Ist der Vulkan erloschen?

Vulkan - erloschen

Erloschen oder nur eine Momentaufnahme -

Ganz erlo­schen ist der Vul­kan Cabe­za sicher noch nicht. Heu­te sind nur damp­fen­de Ent­gasungs-Schwa­den an an den Vul­kan­flan­ken zu beob­ach­ten. Es muss jetzt eini­ge Tage  abge­war­tet wer­den, ob es der Anfang vom end­gül­ti­gen Ende der Erup­ti­on ist.

Alles zum Don­ners­tag, dem 16.12.21 auf die­ser Sei­te wei­ter unten

 

Vulkan - erloschen

Foto: Gobier­no

Nach der Pevol­ca zei­gen eini­ge Fak­ten, dass der Rück­gang sowohl direkt an der Ober­flä­che als auch von Über­wa­chungs­netz­wer­ken um den Vul­kan Cabe­za auf Anzei­chen einer Erschöp­fung des Erup­ti­ons­pro­zes­ses hin­zu­wei­sen scheint, obwohl ein neu­er Auf­schwung strom­bo­lia­ni­sche Akti­vi­tät und Emis­si­on jetzt noch nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kann.

Es gab in der ver­gan­ge­nen Nacht nur eini­ge klei­ne Erd­be­ben. Das stärks­te Beben mit ML2,5 um 2.24 Uhr aus 39 km Tie­fe. Auch der Tre­mor, ein wich­ti­ger Indi­ka­tor für auf­stei­gen­de Mag­ma, ist prak­tisch seit einem Tag nicht mehr existent.

Auch wenn seit 7.50 Uhr heu­te Mor­gen wie­der leich­te Zit­ter­be­we­gun­gen auf dem Kurz­zeit­fil­ter des Seis­mo­gra­fen zu erken­nen sind, rech­ne ich das der Ein­stel­lung und Emp­find­lich­keit des Mess­ge­rä­tes zu.

Nach Anga­ben der IGN gibt es kei­ne wesent­li­chen Ände­run­gen in der GPS-Boden­ver­for­mung und einen Rück­gang des Schwe­fel­di­oxid Aus­stoss. Dazu müs­sen wir noch den aktu­el­len IGN Lage­be­richt abwarten.

Es deu­tet heu­te viel dar­auf hin, daß Cabe­za nach fast drei Mona­ten reger Akti­vi­tät nun sein Pul­ver ver­schos­sen hat und kein wei­te­res Mag­ma mehr auf­steigt. Unru­he und Schä­den hat der Vul­kan genü­gend hinterlassen.

11.00 Uhr  – „Guten Mor­gen aus einem zutiefst ruhi­gen Ari­da­ne-Tal, ohne jeg­li­che erup­ti­ven Beob­ach­tun­gen: kei­ne Laven, kei­ne Pyro­klas­ten oder bemer­kens­wer­ten Erd­be­ben, das sind her­vor­ra­gen­de Nach­rich­ten“, sag­te López (IGN) um 6.46 Uhr auf sei­nem Twitter-Account.

12.20 Uhr Die Erup­ti­on dau­ert fast 3 Mona­te. Die Sol­da­ten vom regu­lä­ren Mili­tär und der UME-Spe­zi­al­ein­heit arbei­ten wei­ter­hin dar­an, betrof­fe­nen Bür­gern zu hel­fen. Hier sieht man ihre Arbeit beim Ent­fer­nen der Asche von den Dächern der Häu­ser, um Ein­stür­ze zu vermeiden.

12.30 UhrMit­tei­lung der IGN – Seit der letz­ten Aus­sa­ge wur­den auf der Insel La Pal­ma ins­ge­samt 41 Erd­be­ben geor­tet, drei davon waren von der Bevöl­ke­rung zu spü­ren. Die maxi­ma­le auf­ge­zeich­ne­te Magnitu­de beträgt 3,2 (mbLg), was den gest­ri­gen Erd­be­ben um 10:15 und 12:19 UTC in einer Tie­fe von 13 bzw. 14 km ent­spricht.  Die mini­ma­le Magnitu­de des loka­li­sier­ten Erd­be­bens betrug 1,0 mbLg. Die Seis­mi­zi­tät setzt sich unter dem zen­tra­len Bereich von Cumbre Vie­ja in den glei­chen Berei­chen der letz­ten Tage fort. Die meis­ten Erd­be­ben (34) befin­den sich in Tie­fen zwi­schen 9 und 16 km. Außer­dem wur­den drei Erd­be­ben in Tie­fen zwi­schen 36 und 39 km und vier in Tie­fen zwi­schen 1 und 3 km geor­tet. Die Ampli­tu­de des Tre­mor­si­gnals ist in den letz­ten 24 Stun­den auf einem Niveau nahe der präe­rup­ti­ven Peri­ode geblieben.

Das Netz der per­ma­nen­ten GNSS- Sta­tio­nen der Insel zeigt kei­nen kla­ren Trend in der Defor­ma­ti­on der Sta­tio­nen, die den Erup­ti­ons­zen­tren am nächs­ten sind. In den übri­gen Sta­tio­nen hat sich die leich­te Defla­ti­on, die mög­li­cher­wei­se mit der tie­fen Seis­mi­zi­tät zusam­men­hängt, sta­bi­li­siert. Ange­sichts des um 08:30 UTC kali­brier­ten Bil­des ist kei­ne Emis­si­ons­art zu erken­nen. Die Höhe des Kegels wird mit einem Wert von 1.123 m gemessen.

13.13 Uhr - Irgend­et­was scheint noch zu kom­men. So als letz­ter Abschieds­gruß. Die Tre­mor­wer­te zei­gen eine leich­te Akti­vi­tät und die GPS Ver­for­mungs­wer­te wei­sen nach oben. Viel­leicht noch eine letz­te Asche- und Gas­la­dung mit einem stär­ke­ren Beben. Es sind nur leich­te Indi­zi­en, aber bei mir ein Gefühl, dass noch das i‑Tüpfelchen fehlt. Ich hof­fe mich zu täuschen.

14.25 Uhr - Ers­te Auf­nah­men vom Inne­ren des Ent­gasungs­kra­ters, wo eines unse­rer Teams um 13:00 Uhr kana­ri­scher Zeit eintraf.

15.35 Uhr - Die Direk­to­rin des Natio­nal Geo­gra­phic Insti­tu­te (IGN) auf den Kana­ri­schen Inseln, María José Blan­co, sag­te an die­sem Mitt­woch, dass der Vul­kan Cumbre Vie­ja nach den Beob­ach­tun­gen an der Ober­flä­che und den Mess­sys­te­men eine „sehr nied­ri­ge Pha­se“ durch­läuft und „Erschöp­fung zei­ge „Obwohl es eine Frist von zehn Tagen bedarf, um den Abschluss des Aus­bruchs zu bestätigen.

15.40 Uhr – Die Lava­strö­me haben immer noch Tem­pe­ra­tu­ren von etwa 400 °C und brau­chen Zeit, um sich abzukühlen.

15.45 Uhr – Pevol­ca wies dar­auf hin, dass „Pro­ble­me“ bei Men­schen auf­tre­ten, die ihre Häu­ser in eva­ku­ier­ten Gebie­ten put­zen, und führ­te als Bei­spiel an, dass ges­tern eine Per­son mit Ver­gif­tungs­er­schei­nun­gen in Puer­to Naos abtrans­por­tiert wur­de. Daher sei es wich­tig, Höh­len­be­rei­che, Kel­ler oder Tief­ga­ra­gen nicht zu betre­ten und die Häu­ser zu lüf­ten, und wenn dies geschieht, müs­sen sie von Ret­tungs­kräf­ten mit Gas­mess­ge­rä­ten beglei­tet werden.

17.00 Uhr - Koh­len­di­oxid ist schwe­rer als Luft und ver­drängt den Sauer­stoff. Koh­len­di­oxid sam­melt sich in Mul­den, tie­fe­ren Kam­mern oder Kel­lern. Auch bei einer Vul­ka­nerup­ti­on tritt Koh­len­di­oxid aus. Nor­mal wird es durch den Wind ver­flüch­tigt, kann sich aber auch in wind­ge­schütz­ten Lagen ansammeln.

Auch auf El Hier­ro gab es beim Eldis­cre­to Aus­bruch 2011 Pro­ble­me mit die­sem Gas. Viel­leicht kann ein Che­mi­ker hier noch ein paar ergän­zen­de Infor­ma­tio­nen hin­zu­fü­gen – Danke.

20.00 Uhr - Ther­mo­gra­fi­sches Bild des Vul­kans und der Lava­strö­me, auf­ge­nom­men von Mon­ta­ña La Lagu­na um 17.00 Uhr.

Donnerstag, der 16. Dezember 2021

8.00 Uhr – In der letz­ten Nacht nur klei­ne­re Erd­be­ben bis max. ML3,0. In den letz­ten Stun­den fast alle Beben aus gro­ßer Tie­fe zwi­schen 34 und 37 Kilometer.

9.30 Uhr - Das Minis­te­ri­um für öffent­li­che Arbei­ten, Ver­kehr und Woh­nungs­we­sen hat ges­tern mit der Mon­ta­ge der ers­ten modu­la­ren Häu­ser begon­nen, die erwor­ben wur­den, um die durch den Aus­bruch des Vul­kans Cabe­za auf der Insel La Pal­ma ver­ur­sach­te Woh­nungs­not zu lin­dern. Die Mon­ta­ge hat mit einer ers­ten Char­ge von fünf Holz­häu­sern der 30 begon­nen, die das Minis­te­ri­um vor etwas mehr als einem Monat erwor­ben hat. Die­se Häu­ser wer­den auf einem urba­ni­sier­ten Grund­stück errich­tet, das von Los Lla­nos de Ari­da­ne abge­tre­ten wurde.

10.15 Uhr - Mit­tei­lung der IGN – Seit der letz­ten Aus­sa­ge wur­den auf der Insel La Pal­ma ins­ge­samt 56 Erd­be­ben geor­tet, eines davon auch von der Bevöl­ke­rung zu spü­ren. Die maxi­ma­le auf­ge­zeich­ne­te Magnitu­de beträgt 3,4 (mbLg), was dem gest­ri­gen Erd­be­ben um 15:09 UTC in einer Tie­fe von 14 km ent­spricht. Die mini­ma­le Magnitu­de des loka­li­sier­ten Erd­be­bens betrug 1,2 mbLg. Die loka­li­sier­te Seis­mi­zi­tät setzt sich unter dem zen­tra­len Gebiet von Cumbre Vie­ja in den glei­chen Gebie­ten der letz­ten Tage mit Aus­brei­tung fort. Die meis­ten Erd­be­ben (39) befin­den sich in Tie­fen zwi­schen 8 und 17 km. Elf Erd­be­ben wur­den zudem in Tie­fen zwi­schen 33 und 40 km und 6 in Tie­fen zwi­schen 0 und 5 km geor­tet. Abge­se­hen von die­ser loka­li­sier­ten vul­kan­tek­to­ni­schen Akti­vi­tät und zeit­gleich mit dem Ver­schwin­den des vul­ka­ni­schen Bebens wur­den in seis­mi­schen Sta­tio­nen nie­der­fre­quen­te Signa­le ent­deckt, die als LP-Ereig­nis­se inter­pre­tiert wurden.

Die Ampli­tu­de des Tre­mor­si­gnals ist in den letz­ten 24 Stun­den auf sehr nied­ri­gem Niveau geblie­ben, nahe der präe­rup­ti­ven Peri­ode. Das Netz der per­ma­nen­ten GNSS- Sta­tio­nen der Insel zeigt kei­nen kla­ren Trend in der Defor­ma­ti­on der Sta­tio­nen, die den Erup­ti­ons­zen­tren am nächs­ten sind. In den rest­li­chen Sai­sons hat sich die zuvor beob­ach­te­te leich­te Defla­ti­on sta­bi­li­siert. Ange­sichts des um 08:45 UTC kali­brier­ten Bil­des ist kei­ne Emis­si­ons­art zu erken­nen. Die Höhe des Kegels wird mit einem Wert von 1.122 m gemessen.

10.30 Uhr - Die Bana­nen ster­ben – Die Bil­der, die von Droh­nen gezeigt wer­den, spie­geln deut­lich den Scha­den wider, den die­ser Vul­kan dem Pri­mär­sek­tor mit den aus­ge­dehn­ten Plan­ta­gen völ­lig tro­cke­ner Bana­nen­stau­den zuge­fügt hat. Das übli­che Grün des Tals wur­de nicht nur durch das Schwarz und Grau der Lava­strö­me ersetzt, son­dern es ist auch mit einem Braun getönt, der den Tod von Mil­lio­nen von Bana­nen­stau­den ankündigt.

Es war der lan­ge Was­ser­man­gel, die her­ab­fal­len­de Lavaa­sche und viel­leicht auch schäd­li­che Gase, die den Pflan­zen Scha­den zuge­fügt haben. Auch die Jung­pflan­zen und Schöss­lin­ge gehen ein. In den betrof­fe­nen Gebie­ten wer­den frü­hes­tens erst wie­der bis Ende 2022  Ern­ten mög­lich sein.

Lavastrom

 

12.30 Uhr – So hat sich der Vul­kan Cabe­za entwickelt.

15.40 Uhr - Die Sperr­zo­ne im Wes­ten um die neue Halb­in­sel (Faja­na) wur­de aus Sicher­heits­grün­den erweitert.

17.50 Uhr - 3D-Modell des Vul­kan­ge­bäu­des vom Vul­kan Cabe­za, erstellt mit einer Droh­ne, mit einer Ther­mo­gra­fie­ka­me­ra und auf­ge­nom­men in den frü­hen Mor­gen­stun­den des heu­ti­gen Tages.

 

  • Fort­set­zung folgt

Wetteraussichten für La Palma



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