Cabeza-Eruption nach 86 Tagen am Ende

Lavastrom - Cabeza-Eruption

Die Hoffnung stirbt zuletzt – jetzt reicht es !

Die Cabe­za-Erup­ti­on hat mit dem 14. Dezem­ber 2021 ihr Ende gefun­den. Seit die­sem Zeit­punkt zeigt der Vul­kan kei­ne Akti­vi­tät mehr. Nur noch Dämp­fe und Aus­ga­sun­gen am Kegel und den vie­len Lava­strö­men bis zum Meer sind zu beob­ach­ten. Gele­gent­lich noch klei­ne­re Beben als Nach­we­hen. Das stärks­te Erd­be­ben ges­tern Abend um 22.29 Uhr mit ML3,5 aus 36 Kilo­me­ter Tiefe.

Alles zum Sams­tag, dem 18.12.21 auf die­ser Sei­te wei­ter unten

10 Tage will die IGN jetzt abwar­ten um die Cabe­za-Erup­ti­on abzu­schlie­ßen. Mit 86 Tagen wäre es damit der längs­te Vul­kan­aus­bruch in der jün­ge­ren Geschich­te von La Pal­ma. Die Läh­mung der vul­ka­ni­schen Akti­vi­tät in Cumbre Vie­ja setzt sich nach den von den Mess­sys­te­men und der Ober­flä­chen­be­ob­ach­tung gelie­fer­ten Indi­ka­to­ren fort, die die Ten­denz zur „Erschöp­fung“ des Vul­kans bestä­ti­gen. So die Direk­to­rin der IGN María José Blan­co gestern.

Noch gibt es eine gerin­ge Wahr­schein­lich­keit der Wie­der­be­le­bung, da Vul­ka­ne unbe­re­chen­bar sind. Aus den Lava­r­öh­ren fließt immer noch über 400 Grad hei­ße Lava ins Meer aus. Es sind die in den Lava­strö­men gespei­cher­ten Lava­mas­sen, die sich lang­sam ent­lee­ren und dann spä­ter im erkal­te­ten Zustand inter­es­san­te Höh­len hin­ter­las­sen. In eini­gen Jah­ren ein span­nen­des For­schungs­feld für Höh­len­for­scher und Entdecker.

Dann kommt die Zeit nach der Cabeza-Eruption

Erst wenn das gan­ze Gebiet abge­kühlt, sicher und von der Pevol­ca frei­ge­ge­ben ist, wird das gro­ße Erwa­chen kom­men. Nichts wird mehr so wie noch vor 3 Mona­ten sein. Eine kom­plet­te Land­schafts­ver­än­de­rung im Wes­ten wird den Betrach­ter erwar­ten. Dort wo frü­her Dör­fer und Häu­ser stan­den, jetzt alles eine Lavawüste.

Feh­len­de Stra­ßen, kaum noch Infra­struk­tur, nur noch Pflan­zen­in­seln und vie­le Ecken nur noch zu Fuß erreich­bar. Für mich sicher sehr span­nend. Die Sor­gen und das Elend der ehe­ma­li­gen Bewoh­ner, die alles ver­lo­ren haben, bleibt nur zu erah­nen. Eine Kata­stro­phe, die sich abge­zeich­net hat und jetzt erbar­mungs­los zuge­schla­gen hat. Die Natur hat ihre Geset­ze und nimmt auf den Mensch, der nur Teil die­ser Kraft ist, kei­ne Rücksicht.

Ich wer­de eine Fami­lie aus­fin­dig machen, die alles ver­lo­ren hat und drin­gend Unter­stüt­zung benö­tigt. Wie bereits in älte­ren Bei­trä­gen erwähnt, wer­de ich deren Schick­sal vor­stel­len und deren Kon­to­num­mer ver­öf­fent­li­chen. Dann kommt die Hil­fe auch dort an, wo sie am drin­gends­ten gebraucht wird. Ich den­ke, das ist auch im Sin­ne vie­ler Leser.

 

11.20 UhrMit­tei­lung der IGN – Seit der letz­ten Aus­sa­ge wur­den auf der Insel La Pal­ma ins­ge­samt 96 Erd­be­ben geor­tet, von denen zwei von der Bevöl­ke­rung zu spü­ren waren. Die maxi­ma­le auf­ge­zeich­ne­te Magnitu­de beträgt 3,5 (mbLg), was dem gest­ri­gen Erd­be­ben um 22:29 UTC in einer Tie­fe von 36 km ent­spricht. Die mini­ma­le Magnitu­de des loka­li­sier­ten Erd­be­bens betrug 1,1 mbLg. Die Seis­mi­zi­tät, die sich unter dem zen­tra­len Gip­fel befin­det, bleibt in den glei­chen Berei­chen wie in den Vor­ta­gen. Die Erd­be­ben wer­den haupt­säch­lich in zwei Grup­pen ein­ge­teilt, 46 der Erd­be­ben befin­den sich zwi­schen 8 und 16 km Tie­fe und 47 Erd­be­ben in Tie­fen von mehr als 30 km. Eben­so wur­den in dem Gebiet 3 fla­che Erd­be­ben mit einer Tie­fe von weni­ger als 3 km fest­ge­stellt. In den letz­ten 24 Stun­den wur­de in den Auf­zeich­nun­gen kein vul­ka­ni­sches Beben beob­ach­tet, wodurch das seis­mi­sche Rau­schen auf einem Niveau nahe der Zeit vor dem Aus­bruch gehal­ten wur­de. Seit dem Ende des vul­ka­ni­schen Tre­mor­si­gnals am 13. Dezem­ber um 22.20 Uhr wur­den neben loka­li­sier­ten vul­kan­tek­to­ni­schen Erd­be­ben wei­ter­hin nie­der­fre­quen­te Ereig­nis­se (LP) erfasst.

Durch das neue Lavafeld von La Palma
Durch das neue Lavafeld von La Palma

Das Netz der per­ma­nen­ten GNSS-Sta­tio­nen der Insel weist kei­ne signi­fi­kan­ten Ver­for­mun­gen auf, die mit vul­ka­ni­scher Akti­vi­tät in Ver­bin­dung gebracht wer­den könn­ten. Ange­sichts des um 08:45 UTC kali­brier­ten Bil­des ist kei­ne Emis­si­ons­art zu erken­nen. Die Höhe des Kegels wird mit einem Wert von 1.122 m gemessen.

12.15 Uhr – Unser Vul­kan Cabe­za um 11.00 Uhr

12.35 UhrUnd hier das berühm­te Vul­kan­haus. Wenn Du Dich erin­nerst, wur­de vor Wochen im Innen­hof eines zwei­stö­cki­gen Hau­ses ein Erup­ti­ons­mund geöff­net, ein Lava­strom der den Fried­hof von Las Man­chas flu­te­te. Wahr­schein­lich war es eine Lava­tu­be die Unmen­gen von Mate­ri­al förderte.

 

14.10 Uhr - Bei nicht sicht­ba­ren vul­ka­ni­schen Gas­emis­sio­nen spie­gelt die dif­fu­se Emis­si­on von Koh­len­di­oxid (CO2) in Ver­bin­dung mit den 220 km² des Vul­kan­sys­tems Cumbre Vie­ja wei­ter­hin eine Emis­si­on wider, die höher ist als der Durch­schnitts­wert der Hin­ter­grund­wer­te (B ) und wäh­rend ges­tern war die­se dif­fu­se Emis­si­on das 9,3‑fache des Durch­schnitts der Hin­ter­grund­wer­te (9,3 x B). Die­se dif­fu­se Emis­si­on wird nach Aus­wer­tung und Inte­gra­ti­on von Hun­der­ten von dif­fu­sen CO2-Strö­mungs­mes­sun­gen geschätzt, die an Beob­ach­tungs­punk­ten im gesam­ten Vul­kan­ge­bäu­de von Cumbre Vie­ja durch­ge­führt werden.

Aus die­sem Grund kön­nen die­se dif­fu­sen CO2-Emis­sio­nen in eini­gen spe­zi­fi­schen Gebie­ten von Cumbre Vie­ja eine Gefahr für den Men­schen dar­stel­len, solan­ge hohe Wer­te des dif­fu­sen CO2-Flus­ses in schlecht belüf­te­ten Gebie­ten und / oder in Höhen unter einem Meter des Boden als Fol­ge einer mög­li­chen Ansamm­lung von CO2 und einer Abnah­me des Sauer­stoffs (O2) in der Luft. Lei­der kam ges­tern kein Kom­men­tar eines Fachmannes.

18.15 Uhr - Mehr als tau­send Fami­li­en aus Taju­ya und Ten­di­ña waren eine Woche ohne Inter­net. Jetzt scheint das Pro­blem gelöst zu sein.

 

Samstag, der 18. Dezember 2021

8.50 Uhr - Ruhi­ge Nacht mit nur ver­ein­zelt leich­ten Erd­be­ben. Am Vul­kan Cabe­za sind nur wenig auf­stei­gen­de Wol­ken aus Was­ser­dampf und Gasen zu beob­ach­ten. Er scheint tat­säch­lich über­stan­den zu sein.

10.50 Uhr – Bild von heu­te um 10.00 Uhr kana­ri­scher Zeit aus Los Lla­nos de Aridane

11.20 UhrMit­tei­lung der IGN – Seit der letz­ten Aus­sa­ge wur­den auf der Insel La Pal­ma ins­ge­samt 40 Erd­be­ben geor­tet, kei­nes die­ser Erd­be­ben war von der Bevöl­ke­rung zu spü­ren. Die maxi­ma­le auf­ge­zeich­ne­te Magnitu­de  beträgt 2,8 (mbLg), was den gest­ri­gen Erd­be­ben um 11:31 und 14:54 UTC in einer Tie­fe von 33 bzw. 14 km ent­spricht. Die mini­ma­le Magnitu­de des loka­li­sier­ten Erd­be­bens betrug 0,9 mbLg. Die Seis­mi­zi­tät, die sich unter dem zen­tra­len Gip­fel befin­det, bleibt in den glei­chen Berei­chen wie in den Vor­ta­gen. Die Erd­be­ben wer­den haupt­säch­lich in zwei Grup­pen ein­ge­teilt, 22 der Erd­be­ben befin­den sich in einer Tie­fe von 7 bis 16 km und 15 Erd­be­ben in einer Tie­fe von mehr als 30 km. Eben­so wur­den in dem Gebiet 3 fla­che Erd­be­ben mit einer Tie­fe von weni­ger als 4 km fest­ge­stellt. In den letz­ten 24 Stun­den wur­de in den Auf­zeich­nun­gen  kein vul­ka­ni­sches Beben beob­ach­tet, wodurch das seis­mi­sche Rau­schen auf einem Niveau nahe der Zeit vor dem Aus­bruch gehal­ten wur­de. Seit dem Ende des vul­ka­ni­schen Tre­mor­si­gnals am 13. Dezem­ber um 22.20 Uhr wur­den neben loka­li­sier­ten vul­kan­tek­to­ni­schen Erd­be­ben wei­ter­hin nie­der­fre­quen­te Ereig­nis­se (LP) erfasst.

Das Netz der per­ma­nen­ten GNSS- Sta­tio­nen der Insel weist kei­ne signi­fi­kan­ten Ver­for­mun­gen auf, die mit vul­ka­ni­scher Akti­vi­tät in Ver­bin­dung gebracht wer­den könn­ten. Ange­sichts des um 08:45 UTC kali­brier­ten Bil­des ist kei­ne Emis­si­ons­art zu erken­nen. Die Höhe des Kegels wird mit einem Wert von 1.122 m gemessen.

14.50 Uhr - Die Voting Funk­ti­on in den Kom­men­ta­ren ist jetzt abge­schal­tet. Jeder Kom­men­tar ist wich­tig und bringt zusätz­li­che Infor­ma­tio­nen. Den Que­ru­lan­ten, Trolls und sons­ti­gen Stö­rern ist jetzt eine wei­te­re Spiel­wie­se ver­lo­ren gegan­gen. Ich habe es satt, dass hoch­wer­ti­ge Kom­men­ta­re ab gevo­tet wer­den, obwohl sie teil­wei­se trotz ande­rer Mei­nung hilf­reich sind. Wer einen sach­dien­li­chen Kom­men­tar ein­stellt, wird auch veröffentlicht.

15.30 Uhr – Die wich­tigs­te der meteo­ro­lo­gi­schen Vor­her­sa­gen für die nächs­ten 24 Stun­den ist die Ankunft einer Atlan­tik­front am heu­ti­gen Nach­mit­tag. Die­se Front wird bis zum frü­hen Sonn­tag­mor­gen anhal­ten­de und lokal mäßi­ge Nie­der­schlä­ge hin­ter­las­sen. Es wird erwar­tet, dass mit dem Vor­bei­zie­hen der Front der Wind aus SW mit Böen von  lokal 60 – 70 km / h errei­chen oder über­schrei­ten kann.

16.30 Uhr - Gesucht wird von Sabi­ne eine Droh­nen­auf­nah­me oder die Adres­se des Anbie­ters der Auf­nah­men zur Ver­fü­gung stellt. Sabi­ne schreibt: „Eine Fra­ge: Wis­sen Sie, ob es eine aktu­el­le Droh­nen­auf­nah­me vom eva­ku­ier­ten Gebiet Las Man­chas gibt? Oder Ansprech­part­ner, die man beauf­tra­gen könn­te? Wir benö­ti­gen es als Nach­weis für Schä­den. Wäre nett, wenn Sie ins Wei­ter­hel­fen könnten.“

Es gab eine offi­zi­el­le Sei­te, über die in den Kom­men­ta­ren dis­ku­tiert wur­de. Ich kann sie nicht mehr fin­den. Viel­leicht kann sie einer unse­rer Spe­zia­lis­ten auf­spü­ren – Danke.

Die­se Droh­nen­auf­nah­me ist bekannt:

17.40 Uhr – Ein INVOL­CAN-Team ist ges­tern auf einen der Kra­ter des Vul­kans gestie­gen, um mit der Über­wa­chung der fuma­ro­li­schen Akti­vi­tät zu beginnen.

  • Fort­set­zung folgt

 

Wetteraussichten für La Palma



44 Kommentare zu "Cabeza-Eruption nach 86 Tagen am Ende"

  1. Das mit der Fami­lie erzäh­len Sie hier seit Sep­tem­ber. Mitt­ler­wei­le haben wohl alle, die Spen­den woll­ten, woan­ders gespen­det, ich auch. Für die letz­te gro­ße Vor­weih­nachts-Spen­den-Moti­va­ti­on ist es dann auch zu spät.

    • Manfred Betzwieser | 17. Dezember 2021 um 11:16 | Antworten

      Hal­lo Gundula,

      Es wird wei­ter bedürf­ti­ge Fami­li­en geben, die aus dem gro­ßen Spen­den­topf nichts abbe­kom­men haben. Bevor ich eine Emp­feh­lung aus­spre­che, muss ich mich per­sön­lich von der Not über­zeu­gen. Mit Weih­nach­ten hat die Vul­kan­ka­ta­stro­phe auch nicht viel zu tun. Die ent­spre­chen­de Fami­lie oder auch Fami­li­en wer­den auch noch an Ostern froh über eine klei­ne Unter­stüt­zung sein. 

      Gruß
      Manfred

      • Oh, der run­ter­be­wer­te-Reflex kommt schon wie­der in Gang… Ich habe zwei Mona­te gewar­tet und dann anders gespen­det. Die Leu­te sind jetzt in Not und brau­chen Hil­fe, bis der Staats­ap­pa­rat in Gän­ge kommt. Wer jetzt Hil­fe braucht und auf Ostern ver­trös­tet wird, wird das als rei­nen Hohn emp­fin­den. Aber gut, wenn ich hier mit die­ser Mei­nung allein ste­he, dann sei es so. Vul­kan ist tot und die Dis­kus­si­ons­kul­tur offen­bar auch.

        • Manfred Betzwieser | 17. Dezember 2021 um 12:12 | Antworten

          Nimm das nicht so ernst. Fak­tum ist, kein Mensch ver­hun­gert, alle haben genü­gend Klei­dung und ein Dach über dem Kopf. Wir sind ja nicht in Afri­ka (geo­gra­fisch doch).
          Vie­le sind sogar in einem Luxus­ho­tel wie Princess oder Tab­u­ri­en­te unter­ge­bracht. Es geht um die Zukunft. Eige­nes Land, wie­der ein eige­nes Haus und land­wirt­schaft­li­che Flä­che um zu wirt­schaf­ten. Din­ge, die sich erst mit der Zeit ent­wi­ckeln, nicht um schnel­le Not­hil­fe. Dafür steht genü­gend Mate­ri­al zur Verfügung.

          • Lie­ber Man­fred, aus mei­ner Sicht genau das rich­ti­ge Vor­ge­hen. Zeigt sich doch, dass die Anteil­nah­me immer dann beson­ders hoch ist, wenn die Kata­stro­phe in den Medi­en prä­sent ist. Nach Abnah­me der Akti­vi­tät von Vul­kan und weni­ger spek­ta­ku­lä­ren Bil­dern nimmt die Not der Men­schen nicht in glei­chem Maß ab. 

            Drü­cken wir also die Dau­men, dass die vie­len 1000 Leser die­ser Sei­te auch nach abklin­gen des Vul­kans sich inter­es­siert zei­gen und ihre Unter­stüt­zung auch in Form von Spen­den aus­drü­cken. Ich bin jeden­falls ger­ne bereit dazu – denn es ist und bleibt die Isla Bonita!

          • Ich kann mich Ihren Wor­ten nur anschlie­ßen und wer­de auch spen­den, der Monat oder die Jah­res­zeit ist für in Not gera­te­ne nicht wich­tig. Lei­der wird meis­tens nur an Weih­nach­ten dar­an gedacht.

          • Nein, natür­lich, wer in Not ist, hat alle Zeit der Welt und freut sich sehr über Ihre Aus­sa­ge, dass es nicht auf einen Monat ankommt… Fin­de ich men­schen­ver­ach­tend, aber bit­te, hier sind ja alle gegen mich. Der Umgangs­ton hat hier sehr, sehr gelit­ten, mer­ke ich in den letz­ten Tagen. (Und wenn es nicht so drin­gend ist, spen­de ich lie­ber für jeman­den, der akut in ech­ter Not ist!)

          • Lie­be Gundula,
            das klingt jetzt viel­leicht arro­gant, aber es wird auch eini­ge Leu­te geben, die es sich leis­ten kön­nen, mehr­fach zu spen­den. Ich gebe inzwi­schen einen Teil mei­nes frei ver­füg­ba­ren Gel­des bewusst für Spen­den aus (ich hal­te mich dabei nicht für beson­ders selbst­los oder spen­da­bel) und ken­ne im Rah­men der Kata­stro­phen­hil­fe auch die Not, die nach Wochen bzw. Mona­ten noch herrscht, wenn das Aller­nö­tigs­te beschafft ist und die Spen­den­wel­le abflaut. Wer z. B. sei­ne Arbeits­grund­la­ge ver­lo­ren hat, hat den­noch lau­fen­de Kos­ten und kann u. U. nicht so schnell wie­der auf die Bei­ne kom­men. Für Kre­di­te feh­len oft Sicher­hei­ten, da hel­fen Spen­den dann für einen Neu­an­fang, für den man in der ers­ten Zeit gar nicht den Kopf hat. Zu Weih­na­chen spen­de ich übri­gens gar nicht, son­dern gezielt und übers Jahr ver­teilt – im Janu­ar und Februat herrscht beim Spen­den­auf­kom­men meist Flau­te. Das muss jeder selbst wis­sen und ich wür­de nie­man­den für sein Spen­den­ver­hal­tem kri­ti­sie­ren, aber es gibt nicht nur den einen oder ande­ren Weg. Sonst wür­de kei­ne NGO exis­tie­ren und Gutes tun kön­nen. Es stimmt, dass Man­fred davon schon vor län­ge­rer Zeit mal berich­tet hat, aber dar­auf gewar­tet habe ich nicht, da ich grund­sätz­lich Absichts­er­klä­ri­un­gen nicht ernst neh­me und für mich Fak­ten zäh­len – erspart mir manch Ent­täu­schung im Leben. Wenn es kon­kre­te Infor­ma­tio­nen gibt, wer­de ich über­le­gen, wie ich mich ver­hal­te. Und jeder Cent hilft auch noch spä­ter – Klein­vieh macht auch Mist. Soweit ich das im Ver­lauf mit­be­kom­men habe, ist die ers­te Not durch das Cabil­do und (teil­wei­se tat­säch­lich über­bor­den­de Sach-)Spenden erst ein­mal abge­fe­dert: Klei­dung, Lebens­mit­tel, Unter­kunft u. ä., wenn dort natür­lich auch wei­ter­hin Luft nach oben ist.

          • Lie­be Gun­du­la, mit Ver­laub ich habe nichts gele­sen, was sich gegen Ihre Über­zeu­gung spricht, akut in Not gera­te­nen Men­schen zu hel­fen. Ich sehe jedoch, dass Sie Pro­ble­me damit haben, die jeder­zeit klar und ein­deu­tig kom­mu­ni­zier­te Inten­ti­on von Art und Zeit­punkt von Man­freds Art, Hil­fe zu leis­ten (oder eine Art berich­ten­der und bezeu­gen­der Leu­mund für kon­kre­te hil­feb­dürf­ti­ge Per­so­nen zu wer­den), zu akzep­tie­ren. Das ist Ihnen nicht unmit­tel­bar genug – sie möch­ten auf die­se sorg­fäl­ti­ge indi­vi­du­el­le Ent­schei­dung von Man­fred nicht abwarten.
            Müs­sen sie nicht.
            Nie­mand ist gegen Sie, weil sie unmit­tel­bar aku­te Not lindern.
            Dies ist ehren­haft, selbst­los und ohne Anse­hen der Per­son. Man­fred möch­te mit­tel­bar jenen hel­fen, die aus die­ser aku­ten Not her­aus­fin­den, womög­lich Plä­ne sehen, die durch ziel­ge­rich­te­te Hil­fe umsetz­bar wären. Hil­fe zur Selbst­hil­fe womög­lich. Er möch­te die Not und mög­li­che Lösun­gen bezeu­gen – er sieht sich die Per­son an.
            Das ist nicht weni­ger ehrenhaft.
            Aber es sind zwei grund­ver­schie­de­ne Ansät­ze – und sie ergän­zen sich!
            Dass Ihnen Man­freds Ansatz nicht schnell genug geht, ist wahr­lich Ihr Pro­blem, das sie ja offen­bar auch schon für sich gelöst haben. Und sie müs­sen sich nicht schlecht dabei füh­len, dass sie Man­freds Ansatz nicht unter­stüt­zen, denn sie haben bereits gehol­fen – auf Ihre Art!
            Wor­um dreht es sich also bei die­sem Aus­tausch für Sie wirk­lich? Es klingt in der Tat ein wenig so, als ob sie die Inten­ti­on von Man­fred in Fra­ge stellen.
            Doch das bleibt unklar und unaus­ge­spro­chen – da darf man sich über down-votings und feh­len­de Für­spre­cher nicht all­zu­sehr wundern.
            Nichts für ungut.

      • Wir wer­den ganz sicher spenden.
        Das wird dann die zwei­te Fami­lie sein, die wir unter­stüt­zen. Völ­lig abwe­gig, was die Dame Gun­du­la von sich gibt.

  2. Sonja aus Tajuya | 17. Dezember 2021 um 11:24 | Antworten

    Das mit „kaum Infra­struk­tur“ ist ein zu düs­te­res Bild. Die Anbin­dung von Las Man­chas und Puer­to Naos an Los Lla­nos muss wie­der her­ge­stellt wer­den. Alles Dies­seits der Haupt­stra­ße St.Cruz- Los Lla­nos ist intakt, eben­so die Ver­bin­dung nach Taza­cor­te, zum Strand und in den Nord­wes­ten. Ja, das hal­be Tal ist von Lava bedeckt, aber die ande­re Hälf­te steht noch!

  3. Zu 11:20: Der signi­fi­kan­te Anstieg von Beben inklu­si­ve dem gest­ri­gen 16.12. – ins­be­son­de­re im Bereich 30–40km Tie­fe – ist inter­es­sant in Bezug zu den bis­her stets zu ver­zeich­nen­den Reak­tio­nen am Kra­ter. Was auch immer der Vul­kan bis ein­schließ­lich Sonn­tag tut, hät­te in jedem Fal­le eine gewis­se Aus­sa­ge­kraft im Zusam­men­spiel mit den allg. ja schon schwä­che­ren Beben.

  4. Hal­lo Herr Betzwieser,
    wenn auch noch nicht ganz klar ist, ob der Vul­kan sei­ne Tätig­keit ein­ge­stelt hat oder wie­der aktiv wird – hier mein herz­li­ches Dan­ke­schön an die super Beschreibungungen/„Begleitung“ des Ereignisses.
    Und den ande­ren Foren­teil­neh­mern mit kon­st­uk­ti­ven und inter­es­san­ten Bei­trä­gen möch­te ich die­ser Stel­le danken.

  5. Hal­lo Man­fred, dan­ke für den Blog.

    Ja es reicht. Es wird Zeit, dass alle zur Ruhe kom­men kön­nen, auch wenn die bit­te­re Erkennt­nis bei vie­len jetzt erst kommt.

    Anbei ein Abschluss­bild (hof­fent­lich) gezo­gen vom TV Cana­ria Stream und Goog­le Street View.

    Gruß
    Werner

  6. Infos über Koh­len­di­oxid sind gut erklärt bei Wiki­pe­dia: https://de.wikipedia.org/Gärgasunfall und https://de.wikipedia.org/wiki/Kohlenstoffdioxid#Physiologische_Wirkungen_und_Gefahren
    die meis­ten Unfäl­le mit CO2 gesche­hen in schlecht belüf­te­ten Räu­me wie Silos, oder Gär­kel­lern – bei die­sen Vul­kan­aus­brü­chen tritt nicht nur CO2 aus son­dern ins­be­son­de­re auch wei­te­re toxi­sche Gase wie SO2, die Mischung die­ser Gase ist dann beson­ders gefähr­lich weil anschei­nend auch immer wie­der Gas nach­ge­lie­fert wird , ober­halb von 1,5 Pro­zent CO2 in der Atem­luft wird es gefähr­lich, ab 5% Volu­men­pro­zent in der Atem­luft sehr bedroh­lich „Koh­len­stoff­di­oxid-Kon­zen­tra­tio­nen von 8 % füh­ren inner­halb von 30 bis 60 Minu­ten zum Tod“ Zitat aus Phy­sio­lo­gie … das ist nur eine Kurzfassung
    Mit freund­li­chen Grü­ßen Dr. H. St.

    • Manfred Betzwieser | 17. Dezember 2021 um 16:18 | Antworten

      Dan­ke für die Erklä­rung und den Hinweis.

      • Hal­lo Manfred,
        ich habe mich mit mei­nem Bei­trag zum The­ma CO2 etwas zurück­ge­hal­ten- ich bin Phy­si­ker, kein Che­mi­ker. Da aber von Sei­te mei­ner Kol­le­gen nichts gekom­men ist, hier ein paar Anmerkungen:
        Direkt aus dem ober­ir­di­schen, hei­ßen Vul­kan­ge­bäu­de (Kra­ter, Lava­f­lüs­sen etc.) emit­tier­tes CO2 mischt sich sehr schnell und sehr gut mit der Umge­bungs­luft, da die Tem­pe­ra­tur­un­ter­schie­de zwi­schen dem „heiß“ emit­tier­ten CO2 und der küh­len Umge­bungs­luft das CO2, trotz sei­ner grö­ße­ren Dich­te, kurz­zei­tig auf­stei­gen („Heiß­luft­bal­lon-Effekt“!) und sich dabei sehr gründ­lich und tur­bu­lent mit der Luft mischt. Es ent­ste­hen also unter die­sen Bedin­gun­gen kei­ne CO2-Bla­sen oder ‑Schich­ten. Der Bereich, in dem die CO2- Kon­zen­tra­ti­on in der frei­en Luft über 5% (die Gefah­ren­schwel­le) steigt, ist bei hei­ßer Emis­si­on ohne­hin meist nicht zugäng­lich (Tem­pe­ra­tur, Pyro­klas­ten etc.).
        Es ist also sehr unwahr­schein­lich, dass mit CO2 ange­rei­chert Luft aus sol­chen Berei­chen sich irgend­wo sam­melt und ohne zusätz­li­che „kal­te“ Emis­si­on (s. unten) sich dort anrei­chert. Die Natur strebt immer einen Kon­zen­tra­ti­ons­aus­gleich aus: Ein ste­hen­der „Tüm­pel“ hoch CO2-hal­ti­ger Luft wird sich mit der Zeit immer der CO2- Kon­zen­tra­ti­on der Umge­bungs­luft anglei­chen und NICHT von ihr wei­ter mit CO2 auf­ge­füllt wer­den, wie sich das man­cher vor­stel­len mag.
        Pro­blem bei Sen­ken, Höh­len, Kel­lern und Tief­ga­ra­gen ist eher die kal­te, lang­sa­me Emis­si­on, bei der CO2 aus Spal­ten und Poren inner­halb des Bau­wer­kes in eine ste­hen­de, nicht durch­misch­te Luft­mas­se her­aus­si­ckert. Das kennt man aus der Natur (berühmt wur­de die ita­lie­ni­sche Hunds­grot­te (Grot­ta del Cane), eine Lava­höh­le in den Phle­gräi­schen Fel­dern, die eine CO2- emit­tie­ren­de Mof­et­te ent­hält) und beson­ders aus Wein­kel­lern, wo das bei der Gärung ent­ste­hen­de CO2 oft hüft­ho­he, töd­li­che Schich­ten bildet.
        Der Gefahr durch CO2 lässt sich übri­gens leicht ent­ge­hen: Wo eine Ker­ze noch bren­nen kann, kann ein Mensch noch atmen. Also im Zwei­fel eine Later­ne mit­neh­men- wo sie nicht aus­geht, da kann man ‚rein­ge­hen.
        Neben­bei (und aus jah­re­lan­ger beruf­li­cher Erfah­rung mit Gift­ga­sen): Ich neh­me an, dass die meis­ten geschil­der­ten Ver­gif­tungs­fäl­le nicht auf CO2, son­dern auf ande­re Vul­kan­ga­se zurück­zu­füh­ren sind. Neben dem pene­trant rie­chen­den H2S wer­den vom Vul­kan auch eini­ge ande­re Schwe­fel­ver­bin­dun­gen, nitro­se Gase und vor allen Zyan­was­ser­stoff und CO, die kei­nen cha­rak­te­ris­ti­schen Geruch besit­zen, aber z.T. hoch toxisch sind, aus­ge­sto­ßen. Beson­ders CHN und CO sind tückisch, da sie den Sauer­stoff­trans­port im Blut für län­ger Zeit blo­ckie­ren und so schon bei gerin­gen Kon­zen­tra­tio­nen, aber hoher Expo­si­ti­ons­zeit eine schlei­chen­de Ver­gif­tung her­vor­ru­fen können.

    • Ergän­zend hier­zu: In einem Video der IGME hör­te man kürz­lich deren Mit­ar­bei­ter bei Luft-Mes­sun­gen auch von Arsen (gemeint ist ver­mut­lich Arsen­was­ser­stoff) sprechen.
      Extrem toxisch, eben­so wie lei­der auch die che­mi­schen Folgeprodukte.

  7. Nach den Aus­sa­gen der Wis­sen­schaft­ler eben in den Nach­rich­ten han­delt es sich nicht um CO2, son­dern um CO, also Koh­len­mon­oxid, das schwe­rer ist als Luft und sehr giftig.

    • Hal­lo Monika,
      das klingt mir schon plau­si­bler. Lebens­ge­fähr­li­che CO2- Kon­zen­tra­tio­nen „unter frei­em Him­mel“ sind eigent­lich nur sehr sel­ten (z.B. in und an den schon genann­ten Fuma­ro­len) und hal­ten sich meist nicht lan­ge. CO2 ist an sich eigent­lich ein recht harm­lo­ses Gas und nur unter Extrem­be­din­gun­gen gefähr­lich. CO und die Was­ser­stoff­ver­bin­dun­gen der 5. bis 7. Haupt­grup­pe sind da ande­re Kaliber.
      Mein Beruf hat mich mal in eine alte Wink­ler­gas-Anla­ge geführt, wo aus schwe­fel­hal­ti­ger Braun­koh­le Syn­the­se­gas für die Che­mie­in­dus­trie gemacht wur­de. CO2- Kon­zen­tra­tio­nen zwi­schen 5–10% tra­ten dort immer mal auf, aber da gewöhn­te man sich dar­an, aller­dings gab es auch Berei­che an frei­er Luft (!), wo Gas­mas­ken­pflicht mit CO- und H2S- Absor­bern bestand. Wer sich nicht dar­an hielt, fiel inner­halb einer Minu­te um. Unter frei­em Him­mel, wie gesagt.

  8. Nach­trä­ge zu mei­nem gest­ri­gen Bei­trag zum Wein­bau auf Lanzarote:

    • Ich bin von der theo­re­ti­schen Über­le­gung aus­ge­gan­gen: Wenn es dort kei­ne Mög­lich­keit gibt, an den Mut­ter­bo­den zu kom­men, dann muss der Wein­bau­er trick­sen.“ Dabei stimm­te die Vor­aus­set­zung nicht, wie ich inzwi­schen beim spa­ni­schen Wiki­pe­dia und aus ande­ren Quel­len gelernt habe. Die maxi­ma­le Tie­fe der Lapil­li-Fel­der beträgt zwar 5 m, aber es gibt auch wei­te Berei­che mit <2 m. Dort wird gebud­delt, bis der Mut­ter­bo­den erreicht wird. Daher die teil­wei­se über 2m tie­fen Trich­ter. Klaus hat das in einer Ant­wort auf den Bei­trag rich­tig gestellt und noch eini­ges sehr Inter­es­san­tes hin­zu gefügt. Vie­len Dank dafür! Ich emp­feh­le, sich das noch ein­mal anzuschauen.
    • Ich war nie auf Lan­za­ro­te, ken­ne aber den Wein­bau unter ähn­li­chen Bedin­gun­gen von Pico (Azo­ren). Dort ist defi­ni­tiv nichts mit Mut­ter­bo­den, den haben sie von einer Nach­bar­in­sel her­über geschafft und gut mit Lapil­li eingepackt.
    • Zum Zeit­raum, den es braucht, bis sich ohne mensch­li­che Ein­wir­kung aus fri­scher Tephra rei­fe Andi­so­le (frucht­ba­re Vul­kan­bö­den) bil­den, habe ich auch etwas gefun­den: In den Tro­pen kön­nen 200–300 Jah­re rei­chen. In gemä­ßig­ten Zonen sind es bei aus­rei­chen­der Feuch­tig­keit min­des­tens 2000 Jah­re. Und auf Island kön­nen es auch ein­mal über 10.000 Jah­re sein. Je tro­cke­ner und küh­ler es ist, des­to län­ger dau­ert es. Da lag ja Man­fred mit sei­nen tau­send Jah­ren noch auf der sehr opti­mis­ti­schen Seite.

    So, jetzt hat jeder irgend­wie recht gehabt und alle haben etwas gelernt. Ist doch schön!

  9. Lie­ber Manfred,
     
    drei Mona­te lang haben uns dei­ne Berich­te über den Vul­kan beglei­tet. Die Fra­ge: „Was hat Man­fred geschrie­ben?“, gehör­te zu unse­rem Tages­ab­lauf. Vie­len Dank dafür! Du machst einen Superjob.
     
    Im Janu­ar kom­men wir wie­der nach La Pal­ma und freu­en uns sehr darauf.

  10. So, lie­ber Man­fred, nun ist es geklärt: Dein Cabe­za soll offen­bar TAJOGAITE hei­ßen: https://www.youtube.com/watch?v=fJ6B6aQBZvQ&ab_channel=InstitutoGeol%C3%B3gicoyMinerodeEspa%C3%B1a
    Gibt es dafür eine Über­set­zung? Was bedeu­tet der Name?

    • Tajo­gai­te ist ein Begriff der Guan­chen und bedeu­tet über­setzt in etwa „ris­si­ger Berg“. Die Stel­le, an der der Vul­kan aus­ge­bro­chen ist, nann­ten die Guan­chen „Tajo­gai­te“, offen­sicht­lich gab es dort schon zur Guan­chen­zeit Erd­spal­ten und Ris­se. Das ist auch der Name, der vom kana­ri­schen Vul­kan-Insti­tut und ande­ren spa­ni­schen wis­sen­schaft­li­chen Ein­rich­tun­gen (Insti­tu­to Geoló­gi­co y Mine­ro de Espa­ña) für den Vul­kan vor­ge­schla­gen wur­de. Eine end­gül­ti­ge Benen­nung hat wohl noch nicht statt­ge­fun­den, dafür gibt es aber auch kein fest­ge­leg­tes Ver­fah­ren. Zu „Cabe­za“: Álvar Núñez Cabe­za de Vaca, spa­ni­scher Kon­quis­ta­dor, hielt sich 1540 für ein paar Wochen auf La Pal­ma auf. War­um der Cami­no Cabe­za de Vaca, in des­sen Nähe der Vul­kan 2021 aus­ge­bro­chen ist, nach ihm benannt wur­de, ist nicht über­lie­fert. Jeden­falls dürf­te es sehr unwahr­schein­lich sein, dass ein Vulkan(ausbruch) auf La Pal­ma nach einem spa­ni­schen Kon­quis­ta­dor benannt wird, das wider­sprä­che allen bis­he­ri­gen Tra­di­tio­nen der Benen­nung von Vul­ka­nen auf den Kanaren …

      • Lie­ber Heri­ber­to, dann bleibt es wei­ter span­nend: Inzwi­schen habe ich auch gele­sen, dass das wohl ein recht frü­her Vor­schlag von INVOLCAN war, der noch nicht fest­steht, und dass man womög­lich die Pal­me­ros abstim­men las­sen möch­te – schau­en wir mal. Auf jeden Fall haben mir die his­to­ri­sche Ein­ord­nung und Hin­ter­grün­de gehol­fen – vie­len Dank dafür.

        Lie­ber Man­fred, an dich noch mei­nen Dank für das Abschal­ten die­ses lei­der unsäg­lich genutz­ten Votings, das m. E. auch zu manch unnö­ti­gem „Wett­kampf“ und belei­dig­ten Reak­tio­nen geführt hat. Ich habe das Auf und (vor allem seit weni­gen Tagen ver­stärk­te) Ab eher amü­siert ver­folgt, aber so ist es letzt­end­lich ent­spann­ter. Man schaut ja doch hin und wun­dert sich…

    • Ach ja, die Benam­sung. Nach anfäng­li­cher Auf­re­gung im Sep­tem­ber war das kein The­ma mehr. In den spa­ni­schen Medi­en war vom „La Pal­ma-Vul­kan“ oder vom „Cumbre-Vie­ja-Vul­kan die Rede. Letz­te­res scheint mir auch nicht ver­kehrt. Schließ­lich ist „unser“ Vul­kan „nur“ ein Flan­ken­aus­bruch des Rift-Vul­kans Cumbre Vie­ja. Wenn am Ätna ein Flan­ken- oder Late­ral­aus­bruch statt­fin­det, sagt jeder, der Ätna ist aus­ge­bro­chen. Bleibt danach ein mar­kan­tes Vul­kan­ge­bäu­de ste­hen, wird es z.B. Mon­ti Ros­si genannt, aber „Ätna“ bleibt der Vulkan.
      Aber jetzt soll ja die­ses neue Trumm einen Namen krie­gen, der künf­tig in den Land­kar­ten zu fin­den ist. Ist ja eigent­lich egal, war­um nicht Tajo­gai­te. Ein Pro­blem habe ich aber damit: Tajo­gai­te war wohl ursprüng­lich der Guan­chen-Name für die Mon­ta­na Raja­da (deutsch: ris­si­ger Berg). Wäre doch unfair gegen­über dem alten Berg: Erst wird er zuge­schüt­tet und dann ihm auch noch der Name geklaut!
      Zur Ehren­ret­tung von „Cabe­za de Vaca“: Das ist ein gar­nicht so sel­te­ner spa­ni­scher Nach­na­me, vor allem wohl in der Extre­ma­du­ra, wo es auch einen Ort die­ses Namens gibt. Aus der kar­gen Extre­ma­du­ra wan­der­ten vie­le Men­schen in die Kolo­nien aus. War­um soll­te nicht ein Herr Cabe­za de Vaca eine klei­ne Fin­ca errich­tet haben (auf topo­gra­phi­schen Kar­ten ist etwa 300 m öst­lich der Aus­bruchs­stel­le ein Gebäu­de zu erken­nen – viel­leicht war es das, viel­leicht auch nicht). Jeden­falls ist in den neue­ren Kar­ten gemäß der „Topo­nomía La Pal­ma ano 2012“ sowohl ein „Lla­no de la Cabe­za de Vaca“ als auch ein­fach „Cabe­za de vaca“ ein­ge­tra­gen. Der Cami­no scheint eher nach die­sen sicher älte­ren Orts­na­men getauft wor­den sein. Heri­ber­to, und wenn schon ein Pro­mi, dann doch eher Luis Cabe­za de Vaca, der von 1523 bis 1530 Bischof der Kana­ren war.
      Also war­ten wir ein­mal ab, was in fünf Jah­ren in den Kar­ten steht.

      • … schön zusam­men­ge­fasst 🙂 Die Bena­mungs­dis­kus­si­on hat­te ich verfolgt…nun wur­de zum ers­ten Mal (soweit mir das auf­fiel) in einem Video-Titel ein Name genannt, was mich in der Annah­me bestärk­te, das sei nun ent­schie­den – es wird sich finden.

  11. Hal­lo Herr Betzwieser,

    vie­len lie­ben Dank für die täg­li­che, sehr gute Bericht­erstat­tung, die ich seit dem Aus­bruch jeden Tag ver­folgt habe… und wei­ter ver­fol­gen werde…

    Ich lie­be die­se Insel seit 30 Jah­ren… habe sie in die­ser Zeit über 20 mal besucht.… und wenn man dann genau in die­ser Regi­on… die meis­ten sei­ner Urlau­be ver­bracht hat… blu­tet einem bei den Bil­dern das Herz… 

    Ich mag mir gar nicht aus­den­ken wie es all den Men­schen geht die alles ver­lo­ren haben, den­ke bei vie­len kommt der gro­ße Schock erst noch wenn der Vul­kan nun end­lich und auf Dau­er Ruhe gibt.… 

    Aber es ist nun mal die Natur, es ist eine Vul­kan­in­sel, und das ist es ja gera­de das was sie auch so ganz beson­ders macht.

    In die­sem Sin­ne hof­fen wir das „er“ ruhig bleibt,
    den­ke das ist für alle Bewoh­ner der Insel dann das schöns­te Weihnachtsgeschenk…

    Lie­be Grüße
    Claudia 

    und ja die Men­schen brau­chen noch sehr viel finan­zi­el­le Hilfe.…
    ich wer­de die Spen­den­ak­ti­on ger­ne mit unterstützen

  12. Auf den aktu­el­len Bil­dern ist im unte­ren Bereich ver­stärk­te Rauch-/Gas-Ent­wick­lung zu sehen, so wie es aus­sieht auch im obe­ren Bereich des Mon­ta­na Raja­da (a.k.a. Camel­back, wenn er das ist, aber es sieht danach aus), der ja schon vor dem Aus­bruch dort gestan­den ist.
    Quel­le: DIRECTO | Erup­ción del vol­cán en La Pal­ma – YouTube

  13. Pri­ma, und alles nur mit Sach­scha­den für vie­le sicher nicht ein­fach, jetzt suche ich mir wie­der ein schö­nes Feri­en­haus eines Pal­me­ro. Dann kom­men wir im Mai zum Trans­vul­ca­nia, hof­fent­lich fin­det die­ser auch statt.
    Aus­er­dem möch­te ich mir das Ergeb­nis des Vul­kan­aus­bruchs vor Ort mal anschau­en, die Bil­der auf You­Tube sind sehr beein­dru­ckend, nur live dabei sein woll­te ich nicht die Ein­hei­mi­sche mit recht nicht so toll finden.
    Bei einem Urlaub kann ich sicher die Bevöl­ke­rung bes­ser unter­stüt­zen als bei einem Kurz­be­such weh­rend des Ausbruchs.

  14. Zum Blog-Ein­trag 18.12. 11:20 Uhr: Der IGN-Bericht ist von ges­tern. Einen von heu­te habe ich bei der IGN (https://www.ign.es/web/ign/portal/noticias) noch nicht gefunden.

  15. Span­nend fin­de ich bei den Daten der IGN, dass jeden Tag über Mit­tag der RSAM (Tre­mor­si­gnal?) Wert leicht ansteigt und sich dann wie­der senkt.
    Anschei­nend wur­den dar­über­hin­aus seit heu­te Vor­mit­tag gar kei­ne Beben mehr registriert.
    Quel­le: PA_SIS_rsam_CENR_us.jpg (1802×1000) (ign.es)

  16. Zum Blog-Ein­trag 16:30 Uhr:
    Wirk­lich „aktu­el­le“ Auf­nah­men aus Las Man­chas ken­ne ich kei­ne. Ich habe hier mal einen Droh­nen­flug vom 04.November ver­linkt, der nach mei­nem Wis­sen den größ­ten Über­blick jemals im Gemein­de­ge­biet gab.
    Wenn es genaue­re Anga­ben zum Ort (Ortsteil/Viertel/Strasse) gäbe, und wenn es bestimm­te Vor­stel­lun­gen zur Aktua­li­tät gibt, wären das sicher­lich Kri­te­ri­en mit denen sich bei die­ser Such­an­fra­ge bes­ser hel­fen lie­ße. Dann wür­de ich da auch ger­ne wei­ter­hel­fen. Denn ein­zel­ne Berei­che in der Nähe der Vulkanzunge(n) wur­den ja doch recht regel­mä­ßig abge­lich­tet. Ande­re nach den größ­ten Asche-Immis­sio­nen in die­ses Gebiet dann gar­nicht mehr.
    LG, Sebastian

  17. @Sabine: Im You­tube Kanal von Tele­vi­sionCa­na­ria sind die fast täg­li­chen Droh­nen­flü­ge archi­viert: https://www.youtube.com/user/TelevisionCanaria/videos

  18. Hal­lo, ich hät­te ger­ne noch das Kon­to von der Fami­lie die unbe­dingt Hil­fe benötigt.

    • Manfred Betzwieser | 18. Dezember 2021 um 21:06 | Antworten

      Kommt noch .…

      • Vie­len Dank. Wir haben ges­tern an einem Beni­fiz Kon­zert in Ala­ro teil­ge­nom­men wo jeder Teil­neh­mer 5€ für die Men­schen La Pal­ma gespen­det hat. Die Anteil­nah­me der Spa­ni­er ist vor­han­den und was mich sehr beein­druckt hat. Bit­te lasst uns hel­fen, denn die betrof­fe­nen Men­schen brau­chen unse­re Unter­stüt­zung, auch wenn es nur klei­ne Beträ­ge sind. Die Men­schen auf La Pal­ma haben es verdient.

        Feliz Navidad
        Jürgen

  19. Hier ein Video von Pro­ben­ent­nah­men am qual­men­den Kra­ter, im Zeit­raf­fer und mit „klitz­klei­nen“ eif­ri­gen Wis­sen­schaft­lern: https://twitter.com/i/status/1472270312368754689

  20. Die IGME hat heu­te Nacht einen Zusam­men­schnitt vom Vul­kan­aus­bruch vom 19.September bis zum 14.Dezember veröffentlicht.
    https://www.youtube.com/watch?v=TlAH0NqhFMY

  21. Gib es schon eine offi­zi­el­le Bezei­chung für den Vulcan.

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