Klimawandel schuld an Kanaren Waldbränden

Ist es die Natur oder doch der Mensch ?

Dem Kli­ma­wan­del wird ger­ne die Ver­ant­wor­tung für die gro­ßen Wald­brän­de auf den Kana­ri­schen Inseln in die Schu­he gescho­ben. Der Kli­ma­wan­del als ein gro­ßes nicht direkt fass­ba­res Mons­trum, das die Mensch­heit bedroht.

Kei­ner fühlt sich selbst dafür ver­ant­wort­lich. Es sind die glo­ba­len Ver­ur­sa­cher und die Natur selbst die die­se Feu­er Kata­stro­phen aus­lö­sen – so ist es oft zu hören.

Löschmannschaften - Klimawandel

Einen lang­sa­men Kli­ma­wan­del gab es schon immer. Auch auf den Kana­ren gab es Zei­ten mit gro­ßer Tro­cken­heit und Epo­chen mit ergie­bi­gen Nie­der­schlä­gen. Selbst die nur weni­ge hun­dert Kilo­me­ter ent­fernt lie­gen­de Wüs­te Saha­ra war einst eine grü­ne und blü­hen­de Oase. In gro­ßen Zeit­räu­men von rund 6.000 Jah­ren voll­zog sich lang­sam immer wie­der ein Wech­sel der Wol­ken und Mee­res­strö­mun­gen und damit des Kli­mas.

Auch Wald­brän­de gab es schon immer auf Gran Cana­ria, La Gome­ra oder La Pal­ma. Dort wo Wäl­der und viel Koh­len­stoff vor­han­den war, fand auch das Feu­er rei­che Nah­rung. Ein Blitz­schlag genüg­te und die Insel stand in Flam­men. Gelöscht hat nie­mand. Solan­ge Nach­schub vor­han­den war, brann­ten die Feu­er. Nur ein kräf­ti­ger Regen konn­te die Flam­men ersti­cken.

Pflanzen passen sich dem Klimawandel an

Nicht umsonst haben unse­re Kana­ri­schen Kie­fern (Pinus cana­ri­en­sis) im Lau­fe der Evo­lu­ti­on eine extrem dicken Bor­ke ent­wi­ckelt. Gro­ße Hit­ze kann über meh­re­re Stun­den vom Herz des Bau­mes abge­hal­ten wer­den. Selbst wenn alle Nadeln und ein Teil der Äste abge­brannt sind und der Baum zunächst einen toten Ein­druck hin­ter­lässt, über­lebt er. Bereits nach weni­gen Wochen sind bereits die jun­gen neu­en Trie­be zu erken­nen.

Nach dem Waldbrand

Nach dem gro­ßen Feu­er im Jah­re 2016 bei Fuen­ca­li­en­te auf La Pal­ma

Rund 95 Pro­zent der Pinus cana­ri­en­sis über­lebt einen Feu­er­sturm. Die Hit­ze des Feu­ers, kann auch Samen zum Kei­men brin­gen, der sonst wei­ter im Boden schla­fen wür­de. Auf El Hier­ro, La Gome­ra und auch auf La Pal­ma habe ich nach Wald­brän­den Pflan­zen ent­deckt, die frü­her dort nicht gewach­sen sind. Alte modern­de Stäm­me und viel Unter­holz war ver­schwun­den und stand nun als Dün­ge­ra­sche zur Ver­fü­gung. Mehr Son­nen­licht kann bis auf den Wald­bo­den durch­drin­gen und neu­es Leben för­dern.

Nach 20 Jah­ren erin­nern nur noch die ange­ko­kel­ten schwar­zen Stäm­me und die etwas bizar­re Wuchs­form der Kie­fern an den eins­ti­gen gro­ßen Wald­brand.

Der Mensch brachte das Feuer

Erst mit dem Men­schen wur­de die wil­de Land­schaft ver­än­dert. Wald wur­de gero­det und Fel­der und Behau­sun­gen ange­legt. Er brach­te Feu­er­zeu­ge, Schweiß­ge­rä­te oder Strom auf die Inseln. Waren es frü­her die eher sel­te­nen Blit­ze die einen Wald­brand ent­fach­ten, so gibt es heu­te vie­le aus­lö­sen­den Feu­er­quel­len.

Brennender Linienbus

Der rau­chen­de Lini­en­bus die­se Woche am alten Flug­platz

Fast alle Brän­de auf den Kana­ren wer­den von Men­schen ver­ur­sacht. Das sagt auch der Kana­ren­prä­si­dent Tor­res. Ob unbe­wusst, absicht­lich, fahr­läs­sig oder rück­sichts­los.

Ob durch Grill­feu­er, Feu­er­werk, Über­land­lei­tun­gen, eine weg­ge­wor­fe­ne Kip­pe oder Schweiß­ar­bei­ten. Ohne Men­schen gäbe es die­ses Pro­blem Anhäu­fung erst gar nicht.

Die Explo­si­on einer Spray­do­se auf­grund der hohen Tem­pe­ra­tu­ren in Las Tri­ci­as, über­hitz­te Brem­sen eines Lini­en­bus­ses (Foto) am alten Flug­platz oder eine defek­te Steck­do­se in Bre­na Alta kön­nen schnell ein Infer­no aus­lö­sen. Alles erst die­se Woche auf La Pal­ma pas­siert. Je mehr Tech­nik und Bequem­lich­keit Ein­zug hält, des­to grö­ßer das Risi­ko.

Wur­de frü­her das tro­cke­ne Holz von den Wald­bö­den auf­ge­sam­melt, um Feu­er­holz für den Herd zu haben, gibt es heu­te Gas und Strom. Das abge­stor­be­ne Holz bleibt lie­gen und ver­stärkt noch Wald­brän­de.

Globaler Klimawandel mit vielen Ursachen

Auch das Die­sel­au­to in Stutt­gart, das stin­ken­de Strom­werk in San­ta Cruz de La Pal­ma, der Flug in den Urlaub, eine Kreuz­fahrt oder das Abbren­nen des Ama­zo­nas oder das Han­dy in der Hosen­ta­sche begüns­tigt den Kli­ma­wan­del. Schnel­ler, rascher und gründ­li­cher als die Natur dazu in der Lage wäre.

Hit­ze­wel­len, anstei­gen­de Mee­res­tem­pe­ra­tu­ren und mehr Wald­brän­de, hef­ti­ge Stür­me oder sint­flut­ar­ti­ge Regen­fäl­le in Regio­nen die bis­her ver­schont blie­ben. Was soll das gan­ze Bio-Getue um Plas­tik-ver­pack­tes Öko­ge­mü­se aus Chi­na oder Äpfel aus Chi­le.

Wenn „Grü­ne“ und Umwelt Akti­vis­ten mit dem Flug­zeug zur medi­en­wirk­sa­men Demo anrei­sen. Rechts das Han­dy und links die Poly­me­re Was­ser­fla­sche in der Hand. Geklei­det mit einem Shirt aus dem Bil­lig­lohn­land Ban­gla­desch mit dem Auf­druck „Umwelt schüt­zen“.

Wem nützt die gan­ze Hype und das Gedöns? Der Natur und der Umwelt sicher nicht. Hier müs­sen ganz ande­re Wege beschrit­ten wer­den.

Die nächste Waldbrandgefahr!

Auch in Zukunft wird es neue Wald­brän­de geben. Für das kom­men­de Wochen­en­de ist die nächs­te Hit­ze­wel­le für die Kana­ren mit extre­mer Wald­brand­ge­fahr bereits ange­kün­digt. Der Wet­ter­dienst AEMET hat für Sams­tag und Sonn­tag die „Gel­be“ Warn­stu­fe aus­ge­ru­fen.

Noch rau­chen die ver­kohl­ten Baum­stäm­me auf Gran Cana­ria. Die Ein­satz­kräf­te und die BRIF Lösch­bri­ga­de ist nach La Pal­ma zurück­ge­kehrt und steht nun vor Ort wie­der zur Ver­fü­gung. Ein beru­hi­gen­des Gefühl.



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