Tornado vor der Küste der Insel

Tornado

La Palma und seine Naturgewalten

Ob Wind­ho­se oder Tor­na­do, gemeint ist das­sel­be: Die Rede ist von säu­len­för­mi­gen Wir­bel­stür­men, die viel kurz­le­bi­ger und ört­lich begrenz­ter auf­tre­ten als Hur­ri­ka­ne, des­halb aber kei­nes­wegs harm­los sind.

TornadoGes­tern abend kurz vor dem Dun­kel­wer­den wur­den wir von einem Tor­na­do auf dem Meer ver­blüfft. Er war bereits mit sei­nem Rüs­sel im Was­ser, wir rann­ten zu den Foto­ap­pa­ra­ten ins Haus, konn­ten aber lei­der nur noch den sich lang­sam wie­der ver­klei­nern­den Wir­bel im Bild fest­hal­ten”

so die ver­blüff­ten Anwoh­ner in Tiga­la­te auf der Ost­sei­te (Foto: Win­nie).

Die­ses Tor­na­do Wet­ter­phä­no­men lässt sich ab und zu vor den Küs­ten von La Pal­ma beob­ach­ten. Meist erschei­nen die­se Tor­na­dos uner­war­tet eini­ge Kilo­me­ter vor der Küs­te, um genau­so schnell wie­der zu ver­schwin­den.

Auch drei Tor­na­dos gleich­zei­tig und schön auf­ge­reiht neben­ein­an­der waren vor San­ta Cruz de La Pal­ma bereits zu beob­ach­ten. Dem Mas­siv der Insel kom­men sie aller­dings nicht näher, was wahr­schein­lich mit den Strö­mungs­ver­hält­nis­sen um die hohe Berg­ket­te zusam­men hängt.

TornadoSo unge­fähr kann der beob­ach­te­te Tor­na­do aus­ge­se­hen haben (Foto: NOAA). Der bis auf die Mee­res­ober­flä­che rei­chen­de Schlauch kann je nach Inten­si­tät im Zen­trum schwe­re Schä­den anrich­ten.

Klei­ne­re Fischer­boo­te oder Jach­ten die in das “Auge” des Tor­na­do gera­ten, bekom­men die gan­ze Kraft die­ses Natur­spek­ta­kel zu spü­ren. Schä­den oder Men­schen­le­ben gibt es aller­dings auf den Kana­ren (bis­her) nicht zu ver­zeich­nen.

Auch in der Lite­ra­tur ver­gan­ge­ner Zei­ten, wird immer wie­der von Tor­na­do oder einer Wind­ho­se berich­tet. Ob sich durch die glo­ba­le Kli­ma­ver­än­de­rung Tor­na­dos in unse­ren Gewäs­sern nun häu­fen oder an Stär­ke zuneh­men, lässt sich nicht beant­wor­ten.

Natur­ge­wal­ten wie Vul­ka­ne, sint­flut­ar­ti­ge Regen­fäl­le, gewal­ti­ge Atlan­tik­wel­len oder Stür­me sind wir gewohnt.

Fakt ist aller­dings auch, dass La Pal­ma am 22. Novem­ber 2005 erst­mals einen Hur­ri­kan erleb­te.

Mit Wind­spit­zen von 154 km/h ver­ur­sach­te der Hur­ri­kan Del­ta (als tro­pi­scher Wir­bel­sturm ange­kün­digt) gro­ße Schä­den. 19 Men­schen ver­lo­ren auf den Kana­ren ihr Leben. Der Scha­den lag bei 312 Mio. Euro. Wer die­sen Hur­ri­kan vor 10 Jah­ren erlebt hat, wird die Gewalt der Natur nie­mals mehr ver­ges­sen.

Tornado – die Voraussetzungen zur Entstehung

TornadoRotie­ren­de Luft­säu­len ent­ste­hen, wenn zwei gro­ße Luft­mas­sen unter­schied­li­cher Tem­pe­ra­tur und Feuch­tig­keit auf­ein­an­der tref­fen, es also am Boden sehr warm und tro­cken, in gro­ßer Höhe aber sehr kalt und feucht ist.

Außer­dem muss in gro­ßer Höhe ein star­ker Sei­ten­wind wehen, der die auf­stei­gen­de war­me Luft andreht. Dadurch wächst aus der Wol­ke die Wind­ho­se Rich­tung Boden.

Hier mehr zur Ent­ste­hung von Tor­na­dos

Die Bezeich­nung Tor­na­do hat sei­nen Ursprung in der spa­ni­schen Spra­che (tor­nar bedeu­tet im spa­ni­schen „umkeh­ren oder wen­den”). Cha­rak­te­ris­tisch für die­sen klein­räu­mi­gen Luft­wir­bel ist die annä­hernd senk­rech­te Dreh­ach­se, bei der sich der Wir­bel durch­ge­hend vom Boden bis zur Wol­ken­un­ter­gren­ze erstreckt. Der Durch­mes­ser die­ses Wir­bels – auch Rüs­sel genannt – kann über eini­ge Meter bis hin zu 500 m oder sogar bis über 1 km betra­gen.
Die höchs­te je regis­trier­te Wind­ge­schwin­dig­keit inner­halb eines Tor­na­dos wur­de am 03. Mai 1999 in Okla­ho­ma (USA) mit 510 km/h gemes­sen. Das ist die größ­te je regis­trier­te Wind­ge­schwin­dig­keit auf der Erd­ober­flä­che über­haupt.



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