Warum kommt die Bananenproduktion erst 2023 wieder in Gang?

Bananen - Bananenproduktion

90 % der Bananenproduktion auf La Palma liefert in Kürze wieder -

Die Bana­nen­pro­duk­ti­on im Vul­kan­rand­ge­biet auf der West­sei­te von La Pal­ma wird sich nach Mei­nung von Dom­in­go Mar­tín Orte­ga, Prä­si­dent der Ver­ei­ni­gung der Bana­nen­pro­du­zen­ten­or­ga­ni­sa­tio­nen der Kana­ri­schen Inseln, inner­halb der nächs­ten ein bis zwei Jah­re erho­len und wie­der Bana­nen pro­du­zie­ren und ern­ten können.

Es ist die posi­ti­ve Aus­sa­ge und zugleich pes­si­mis­ti­sche Mei­nung eines Agrar­funk­tio­närs, der es eigent­lich bes­ser wis­sen müss­te. Es geht um die vom Lava­strom des Vul­kans ver­schon­ten Gebie­te auf der West­sei­te um La Lagu­na bis Todo­que auf La Pal­ma. Anbau­ge­bie­te, die nur vom Aschen­re­gen des Vul­kans Tajo­gai­te betrof­fen waren.

Gebie­te unter der meter­ho­hen Lava­schich­ten sind unwie­der­bring­lich zer­stört und soll­ten nicht wie­der auf­ge­baut werden.

Die rest­li­chen Bana­nen­stau­den sind in ihrer Grund­struk­tur vor­han­den, nur müs­sen neue Able­ger, die sich aus den Wur­zel­stäm­men ent­wi­ckeln, erst zur Grö­ße und Rei­fe kom­men. Das Was­ser­pro­blem ist inzwi­schen gelöst und neu geleg­te Lei­tun­gen und Kanä­le brin­gen das not­wen­di­ge Was­ser. In 9 Mona­ten bringt es ein neu­er Able­ger bis zur Rei­fe und damit zur Ernte.

In den letz­ten Tagen habe ich auf einer benach­bar­ten Plá­ta­no Plan­ta­ge auf der Ost­sei­te eini­ge Ein­drü­cke gesam­melt und ein Video erstellt.

Erfolgreiche Bananenzucht geht nicht ohne Wasser

Bananenanbau auf La Palma

Befahr­ba­re Wege und Pis­ten in die abge­schnit­te­nen Bana­nen­an­bau­ge­bie­te sind inzwi­schen pla­niert und aus­ge­bes­sert oder wer­den in den kom­men­den Wochen fer­tig­ge­stellt. Nach Aus­sa­ge des Funk­tio­närs von Aspro­can leben 70 % der Land­wir­te auf La Pal­ma vom Bana­nen­an­bau. Um es in einem rea­lis­ti­schen Bild zu zei­gen, lebt die Insel ins­ge­samt zu 50 % vom Tou­ris­mus und unge­fähr 50 % von der Land­wirt­schaft und davon 70 % vom Bana­nen­an­bau.

Wobei der Bana­nen­an­bau nur dank hoher EU-Sub­ven­tio­nen über­le­ben kann. Rund die Hälf­te der Ein­nah­men der kana­ri­schen Plá­ta­n­e­ros stam­men aus öffent­li­chen Kas­sen. Ob dies sinn­voll und in Zukunft wei­ter finan­zier­bar ist, darf sich jeder selbst überlegen.

Es gibt auch ande­re Pflan­zen­ar­ten, die gefragt und ohne Sub­ven­ti­on gute Prei­se brin­gen, ohne die­sen hohen Was­ser­ein­satz. Nur weil La Pal­ma seit Jahr­hun­der­ten Bana­nen anbaut, soll­te ein Nach­den­ken nach Alter­na­ti­ven doch mög­lich sein.

La Palma - Gewaltige Atlantikwellen...
La Palma - Gewaltige Atlantikwellen nagen an der Küste

19.40 Uhr - Das Cabil­do de La Pal­ma hat die Arbei­ten zur Anpas­sung der Fran San­ta­na-Stre­cke abge­schlos­sen, sodass ab die­sem Sams­tag, dem 10. Sep­tem­ber, die Durch­fahrt von Fahr­zeu­gen ent­lang die­ser Stre­cke geneh­migt wird, die als Alter­na­ti­ve zum Fahr­zeug­ver­kehr zwi­schen El Paso und Las Man­chas bzw. Fuen­ca­li­en­te ermöglicht.

20.00 UhrKöni­gin Leti­zia eröff­net das Schul­jahr auf La Pal­ma mit fast hun­dert vom Aus­bruch betrof­fe­nen Schülern.

Königin Letizia von Spanien

  • Fort­set­zung folgt

 

Wetteraussichten für La Palma



4 Kommentare zu "Warum kommt die Bananenproduktion erst 2023 wieder in Gang?"

  1. Hal­lo Manfred
    schön das wir einer Mei­nung sind und sie die­sen sub­ven­tio­nier­ten Bana­nen­an­bau eben­so kri­tisch sehen. Wie schon in mei­nem Post vor eini­gen Wochen sehe ich auch die­se Pro­ble­ma­tik und es gäbe weit­aus mehr Alter­na­ti­ven etwas sinn­vol­les anzu­bau­en, gera­de in der jet­zi­gen Krise.

    • Wir hat­ten frü­her sehr ertrag­rei­che und frucht­ba­re Getrei­de- und Gemü­se­fel­der auf der Hoch­ebe­ne von El Paso (links vom Tun­nel­ein­gang von der West­sei­te). Die­ser Mut­ter­bo­den wur­de in den 1960er Jah­ren sys­te­ma­tisch abge­tra­gen, um die Lava­fel­der bei La Bom­bil­la auf­zu­fül­len, wo heu­te Bana­nen wach­sen bzw. wie­der 2021 teil­wei­se von Lava auf­ge­füllt wurden.
      Ohne Hirn und Ver­stand nur um den Pla­ta­nos Bestand zu meh­ren und noch mehr Sub­ven­tio­nen ein­zu­strei­chen. Mit Öko­lo­gie und Nach­hal­tig­keit hat das nichts mehr zu tun. Hof­fe nur, dass die selbst­er­nann­te „Öko­in­sel“ jetzt nicht den glei­chen Feh­ler wie­der begeht.

      • Hal­lo Manfed,
        Vie­len Dank für das wirk­lich infor­ma­ti­ve und inter­es­san­te Video von der Bewäs­se­rung der Bana­nen­plan­ta­gen. Es ist natür­lich sehr viel Was­ser, für den Ertrag der Bana­nen. Aber viel­leicht ändert sich ja in Zukunft etwas, und es ergibt sich eine neue Mög­lich­keit für die Pal­me­ros, ihren Lebens­un­ter­halt zu bestrei­ten. Dann könn­te man die Sub­ven­ti­ons­gel­der anders ver­tei­len. Was das aller­dings sein könn­te, weiß ich lei­der auch nicht. Es ist halt eine schwie­ri­ge Situa­ti­on im Moment.
        Jeden­falls drü­cke ich wei­ter­hin die Dau­men, dass sich eine Mög­lich­keit auftut.
        Vie­len Dank für eine immer inter­es­san­te Berichterstattung,
        Wir waren 3 mal auf der Insel und ich habe sie in mei­nem Herzen…
        Lie­be Grüße …

      • Lie­ber Man­fred, Gier frisst Hirn…dieser Spruch wird immer wie­der zur Tat­sa­che wer­den und mei­ner Mei­nung nach wird sich an dem völ­lig sinn­lo­sen Bana­nen­an­bau auch in Zukunft nichts ändern, leider!

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