln, Invol­can, berich­te­te heu­te Nach­mit­tag, dass sich west­lich des Fried­hofs Las Man­chas in Los Llanos de Ari­dane eine neue Spal­te geöff­net hat, aus der reich­lich Lava sprudelt.

Dies ist eine neue Epi­so­de des Vul­kan­aus­bruchs auf La Pal­ma, der in den letz­ten 24 Stun­den in eine Pha­se schein­ba­rer Ruhe ein­ge­tre­ten war.

  • Fort­set­zung folgt

 

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40 Kommentare zu "Die Psyche der Betroffenen leidet unter dem Vulkan"

  1. Zur Weih­nachts­be­leuch­tung in Los Llanos: Ich ver­mu­te eine Mischung aus kom­mer­zi­el­len Bestre­bun­gen, Wunsch nach Nor­ma­li­täe, Hilf­lo­sig­keit und schlech­ter Bera­tung. Das zeigt sich m. E. auch in die­sem Video. 

  2. @Achim Lerm
    manch­mal da bleibt mir die Luft weg, da bin ich erschro­cken. Sie machen Urlaub auf La Pal­ma und schla­fen gut. Aber Sie leben dort nicht, es ist nicht ihr Zuhau­se, ihre Hei­mat und ihre Arbeit die dort gera­de zer­stört wird. Sie atmen nicht jeden Tag die schlech­te Luft und müs­sen mit der Asche kämp­fen und dem Krach leben.Sie fah­ren in ihr siche­res Zuhau­se zurück, wann immer Sie wol­len, Sie haben ein siche­res Ein­kom­men. Mit dem Gefühl schläft man über­all gut. Sie haben dort Urlaub gemacht und kön­nen das doch nicht ernst­haft mit dem Leben dort ver­glei­chen. Wie unsen­si­bel ist das denn?

    • Nur, weil mal jemand ganz neu­tral sei­ne eige­ne Erfah­rung berich­tet und nicht den zigs­ten Aus-Der Fer­ne-Betrof­fen­heits-Kom­men­tar pos­tet, muss man ihn nicht als „unsen­si­bel“ dif­fa­mie­ren. Was ist mit denen, die im ruhi­ge­ren Teil der Insel unter aus­blei­ben­den Tou­ris­ten lei­den, weil immer nur Schre­ckens­mel­dun­gen kom­men, was dann auch die Flug­ge­sell­schaf­ten zum Strei­chen der Ver­bin­dun­gen bringt? Ich fin­de es unsen­si­bel, ande­re Mei­nun­gen nicht zuzu­las­sen und Pro­ble­me ande­rer Art nicht ernst zu nehmen.

    • Hal­lo, ich gebe Achim zu 100% Recht, man kann die Sor­gen, Nöte und Ängs­te der Ein­woh­ner nur ver­ste­hen, wenn man selbst dort wohnt. Wir lesen auch jeden Tag die Berich­te von Man­fred und teil­wei­se auch von ande­ren Deut­schen, die seid Jah­ren auf La Pal­ma leben. Als hier das Hoch­was­ser im Juli war sind eini­ge Kol­le­gen schwer getrof­fen wor­den, die sag­ten auch das man das nur ver­ste­hen kann, wenn man es selbst erlebt hat und mit­ten drin war… die Fil­me und Bil­der geben das nicht wie­der, wenn man wirk­lich im Was­ser steht und das inner­halb von Sekun­den steigt und alles weg­schwimmt. Hier ist bei den soge­nann­ten Spen­den der letz­te Müll gespen­det wor­den.… dre­cki­ge Klei­dung, Kar­ne­vals­kos­tü­me .… benutz­te Win­deln etc. sind abge­ge­ben wor­den.… wir wer­den Kon­takt mit einer Bekann­ten auf La Pal­ma auf­neh­men und dann über Sie Geld für den Tier­schutz spen­den, da wis­sen wir das es ankommt.

    • @Karin
      Du hast über­haupt nicht (oder willst nicht) ver­stan­den, was ich aus­drück­te. Nur weil ich nicht dort woh­ne, heißt nicht, dass ich nicht mit­re­den kann. Ich ken­ne vie­le Pal­me­ros, die im San­ta Cruz und nörd­li­cher woh­nen. Weder mein Erle­ben noch mei­ne Freun­de kön­nen Man­freds Erleb­nis­se bestä­ti­gen. Nicht mal unse­re Freun­de aus Los Llanos konn­ten das bestä­ti­gen. Das soll uns darf nicht hei­ßen, dass Man­fred die Beben nicht spürt. Er lebt in oder in der Nähe von Mazo, so wie ich es her­aus­le­se, dort ist man dem Beben­herd wesent­lich näher. Aber die Ver­all­ge­mei­ne­rung, die GANZE Insel kön­ne nicht schla­fen, stimmt so ein­fach nicht. Das ver­mit­telt eine ande­re Lage, als sie tat­säch­lich vor­herrscht. Nicht mehr und nicht weni­ger woll­te ich sagen.

      Dei­ne gan­zen ande­ren Vor­wür­fe haben nichts mit mei­nem Post zu tun und sind ein­fach unsachlich.

      • @Achim
        Vie­len Dank für die Rich­tig­stel­lung des Erd­be­ben­er­le­bens auf der Insel. Ich hat­te auch schon zwei mal (erfolg­los) dar­auf hin­ge­wie­sen. Zu den dama­li­gen Ant­wor­ten sage ich jetzt bes­ser nichts.

        Allein an der Ent­fer­nung zum Hypo­zen­trum kann die unter­schied­lich sub­jek­tiv wahr­ge­nom­me­ne Erd­be­ben­stär­ke nicht lie­gen. Bei den tie­fen Beben ist Mazo nicht deut­lich näher dran als Los Llanos.

        • Wenn mich nicht alles täuscht, ging es bei der dama­li­gen Kon­tro­ver­se nicht um das indi­vi­du­el­le Erle­ben, son­dern um kru­de Ideen zu ste­hen­den Erdbebenwellen.…

          • Eigent­lich woll­te ich mich nur auf die­sen Kom­men­tar bezie­hen: https://lapalma1.net/2021/11/13/weckruf-mit-einem-ml50-erdbeben/#comment-81156

            Da Sie nun auch auf die­sen Bezug nehmen
            https://lapalma1.net/2021/11/13/weckruf-mit-einem-ml50-erdbeben/#comment-81188
            möch­te ich aber­mals anmer­ken, dass das Ent­ste­hen von ste­hen­den Wel­len bei der Refle­xi­on von Wel­len ganz nor­mal ist. Die ste­hen­den Wel­len sind bei nicht voll­stän­di­ger Refle­xi­on natür­lich auch nicht zu 100 % modu­liert. Das ist kei­ne kru­de Idee und wird z.B. hier (ver­ein­facht) erklärt:
            https://www.leifiphysik.de/mechanik/mechanische-wellen/grundwissen/stehende-wellen

            Für eine fach­li­che Dis­kus­si­on, war­um das auf Erd­be­ben­wel­len nicht zutref­fen soll, bin ich offen.

          • stefan körner | 6. Dezember 2021 um 17:06 |

            Du ver­wech­selst nach wie vor Wel­len­über­la­ge­rung mit ste­hen­den Wel­len und igno­rierst, dass Erd­be­ben­wel­len nicht von irgend­ei­nem Hin­der­nis „reflek­tiert“ wer­den. Das hat­te ich nun schon 3x in 3 Blogs erklärt und bin nicht wei­ter bereit, mich mit absich­li­chem oder aus Unver­ständ­nis ent­stan­de­nem pseu­do­wis­sen­schaft­li­chem Unsinn pro­vo­zie­ren zu las­sen. EOD

          • Dann sei dem so. Wei­te­re Dis­kus­si­on mit dir ist offen­sicht­lich zwecklos.
            EOD

            P.S. Ich bin diplo­mier­ter Phy­si­ker und soll­te schon wis­sen, wovon ich rede! Ich bin sehr sicher, dass ich da nichts ver­wechs­le, weil ste­hen­de Wel­len aus Wel­len­über­la­ge­rung gegen­läu­fi­ger Wel­len entstehen.

          • Mit Beto­nung auf „soll­te“? Ich habe ver­sucht, mein Uni-Neben­fach-Phy­sik- und Geo­lo­gie-Wis­sen auf­zu­fri­schen und fin­de rein gar nichts über reflek­tier­te Erd­be­ben­wel­len, abge­se­hen vom gesam­ten Erd­ball. In Grö­ßen­ord­nun­gen von eini­gen 10 km gibt es da nichts und kann es eigent­lich auch nicht. Zus basa­len Wel­len­phy­sik: Ohne „gegen­läu­fi­ge Wel­len“ man­gels Reflek­ti­on auch kei­ne Aus­lö­schung. Ste­hen­de Wel­le geht nur bei regel­mä­ßi­gen Wel­len­ber­gen und ‑tälern (bei Tönen z.B.), nich beim Gerum­pel eines Vul­kans, die dann ein einem Fes­ten Punkt (wo? wel­cher?) reflek­tiert (frag­lich) wer­den kön­nen und sich beim regel­mä­ßi­gen (??) Zusam­men­tref­fen mit iden­ti­schen (!!) Wel­len über­la­gern und punk­tu­ell aus­lö­schen. Zudem müss­te es dann an ande­rer Stel­le durch Über­la­ge­rung stär­ke­re Beben geben, denn die Ener­gie ver­schwin­det ja nicht. Was im Schul­un­ter­richt mit schwin­gen­den Sei­len, Wel­len­ma­schi­ne usw demons­triert wird, ist von dau­er­haf­ten und gleich­mä­ßi­gen Schwin­gun­gen abhän­gig, und die lie­fern nun­mal weder Vul­ka­ne noch Erd­be­ben. Daher funk­tio­nie­ren auch alle ande­ren Wel­len­ef­fek­te nicht. Ansons­ten: Bit­te Beweis des Gegen­teils statt wil­der Spekulationen!

          • Statt Dis­kus­si­on, Fak­ten und Bewei­sen: Down­vo­ten. Sagt alles.

          • Ich habe ver­sucht, mein Uni-Neben­fach-Phy­sik- und Geo­lo­gie-Wis­sen aufzufrischen

            Das qua­li­fi­ziert Sie dann natür­lich zum aus­ge­wie­se­nen Exper­ten auf dem Gebiet. Ich gratuliere.

            fin­de rein gar nichts über reflek­tier­te Erdbebenwellen

            Erd­be­ben­wel­len sind seis­mi­sche Wellen.

            Zur Refle­xi­on von seis­mi­schen Wellen:

            https://wiki.seg.org/wiki/Seismic_reflection_terminations
            https://www.sciencedirect.com/topics/earth-and-planetary-sciences/seismic-reflection
            https://www.usgs.gov/center-news/seismic-reflections
            https://www.ucl.ac.uk/EarthSci/people/lidunka/GEOL2014/Geophysics4%20-%20Seismic%20waves/Seismology%20-%20Lecture%20Font.htm

            Zu den not­wen­di­gen Wel­len­pak­ten zur Enste­hung eines loka­len Inter­fe­renz­ge­biets vor einer Störung:

            Die­se fin­den Sie reich­lich in den auf­ge­zeich­ne­ten Seis­mo­gram­men. Weni­ge Wel­len­zü­ge sind aus­rei­chend für die Inter­fe­renz. Je mehr es sind, umso brei­ter wird das Gebiet. 

            QED

            Und ja, es wird in dem Inter­fe­renz­ge­biet vor der Stö­rung Strei­fen mit erhöh­ter Ampli­tu­de und Strei­fen mit abge­schwäch­ter Ampli­tu­de geben. Genau dar­um geht es ja.

          • stefan körner | 8. Dezember 2021 um 10:08 |

            Wenn ich mich mal ein­mi­schen darf, als Bio­lo­ge auch mit Phy­sik als Neben­fach (was bit­te nicht her­ab­ge­wür­digt wer­den soll­te – da lernt man über Mecha­nik sicher genau­so­viel wie ein Dipl-Phys, der dann ein völ­lig ande­res Phy­sik­ge­biet ein­schlägt; und in der Bio­lo­gie Schwer­punkt Zoo­lo­gie-Sin­nes­phy­sio­lo­gie, da braucht man viel Phy­sik – bit­te kei­ne per­sön­li­chen her­ab­wür­di­gun­gen hier!): Ihr redet anein­an­der vor­bei. Die­ser Wust an Links mit „Erd­be­ben­wel­len­re­flek­ti­on“ bezieht sich auf sehr gro­ße Ent­fer­nun­gen, Refle­xio­nen an der Erd­ober­flä­che oder dem Erd­man­tel. Die paar km auf La Pal­ma in Zusam­men­spiel mit den völ­lig ande­ren Wel­len­län­gen bei den Beben hier oder gar beim Tre­mor sind da nicht ver­gleich­bar. Und ich gebe Gert recht: Wenn Sie schrei­ben „„weni­ge Wel­len­zü­ge sind aus­rei­chen für Inter­fe­renz“, dann stimmt das schon, ist aber a) auf­grund der nicht rei­nen Fre­quen­zen nur sehr lokal und b) auf­grund des jeweils ein­ma­li­gen Auf­tre­tens im Sekun­den­be­reich. Und c) ist das dann eben kei­ne ste­hen­de Wel­le, die ja dau­er­haft defi­niert ist, son­dern eine ein­ma­li­ge Über­la­ge­rung, und genau dar­um geht es doch in dem Streit, oder?

          • ste­hen­de Wel­le, die ja dau­er­haft defi­niert ist

            Das ist wohl der wesent­li­che Knack­punkt. Für mich ist eine ste­hen­de Wel­le nur das Inter­fe­renz-Phä­no­men, das bei der Über­la­ge­rung gegen­läu­fi­ger Wel­len (mit qua­si glei­cher Wel­len­län­ge und Fre­quenz) auf­tritt. Einen qua­si­sta­tio­nä­ren Zustand als Zusatz­be­din­gung hat­te ich nicht im Sinn. Haben Sie eine Quel­le dafür?

            Mein zuge­ge­ben spit­zer Kom­men­tar oben soll­te sich auf „ich habe ver­sucht … auf­zu­fri­schen“ bezie­hen, nicht auf das Nebenfach.

            mich mit absich­li­chem oder aus Unver­ständ­nis ent­stan­de­nem pseu­do­wis­sen­schaft­li­chem Unsinn pro­vo­zie­ren zu lassen

            Ich hof­fe doch, dass wir davon weit ent­fernt sind. Bit­te blei­ben Sie auch sachlich.

            In den Links zur Refle­xi­on seis­mi­scher Wel­len ist kei­ne gro­ße Ent­fer­nung zur Stö­rung not­wen­dig. War­um auch? Der Wel­le ist es doch egal, ob sie nach 5 Wel­len­län­gen oder nach 500 Wel­len­län­gen (teil­wei­se) reflek­tiert wird.

            Die paar km auf La Pal­ma in Zusam­men­spiel mit den völ­lig ande­ren Wel­len­län­gen bei den Beben

            Wel­che Wel­len­län­gen wür­den Sie denn auf La Pal­ma anset­zen? Sie dür­fen auch ger­ne Links auf Ihre 3 Blog-Erklä­run­gen hin­ter­las­sen, ich ken­ne die­se näm­lich nicht.

          • Also, mit Ver­laub, einen Phy­si­ker, der eine belie­bi­ge Inter­fe­renz für eine ste­hen­de Wel­le hält und für die Cha­rak­te­ris­ti­ka einer ste­hen­den Wel­le „Zusatz­be­din­gun­gen“ for­dert, kann ich nicht ernst nehmen.

          • stefan körner | 8. Dezember 2021 um 16:14 |

            Also, ers­tens geht es hier nicht um Ober­flä­chen­wel­len, son­dern um Raum­wel­len, da das Erd­be­ben­zen­trum ja tief in der Erde liegt. Also reden wir hier von P- und S‑Wellen. Die lau­fen mit üblich 3–7 km/s Pha­sen­ge­schwin­dig­keit durch den Erd­man­tel. Bei typi­schen Fre­quen­zen um 10 Hz gibt das Wel­len­län­gen von 500 m. Ober­flä­chen­wel­len kön­nen sekun­dar durch Bre­chung an der Erd­ober­flä­che ent­ste­hen; was das bei einer Topo­gra­fie wie La Pal­ma bedeu­tet, düf­te klar sein: Völ­lig chao­ti­sche Mus­ter mit wil­dem Durch­ein­an­der von Ampli­tu­den und Frequenzen.

          • Genau, Raum­wel­len über­la­gern sich sowie­so nicht wie Ober­flä­chen­wel­len und schon gar nicht wie ein Spring­seil aus dem Ober­stu­fen­un­tericht. „Der Wel­le ist es doch egal, ob sie nach 5 Wel­len­län­gen oder nach 500 Wel­len­län­gen (teil­wei­se) reflek­tiert wird.“ Nein, weil sie sich dabei mas­siv abschwä­chen (Ampli­tu­de) und sich zudem noch die Län­ge (Fre­quenz) ändert. Die Erde ist kein homo­ge­nes Medi­um und ein Erd­be­ben kein Labor-Wel­len­ge­ne­ra­tor. Das klingt alles ver­däch­tig nach HAARP

          • stefan körner | 8. Dezember 2021 um 17:43 |

            Ich mache mal ein Bei­pi­el in 2D: Jeder kennt die Ver­su­che mit Laut­spre­cher unter Topf­de­ckel, auf dem Reis­kör­ner lie­gen (Kör­ner sind mein Namens-Spe­zi­al­ge­biet!). Bei einer Sinus­wel­le = fes­ten Fre­qunz ord­nen sich die Kör­ner in einem spe­zi­fi­schen Mus­ter an, da die Wel­len im Deckel(-rand) reflek­tiert wer­den und sich so dau­er­haf­te ste­hen­de Wel­len bil­den. Macht man das aber mit einer unge­schlif­fe­nen Natur­stein­plat­te und beschallt sie mit Hard­rock, sprin­gen die Kör­ner wild und chao­tisch her­um, weil sich eben KEINE ste­hen­den Wel­len bil­den, son­dern irgend­wel­che wil­den Inter­fe­ren­zen. La Pal­ma ist eine sehr inko­hä­ren­te Natur­stein­plat­te, an der nichts geord­net reflek­tiert wer­den kann, und beim zusätz­lich chao­ti­schen Wel­len­mus­ter eines Krus­ten­be­bens mit zig ver­schie­de­nen Wel­len­for­men, tau­sen­den Fre­quen­zen und Ober­tö­nen, kann beim bes­ten Wil­len kein Mus­ter ent­ste­hen, das unter­schied­li­che Stär­ken des Bebens im Umkreis von weni­gen Kilo­me­tern erklärt.

          • Und noch anders sieht das bei Dämp­fung durch ver­schie­de­ne Boden­be­schaf­fen­hei­ten, Grund­was­ser usw. aus, und erst recht, wenn man bedenkt, dass die Abschwä­chung mit der drit­ten Potenz ein­tritt, also wird das Stück Insel direkt über dem Epi­zen­trum grob geschätzt 3x stär­ker durch­ge­rüt­telt als die dop­pelt so weit ent­fern­te Nord­spit­ze, selbst ohne zusätz­li­che Dämp­fung. (Und wenn noch­mal was reflek­tiert wird, kommt 19 zurück, da bleibt nicht viel zum Über­la­gern). Den­ke, wir sind uns +/- einig. Aber der, der die­se stei­le Ste­hen­de-Wel­le-The­se für Gebie­te ohne gefühl­te Erd­be­ben auf­ge­stellt hat, liest offen­bar gar nicht mehr mit.

  3. Hal­lo Man­fred, fol­gen­des müss­te eigent­lich auf dei­ner Linie liegen:

    Die Vol­ca­no Acti­ve Foun­da­ti­on, die sich welt­weit für eine bes­se­re Prä­ven­ti­on gegen die Fol­gen von Vul­kan­aus­brü­chen ein­setzt, hat in einer Pres­se­er­klä­rung zum Aus­bruch von La Pal­ma u.a. geschrieben:

    „Die Anfäl­lig­keit der von der Kata­stro­phe betrof­fe­nen Bevöl­ke­rung ist in kei­nem Fall ein natür­li­cher Fak­tor, son­dern viel­mehr das Ergeb­nis der man­geln­den Umset­zung einer kor­rek­ten und wirk­sa­men Politik.

    Der Feh­ler, Natur­ka­ta­stro­phen als natür­lich zu bezeich­nen, ver­leiht ihnen eine fata­le Dimen­si­on, die dazu führt, dass Feh­ler bei der Ana­ly­se auf­tre­ten. Sie ver­lei­tet zu der Annah­me, dass Kata­stro­phen unver­meid­lich sind und dass der Mensch wenig tun kann, um sie zu ver­hin­dern oder ihre Aus­wir­kun­gen zu mil­dern. Nichts könn­te wei­ter von der Wahr­heit ent­fernt sein: Die Fol­gen von Kata­stro­phen sind immer das Ergeb­nis mensch­li­cher Hand­lun­gen und Ent­schei­dun­gen. Es ist an der Zeit, mit der Vor­stel­lung von der Hilf­lo­sig­keit gegen­über dem Unvor­her­ge­se­he­nen zu brechen. 
    In Wirk­lich­keit sind Prä­ven­ti­on und die Bekämp­fung von Ungleich­hei­ten von ent­schei­den­der Bedeu­tung für die Schadensminimierung.

    Die immensen mate­ri­el­len Ver­lus­te und die tra­gi­schen Aus­wir­kun­gen der Erup­ti­on auf das Leben der Bewoh­ner der Insel La Pal­ma machen es not­wen­di­ger, drin­gen­der und oppor­tu­ner denn je, die Debat­te über die Ver­ant­wor­tung des Staa­tes im Fal­le eines Vul­kan­aus­bruchs zu eröffnen. 

    Die Ent­schei­dun­gen müs­sen von staat­li­chen Stel­len getrof­fen wer­den, aber die Dia­gno­se, das Manage­ment, die Ana­ly­se und die Kennt­nis des Sze­na­ri­os, in dem wir uns befin­den, müs­sen unab­hän­gi­gen Wis­sen­schaft­lern offen stehen.

    In Spa­ni­en gibt es einen staat­li­chen Plan für den Kata­stro­phen­schutz gegen vul­ka­ni­sche Risi­ken, aber über sei­ne effek­ti­ve Umset­zung ist nichts bekannt.“

    Der Vul­ka­no­lo­ge Llo­renc Pla­na­gumà hat kürz­lich auf einem Kon­gress in Lan­za­ro­te vor­ge­schla­gen, die Cumbre Vie­ja ganz zu einem Natur­schutz­ge­biet zu machen. Zumin­dest dür­fe es kei­ner­lei Ein­grif­fe in den Haupt­ke­gel, die Kra­ter und die Lava­strö­me des aktu­el­len Aus­bruchs geben. Außer­dem for­dert er für Los Llanos, eine Gefah­ren­kar­te zu erstel­len und die künf­ti­ge Stadt­pla­nung danach auszurichten.

    Vor eini­gen Jah­ren hät­ten die Poli­ti­ker (lokal und regio­nal zumin­dest) davon Lach­krämp­fe bekom­men, aber heu­te müs­sen sie das ernst neh­men. Ich könn­te mir den­ken, dass auch die Mit­tel­ver­ga­be von EU und Zen­tral­re­gie­rung von der Berück­sich­ti­gung sol­cher For­de­run­gen abhän­gig gemacht wird.

    Für den „Wie­der­auf­bau“ bedeu­tet das: Es wird nichts mehr so, wie es war. Z.B.macht dann die Wie­der­her­stel­lung der LP‑2 kaum noch Sinn. Ers­tens wäre es ein Ein­griff in zu schüt­zen­de Gebie­te und zwei­tens recht­fer­tigt das „öko­no­mi­sche Gewicht“ des ver­blei­ben­den Süd­wes­tens nicht ein solch auf­wen­di­ges Unterfangen.

  4. Lie­ber Manfred,
    Respekt und Aner­ken­nung für Ihre täg­li­che Berichterstattung.
    Für mich ist sie sehr hilf­reich und wertvoll.
    Auch wenn es weh tut zu sehen, wie lieb­ge­won­ne Plät­ze ver­schwin­den, so war­te ich sehn­süch­tig dar­auf, wie­der auf die Insel Rei­sen zu kön­nen, wenn es die Situa­ti­on vor Ort es wie­der zulässt.

    Mit den bes­ten Wünschen,

    Dan­ke und Grüße

    Thors­ten

  5. Als wür­de der Vul­kan auf sei­ne nächs­ten Zie­le hin­wei­sen: https://riesgovolcanico-lapalma.hub.arcgis.com/pages/multimedia ab Minu­te 3:44 – ein klei­ner Lava­strom bahnt sich süd­lich vom Kra­ter sei­nen Weg.

  6. Lie­ber Manfred,
    Machen sie bit­te ein­fach wei­ter so mit ihrer Berichterstattung.
    Es ist wirk­lich wun­der­bar, wie Sie jeden Tag die rich­ti­gen Wor­te fin­den und La Pal­ma, sowie die Welt da drau­ßen auf den Lau­fen­den halten.
    Sie sind dort vor Ort und spü­ren die Aus­wir­kun­gen am ehes­ten. Es ist bestimmt nicht ein­fach für Sie ihre Insel so zu sehen und doch haben Sie Tag für Tag die Kraft zu berich­ten, zu ana­ly­sie­ren und zu ver­an­schau­li­chen, was der Vul­kan so treibt und wie die Men­schen das erle­ben und verarbeiten.
    Mich per­sön­lich wur­de inter­es­sie­ren, wie die Tier­welt mit dem Vul­kan zurecht kommt?
    Ich wün­sche Ihnen und allen Bewoh­nern von La Pal­ma, dass sich der Vul­kan bald aus­ge­tobt hat.
    Ihnen per­sön­lich wün­sche ich viel Kraft, Gesund­heit und dass sie hof­fent­lich die eine oder ande­re Nacht mal durch­schla­fen können!
    Lie­be Grü­ße aus Deutschland!

    • Allem vor­an­ge­stellt schlie­ße ich mich dem von San­dra Gesag­ten an! Von gan­zem Her­zen mei­nen Dank für Ihre täg­li­che arbeits­rei­che Zusam­men­stel­lung von Infor­ma­tio­nen, die mir, in der Bre­ña lebend, sehr hel­fen, Herr Bet­z­wie­ser! Auch ich schla­fe seit dem Aus­bruch kei­ne Nacht durch!! Erst heu­te in den Mor­gen­stun­den riss mich ein Schlag und Beben, die alle Möbel wackeln lie­ßen, aus dem Schlaf! Über die Tie­re kann ich sagen, dass alle Wei­de­tie­re kei­ne Vul­kan­asche fres­sen dür­fen! Hun­de, Kat­zen lei­den oft­mals an Augen-/Oh­ren­ent­zün­dun­gen! Wo wir Gas­mas­ken auf­set­zen kön­nen, atmen sie Schwe­fel­di­oxid ein! Die Bie­nen lagen zu Dut­zen­den tot in der Vul­kan­asche! Nütz­lin­ge sind kaum noch anzu­tref­fen! Die lang­fris­ti­gen Umwelt­schä­den wird man auch erst im Nach­hin­ein in ihrem vol­len Umfang fest­stel­len! Herz­li­chen Dank an alle Men­schen, die für ein­an­der da sind, die hier auf der Insel uner­müd­lich hel­fen! Und an die­je­ni­gen, die mir hier im Dis­kus­si­ons­bei­trag sehr viel Wis­sens­wer­tes ver­mit­telt haben!! Manuela

      • Es gibt halt sol­che und sol­che Ecken und Typen. Des­halb ja auch kei­ne Ver­all­ge­mei­ne­rung. Kaum noch Nütz­lin­ge heißt auch, kaum noch Schäd­lin­ge. So müs­sen die Bana­nen­plan­ta­gen wenigs­tens nicht mehr mit Gift ein­ge­ne­belt wer­den, das macht der Vul­kan kos­ten­los. „Umwelt­schä­den“ ist ein Begriff für mensch­li­che Unver­nunft reser­viert. Vul­kan ist Natur, das geht seit Jahr­mil­li­ar­den so, das ist kein Umwelt­scha­den, das stört nur den Men­schen. Ich fin­de es unan­ge­mes­sen, die unsäg­li­chen Schä­den, die Men­schen auch und gera­de auf La Pal­ma gemacht haben – aus­ge­rot­te­te Tier­ar­ten, zer­stör­te Lor­beer­wäl­der, über­wei­de­te Zie­gen­wei­den, ver­schmutz­tes Grund- und Meer­was­ser, Pes­ti­zi­de im Über­maß, usw, mit einen natür­li­chen Pro­zess gleich­zu­set­zen. Ohne Vul­ka­ne gäbe es die Insel gar nicht und damit auch nicht die­se vom Men­schen mas­siv gestör­te Umwelt, deren Zer­stö­rung Sie der Natur ankreiden.

        • Kind­gercht, was aller­dings für alle „Erwach­se­nen“ auch zutrifft:

          Tref­fen sich zwei Aste­ro­iden und schau­en auf die Erde:

          Aste­ro­id 1:
          Was ist denn mit die­sem Pla­ne­ten los???
          Alles qualmt und stinkt!

          Aste­ro­id 2:
          Ach mach dir kei­ne Gedanken.
          Die Erde hat nur Mensch.
          Das erle­digt sich von selber.

          In eini­gen tau­send Jah­ren ist die Erde die Men­schen los und wie­der strah­lend blau so dass sie wie­der wie frü­her alle Schön­heits­wett­be­wer­be der Plan­ten gewin­nen wird.

          Rai­ner
          Kind­ge­blie­be­ner Pensionista

        • Dan­ke dafür, das woll­te ich auch schon mal the­ma­ti­sie­ren. Die ach so gelob­te Grü­ne Insel im ewi­gen Früh­ling ist wie das gan­ze Archi­pel in 500 Jah­ren mas­siv zer­stört wor­den. Das wird natür­lich von Tou­ris­tik (Geld), Pal­me­ros (Stolz) und Fun-Tou­rus­ten (Augen zu und Spaß) bewusst ver­schwie­gen oder igno­riert. Woan­ders siehts nicht bes­ser aus: Wer durch die Land­schaf­ten Fuer­tes wan­dert und sich über die tol­le, wil­de Stein­land­schaft freut, weiß halt nicht, dass auch da mal Wald stand und Bäche lie­fen – bis erst abge­holzt und dann mas­siv über­wei­det wur­de, und auch heu­te noch wer­den die Schutz­zäu­ne der weni­gen Vege­ta­ti­ons­res­te absicht­lich zer­stört. Auf Tene­rif­fa pigert alles zu den paar Lor­beer­wald-Res­ten, obwohl das eigent­lich die vor­her­schen­de Vege­ta­ti­on seit soll­te. Wür­den Dra­chen­bäu­me nicht über­all als Zier­pflan­zen gesetzt, gäbe es nur ein paar weni­ge alte – einst gab es Wäl­der. Zuge­ge­ben, La Pal­me ich etwas bes­ser dran, aber nur etwas. Als Bio­lo­ge sehe ich das wei­te­re Bild, und das ist ver­hee­rend. Kana­ren-Zilpz­alp: aus­ge­rot­tet. Schwar­zer Aus­tern­fi­scher: aus­ge­rot­tet. Kana­ren-Wach­tel: aus­ge­rot­tet. Lava-Maus: aus­ge­rot­tet. 1,5‑m-Riesenechse: aus­ge­rot­tet, 1‑m-Rie­sen­na­ger: futsch. Lis­te belie­big auch bei Flo­ra zu ver­län­gern – und nicht eine Art hat ein Vul­kan auf dem Gewis­sen… (und jetzt wer­den mich die La-Pal­ma-Fans down­vo­ten, dabei bin ich selbst einer…)

          • Hal­lo Stefan,
            dan­ke für dein State­ment aus Sicht des Biologen.
            Hier der Blick eines Tech­ni­kers auf die „grü­ne Insel“ und die ande­ren Canaren:
            CO2 pro KWh im Live­ver­gleich zu mehr als 100 ande­ren Stromversorgungszonen:

            https://app.electricitymap.org/map
            zur Zeit:
            La Pal­ma Platz 88 von 102.

            Der bes­se­re Platz 14 von El Hier­ro mit der Wind / Was­ser­kraft­an­la­ge täuscht auch.
            In die­sem Ver­gleich fehlt der gesam­te Fähr- und Flug­ver­kehr, da es aus­schlies­lich die Strom­erzeu­gung zeigt.

          • stefan körner | 4. Dezember 2021 um 12:13 |

            Dan­ke auch dafür. Jetzt wäre die Chan­ce, die Zer­stö­rung auch als Chan­ce zu begrei­fen und die Insel wirk­lich grün zu machen. Die neu­en Sied­lun­gen in ange­pass­ter ener­gie­spa­ren­der Bau­wei­se mit Solar­ther­mie + Pho­to­elek­trik, mit Was­ser­rück­ge­win­nung und CO2-neu­tra­len Bau­stof­fen. (Wird unse­ren Beton-Spe­zia­lis­ten nicht freu­en, aber Beton macht 8% der glo­ba­len CO2-Belas­tung! Ein Beton­werk ist nicht das bes­te, das neu gebaut wer­den soll­te). Neue Infra­struk­tur umwelt­freund­lich. Neue Schutz­ge­bie­te. Statt Wie­der­her­stel­lung der mit EU-Mil­li­ar­den geför­der­ter Export-Bana­nen-Mono­kul­tur unter Plas­tik­fo­lie mit Gift­ein­satz und mit fos­si­ler Ener­gie ent­sal­ze­ner Meer­was­ser-Bewäs­se­rung eine nach­hal­ti­ge Pro­duk­ti­on von Lebens­mit­teln, die man vor Ort braucht. Es gäbe so vie­le Ansatz­punk­te. Zum Nach­den­ken wäre jetzt genug Zeit, solan­ge der Kuh­kopf blökt – wo ist das Exper­ten­gre­mi­um, wo sind die poli­ti­schen Sit­zun­gen, die Thinktanks und Komis­sio­nen, wenn man sie braucht? Das Ergeb­nis wäre eine ech­te Grü­ne Insel, die eine ech­te Idyl­le für Urlau­ber wäre, die dann auch ech­tes Geld dalas­sen statt der Pau­schal­tou­ris in Hotel­bur­gen und Kreuz­fahrt­schif­fen. Zu idea­lis­tisch und naiv?

          • Ver­mut­lich beides.

            Ich glau­be, die Pal­me­ros wür­den lie­bend ger­ne auf den Bana­nen­an­bau und auch auf den Tou­ris­mus ver­zich­ten, wenn sie nicht von etwas leben müss­ten. Ob es mit Wein bes­ser wird, man wird es sehen.

            Teu­re Tech­nik beim Wie­der­auf­bau, die mög­li­cher­wei­se vom nächs­ten Aus­bruch zer­stört wird, bevor sie sich über­haupt amor­ti­siert hat? Dann wird der nächs­te Scha­den noch grö­ßer. Und das Geld für den auf­wän­di­ge­ren Wie­der­auf­bau muss auch irgend­wo­her kom­men – das schafft/vergrößert dann die nächs­te Abhängigkeit.

            Was ist noch von dem Solar­feld übrig bzw. wiederherstellbar?

          • Hal­lo Peter,
            zu „Was ist noch von dem Solar­feld übrig bzw. wiederherstellbar?“
            Der Vor­teil bei rege­ne­ra­ti­ven Ener­gie­en ist und bleibt die Dezentralisierung.
            Sprich es blei­ben ande­re Solar­fel­der und Wind­müh­len funk­ti­ons­fä­hig, oder?

            Stell dir vor so ein Vul­kan­aus­bruch oder eine ande­re Natur­ka­ta­stro­phe schlägt im ein­zi­gen Die­sel­kraft­werk von San­ta Cruz zu?
            Dann ist die gan­ze Insel La Pal­ma dunkel.
            Das mit der Dezen­tra­li­sie­rung funk­tio­miert natür­lich nur wenn es nicht so wie auf El Hier­ro gemacht wird wo das Die­sel­kraft­werk und das Was­ser­kraft­werk direkt neben­ein­an­der und noch dazu direkt unter dem unte­ren Was­ser­spei­cher des Was­ser­kraft­wer­kes gebaut­wird, also alle Eier in einem Korb.

          • Ob das Netz beim Aus­fall des Haupt­ver­sor­gers noch sta­bil bleibt wäre noch zu prü­fen. Eine ein­zel­ne PV oder Wind­ener­gie­an­la­ge, die für Netz­ein­spei­sung aus­ge­legt ist, kann nicht ein­spei­sen, wenn das Netz aus­ge­fal­len ist, also der „Haupt­takt“ weg ist. Nicht alles, was dezen­tral aus­sieht, ist es am Ende auch.

          • Eine ein­zel­ne Anla­ge kann das sicher nicht. Es muss natür­lich kalt­star­fä­hi­ge Anla­gen geben die das Netz star­ten. Das ist schlicht eine Fra­ge der Orga­ni­sa­ti­on bzw des Kon­zep­tes und Auf­ga­be des Hauptversorgers.
            LG
            Rainer

  7. Lie­ber Manfred, 

    ich lese seit Jah­ren ihre tol­len Berich­te, weil es uns unse­rer Lieb­lings­in­sel, die wir nur zwei- bis drei­mal im Jahr besu­chen kön­nen, näher bringt. In letz­ter Zeit lese ich aber auch von Ihnen eini­ge emo­tio­nal gepräg­te (wer mag es momen­tan ver­den­ken) Bei­trä­ge, die sach­lich ein­fach nicht rich­tig sind. Dazu gehört bei­spiels­wei­se heu­te die Aus­sa­ge, dass die gan­ze Insel wegen der Erd­be­ben seit Wochen nachts nicht schla­fen kann. Wir selbst waren Anfang Novem­ber für knapp eine Woche in San­ta Cruz und haben wäh­rend der gan­zen Zeit nicht ein ein­zi­ges Beben gespürt. Das bestä­tig­ten uns auch vie­le Pal­me­ros, selbst die, die in Los Llanos leben und auch nur ab und zu etwas spü­ren. Ich fin­de also die pau­scha­le Aus­sa­ge, die gan­ze Insel kön­ne wegen der Kata­stro­phe nicht schla­fen, falsch. Das ist scha­de, da sie sich ansons­ten sehr an wis­sen­schaft­li­che Quel­len halten. 

    Vie­le Grü­ße, Achim

    • Manfred Betzwieser | 3. Dezember 2021 um 11:06 | Antworten

      Achim – Das mag sein, wenn Du einen guten Schlaf hast und nur weni­ge Näch­te der­zeit auf La Pal­ma ver­bringst. Vie­le in mei­nem Bekann­ten­kreis und in mei­ner Fami­lie (auch ich) haben Schlaf­stö­run­gen. Bei Beben mit ML4,0 und mehr ist das auch nicht verwunderlich.

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