Seit 2 Wochen tobt der Vulkan auf La Palma

Vulkan - tobt der Vulkan

Viel Spannung, noch mehr Aufregung aber auch Hoffnung -

Seit nun­mehr 2 Wochen tobt der Vul­kan ohne Unter­bre­chung. Am Sonn­tag, dem 19. Sep­tem­ber 2021 um 15.12 Uhr begann die Erup­ti­on. Seit­dem hat sich auf La Pal­ma vie­les ver­än­dert. Gro­ße Lava­strö­me haben Häu­ser und Stra­ßen gefres­sen und die Infra­struk­tur zer­stört. Das Land­schafts­bild auf der West­sei­te hat sich völ­lig verändert.

Schwar­zer Lava Asche­re­gen hat sich über die gan­ze Insel gelegt. Vie­le ver­zwei­fel­te Men­schen die ihr gan­zes Hab und Gut ver­lo­ren haben und dazu das stän­di­ge Dröh­nen und die Erd­be­ben. Noch tobt der Vul­kan wei­ter und wird sicher noch eini­ge Über­ra­schun­gen im Gepäck haben. Nach Durch­schnitts­be­rech­nun­gen dau­ert ein Kana­ri­scher Vul­kan­aus­bruch 55 Tage an.

Nach den Messungen tobt der Vulkan verstärkt weiter

Auch in der ver­gan­ge­nen Nacht gab es wie­der Erd­be­ben bis ML3,5 aus 10 bis 14 kmTie­fe. Stär­ke­re Beben sind bis­her aus­ge­blie­ben. El Hier­ro erleb­te als Schluss­ak­kord damals ein ML5,1 Beben (sie­he dama­li­ger Bei­trag)

Erdbeben - tobt der Vulkan

Die Gra­fi­ken und Daten von IGN und Invol­can zei­gen deut­lich, dass unter dem Insel­ge­bäu­de mehr Mag­ma ein­dringt. Erdbeben GrafikDie Erd­be­ben „sagen“ es und auch das Zittern.

Dies geschieht jedoch bei der Ver­for­mung nicht, was bedeu­ten kann, dass die gesam­te Emis­si­ons­kraft des mag­ma­ti­schen Mate­ri­als in der aktu­el­len Spal­te sich ent­lädt – Blan­co, die Direk­to­rin des IGN, sag­te: „Der Weg ist bereits offen.“

Jeden­falls bezwei­felt kein Wis­sen­schaft­ler, dass „mehr Mag­ma unter­wegs ist“. Daher wer­den wir noch län­ge­re Zeit mit einer kraft­vol­len und akti­ven Erup­ti­on fortfahren.

War der Vul­kan­aus­bruch vorhersehbar?

Nie­mand, abso­lut nie­mand, dach­te beim Aus­bruch die­ses Vul­kans Cabe­za, auf dem Berg bei El Paso, daß hier im bewohn­ten Gebiet eine Vul­ka­nerup­ti­on statt­fin­den könn­te. Auch ich rech­ne­te mit einer süd­li­che­ren Lage.

Durch das neue Lavafeld von La Palma

Dass aber in Kür­ze ein Vul­kan­aus­bruch auf La Pal­ma ange­sagt war, damit rech­ne­ten die Fach­leu­te. Bereits in einem Bei­trag vom 8.10.2017 also vor 4 Jah­ren mach­te ich dar­auf auf­merk­sam. Es folg­ten eine Rei­he wei­te­rer Bei­trä­ge mit dem glei­chen Tenor.

Wirk­lich über­ra­schend kam die­ser Vul­kan­aus­bruch nicht. Jeder kana­ri­sche Vul­kan kün­digt sich an und dazu gab es genü­gend Alarm­zei­chen. Wenn sich der Mensch in ein akti­ves Vul­kan­ge­biet vor­wagt, dann muss er frü­her oder spä­ter auch mit einer Reak­ti­on der Natur rech­nen. La Pal­ma hat im Schnitt alle 30 bis 40 Jah­re mit einem Aus­bruch zu kal­ku­lie­ren. Wer die Natur­kräf­te igno­riert wird bestraft.

Nicht immer sind es harm­lo­se „Vul­kan­schau­spie­le“ wie der Tene­guia im Jah­re 1971 in einer men­schen­lee­ren Gegend im Süden von La Pal­ma oder 2011 die Eldis­cre­to Erup­ti­on auf El Hier­ro vor der Küs­te im Atlantik.

 

11.00 Uhr - Der Sekun­där­ke­gel des Vul­kans, der sich vor eini­gen Tagen gebil­det hat­te, brach in den frü­hen Mor­gen­stun­den auseinander.

Am Diens­tag sol­len zwei mobi­le Was­ser-Ent­sal­zungs­an­la­gen für die vom Kanal­was­ser abge­kop­pel­ten Bana­nen­plan­ta­gen auf La Pal­ma ein­tref­fen. Bis sie instal­liert und funk­ti­ons­fä­hig sind, wird es noch eini­ge Tage mehr brau­chen. Auch ein Tank­schiff aus Fest­land­spa­ni­en soll unter­wegs sein.

11.20 Uhr – Der spa­ni­sche Minis­ter­prä­si­dent Pedro Sán­chez Pérez-Cas­te­jón ist heu­te schon wie­der auf La Pal­ma ein­ge­trof­fen. Es scheint ihm hier zu gefal­len. Er will eini­ge Tage auf La Pal­ma blei­ben und die Vul­ka­n­ar­bei­ten überwachen.

11.30 Uhr – Auf dem Flug­ha­fen Mazo lan­den Bin­ter und Cana­ry Fly. Auch zwei Maschi­nen aus Fest­land­spa­ni­en sind ein­ge­trof­fen. Jedoch bis­her kein inter­na­tio­na­les Flug­zeug wie Con­dor oder TUI. Die Luft­qua­li­tät heu­te ist gut. Die Rauch- und Asche­wol­ke zieht nach Süden ab.

12.15 Uhr – Die bei­den Meer­was­ser-Ent­sal­zungs­an­la­gen sol­len  im Gebiet von Puer­to Naos instal­liert wer­den. Täg­lich sol­len so pro Anla­ge unge­fähr 6.000 m³ pro Tag gewon­nen werden.

13.30 Uhr – Rosa María Mate­os, PhD in Geo­lo­gie und For­sche­rin von der Gra­na­da-Ein­heit des Insti­tuts für Geo­lo­gie und Berg­bau (die sich auf La Pal­ma befin­det), hat eine Kar­te / Info­gra­fik ver­öf­fent­licht, die die Bathy­me­trie des Mee­res­bo­dens an der Küs­te von Per­di­do (süd­lich von Taza­cor­te) erstellt.

Mit der Über­la­ge­rung der Bathy­me­trie des Mee­res­bo­dens ist per­fekt zu erken­nen, dass der Weg zum Oze­an nach Über­schrei­tung von 35 Metern Tie­fe in Kür­ze begrenzt sein wird. Jede der auf der Kar­te mar­kier­ten Lini­en reprä­sen­tiert eine Zunah­me der Mee­res­bo­den­tie­fe um 5 Meter. Es ist daher klar, dass die für die Lava zur Ver­fü­gung ste­hen­de Mee­res­platt­form kurz ist und sie nicht wei­ter wach­sen kann, ohne sich im „mari­ti­men Abgrund“ zu verlieren.

Meeresboden

 

15.10 UhrMinis­ter­prä­si­dent Sán­chez for­dert, dass für die zwei­te Pha­se des „Not- und Wie­der­auf­baus“ der Insel Pal­ma ein könig­li­ches Geset­zes­de­kret in Höhe von mehr als 206 Mio. Euro bereit­ge­stellt wird.

„Wir ste­hen vor einer Her­aus­for­de­rung, weil wir nicht wis­sen, wann der Aus­bruch des Vul­kans enden wird“, sag­te Sán­chez, aber die Pal­me­ros müss­ten wis­sen, dass „die spa­ni­sche Regie­rung und alle Ver­wal­tun­gen da sein wer­den. sich der enor­men Auf­ga­be zu stel­len, La Pal­ma wie­der auf­zu­bau­en, einen Hori­zont des Wohl­stands und des Fort­schritts zu bie­ten“. Eine Auf­ga­be, die, so beton­te er, aus Einig­keit und mit der Kraft des Staa­tes ange­gan­gen wer­de, um die Not­la­ge zu lin­dern und den Wie­der­auf­bau zu bewältigen.

16.00 Uhr – Die Mor­pho­lo­gie des Haupt­ke­gels ändert sich stän­dig und ist der­zeit brei­ter und nied­ri­ger und geschlos­se­ner, sag­te López von der IGN. Die Insel vor Taza­cor­te wächst mit vier Lava­strö­men wei­ter, sag­te der Experte.

Auf der ande­ren Sei­te erreicht die vom Vul­kan aus­ge­sto­ße­ne Gas- und Asche­säu­le 3 Kilo­me­ter Höhe und erreicht in stär­ker ver­streu­ter Wei­se Höhen von bis zu 5 Kilo­me­tern.

Die explo­si­ve Akti­vi­tät in den letz­ten Stun­den hat zur Emis­si­on von gro­ßen vul­ka­ni­schen Bom­ben geführt, die am Fuß des Kegels gefal­len sind. In den nächs­ten Stun­den wird der süd­li­che Teil des Kegels am stärks­ten von der Asche bedeckt werden.

16.35 Uhr - Infor­ma­ti­on der Pevol­ca – Der Direk­tor des PEVOL­CA-Len­kungs­aus­schus­ses, Miguel Ángel Mor­cu­en­de, berich­te­te nach der Sit­zung des wis­sen­schaft­li­chen Aus­schus­ses, dass heu­te Mor­gen das Per­so­nal, das wis­sen­schaft­li­che Daten auf­nahm, und das Not­fall­per­so­nal aus den Gebie­ten in der Nähe der Lava­strö­me eva­ku­iert wur­den, da die Luft­qua­li­tät nicht die bes­ten in die­sen Berei­chen sei.

Mor­cu­en­de berich­te­te auch über die neu­es­ten Daten des Coper­ni­cus-Satel­li­ten, wonach die betrof­fe­ne Flä­che bereits 399 ha groß ist, rund 52,5 Hekt­ar mehr als ges­tern. Die maxi­ma­le Brei­te des Lava­stroms beträgt 950 Meter und es gibt 30,7 km zer­stör­te Stra­ßen. Eben­so sind 1.074 Gebäu­de von der Erup­ti­on betrof­fen, 946 davon zer­stört und 128 beschä­digt. Im Hotel Princess in Fuen­ca­li­en­te sind 205 Eva­ku­ier­te untergebracht.

18.30 Uhr – Die Schü­ler der 4ºC-Klas­se der Schu­le Saint Joseph de Châ­teau­bri­ant im Dépar­te­ment Loire Atlan­tique in Frank­reich haben dem Bür­ger­meis­ter und den Stadt­rä­ten der Stadt­ver­wal­tung von Los Lla­nos de Ari­da­ne einen Brief geschickt, um ihre Soli­da­ri­tät mit den vom Vul­kan betrof­fe­nen Men­schen zu bekunden .

„Im Rah­men des Tages der euro­päi­schen Spra­chen möch­ten wir unse­re Soli­da­ri­tät mit den Bewoh­nern der Insel aus­drü­cken, die sehr schmerz­haf­te Momen­te erle­ben. Wir kön­nen sie nicht umar­men, aber Wor­te sind unse­re bes­te Brü­cke, um bei dir zu sein “, heißt es in dem Brief.

19.00 Uhr - Das feh­len­de Was­ser für die Bana­nen muss gelöst wer­den. Die Was­ser­ver­sor­gung im süd­li­chen Bereich der Kreu­zung des Lava­stroms wird zu einem gro­ßen Pro­blem, da die Ver­sor­gungs­net­ze zer­stört sind.  Als Sofort­lö­sung wer­den am Diens­tag zwei von der Kana­ren­re­gie­rung erwor­be­ne mobi­le Ent­sal­zungs­an­la­gen auf La Pal­ma ein­tref­fen, wäh­rend ein Schiffs-Tan­ker mit einer Kapa­zi­tät von 30.000 Kubik­me­tern Was­ser von der Halb­in­sel abfährt.

Der Ein­satz von Kamov-Hub­schrau­bern ist auch geplant, um Was­ser aus Stau­se­en in land­wirt­schaft­li­che Gebie­te zu trans­por­tie­ren, von denen vie­le durch das Vor­han­den­sein von Lava abge­schnit­ten sind.

  • Fort­set­zung folgt

Wetteraussichten für La Palma



38 Kommentare zu "Seit 2 Wochen tobt der Vulkan auf La Palma"

  1. Sehr geehr­ter Herr Bet­z­wie­ser, noch ein­mal herz­li­chen Dank für Ihre aus­führ­li­chen und umfas­sen­den Infor­ma­tio­nen zu dem Vul­kan­aus­bruch. Wir infor­mie­ren uns seit dem Aus­bruch täg­lich über Ihren Blog und die ange­führ­ten Links etc. über die jeweils aktu­el­le Situa­ti­on auf La Pal­ma. Ins­be­son­de­re die Droh­nen­auf­nah­men sind sehr hilf­reich. Auch wir sind zunächst von einem Aus­bruch mehr im Süden aus­ge­gan­gen. Goog­le Earth hat­te zuerst die Aus­bruch­stel­len in Höhe des Hoyo Negro ange­ge­ben, dies aber spä­ter kor­ri­giert. Ein Aus­bruch an der jet­zi­gen Stel­le hat uns ent­setzt. Ver­viel­fach­te doch ein Aus­bruch in die­sem Gebiet die Schä­den enorm, da die­ses Gebiet sehr dicht besie­delt ist. Es ist rich­tig, dass bei so man­chen Bau­vor­ha­ben gedank­lich aus­ge­blen­det wird/wurde, dass es sich hier um ein akti­ves Vul­kan­ge­biet han­delt. Die­se Ent­wick­lung beob­ach­ten wir seit 1997, nicht nur im Bereich Las Man­chas. Wir hof­fen sehr, dass der Vul­kan sich bald wie­der beru­higt. Unse­re Gedan­ken sind in La Pal­ma und bei allen Men­schen dort. Vie­le Grü­ße Ingeborg

    • Wolfgang Wukasch | 3. Oktober 2021 um 12:48 | Antworten

      Dan­ke, bes­ser kann man nicht Herrn Bet­z­wie­ser dan­ken und auch Ihr Bei­trag ist vor­züg­lich geschrie­ben. Vie­len Dank von La Pal­ma-Lieb­ha­bern und oft­ma­li­ge Besu­cher der Insel (Seit 2005, auch schon mehr­mals im Jahr). Möge alles gut gehen, wird aber dau­ern, mein Bauch­ge­fühl sagt es. Herz­li­che Grü­ße Wolf­gang aus Thüringen.

      • Vie­len Dank für Ihre net­ten Wor­te. Nach­dem ich heu­te mor­gen die neu­es­ten zer­stö­re­ri­schen Bil­der des Lava­stro­mes gese­hen habe, stim­me ich Ihnen zu, dass die­ser Vul­kan­aus­bruch so schnell nicht zu Ende sein wird. Lei­der. Man kann nur hof­fen. Vie­le Grü­ße Ingeborg

    • stefan körner | 3. Oktober 2021 um 13:21 | Antworten

      Es ist rich­tig, dass damals trotz bes­se­ren Wis­sens – die Aus­brü­cke lagen ja nur ein paar Jahr­zehn­te zurück – Flä­chen bebaut wur­den, die dafür viel zu gefähr­lich waren und sind (man den­ke nur an La Bom­bil­la auf dem „Del­ta“ des Aus­bruchs von 1949). Wich­ti­ger wäre, jetzt schon die Wei­chen zu stel­len, dass die­se Feh­ler nicht wie­der gemacht wer­den. Kein Wie­der­auf­bau in gefähr­de­ten Gebie­ten, kei­ne neu­en Bau­ge­neh­mi­gun­gen im Süd­wes­ten. Die Mehr­kos­ten jetzt durch Ent­schä­di­gun­gen und Bei­hil­fen ste­hen in kei­ner Rela­ti­on zu Ein­spa­run­gen durch nicht benö­tig­te Infra­struk­tur und künf­ti­ge Zer­stö­run­gen oder gar Men­schen­le­ben. Es sieht nicht so aus, als wür­de der Vul­kan so bald Ruhe geben, und wenn, dann nur für Jah­re oder Jahr­zehn­te. Wer auch immer Ein­fluss auf La Pal­ma hat, soll­te schon jetzt begin­nen, die Ent­schei­dungs­trä­ger dahin zu schub­sen, bevor aus Träg­heit, Geld­in­ter­es­sen oder „Wei­ter So“ die glei­chen Feh­ler wie­der gemacht werden.

  2. stefan körner | 3. Oktober 2021 um 13:10 | Antworten

    Tol­les Video mit Flug über das neue Del­ta: https://twitter.com/i/status/1444570506771025923

  3. Guten Mor­gen.
    Es ist heu­te Nacht ja doch eini­ges passiert.
    Nach­dem man (auch anhand der jüngs­ten Droh­nen-Fern­sicht von Anto­nio) bestä­tigt sah, dass der Nord­strom unter­halb der LP‑2 wie­der an den Haupt­strom „ange­dockt“ hat­te, hat die­ser Strom aber über nacht noch­mal einen uner­war­te­ten Nach­schub-Weg erhalten.
    Erst­mals hat der nord­west­li­che, nied­ri­ge­re Kegel eine Öff­nung Rich­tung NW geöff­net, und ein recht breit gefä­cher­ter Strom ergoss sich in Rich­tung der Quel­le des Nord­stroms, um sich wei­ter unter­halb mit die­sem zu vereinigen.
    Dies hat zu einem „neu­en Nord­strom“ geführt, wel­cher eben nicht mehr durch Boden­ein­schnit­te zurück zum Haupt­strom gelenkt wur­de, son­dern gera­de­wegs unge­fähr mit­tig zwi­schen bis­he­ri­gem Haupt­strom und dem Indus­trie­park im Begriff ist, die LP‑2 zu überqueren.
    Sie­he Video der Stadt El Paso von heu­te Früh.
    Der alte Nord­strom hat­te nach mei­ner Zäh­lung auf Basis von OSM ca. 27 Gebäu­de zer­stört oder in Mit­lei­den­schaft gezo­gen. Das ist seit heu­te Nacht noch­mal sprung­haft angestiegen.
    Das Gesamt-Lava­vo­lu­men des Kegels ist zumin­dest tem­po­rär eben­falls gestie­gen, was durch­aus noch­mal wei­te­re Auf­wei­tun­gen der bestehen­den Strö­me im obe­ren Teil bedeu­ten könn­te. Und rein hyp­t­he­tisch hal­te ich den Bereich nörd­lich des Todo­que-Kegels nach wie vor für gefähr­det – wenn hier auch fast nur noch Plan­ta­gen betrof­fen wären.

    • stefan körner | 3. Oktober 2021 um 14:24 | Antworten

      Dan­ke dafür. Es macht Sor­gen, dass der Nord­strom immer wei­ter wächst, ges­tern ja auch an der alten Zun­ge bis zum Cami­no Cam­pi­tos. Er wird es nicht schaf­fen, über den teils seit Tagen erkal­te­ten alten Nord­strom Anschluss an den Fluss ins Meer zu fin­den, son­dern muss dann, wenn er wei­ter anhält, doch noch nörd­lich des alten Asche­ke­gels flie­ßen. Abso­lut kein schö­nes Szenario.

    • Wie­der herz­li­chen Dank für ihre offe­ne Ein­schät­zung. Ich habe den Ein­druck dass man der­zeit über ihre Sei­te noch die meis­ten Infor­ma­tio­nen erhält. Darf ich fra­gen auf wel­cher Höhe sich die nord­strö­me befin­den und wel­che „cami­nos“ in ihrem Weg wären, soweit man das abschät­zen kann? Lei­der fin­det man nir­gends eine aktu­el­le Karte ?

      • Die­se Ein­schät­zung kommt zwar von mir, doch der Dank gebührt tat­säch­lich Man­fred, dem „Owner“ der Sei­te. Er bestimmt die Tona­li­tät, der auch alle hier Bei­tra­gen­den bemüht sind zu fol­gen. Unauf­ge­regt und sach­lich, und jenen ver­bun­den und ver­pflich­tet, die einen sehr direk­ten Bezug zu die­ser lei­der so fas­zi­nie­ren­den Kata­stro­phe haben.
        Heu­te Vor­mit­tag war der neue Nord­strom im Begriff, die LP‑2 zu über­que­ren. Seit­dem habe ich kei­ner­lei aktu­el­len Infor­ma­tio­nen oder Bil­der – auch ist unklar, ob der zunächst umfang­rei­che Lava-Aus­stoss in die­ser Rich­tung unter­tags anhielt, oder der Strom zum Still­stand kam. Anhand des Vide­os mei­ne ich zu erken­nen, dass der älte­re Nord­strom, wel­cher bereits bei der LP‑2 zurück zum Haupt­strom kehr­te, womög­lich stär­ker aus­ge­prägt bleibt.
        Das Höhen­pro­fil des Gelän­des erlaubt der Lava des neu­en Nor­stroms unter­halb der LP‑2 meh­re­re Wege. Einer führt im Bogen wie­der zurück in Rich­tung Haupt­strom, der ande­re erreicht die süd­li­che Gren­ze des Indus­trie­parks, und folgt dort einem Gra­ben gera­de­wegs Rich­tung Wes­ten, um am Cami­no Cam­pi­tos wie­der auf den alten Strom zu tref­fen – mit dem Poten­ti­al, „am Weges­rand“ bis dort­hin noch wei­te­re Schä­den zu verursachen.
        Danach hängt das meis­te vom Lava-Gesamt­vo­lu­men ab, ob der Strom „über die Ufer“ der bis­her meist durch Gelän­de­ein­schnit­te defi­nier­ten Wege tritt, oder nicht.
        Soll­te des­halb z.B. der bis­her zum Still­stand gekom­men Abzweig auf nörd­li­cher Sei­te des Kegels von Todo­que wie­der rele­vant wer­den, so wäre der Gelän­de­ein­schnitt dar­un­ter (Cami­no Cab­re­jas) akut gefähr­det. Doch das ist wie gesagt aus heu­ti­ger Sicht hypthetisch.

        • Ein neu­es Video von Anto­nio (heu­te 16:00 Uhr) lässt zwei Din­ge sche­men­haft erkennen.
          1.) Der „neue Nord­strom“ ver­harrt noch immer in Höhe der LP‑2
          2.) Es gibt eine nicht genau zu loka­li­sie­ren­de Akti­vi­tät nörd­lich des Todo­que-Kegels (Rauch lässt auf vor­stos­sen­de Lava schlies­sen). Auch ohne „neu­en Strom“ bis run­ter nach Todo­que scheint das Lava-Volu­men doch zuge­nom­men zu haben, sodass es nach Neben-Wegen sucht…
          Lei­der muss Anto­nio offen­bar nach wie vor sehr vor­sich­tig bei sei­nen uner­laub­ten Auf­nah­men sein, und bleibt ent­spre­chend in der Ferne.

      • stefan körner | 3. Oktober 2021 um 16:58 | Antworten

        Die aktu­el­les­te und ein­zi­ge offi­zi­el­le Kar­te ist diese:

        https://info.igme.es/visor/?Configuracion=Enjambre-Terremotos-La-Palma&Extension=-17.95995,28.536799,-17.73473,28.652554,4326

        Und hier gibt es die aktu­ells­ten offi­zi­el­len Drohnenbilder :
        https://datos-lapalma.opendata.arcgis.com/apps/mapa-comparativo/explore

        Ich habe ansons­ten kei­ne seriö­sen UND aktu­el­len Kar­ten gefun­den. Die Kar­ten von Coper­ni­cus sind immer ca. 2 Tage hin­ter­her, und Open­Street­Map ist mitt­ler­wei­le ein zuneh­mend unak­tu­el­le­res Phan­ta­sie­pro­dukt aus Schät­zun­gen, Droh­nen­flug-Extra­po­la­ti­on und abge­mal­ten ande­ren Karten…

  4. Hal­lo, Herr Bet­z­wie­ser, ich habe
    bzgl. der Bathy­me­trie­kar­te zwei Fragen:
    Sind es die fei­nen Iso­li­ni­en, die den 5‑m-Tie­fen-Gra­di­en­ten darstellen?
    Kann ich via Inter­net die­se Kar­te abrufen?
    HG Jo K. /Hannover

  5. Sehr geehr­ter Herr Betzwieser
    Sie machen das wirk­lich sehr gut. Die Kar­te / Info­gra­fik über die Bathy­me­trie des Mee­res­bo­dens ist sehr interessant.

  6. Sehr geehr­ter Herr Betzwieser,

    ich dan­ke Ihnen sehr herz­lich für Ihre fach­kun­di­gen, pri­ma recher­chier­ten und dann auch noch sprach­lich sehr gelun­ge­nen Arti­kel. Was für eine Mühe!

    Mei­ne Frau und ich drü­cken der isla boni­ta alle vier Daumen.

    Best Grü­ße aus Deutschland

    Gerald

  7. stefan körner | 3. Oktober 2021 um 17:20 | Antworten

    Neu­es Droh­nen­vi­deo von Antonio:
    https://www.youtube.com/watch?v=jecEwNgc_Mk

  8. Michael Witscher | 3. Oktober 2021 um 18:38 | Antworten

    hal­lo Herr Betzwieser
    wir fah­ren seit vie­len Jah­ren nach La Pal­ma und sind sehr betrof­fen von den Ereignissen
    kön­nen sie mir sagen ob es die Cal­le­jon de la Gata noch gibt ‚wir waren immer in der Fin­ka La Ver­da 3.Leider kön­nen wir auf allen Vide­os nicht sehen ob es das alles noch gibt . Lg Michael

  9. stefan körner | 3. Oktober 2021 um 19:07 | Antworten

    Vier neue Anto­nio-Droh­nen-Video von heute:
    https://www.youtube.com/channel/UCA3x4hQV5Wa7xqYxkVNEmNQ/featured

    • Das drit­te und vier­te zeigt Fotos der „Wun­der­vil­la“. Der „Rauch“ war ver­mut­lich Dampf, als es einen Lava-Vor­stoss süd­west­lich des Anwe­sens Rich­tung Wes­ten gab, der zumin­dest vor­läu­fig in einem Was­ser­tank endete.
      …wie immer sehr hilf­rei­che Detail­auf­nah­men von Anto­nio… (auch am Nord­strom bei der LP‑2)…

  10. stefan körner | 3. Oktober 2021 um 22:10 | Antworten

    Habe mir Anto­ni­os neue Fil­me genau­er ange­se­gen und mit den Kar­ten verglichen.
    Zum Video https://www.youtube.com/watch?v=yefFXxU2A14
    Im Nor­den ist die neu­es­te nörd­li­che Lava­zun­ge weit über die LP‑2 hin­aus und streckt zudem klei­ne­re Zun­gen nach Nor­den – soll­te hier noch mehr nach­kom­men, dann wird es nicht beim eng par­al­lel zum alten Strom lau­fen­den Lava­fluss blei­ben, son­dern eine flä­chi­ge Aus­brei­tung nach Nor­den ein­set­zen (beson­ders deut­lich auf den letz­ten Bildern)
    Im Süd­wes­ten ist die Lava nun flä­chig über die LP2132 geflos­sen. An der Küs­ten­kan­te vor dem „Del­ta“, das wir jetzt Faja­na nen­nen sol­len, sind die „Inseln“ zwi­schen den drei Strö­men fast kom­plett verschwunden.
    Bei 2’50 sieht man auch die „Fin­ca la Con­da“ (liest die Dame, die danach gefragt hat­te, noch mit?)
    Lei­der gab es heu­te kei­ne offi­zi­el­len Droh­nen­bil­der und damit kein Update bei „Mapa com­pa­ra­tivo“. Auch Coper­ni­cus schweibt seit heu­te früh mit Daten von ges­tern. Sonn­tag wohl. Um so tol­ler, dass hier wei­ter­hin berich­tet wird! Also mal wie­der „vie­len Dank“!

    • Ihrem Kom­men­tar schlie­ße ich mich vor­be­halt­los an. Wie das mit extrem wich­ti­gen öffent­li­chen Dienst­leis­tun­gen an Sonn- und Fei­er­ta­gen gehand­habt wird und was es mit der „Sociedad de la infor­mación“ auf sich hat, wird sicher­lich auch von Marok­ko aus wie­der ein­mal sehr auf­merk­sam verfolgt.

    • Ja, ich lese noch mit und dan­ke allen für die Infor­ma­tio­nen. Anto­ni­os Vide­os schaue ich mir auch regel­mä­ßig an. Ansons­ten ist es ja lei­der gar nicht so ein­fach, an aus­sa­ge­kräf­ti­ge Infor­ma­tio­nen zu kommen.

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