Das Leben unter einem tobenden Vulkan

Lavastrom - tobenden Vulkan

Ich dachte, wir seien im Paradies -

Für die Men­schen ist es nicht ein­fach unter einem toben­den Vul­kan zu leben. Auch wenn eine Sperr­zo­ne von 2 Kilo­me­ter um den Vul­kan Cabe­za gezo­gen und alle Bewoh­ner eva­ku­iert wur­den, ist der toben­de Vul­kan greif­bar, sicht­bar, hör­bar und wird gespürt. 24 Stun­den am Tag wird das Ari­dane­tal um El Paso, Los Lla­nos de Ari­da­ne, Taza­cor­te der Natur­ge­walt aus­ge­setzt und seit über 3 Wochen bestimmt er den Tagesablauf.

Vie­le hal­ten die Angst nicht mehr aus und sind nach Nor­den oder Osten von La Pal­ma zu Ver­wand­ten und Freun­den geflo­hen. Wer kann hat die Insel auch ver­las­sen. Täg­lich kom­men die Fred Olsen und Navie­ra Armas Fäh­ren und brin­gen fri­sche Hilfs­kräf­te und Mate­ri­al, für die Rück­fahrt ste­hen die Men­schen in Schlan­gen um schnell die Insel zu verlassen.

Bis zu 3000 Per­so­nen pro Tag wur­den schon gezählt, da der Flug­ha­fen wegen Asche­re­gen oft geschlos­sen ist und dies die ein­zi­ge Mög­lich­keit ist zu ent­kom­men.  Es ist fast ein vor­über­ge­hen­der Exo­dus von La Pal­ma, ange­sichts der Angst, die die Bevöl­ke­rung trotz der PEVOLCA Beteue­rung  alles sei „nor­mal und ruhig“ nicht glau­ben will. Nor­mal mag es für die Wis­sen­schaft­ler sein … vie­le Bewoh­ner sehen es lie­ber aus der Ferne.

Es ist nicht ein­fach, nachts mit einem stän­di­gen Dröh­nen im Trom­mel­fell zu schla­fen, mit minu­ten­lan­gen Explo­sio­nen, die alles im Haus erzit­tern lassen.

Es ist nicht ein­fach, tags­über zu arbei­ten, wäh­rend die Asche fällt und Ihr Auto, die Stra­ßen oder die gesam­te Nach­bar­schaft bedeckt. Es ist nicht ein­fach, auf La Pal­ma ein Geschäft zu füh­ren, wenn Men­schen eva­ku­iert, ein­ge­engt oder ver­ängs­tigt sind.

Es ist nicht leicht, den Schall­wel­len oder den Gerü­chen eines bestimm­ten gas­för­mi­gen Gestanks zu wider­ste­hen, der nicht, laut PEVOLCA, gesund­heits­schäd­lich ist. Oder einem klei­nen Kind zu erklä­ren, dass es auf einer Insel mit der sau­bers­ten Luft der Welt lebt.

Es ist trau­rig, wie plötz­lich aus unse­rem klei­nen Para­dies eine Höl­le wird. Der Trost, der uns bleibt und uns hält – alles ist ver­gäng­lich und es kom­men auch wie­der bes­se­re Zei­ten. Viel­leicht noch 3 oder 4 Wochen und dann wird auch die Son­ne wie­der sicht­bar und der Vul­kan Cabe­za wird zur Geschichte.

Noch haben wir aber einen tobenden Vulkan

Vie­le Beben in der ver­gan­ge­nen Nacht. Das stärks­te Beben von ML4,1 aus 37 km Tie­fe unter Mazo am Mor­gen um 8.25 Uhr.

Vulkan

Kräf­ti­ge Lava­strö­me die der Schwer­kraft fol­gend ihren Weg zum Meer suchen. Der Nach­schub am Vul­kan Cabe­za bleibt nicht aus und wird immer mehr. Wenn die Strö­me so wei­ter flie­ßen, ste­hen heu­te neue Eva­ku­ie­run­gen an.

Der Flug­ha­fen kann wei­ter ange­flo­gen wer­den. Wenn auch unre­gel­mä­ßig und mit Ver­spä­tung und aus Nor­den. Es sind nur Bin­ter Flie­ger die mit dem Wind lan­den müs­sen. Die Schwe­fel- und Asche­wol­ke hängt im süd­li­chen Bereich und den gilt es zu meiden.

10.00 Uhr - Die Pevol­ca hat das Ende der Aus­gangs­sper­re ange­ord­net, da das Risi­ko gif­ti­ger Dämp­fe im Bereich des Gewer­be­ge­biets Cal­le­jón de la Gata in Los Lla­nos nicht mehr vorliegt.

11.00 Uhr - Vor 10 Jah­ren begann die Erup­ti­on des Eldis­cre­to vor El Hier­ro. Die Tago­ro (Neubenennung)-Eruption (2011−2012) dau­er­te 145 Tage, die zweit­längs­te der his­to­ri­schen Erup­tio­nen auf den Kana­ri­schen Inseln, und das Gesamt­vo­lu­men des bei die­ser Unter­was­sere­rup­ti­on frei­ge­setz­ten Mate­ri­als betrug 329 Mil­lio­nen Kubik­me­ter. Zum Nach­le­sen

11.30 Uhr - Heu­te ist spa­ni­scher Natio­nal­fei­er­tag und Tag der Guar­dia Civil. Wie das „Fei­ern“ im Vul­kan­ge­biet La Pal­ma am Cen­tro de Visi­tan­te in El Paso aus­sieht ein Video:

 

14.00 UhrPevol­ca hat die Eva­ku­ie­rung von etwa 700 Bewoh­nern ver­schie­de­ner Ker­ne des Vier­tels La Lagu­na in Los Lla­nos ange­ord­net, da der Lava­strom wei­ter nord­west­lich vor­dringt und die Nähe zu der bereits eva­ku­ier­ten Grenz­zo­ne des Peri­me­ters liegt. Das hat sich schon ges­tern abge­zeich­net (Dan­ke an Neil).

Das zu eva­ku­ie­ren­de Gebiet umfasst gemäß der von Pevol­ca erlas­se­nen Anord­nung „zwi­schen dem Cami­no de Cruz Chi­ca an der Kreu­zung mit dem Cami­no Nicolás Bri­to Pais und von die­sem Punkt bis zur Kreu­zung mit der LP-213 (Las Mar­telas – Kiko Haus). Abstieg bis zur Kreu­zung mit der Haupt­stra­ße von Los Lla­nos de Ari­da­ne nach Puer­to Naos. Die Stra­ßen sind ent­hal­ten: Cami­no los Bre­ñus­cos, Cami­no del Mon­te bis Num­mer 21 (inklu­si­ve), Cami­no las Casi­tas und Cami­no los Barretos“.

Von 13:00 bis 19:00 Uhr müs­sen die von die­ser Eva­ku­ie­rungs­an­ord­nung betrof­fe­nen Per­so­nen ihre Häu­ser mit ihren Hab­se­lig­kei­ten und Haus­tie­ren räu­men und sich zum Treff­punkt auf dem Cam­po de Lucha Cami­no León de los Lla­nos de Ari­da­ne bege­ben. Das von der Eva­ku­ie­rung betrof­fe­ne Gebiet:

 

15.30 UhrTie­re, meist ehe­ma­li­ge Haus­tie­re, sind in den Enkla­ven zwi­schen den Lava­strö­men bei Todo­que ein­ge­schlos­sen. Es wird ver­sucht mit­tels Droh­nen Was­ser und Nah­rungs­mit­tel dort abzusetzen.

17.00 Uhr – Die in La Lagu­na eva­ku­ier­ten Per­so­nen mit Mobi­li­täts­pro­ble­men wer­den in die El-Fuer­te-Kaser­ne nach Bre­na Baja gebracht, der Rest kommt in die Sport­hal­le Cami­lo León in Los Lla­nos de Ari­da­ne, um eine Tria­ge durch­zu­füh­ren. Spä­ter wer­den sie im Hotel Princess in Fuen­ca­li­en­te, in dem sich noch 237 wei­te­re eva­ku­ier­te Men­schen auf­hal­ten, untergebracht.

Ins­ge­samt wur­den mehr als 6.200 Men­schen durch die Erup­ti­on des Vul­kans aus ihrer Hei­mat vertrieben.

17.30 Uhr - Fast alle Beben heu­te kom­men aus 10 und 13 km Tie­fe. Dem ver­mu­te­ten Stand­ort der klei­ne­ren Mag­ma­kam­mer oder Magmab­la­se. Der stärks­te Erd­stoß um 16.52 Uhr mit ML3,8 aus dem eigent­li­chen Zen­trum in 36 km Tiefe.

18.00 Uhr - Die von der Lava des Vul­kans Cabe­za betrof­fe­ne Flä­che über­schrei­tet an die­sem Diens­tag 612 Hekt­ar, das sind 21 mehr als am gest­ri­gen Mon­tag, berich­tet der Len­kungs­aus­schuss des Son­der­plans für Bevöl­ke­rungs­schutz und Not­fall­hil­fe für das Vul­kan­ri­si­ko der Kana­ri­schen Inseln (Pevol­ca).

18.45 Uhr – Blan­co von der IGN erklär­te, dass sich in den letz­ten Stun­den das Signal des vul­ka­ni­schen Tre­mors ver­stärkt hat, was im Prin­zip auf einen höhe­ren Gas­ge­halt in dem aus dem Erup­ti­ons­zen­trum aus­tre­ten­den Mag­ma hin­weist. Eben­so beton­te sie, dass die vom Aschefall am stärks­ten betrof­fe­nen Gebie­te die Ost- und West­hän­ge von La Pal­ma sein wer­den. Aus die­sem Grund dürf­te der Betrieb des Flug­ha­fens beein­träch­tigt werden.

Tat­säch­lich erreicht die Höhe der Asche- und Gas­säu­le heu­te 3.500 Meter und obwohl die Bri­sen für die Luft­qua­li­tät güns­tig sind, wer­den sie mor­gen die Asche nach Wes­ten und Osten von La Pal­ma und haupt­säch­lich nach Süden tra­gen, und Asche wird auch im Süden von Tene­rif­fa fal­len. Der Vul­kan hat ges­tern 21.868 Ton­nen Schwe­fel­di­oxid und 1.848 Ton­nen Koh­len­di­oxid ausgestoßen.

 

  • Fort­set­zung folgt

 

Wetteraussichten für La Palma



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