Historie: Mit Vulkanen auf La Palma leben

Vulkane - Historie

Historie der relavanten Vulkanereignisse -

Die His­to­rie der vul­ka­ni­schen Ent­wick­lung auf La Pal­ma ist nicht voll­stän­dig. Ver­läss­li­che Auf­zeich­nun­gen gibt es erst seit der spa­ni­schen Erobe­rung im 15. Jahrhundert.

Das Licht der Welt hat La Pal­ma oder Ben­ahoari­ta , auch Aua­ri­ta und Awa­ri­ta (ehe­ma­li­ge Guan­chen­be­zeich­nung Bezeich­nung) vor rund 1,8 Mil­lio­nen Jah­ren erblickt. Über einen lan­gen Zeit­raum zuvor haben Vul­ka­ne mit ihren Lava­mas­sen die Insel­ba­sis vom Mee­res­grund über 2500 Meter vom Grund bis zur Was­ser­ober­flä­che des Atlan­tiks geschaffen.

Der ers­te Vul­kan­ke­gel war der Vul­kan Gara­fia (heu­te die Cal­de­ra de Tab­u­ri­en­te) im Nor­den. Gefolgt ist der tie­fer lie­gen­de Mit­tel­teil der Cumbre Nue­va im Gebiet der heu­ti­gen Städ­te San­ta Cruz de La Pal­ma im Osten und EL Pasao/ Los Lla­nos im Westen.

Vor 125.000 Jah­ren ist der Vul­kan­rü­cken Cumbre Vie­ja (Älte­re) süd­lich davon ent­stan­den. Das heu­ti­ge akti­ve Vul­kan­ge­biet. War­um die geo­lo­gisch jün­ge­ren Gip­fel als „Alter Gip­fel“ bezeich­net wer­den, konn­te ich bis heu­te nicht auf­klä­ren, denn die Vul­kan­ket­ten La Pal­mas ent­stan­den von Nord nach Süd.

• 6.050 v. Chr. Vie­le Erup­tio­nen in den letz­ten 7.000 Jah­ren. Zahl­rei­che Schla­cken­ke­gel und Kra­ter ent­lang der Ach­se der Cumbre Vie­ja zeu­gen davon.

• 4.900 v. Chr. Grö­ße­re Erup­ti­on ohne genaue Bezeichnung

• 4.050 v.Chr.  Aus­bruch von l’A­men­dri­ta und Birigoyo

• 1.320 v.Chr. La Fajana-Ausbruch

• 360 v. Chr. Aus­bruch von El Fraile.

Vulkan Eruptionen nach Christus

• 900 n. Chr. Erup­ti­on des Nam­bro­que II und Mal­fo­ra­da

• 1480 Tacan­de-Aus­bruch. Ers­te his­to­ri­sche Erup­tio­nen auf La Pal­ma, die seit dem 15. Jahr­hun­dert auf­ge­zeich­net wur­de, leich­te explo­si­ve Akti­vi­tä­ten und Lava­strö­me, die auch besie­del­tes Gebiet erreicht haben.

• 1585 Tahu­ya-Aus­bruch.

• 1646 Erup­ti­on Tiga­la­te. Aus­bruch der Süd­flan­ke des Vul­kans San Mar­tín oder Tigalate.

• 1677–78 Aus­bruch von San Anto­nio, Vul­kan in Fuen­ca­li­en­te. Die Erup­tio­nen des Vul­kans Cumbre Vie­ja im Jahr 1677 ereig­ne­ten sich an einem strom­bo­lia­ni­schen Schlot im nörd­li­chen Teil des gro­ßen Kegels und an einer Splat­ten­grup­pe am Süd­west­hang des Vul­kans San Antonio.

Der Kegel von San Anto­nio war der Haupt­schlot für den Aus­bruch von 1677. Er besteht aus einem gro­ßen Kegel, 560 Meter hoch und 1.200 Meter breit, mit einem Kra­ter, der 400 Meter breit und 105 Meter tief ist. Der Aus­bruch von 1677 wird tra­di­tio­nell mit dem Vul­kan San Anto­nio in Ver­bin­dung gebracht, obwohl moder­ne geo­lo­gi­sche Stu­di­en bestä­tigt haben, dass es sich bei letz­te­rem um einen tau­send Jah­re alten Vul­kan­ke­gel handelt.

Der Aus­bruch dau­er­te 65 Tage, vom 17. Novem­ber 1677 bis zum 21. Janu­ar 1678, was den Tod von vier Men­schen und umfang­rei­che Schä­den an Acker­land und die Zer­stö­rung eini­ger Häu­ser ver­ur­sach­te. Einer der größ­ten Schä­den war jedoch das Ver­schwin­den der soge­nann­ten Fuen­te San­ta, einer hei­ßen Quel­le mit hei­len­den Eigen­schaf­ten, die von Besu­chern aus ganz Euro­pa besucht wurde.

•  1712 Aus­bruch von El Char­co

• 1949 Aus­bruch des Vul­kans San Juan. Der Aus­bruch von 1949 an der Cumbre Vie­ja dau­er­te 37 Tage vom 24. Juni bis 30. Juli. Der Aus­bruch begann mit phre­ato­mag­ma­ti­schen Explo­sio­nen aus einem Schlot im Nord-Duraz­ne­ro-Kra­ter. Der Aus­bruch warf Asche und Bom­ben in Abstän­den von Minu­ten bis Stun­den aus. In den nächs­ten zwölf Tagen wan­der­te die Akti­vi­tät zu vier wei­te­ren Quel­len ent­lang einer 400 Meter lan­gen Nord-Süd-Spalte.

Die zwei­te Pha­se der Erup­ti­on begann mit der Öff­nung einer 60 Meter lan­gen Spal­te im Lla­no del Ban­co, 3 km nord­west­lich von Duraz­ne­ro. Anschlie­ßend ereig­ne­te sich der Aus­bruch vom 12. bis 30. Juli und beinhal­te­te die Öff­nung am Fuß des alten Kra­ters Hoyo Negro, 1.880 Meter über dem Mee­res­spie­gel. Die höchs­te Inten­si­tät der gesam­ten Erup­ti­on ereig­ne­te sich um den 19. Juli. als in Lla­no del Ban­co bis zu 30 Meter hohe Lava­fon­tä­nen ent­stan­den. Nach 3 Tagen Inak­ti­vi­tät an allen Öff­nun­gen wur­de am 30. Juli eine star­ke phre­ato­mag­ma­ti­sche Akti­vi­tät in Hoyo Negro und Duraz­ne­ro wie­der aufgenommen.

• 1971 Aus­bruch des Tene­guía. Der Aus­bruch von 1971 ereig­ne­te sich am süd­li­chen Ende der Cumbre Vie­ja am Tene­guía-Schlot. Der Aus­bruch war haupt­säch­lich strom­bo­lia­ni­scher Art, wobei Lava­strö­me ent­lang der Süd­ost­küs­te das Meer erreich­ten. Seis­mi­sche Akti­vi­tät trat vor und wäh­rend des Aus­bruchs von 1971 auf, war jedoch nicht in dem Aus­maß, das mit dem Aus­bruch von 1949 ver­bun­den war. Es gab ein Todesopfer.

Vulkane

Das waren die letz­ten Vul­kan­aus­brü­che um den Cabeza

Die jüngste Eruption des Vulkan Cabeza

Im Okto­ber 2017 wur­de an der West­flan­ke der Cumbre Vie­ja in der Nähe von La Sabi­na eine Rei­he von Erd­be­ben gerin­ger Stär­ke regis­triert. Es waren in der Fol­ge­zeit seis­mi­sche Schwär­me, die nach 30 Jah­ren Ruhe­zeit nun in kür­ze­ren Zeit­ab­stän­den ver­mehrt auftraten.

Am 31. Janu­ar 2021 begann unter dem Vul­kan Cumbre Vie­ja ein neu­er seis­mi­scher Schwarm mit zahl­rei­chen seis­mi­schen Ereig­nis­sen, von denen 96 vom seis­mi­schen Netz­werk der Kana­ri­schen Inseln geor­tet wur­den. Die Erd­be­ben wur­den wie­der unter dem West­hang des Vul­kans mit Tie­fen zwi­schen 15 und 20 km loka­li­siert. Die maxi­ma­le Magnitu­de war ein Erd­be­ben der Stär­ke 1,8. Die vul­ka­ni­sche Alarm­stu­fe blieb grün, selbst unter Berück­sich­ti­gung frü­he­rer seis­mi­scher Schwär­me von nur weni­gen Tagen zuvor. Spä­tes­tens jetzt war Ein­ge­weih­ten klar, dass in den nächs­ten Mona­ten eine Erup­ti­on bevorsteht.

In den Tagen vom 12. bis 13. Sep­tem­ber 2021 kam es unter dem Vul­kan zu einem star­ken seis­mi­schen Schwarm. Ins­ge­samt wur­den 1.570 Erd­be­ben regis­triert, von denen 354 vom Natio­nal Geo­gra­phic Insti­tu­te (IGN) geor­tet wur­den. Ein Erd­be­ben hat­te die Stär­ke von 3,4. Die meis­ten Erd­be­ben ereig­ne­ten sich in Tie­fen von etwa 8–12 km, was auf ein neu­es Ein­drin­gen von Mag­ma in fla­che­re Lager­stät­ten hindeutet.

Spä­ter, am 13. Sep­tem­ber, erhöh­te der Vul­kan-Not­fall­plan der Regie­rung der Kana­ri­schen Inseln (PEVOLCA) den Vul­ka­nalarm auf Gelb. Wäh­rend des 14. Sep­tem­ber setz­te sich die vul­ka­nisch-seis­mi­sche Kri­se unter Cumbre Vie­ja mit der Migra­ti­on von Erd­be­ben in Rich­tung des west­li­chen Bereichs des Vul­kans in viel gerin­ge­ren Tie­fen fort, so das IGN.

Die­ser seis­mi­schen Besorg­nis stand eine erheb­li­che Boden­ver­for­mung von bis zu 1,5 cm an eini­gen Stel­len gegen­über, die mit den seis­mi­schen Schwär­men zusam­men­fiel. Die Wahr­schein­lich­keit eines Aus­bruchs begann zuzu­neh­men. Erd­be­ben grö­ße­rer Stär­ke wur­den immer häu­fi­ger, mit Magnitu­den von bis zu 3,5 um 06:00 Uhr Orts­zeit am sel­ben 14. Sep­tem­ber. Am 15. Sep­tem­ber setz­te sich die seis­mi­sche Kri­se mit Erd­be­ben bis zu einer Stär­ke von 3,2 und 3,5 in nur 4 km Tie­fe fort. Laut IGN erreich­te die Boden­de­for­ma­ti­ons­ra­te 6 cm.

Jetzt wäre höchste Zeit gewesen den Vollalarm auszurufen

Am 18. Sep­tem­ber wur­de die seis­mi­sche Akti­vi­tät unter dem Vul­kan wie­der auf­ge­nom­men. Das größ­te Erd­be­ben hat­te um 03:26 UTC eine Magnitu­de von 3,2 in einer Tie­fe von nur 0,1 km, was von der Mehr­heit der Bevöl­ke­rung zu spü­ren war. Seit Beginn der seis­mi­schen Serie im Sep­tem­ber wur­den 5.391 Erd­be­ben regis­triert, davon 1.102 loka­li­siert. Die maxi­ma­le ver­ti­ka­le Akku­mu­la­ti­on der auf­ge­zeich­ne­ten Defor­ma­tio­nen lag in der Nähe der seis­mi­schen Schwär­me bei etwa 10 cm. Der Trend der Erd­be­ben ging deut­lich in Rich­tung gerin­ge­rer Tie­fe, kom­bi­niert mit fort­schrei­ten­der Ver­for­mung, was einen Aus­bruch noch wahr­schein­li­cher machte.

Am 19. Sep­tem­ber 2021 nahm die vul­ka­nisch-seis­mi­sche Kri­se unter der Cumbre Vie­ja wei­ter zu, ein Zei­chen dafür, dass das Mag­ma wei­ter­hin Druck unter der Krus­te in eini­gen Kilo­me­tern Tie­fe aus­üb­te. Das stärks­te Erd­be­ben hat­te eine Stär­ke von 3,8 um 11:16 Uhr Orts­zeit in einer Tie­fe von 10 km.

Es wur­den mehr als fünf Erd­be­ben mit Magnitu­den über 3,0 gemel­det, die alle von den Ein­hei­mi­schen gespürt wur­den. In der Nacht und am Mit­tag des 19. Sep­tem­ber wur­den im Bereich (West­nord­wes­ten) der seis­mi­schen Schwär­me Erschüt­te­run­gen wahr­ge­nom­men. Die kumu­lier­te maxi­ma­le ver­ti­ka­le Defor­ma­ti­ons­ra­te betrug etwa 15 cm im Bereich nahe dem Zen­trum des Drucks und der seis­mi­schen Schwär­me. Der Vul­ka­nalarm blieb gelb. Schließ­lich wur­de nach 50 Jah­ren um 15.00 Uhr eine Erup­ti­on aus­ge­löst. Erst jetzt wur­de der Vul­ka­nalarm direkt von Gelb auf Rot erhöhte.

Eine graue Asche­wol­ke öff­ne­te eine Spal­te an der nord­west­li­chen Flan­ke der Cumbre Vie­ja, die von Fon­tä­nen und Lava­strö­men gespeist wur­de und Wäl­der und Fel­der nie­der­brann­te. Der Aus­bruch ereig­ne­te sich in der Nähe des Ber­ges Cabe­za de Vaca. Der genaue Ablauf ist in mei­nen vie­len Bei­trä­gen nach­zu­le­sen. „Ein erup­ti­ver Pro­zess wird sehr wahr­schein­lich“ vom 19. Sep­tem­ber 2021.

Es stellt sich für mich nur die Fra­ge, war­um man eine PEVOLCA (Kri­sen­stab) oder eine Vul­ka­n­am­pel hat, die erst war­nen, wenn das Ereig­nis schon ein­ge­tre­ten ist. Panik ver­mei­det man nicht mit Hoff­nung und Unwis­sen­heit. Der PEVOLCA war bereits Tage zuvor längst klar, dass es zu einer Erup­ti­on kom­men wird. Das hat­te auch María José Blan­co von der IGN ein­ge­räumt. Ande­re poli­ti­sche Kräf­te in der PEVOLCA woll­ten wohl kei­ne Unru­he erzeu­gen. Ob das der rich­ti­ge Weg war, Leben und Eigen­tum zu schüt­zen, stel­le ich in den Raum.

Ein ähn­li­cher Vor­gang konn­te auch bei der Eldis­cre­to Erup­ti­on auf der Insel El Hier­ro vor 11 Jah­ren beob­ach­tet werden.

Mittwoch, der 8. Juni 2022

8.40 Uhr – Das Cabil­do wird über dem Lava­feld eine Not­lei­tung bau­en, um Was­ser nach Las Hoyas und El Remo zu brin­gen. Die Lei­tung wird eine Län­ge von 9 Kilo­me­tern (1.700 Meter über dem Lava-Strei­fen) haben und die Was­ser­men­ge 1.500 Kubik­me­ter pro Stun­de betragen.

8.50 Uhr Ryan­air eröff­net im nächs­ten Win­ter 11 neue Stre­cken mit den Kana­ri­schen Inseln, eine davon von La Pal­ma nach Mai­land.

Donnerstag, der 9. Juni 2022

8.50 Uhr - Beein­dru­cken­de Bil­der, die die hohen Tem­pe­ra­tu­ren demons­trie­ren, die nur weni­ge Zen­ti­me­ter unter­halb der Ober­flä­che der Lava­strö­me liegen. 

14.30 Uhr – Ein Hub­schrau­ber der Emer­gen­cy and Res­cue Group (GES) ret­te­te einen 83-jäh­ri­gen Mann mit leich­ten Prel­lun­gen, der am Don­ners­tag in Tija­ra­fe in eine Schlucht gestürzt war. Das Ereig­nis ereig­ne­te sich um 08:30 Uhr, als das Not­fall- und Sicher­heits­ko­or­di­na­ti­ons­zen­trum (Cecoes) 1−1−2 der Regie­rung der Kana­ri­schen Inseln einen Alarm erhielt, in dem medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung für eine Per­son ange­for­dert wur­de, die in die Schlucht von Lomo Gon­za­lo gestürzt war.

Freitag, der 10. Juni 2022

8.30 Uhr - So sah ges­tern die Kra­ter­land­schaft um den Vul­kan Cabe­za aus. Mor­gen wer­de ich mir selbst ein Bild von der Lage machen und berichten.

8.35 Uhr – Das Cabil­do nimmt die 250 Sofas ent­ge­gen, die der Stadt­rat und Geschäfts­leu­te von Pilas für die betrof­fe­nen Men­schen gespen­det haben. Im ver­gan­ge­nen April führ­ten der Stadt­rat und der Unter­neh­mer­ver­band eine wich­ti­ge Akti­on in der sevil­lani­schen Gemein­de unter dem Namen „Das längs­te Sofa Spa­ni­ens“ durch, bei der die 250 Modu­le zusam­men­ka­men, um das längs­te Sofa des Lan­des mit einer Län­ge von 500 Metern zu ent­wer­fen, auf dem 1.500 Per­so­nen Platz haben.

Sessel

16.30 Uhr - Der Ver­brau­cher­preis­in­dex (CPI) auf den Kana­ri­schen Inseln steigt wei­ter an und ver­zeich­ne­te im Mai einen Anstieg von 7,3 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat auf­grund des Anstiegs der Lebensmittel‑, Woh­nungs- und Ben­zin­prei­se, so die ver­öf­fent­lich­ten Daten Frei­tag vom Natio­nal Insti­tu­te of Sta­tis­tics (INE).

Samstag, der 11. Juni 2022

13.20 Uhr - Heu­te kom­men die Neu­ig­kei­ten etwas spä­ter, da ich am Vor­mit­tag bis auf 300 Meter am Vul­kan Cabe­za war. Es wird einen extra Bei­trag mit Fotos geben.

  • Fort­set­zung folgt

Wetteraussichten für La Palma



8 Kommentare zu "Historie: Mit Vulkanen auf La Palma leben"

  1. Hal­lo Man­fred, Dan­ke für die­se inter­es­san­ten Fak­ten. Woher hast du das alles? Gibt es emp­feh­lens­wer­te Lite­ra­tur darüber?

    • Manfred Betzwieser | 7. Juni 2022 um 16:23 | Antworten

      Hal­lo Frank – 

      Das weiß man ein­fach. Habe schließ­lich vor Jah­ren ein Buch (es waren sogar zwei) dar­über geschrie­ben. Vie­les ange­le­sen, erfragt und ein­zel­ne Infor­ma­tio­nen müh­sam gesucht. Die Quel­len sind vielseitig.

  2. Hal­lo Man­fred, dan­ke für dei­ne detail­lier­te Dar­stel­lung, fin­de es groß­ar­tig, das du dein jah­re­lan­ge erar­bei­te­te Wis­sen hier wei­ter gibst. Fol­ge dir seit dem Aus­bruch, dei­ne Infos und Berich­te mit­samt vie­ler fun­diert guten Kom­men­ta­ren, gaben ein rea­lis­ti­sches Bild der jeweils aktu­el­len Lage. La Pal­ma ist eine Vul­kan­in­sel, die auch in Zukunft hohe Risi­ken eines wei­te­ren Aus­bruchs birgt. Die Hoff­nung bleibt, daß die Ver­ant­wort­li­chen gelernt haben, anders und frü­her reagie­ren. Net­te Grü­ße aus der Rhön 

    • Christian Steiner | 8. Juni 2022 um 19:49 | Antworten

      Wenn die Aus­brü­che im Bereich der Cumbre Vie­ja wie zuletzt alle 20 – 50 Jah­re statt­fin­den, wer­den das beim nächs­ten Aus­bruch ziem­lich sicher ande­re Ver­ant­wort­li­che sein. Dass die aus dem aktu­el­len Aus­bruch gel­ent haben, hal­te ich für unwahr­schein­lich. Eher könn­te der tech­no­lo­gi­sche Fort­schritt irgend­wann dazu füh­ren, dass man Aus­brü­che zuver­läs­si­ger und orts­ge­nau­er vor­aus­sa­gen kann. Und ich glau­be, dass dann auch kon­kre­ter gewarnt würde.

      Dazu kommt, dass man die­ses Mal den Aus­bruch nicht bei Todo­que, son­dern bei Las Man­chas erwar­tet hat­te. Dass er so viel grö­ßer als die letz­ten Aus­brü­che wer­den wür­de, war m. W. nicht abzu­se­hen. Wenn man Las Man­chas vor­her eva­ku­iert hät­te, hät­te das kaum Hab und Gut geret­tet; eher hät­te es Zusatz­auf­wand ver­ur­sacht, da dann Möbel hin­ter­her wie­der außen­rum zurück hät­ten trans­por­tiert wer­den müs­sen. Und viel­leicht sogar zusätz­li­che Ver­lus­te, da eini­ge Leu­te viel­leicht z. B. nach La Lagu­na geflüch­tet wären, das als deut­lich weni­ger gefähr­det galt.

      Man sieht ja am Lava­strom von 1949, dem Letz­ten in die­ser Gegend, dass nicht jeder Aus­bruch so viel Scha­den ver­ur­sacht wie die­ser. Ob da eine groß­räu­mi­ge Eva­ku­ie­rung des gesam­ten poten­ti­ell betrof­fe­nen Gebiets zu ver­mit­teln gewe­sen wäre – also min­des­tens von Jedey bis Taju­ya -, wage ich zu bezweifeln.

      Ich sehe auch, dass man kla­rer hät­te kom­mu­ni­zie­ren kön­nen, dass ein Aus­bruch bevor steht. Es gab aber auch so zumin­dest im Raum Las Man­chas eine sehr kon­kre­te Auf­for­de­rung, sich auf eine sehr kurz­fris­ti­ge zeit­na­he Eva­ku­ie­rung vor­zu­be­rei­ten. Wer halb­wegs rea­lis­tisch denkt, ver­steht auch das. Und wer so etwas als Panik­ma­che abtut und sich nicht vor­be­rei­tet, hät­te sich auch nicht so ein­fach vor dem Aus­bruch eva­ku­ie­ren lassen.

      Auch von mir übri­gens vie­len Dank an Man­fred für die sehr gute Zusam­men­fas­sung. Ich hal­te auch die Kri­tik an PEVOLCA für berech­tigt, auch wenn ich sie hier eher in Schutz neh­me. Wenn jemand umge­kehrt PEVOLCA für unschul­dig erklärt hät­te, weil das Wis­sen für kon­kre­te Pro­gno­sen nicht aus­reicht, hät­te ich ver­mut­lich ganz anders geant­wor­tet. Ich ver­su­che immer, alle Sei­ten der Medail­le zu sehen, und lege mit mei­nen Argu­men­ten den Fokus auf die bis­her weni­ger beach­te­te Seite.

  3. Lie­ber Man­fred, ein klei­nes Lebens­zei­chen von mir, da ich inzwi­schen wegen aku­ten Zeit­man­gels auch eher zu den stil­len Mit­le­sern zäh­le. Bin sehr gespannt auf Dei­nen ange­kün­dig­ten Aus­flugs­be­richt vom Cabe­za de Vaca. Sei herz­lich gegrüßt, Sebastian

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