Auswandern auf die Kanaren

Auswandern auf die Kanaren

Träume sind oft Schäume -

Aus­wan­dern auf die Kana­ren ist so easy. Son­ne, Strand und Meer und ein sor­gen­frei­es Leben. Him­mel hoch jauch­zend wird geplant und eine Aus­wan­de­rung auf die Kana­ren nur durch die rosa­ro­te Bril­le gesehen.

Nach einem oder auch meh­re­ren Urlau­ben auf Fuer­te­ven­tura, Tene­rif­fa oder La Pal­ma glau­ben eini­ge die Inseln zu ken­nen. Urlaubs­idyl­le ist die tou­ris­ti­sche Sei­te, auf den Kana­ren immer zu Leben eine ganz ande­re. Erst im All­tags­trott (den gibt es auch hier) fällt der schö­ne Filter.

Auswandern auf die Kanaren

Jetzt bist du plötz­lich der Extran­je­ro (Aus­län­der) – der Ale­man – und hast dich nach den Sit­ten, Bräu­chen und den hie­si­gen Geset­zen zu ori­en­tie­ren. Als Urlau­ber warst du noch zah­len­der Gast, jetzt bist du Kon­kur­rent. Als neu­er „Mit­bür­ger“ wirst du auf­merk­sam beäugt und schnell in dei­ne Gren­zen gewie­sen. Sicher ist in Spa­ni­en nicht alles so per­fekt mit Geset­zen, Ver­ord­nun­gen und DIN-Nor­men wie in Deutsch­land gere­gelt, dafür gel­ten aber die unge­schrie­be­nen Regeln der Insel oder des Nach­barn. Bei unge­rech­ter Behand­lung schnell zum Anwalt sprin­gen, bringt hier nichts.

Auswandern auf die KanarenMan­geln­de oder gar kei­ne Sprach­kennt­nis­se machen das Leben auch nicht gera­de leich­ter. Wie ein Analpha­bet zum Spiel­ball der Behör­den wer­den oder sein Anlie­gen oder Wunsch nicht an den Mann brin­gen zu kön­nen! Sich nur mit einem Dol­met­scher hilf­los durch den Büro­kra­tie-Dschun­gel zu tasten!

Ohne Sprach­kennt­nis­se ein ner­ven­auf­rei­ben­des, kost­spie­li­ges und lang­wie­ri­ges Unter­fan­gen. Es sei denn du lebst in einer deut­schen Enkla­ve, die es aller­dings nur auf den gro­ßen Inseln Tene­rif­fa und Gran Cana­ria gibt.

Ohne finan­zi­el­le Reser­ve Aus­wan­dern auf die Kana­ren? Genau­so sinn­los wie zu glau­ben, der „Staat“ wird schon hel­fen. Hier, gibt es kei­ne geld­wer­te Unter­stüt­zung wie in Deutschland.

Auswandern auf die Kanaren ohne Arbeit?

Dann einen Job suchen? Bei fast 20 % Arbeits­lo­sig­keit fast aus­sichts­los …und ohne Sprach­kennt­nis­se? Arbeit wird hier nur gering ent­lohnt. 40 Wochen­stun­den und mehr bei 7 bis 9 Euro Brut­to­stun­den­lohn ist die Regel. Bes­ser haben es die Rent­ner oder die Aus­wan­de­rer mit gro­ßem finan­zi­el­len Back­ground. Sie kön­nen die Son­ne und das leich­te­re Leben rich­tig genießen.

Für vie­le unüber­leg­te Aus­wan­de­rer bleibt dann nur der Rück­zug. Ich schät­ze rund die Hälf­te der einst eupho­risch gestar­te­ten Aus­wan­de­rer ver­las­sen dann zer­knirscht wie­der die Inseln. Nur wer die ers­ten drei Jah­re über­lebt, der bleibt – ein alter Spruch mit Wahrheitsgehalt.

Auswandern auf die Kanaren

Nach 22 Jah­ren La Pal­ma weiß ich sehr genau, wovon ich schrei­be. Anfra­gen und Bit­ten wie

„Hal­lo, wir sind eine fünf­köp­fi­ge deut­sche Fami­lie die durch schwe­re Schick­sals­schlä­ge auf La Pal­ma in gro­ße Not gera­ten ist. Wir sind drin­gend auf der Suche nach einem Haus oder einer Woh­nung auf der Insel. Der­zei­tig leben wir in einer städ­ti­schen Not­un­ter­kunft, die­se müs­sen wir aber bald ver­las­sen. Jetzt droht, dass uns die Kin­der genom­men wer­den, wenn wir nicht bald fün­dig werden …“

Jeden Monat meh­re­re ähn­li­che Mails oder Tele­fo­na­te. Vor­her genau infor­mie­ren und nicht blau­äu­gig in ein Aben­teu­er stürzen.

Mensch Leu­te – bevor ihr eine Wasch­ma­schi­ne oder ein neu­es Auto kauft, checkt ihr auch genau die Vor- und Nach­tei­le ab. Bei einer Aus­wan­de­rung geht es um dei­ne Zukunft und Exis­tenz und nicht nur um ein mate­ri­el­les Kon­sum­gut. Es ist dein Leben und die Zukunft dei­ner Kin­der. Wer die Grund­re­geln kennt und ein­hält, kann es auch schaffen.

Mee­tings, Sprech­stun­den usw. kann und möch­te ich nicht abhal­ten. Zwei Bücher zu die­sem The­ma habe ich bereits geschrie­ben. Für ein paar Euro bekommst du „Erfolg­reich Aus­wan­dern“ z.B. bei Ama­zon (Sei­ten­leis­te).  Mit allen not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen und Tipps zu den Kana­ren. Eine loh­nens­wer­te Investition!

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4 Kommentare zu "Auswandern auf die Kanaren"

  1. Felicia Pfenniger | 1. September 2019 um 16:25 | Antworten

    Hal­lo Manfred, 

    dei­ne Blogs sind toll, danke.
    Dein Aus­wan­der Buch habe ich gele­sen. Es ist mit dem nöti­gen Schalk geschrie­ben, wel­cher mich immer wie­der zum schmun­zeln bringt. 😉
    Mein Part­ner ist pen­sio­niert, also fällt das Geld­pro­blem ziem­lich weg.
    Ich betrei­be ein onlineb­siness im Aufbau.
    Trotz­dem lie­be ich es in der Natur zu arbei­ten. Ich möch­te mir den Traum vom Land­an­bau ver­wirk­li­chen. ( was es ist kann ich hier nicht erläu­tern. Es geht um etwas abso­lut legales.)
    Wenn ich eine Spe­zia­li­tät auf dem Markt oder Restau­rant, ver­kau­fen will?
    Was brau­che ich für Genehmigungen?
    Müss­te ich dafür Land­wir­tin lernen?
    Oder genügt eine selb­stän­dig­er­wer­ben­de Anmel­dung dafür.
    Ich habe lei­der noch nir­gends eine befrie­di­gen­de Ant­wort gefunden. 

    Ich wür­de mich auf eine Ant­wort von Dir freuen.
    Es liebs Grüess­li us de Schweiz, Felicia.

    • Hal­lo Felicia,
      freut mich natür­lich, wenn es Dir gefällt.
      Dei­ne Fra­ge kann ich Dir so lei­der nicht beant­wor­ten. Du musst aber kein gelern­ter Land­wirt sein. Wenn Du mit Lebens­mit­teln han­delst sind aller­dings Zer­ti­fi­ka­te und Prü­fun­gen auch hier not­wen­dig. Es kommt ganz dar­auf an, um wel­ches Pro­dukt es sich handelt.

      Herz­li­che Grü­ße in die Schweiz
      Manfred

  2. Helmut Schneider | 22. Juli 2019 um 21:47 | Antworten

    Dan­ke für die prä­zi­sen Hin­wei­se auf die wich­ti­gen Aspek­te die man beach­ten soll . Ich selbst tra­ge mich auch mit dem Gedan­ken mei­nen Lebens­abend hier zu ver­brin­gen . Zu mei­nem Glück habe ich aus­rei­chend Mit­tel um für eini­ge Jah­re hier leben zu kön­nen ohne auf Arbeit ange­wie­sen zu sein . Ich wer­de mir auf jeden Fall Ihr Buch kau­fen und die Din­ge gut über­legt ange­hen . MfG. H.Schneider

    • Hal­lo Herr Schneider,
      jeder hat natür­lich ande­re Erwar­tun­gen, Wün­sche und Vor­stel­lun­gen. Ob die so auch in Erfül­lung gehen zeigt sich dann vor Ort.
      Wenn die Basis und das Ticken der Insel bekannt ist und nicht auf Illu­sio­nen beruht, ist der ers­te Schritt bereits getan.
      Pro­blem­chen kom­men dann immer noch, die sind in der Regel aber beherrschbar.
      Also fro­hen Mutes
      Manfred

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