Erdbeben vor La Palma

Erdbeben

Starkes Erdbeben von ML4,5.

ErdbebenEin Erd­be­ben der Stär­ke ML4,5 vor der Nord­küs­te von La Pal­ma heu­te Mor­gen gegen 9.06 Uhr hat die Seis­mo­me­ter (IGN links) aus­schla­gen lassen.

Das Epi­zen­trum lag rund 160 km im Nord­os­ten vor der Insel. Das Erd­be­ben ent­stand in gro­ßer Tie­fe von 59 km und war für mich auf La Pal­ma nicht zu spü­ren. Dafür war es zu weit vom Insel­mas­siv ent­fernt. Gewöhn­lich ereig­nen sich in den letz­ten Mona­ten Erd­be­ben mehr um El Hier­ro oder öst­lich von Tene­rif­fa. Die Lage ist schon etwas unge­wöhn­lich. Vor 8 Jah­ren hat­ten wir in die­sem Bereich das letz­te Erd­be­ben von mehr als ML4,0.

ErdbebenEs zeigt aber wie­der, dass unter dem gesam­ten west­li­chen Archi­pel der Kana­ri­schen Inseln der Unter­grund in Bewe­gung ist und über 250 km nörd­li­che Län­ge und 200 km öst­li­che Brei­te der Hot­spot arbeitet.

Vie­le Inseln, die so genann­ten Sea­m­ounts, sind so auf dem Mee­res­grund ent­stan­den und wer­den wahr­schein­lich nie die Mee­res­ober­flä­che errei­chen. Auf der IGN Kar­te ist ein Teil der Sea­m­ounts von West­afri­ka bis süd­west­lich von El Hier­ro zu erken­nen. Dabei sind Gebirgs­zü­ge von bis zu 2000 Höhen­me­ter vor­han­den. Aber viel mehr wur­den bis heu­te über­haupt noch nicht ent­deckt. Es zeich­net genau das Band von Nord­os­ten nach Süd­wes­ten ab, das der Hot­spot durch die Wan­de­rung der afri­ka­ni­schen Plat­te genom­men hat. Um 3 bis 4 cm jähr­lich wan­dert die Erd­plat­te nach Nord­os­ten bzw. der Hot­spot nach Südwesten.

 

Vulkane schaffen neues Leben

Fische, Krebstiere und KopffüßerErfreu­li­ches gibt es von El Hier­ro zu berich­ten. Jüngs­te Unter­su­chun­gen mit dem For­schungs­schiff Ánge­les Alva­ri­ño des Insti­tu­to Espa­ñol de Ocea­no­grafía (IEO) brach­ten neue Ergeb­nis­se. Um den Erup­ti­ons­kra­ter des Eldis­creto hat sich neu­es Leben eingestellt. 

Nicht nur die alten Mee­res­tie­re, son­dern völ­lig neue Arten haben sich in den ver­gan­ge­nen 3 Jah­ren ange­sie­delt (Foto: IEO).

Die Unter­su­chungs­kam­pa­gne vom 27. April – 4. Mai 2015 ergab, dass sich durch die aus­ge­stos­se­nen Mine­ra­li­en eine neue Flo­ra ansie­delt, die die Nah­rungs­grund­la­ge für zuge­wan­der­te Fische, Kreb­se und Kopf­füß­ler und die schwar­ze Koral­le bereit stellt. Auch wenn Vul­ka­ne zunächst fast alles ver­nich­ten, brin­gen sie doch neu­en Nach­schub aus dem Erd­in­nern und „Fri­schen“ in kur­zer Zeit, die gesam­te Vege­ta­ti­on auf.

Im Okto­ber 2015 soll das „vul­ka­ni­sche Expe­ri­men­tier­feld“ süd­lich von El Hier­ro wie­der unter die Lupe genom­men wer­den. So las­sen sich für die Oze­a­no­lo­gen, Vul­ka­no­lo­gen und Bio­lo­gen direkt vor der Küs­te ohne gro­ßen Auf­wand, die Ent­wick­lung des Lebens leicht beob­ach­ten und näher erforschen.

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