Warum verblüfft erstarrte Lavaschmelze ?

Lavafluss

Die Zeit einfach eingefroren -

Die ein­drucks­volls­ten For­men von erstarr­ter Lavaschmel­ze auf den Kana­ren gibt es auf La Pal­ma und El Hier­ro. Auf den jüngs­ten Lava-Inseln des Archi­pels erfol­gen bis heu­te immer noch Vul­kan­aus­brü­che (La Pal­ma 1971/ El Hier­ro 2011). Sehr form­schö­ne Lava­flüs­se habe ich auf El Hier­ro gefun­den.

Lavahügel - Lavaschmelze

Mäch­ti­ges Lava­ge­bil­de aus dem 16./ 17. Jahr­hun­dert auf El Hier­ro

Im Gebiet zwi­schen La Res­tin­ga und Tacorón im Süden der Insel sind rie­si­ge Lava­fel­der zu bewun­dern. Es ist der Bereich unweit des erst 2011 aus­ge­bro­che­nen Unter­was­ser­vul­kan Eldis­cre­do (heu­te Tago­ro).

Die vor­ge­fun­den Lava stammt wohl von einer frü­he­ren Erup­ti­on, war aber auf­grund der Tro­cken­heit noch kei­ner gro­ßen wit­te­rungs­be­ding­ten Ero­si­on aus­ge­setzt. Als sei die Lavaschmel­ze erst ges­tern aus­ge­tre­ten, lie­gen heu­te wie einst, die Urkräf­te ein­ge­fro­ren vor dem Auge des Betrach­ters.

Konserven aus der vulkanischen Vergangenheit

StricklavaUm sol­che Struk­tu­ren zu erzeu­gen, müs­sen natür­lich noch eini­ge ande­ren Fak­to­ren vor­lie­gen. Die Mag­ma muss vor dem Aus­tritt rela­tiv dünn­flüs­sig sein, das umlie­gen­de Gelän­de einen ent­spre­chen­den Abfluss­win­kel auf­wei­sen und die 800 bis 1200°C hei­ße Mag­ma schnell erstar­ren kön­nen.

Nur so ver­stei­nert der hei­ße Brei in der Bewe­gung und bringt die­se bizar­ren Lava­for­men her­vor. Beim Anblick die­ser Strick­la­va ist die Ent­ste­hung noch sehr gut zu rekon­stru­ie­ren.

Nach­flie­ßen­de Lava hat sich zu Wuls­ten auf­ge­wor­fen, um wäh­rend des Auf­bau­vor­gangs dann schnell an der Ober­flä­che zu erkal­ten.

Die etwas tie­fe­re Lava­schicht blieb flüs­sig und ist wei­ter Rich­tung Küs­te geflos­sen. Es ent­stan­den klei­ne und gro­ße Hohl­räu­me (Lava­tu­ben) die oft nur weni­ge Zen­ti­me­ter unter der obe­ren Deck­schicht lie­gen. Beim „Her­um kra­xeln“ in die­sen Lava­fel­dern besteht immer die Gefahr ein­zu­bre­chen und sich an dem scharf­kan­ti­gen Gestein ordent­lich zu ver­let­zen oder sich plötz­lich in einer meh­re­ren Meter tie­fen Höh­le wie­der­zu­fin­den.

Lavabrocken - Lavaschmelze

LavatubeEs ist oft nur eine dün­ne Haut die sogar gro­ße Lava­hal­len mit 10 Meter in der Brei­te und 6 bis 8 Meter Tie­fe über­span­nen kön­nen.

Hier links nur zur Demons­tra­ti­on der Auf­bau einer siche­ren klei­nen Lava­tu­be mit sta­bi­ler Deck­schicht. Ob gefähr­lich oder harm­los lässt sich von außen nicht ohne wei­te­res erken­nen.

Am Klang mei­ner Schrit­te und der opti­schen Ein­schät­zung bewe­ge ich mich nor­mal über ein Lava­feld. Bis­her auch ohne Zwi­schen­fall. Der Tou­rist möge die­se Expe­ri­men­te aber erst gar nicht wagen und auf den vor­ge­ge­ben Pfa­den blei­ben.

Erstarrte Lavaschmelze als Blickfang im Norden der Insel

Ein beson­ders inter­es­san­tes Bei­spiel von erstarr­ter Lavaschmel­ze ist im Nor­den von El Hier­ro zu fin­den. Das Pozo de Las Cal­co­sas zeigt, wie sich Lava bei fla­chem Ein­fall­win­kel im Kon­takt mit dem kal­ten Atlan­tik ver­hält.

Pozo de Las Calcosas

Tipp: Blick in die neue Kana­ren Foto-Gale­rie



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