Seit 2 Wochen tobt der Vulkan auf La Palma

Vulkan - tobt der Vulkan

Viel Spannung, noch mehr Aufregung aber auch Hoffnung -

Seit nun­mehr 2 Wochen tobt der Vul­kan ohne Unter­bre­chung. Am Sonn­tag, dem 19. Sep­tem­ber 2021 um 15.12 Uhr begann die Erup­ti­on. Seit­dem hat sich auf La Pal­ma vie­les ver­än­dert. Gro­ße Lava­strö­me haben Häu­ser und Stra­ßen gefres­sen und die Infra­struk­tur zer­stört. Das Land­schafts­bild auf der West­sei­te hat sich völ­lig verändert.

Schwar­zer Lava Asche­re­gen hat sich über die gan­ze Insel gelegt. Vie­le ver­zwei­fel­te Men­schen die ihr gan­zes Hab und Gut ver­lo­ren haben und dazu das stän­di­ge Dröh­nen und die Erd­be­ben. Noch tobt der Vul­kan wei­ter und wird sicher noch eini­ge Über­ra­schun­gen im Gepäck haben. Nach Durch­schnitts­be­rech­nun­gen dau­ert ein Kana­ri­scher Vul­kan­aus­bruch 55 Tage an.

Nach den Messungen tobt der Vulkan verstärkt weiter

Auch in der ver­gan­ge­nen Nacht gab es wie­der Erd­be­ben bis ML3,5 aus 10 bis 14 kmTie­fe. Stär­ke­re Beben sind bis­her aus­ge­blie­ben. El Hier­ro erleb­te als Schluss­ak­kord damals ein ML5,1 Beben (sie­he dama­li­ger Bei­trag)

Erdbeben - tobt der Vulkan

Die Gra­fi­ken und Daten von IGN und Invol­can zei­gen deut­lich, dass unter dem Insel­ge­bäu­de mehr Mag­ma ein­dringt. Erdbeben GrafikDie Erd­be­ben „sagen“ es und auch das Zittern.

Dies geschieht jedoch bei der Ver­for­mung nicht, was bedeu­ten kann, dass die gesam­te Emis­si­ons­kraft des mag­ma­ti­schen Mate­ri­als in der aktu­el­len Spal­te sich ent­lädt – Blan­co, die Direk­to­rin des IGN, sag­te: „Der Weg ist bereits offen.“

Jeden­falls bezwei­felt kein Wis­sen­schaft­ler, dass „mehr Mag­ma unter­wegs ist“. Daher wer­den wir noch län­ge­re Zeit mit einer kraft­vol­len und akti­ven Erup­ti­on fortfahren.

War der Vul­kan­aus­bruch vorhersehbar?

Nie­mand, abso­lut nie­mand, dach­te beim Aus­bruch die­ses Vul­kans Cabe­za, auf dem Berg bei El Paso, daß hier im bewohn­ten Gebiet eine Vul­ka­nerup­ti­on statt­fin­den könn­te. Auch ich rech­ne­te mit einer süd­li­che­ren Lage.

Dass aber in Kür­ze ein Vul­kan­aus­bruch auf La Pal­ma ange­sagt war, damit rech­ne­ten die Fach­leu­te. Bereits in einem Bei­trag vom 8.10.2017 also vor 4 Jah­ren mach­te ich dar­auf auf­merk­sam. Es folg­ten eine Rei­he wei­te­rer Bei­trä­ge mit dem glei­chen Tenor.

Wirk­lich über­ra­schend kam die­ser Vul­kan­aus­bruch nicht. Jeder kana­ri­sche Vul­kan kün­digt sich an und dazu gab es genü­gend Alarm­zei­chen. Wenn sich der Mensch in ein akti­ves Vul­kan­ge­biet vor­wagt, dann muss er frü­her oder spä­ter auch mit einer Reak­ti­on der Natur rech­nen. La Pal­ma hat im Schnitt alle 30 bis 40 Jah­re mit einem Aus­bruch zu kal­ku­lie­ren. Wer die Natur­kräf­te igno­riert wird bestraft.

Nicht immer sind es harm­lo­se „Vul­kan­schau­spie­le“ wie der Tene­guia im Jah­re 1971 in einer men­schen­lee­ren Gegend im Süden von La Pal­ma oder 2011 die Eldis­cre­to Erup­ti­on auf El Hier­ro vor der Küs­te im Atlantik.

 

11.00 Uhr - Der Sekun­där­ke­gel des Vul­kans, der sich vor eini­gen Tagen gebil­det hat­te, brach in den frü­hen Mor­gen­stun­den auseinander.

Am Diens­tag sol­len zwei mobi­le Was­ser-Ent­sal­zungs­an­la­gen für die vom Kanal­was­ser abge­kop­pel­ten Bana­nen­plan­ta­gen auf La Pal­ma ein­tref­fen. Bis sie instal­liert und funk­ti­ons­fä­hig sind, wird es noch eini­ge Tage mehr brau­chen. Auch ein Tank­schiff aus Fest­land­spa­ni­en soll unter­wegs sein.

11.20 Uhr – Der spa­ni­sche Minis­ter­prä­si­dent Pedro Sán­chez Pérez-Cas­te­jón ist heu­te schon wie­der auf La Pal­ma ein­ge­trof­fen. Es scheint ihm hier zu gefal­len. Er will eini­ge Tage auf La Pal­ma blei­ben und die Vul­ka­n­ar­bei­ten überwachen.

11.30 Uhr – Auf dem Flug­ha­fen Mazo lan­den Bin­ter und Cana­ry Fly. Auch zwei Maschi­nen aus Fest­land­spa­ni­en sind ein­ge­trof­fen. Jedoch bis­her kein inter­na­tio­na­les Flug­zeug wie Con­dor oder TUI. Die Luft­qua­li­tät heu­te ist gut. Die Rauch- und Asche­wol­ke zieht nach Süden ab.

12.15 Uhr – Die bei­den Meer­was­ser-Ent­sal­zungs­an­la­gen sol­len  im Gebiet von Puer­to Naos instal­liert wer­den. Täg­lich sol­len so pro Anla­ge unge­fähr 6.000 m³ pro Tag gewon­nen werden.

13.30 Uhr – Rosa María Mate­os, PhD in Geo­lo­gie und For­sche­rin von der Gra­na­da-Ein­heit des Insti­tuts für Geo­lo­gie und Berg­bau (die sich auf La Pal­ma befin­det), hat eine Kar­te / Info­gra­fik ver­öf­fent­licht, die die Bathy­me­trie des Mee­res­bo­dens an der Küs­te von Per­di­do (süd­lich von Taza­cor­te) erstellt.

Mit der Über­la­ge­rung der Bathy­me­trie des Mee­res­bo­dens ist per­fekt zu erken­nen, dass der Weg zum Oze­an nach Über­schrei­tung von 35 Metern Tie­fe in Kür­ze begrenzt sein wird. Jede der auf der Kar­te mar­kier­ten Lini­en reprä­sen­tiert eine Zunah­me der Mee­res­bo­den­tie­fe um 5 Meter. Es ist daher klar, dass die für die Lava zur Ver­fü­gung ste­hen­de Mee­res­platt­form kurz ist und sie nicht wei­ter wach­sen kann, ohne sich im „mari­ti­men Abgrund“ zu verlieren.

Meeresboden

 

15.10 UhrMinis­ter­prä­si­dent Sán­chez for­dert, dass für die zwei­te Pha­se des „Not- und Wie­der­auf­baus“ der Insel Pal­ma ein könig­li­ches Geset­zes­de­kret in Höhe von mehr als 206 Mio. Euro bereit­ge­stellt wird.

„Wir ste­hen vor einer Her­aus­for­de­rung, weil wir nicht wis­sen, wann der Aus­bruch des Vul­kans enden wird“, sag­te Sán­chez, aber die Pal­me­ros müss­ten wis­sen, dass „die spa­ni­sche Regie­rung und alle Ver­wal­tun­gen da sein wer­den. sich der enor­men Auf­ga­be zu stel­len, La Pal­ma wie­der auf­zu­bau­en, einen Hori­zont des Wohl­stands und des Fort­schritts zu bie­ten“. Eine Auf­ga­be, die, so beton­te er, aus Einig­keit und mit der Kraft des Staa­tes ange­gan­gen wer­de, um die Not­la­ge zu lin­dern und den Wie­der­auf­bau zu bewältigen.

16.00 Uhr – Die Mor­pho­lo­gie des Haupt­ke­gels ändert sich stän­dig und ist der­zeit brei­ter und nied­ri­ger und geschlos­se­ner, sag­te López von der IGN. Die Insel vor Taza­cor­te wächst mit vier Lava­strö­men wei­ter, sag­te der Experte.

Auf der ande­ren Sei­te erreicht die vom Vul­kan aus­ge­sto­ße­ne Gas- und Asche­säu­le 3 Kilo­me­ter Höhe und erreicht in stär­ker ver­streu­ter Wei­se Höhen von bis zu 5 Kilo­me­tern.

Die explo­si­ve Akti­vi­tät in den letz­ten Stun­den hat zur Emis­si­on von gro­ßen vul­ka­ni­schen Bom­ben geführt, die am Fuß des Kegels gefal­len sind. In den nächs­ten Stun­den wird der süd­li­che Teil des Kegels am stärks­ten von der Asche bedeckt werden.

16.35 Uhr - Infor­ma­ti­on der Pevol­ca – Der Direk­tor des PEVOL­CA-Len­kungs­aus­schus­ses, Miguel Ángel Mor­cu­en­de, berich­te­te nach der Sit­zung des wis­sen­schaft­li­chen Aus­schus­ses, dass heu­te Mor­gen das Per­so­nal, das wis­sen­schaft­li­che Daten auf­nahm, und das Not­fall­per­so­nal aus den Gebie­ten in der Nähe der Lava­strö­me eva­ku­iert wur­den, da die Luft­qua­li­tät nicht die bes­ten in die­sen Berei­chen sei.

Mor­cu­en­de berich­te­te auch über die neu­es­ten Daten des Coper­ni­cus-Satel­li­ten, wonach die betrof­fe­ne Flä­che bereits 399 ha groß ist, rund 52,5 Hekt­ar mehr als ges­tern. Die maxi­ma­le Brei­te des Lava­stroms beträgt 950 Meter und es gibt 30,7 km zer­stör­te Stra­ßen. Eben­so sind 1.074 Gebäu­de von der Erup­ti­on betrof­fen, 946 davon zer­stört und 128 beschä­digt. Im Hotel Princess in Fuen­ca­li­en­te sind 205 Eva­ku­ier­te untergebracht.

18.30 Uhr – Die Schü­ler der 4ºC-Klas­se der Schu­le Saint Joseph de Châ­teau­bri­ant im Dépar­te­ment Loire Atlan­tique in Frank­reich haben dem Bür­ger­meis­ter und den Stadt­rä­ten der Stadt­ver­wal­tung von Los Lla­nos de Ari­da­ne einen Brief geschickt, um ihre Soli­da­ri­tät mit den vom Vul­kan betrof­fe­nen Men­schen zu bekunden .

„Im Rah­men des Tages der euro­päi­schen Spra­chen möch­ten wir unse­re Soli­da­ri­tät mit den Bewoh­nern der Insel aus­drü­cken, die sehr schmerz­haf­te Momen­te erle­ben. Wir kön­nen sie nicht umar­men, aber Wor­te sind unse­re bes­te Brü­cke, um bei dir zu sein “, heißt es in dem Brief.

19.00 Uhr - Das feh­len­de Was­ser für die Bana­nen muss gelöst wer­den. Die Was­ser­ver­sor­gung im süd­li­chen Bereich der Kreu­zung des Lava­stroms wird zu einem gro­ßen Pro­blem, da die Ver­sor­gungs­net­ze zer­stört sind.  Als Sofort­lö­sung wer­den am Diens­tag zwei von der Kana­ren­re­gie­rung erwor­be­ne mobi­le Ent­sal­zungs­an­la­gen auf La Pal­ma ein­tref­fen, wäh­rend ein Schiffs-Tan­ker mit einer Kapa­zi­tät von 30.000 Kubik­me­tern Was­ser von der Halb­in­sel abfährt.

Der Ein­satz von Kamov-Hub­schrau­bern ist auch geplant, um Was­ser aus Stau­se­en in land­wirt­schaft­li­che Gebie­te zu trans­por­tie­ren, von denen vie­le durch das Vor­han­den­sein von Lava abge­schnit­ten sind.

  • Fort­set­zung folgt

Wetteraussichten für La Palma



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