Lavaschwaden ziehen Richtung El Hierro

Vulkan - Lavaschwaden

Lavaschwaden aus Schwefel und Asche -

So sahen heu­te kurz vor Son­nen­auf­gang die nach Süden zie­hen­den Lava­schwa­den von der Ost­sei­te von La Pal­ma aus. Die Gas- und Asche­wol­ke ist am Mon­tag beson­ders stark, da rie­si­ge Men­gen Lava am Vul­kan Cabe­za in der Nacht und am Mor­gen aus­ge­wor­fen werden.

Star­ke Erd­be­ben bereits ges­tern und in der ver­gan­ge­nen Nacht mit bis zu ML3,7 aus dem Bereich der Mag­ma­kam­mer in 10 bis 13 km Tie­fe deu­te­ten dar­auf hin. Auch hat es auf der Ost­sei­te schon Strom­aus­fäl­le gege­ben. Ob die mit den Beben oder dem Vul­kan etwas zu tun haben ist unbekannt.

Lavastrom - Lavaschwaden

„An Schla­fen war bei die­sem Getö­se und Kra­chen die gan­ze Nacht nicht zu den­ken“ – so eine Bekann­te aus Los Llana­os de Ari­da­ne. Es zerrt auch kräf­tig an den Ner­ven, wenn nur zwei Kilo­me­ter ent­fernt ein Vul­kan tobt (Foto Involcan)

Ges­tern war ein Teil des Vul­kan­ke­gels zusam­men gebro­chen und in den Vul­kan­schlund gestürzt. Alles wur­de wie­der als flüs­si­ge Lava in 200 bis 300 Meter hohen Feu­er­fon­tä­nen ausgeworfen.

Der Lavastrom geht in die Breite

Der Haupt­strom hat inzwi­schen eine maxi­ma­le Brei­te von knapp 1000 Meter, eine Durch­nitts­di­cke von 8 Meter (an man­chen Stel­len auch 50 Meter dick) und belie­fert die neue Insel am Meer. Die Vom Haupt­strom über­deck­te Flä­che liegt bei rund 400 Hekt­ar, wie Pevol­ca berichtet.

Lavainsel - Lavaschwaden

Hier eine Satel­li­ten-Auf­nah­me vom 30. Sep­tem­ber. Inzwi­schen ist die links lie­gen­de Insel auf knapp 40 Ha ange­wach­sen. Je höher der Lava­strom anschwillt, des­to mehr geht er auch in die Brei­te. Häu­ser und Grund­stü­cke, die bis­her noch nicht betrof­fen waren, könn­ten nun die nächs­ten sein.

12.00 Uhr - Die Beben alle um die ML3 in und um die Mag­ma­kam­mer hal­ten auch am Vor­mit­tag an.

Ein mächtiger Vulkankegel ist ents...

Zum bes­se­ren Ver­ständ­nis: Die Mag­ma­kam­mer liegt unter dem süd­li­chen Berg­teil der Cumbre Vie­ja. Die Gemein­de­gren­ze ver­läuft über den Berg­gip­fel in Nord/Süd Aus­rich­tung. Es sind gro­ße Gemein­de­ge­bie­te. Alles was öst­lich erfolgt, wird in der IGN Aus­wer­tung Mazo und west­lich oder süd­lich Fuen­ca­li­en­te zugerechnet.

12.30 Uhr – Die neue Halb­in­sel vor Taza­cor­te entsteht

13.10 UhrWer sich mit dem Teu­fel ein­lässt – Ein gro­ßer Teil von Bewoh­nern, die direkt vom Vul­kan betrof­fen sind und deren Grund­stück und Haus, jetzt unter Metern Lava voll­stän­dig begra­ben ist, haben auf Pump ihr Haus finan­ziert. Das Risi­ko wird von kei­ner Ver­si­che­rung gedeckt.

Trotz­dem sehen sie sich mit den Zah­lun­gen kon­fron­tiert, die Ban­ken auch in Zukunft für die ihnen gewähr­ten Hypo­the­ken­dar­le­hen for­dern wer­den. Eini­ge die­ser Unter­neh­men haben bereits die Ver­schie­bung die­ser Gebüh­ren ange­kün­digt. Ganz ver­zich­ten wird aber kei­ne Bank.

13.20 Uhr – Um 12.22 Uhr Orts­zeit ein ML3,4 Beben aus 12 km Tie­fe und um 13.00 Uhr ein ML3,3 aus 15 km Tie­fe in Mazo bzw. Fuencaliente.

14.20 Uhr – Das Vul­ka­no­lo­gi­sche Insti­tut der Kana­ri­schen Inseln (Invol­cán) hat die Emis­si­on von Schwe­fel­di­oxid (SO2) in die Atmo­sphä­re ges­tern auf­grund des aktu­el­len Erup­ti­ons­pro­zes­ses in Vul­kan Cabe­za auf 16.000 Ton­nen geschätzt. Aller­dings waren es nur Fern­mes­sun­gen, da alle Wis­sen­schaft­ler und Hilfs­kräf­te wegen der extre­men Gas­emis­si­on das Vul­kan­ge­biet ver­las­sen muss­ten. Die ech­ten Wer­te dürf­ten viel höher gewe­sen sein.

14.40 Uhr - Schwe­fel­di­oxid vom Vul­kan Cabe­za erreicht die Kari­bik. Die Höhe der Wol­ke wird auf etwa 5.000 Meter geschätzt, berich­te­te Mark Par­ring­ton, lei­ten­der Wis­sen­schaft­ler von Coper­ni­cus, auf sei­nem Twitter-Account.

Schwefelwolke

 

15.00 Uhr – Heu­te bläst der Vul­kan Cabe­za aus allen Roh­ren. Mit einer Inten­si­tät wie wir sie in den letz­ten 14 Tagen noch nicht erlebt haben. Zu beob­ach­ten hier LIVE

 

15.20 Uhr - Die betrof­fe­ne Flä­che beträgt 413 Hekt­ar, 14,2 mehr als ges­tern. Die Brei­te des Lava­stroms beträgt in eini­gen Abschnit­ten 1250 Meter, 300 Meter mehr als ges­tern. Die im Meer erzeug­te Faja­na umfasst eine Flä­che von 32,7 Hekt­ar. Eben­so wur­de die Exis­tenz von vul­ka­ni­schen Röh­ren ent­deckt, die den Zugang zu nied­ri­ge­ren Lava­schich­ten erleich­tern, aber den eta­blier­ten Wegen fol­gen, so María José Blan­co, Direk­to­rin des Natio­nal Geo­gra­phic Institute.

16.10 Uhr - Das Minis­te­ri­um MITECO hat an die­sem Mon­tag den Natio­nal Air Qua­li­ty Index (ICA) der Öffent­lich­keit zugäng­lich gemacht, mit dem die Luft­qua­li­tät in Echt­zeit und auf ein­fa­che Wei­se über­prüft wer­den kann. Sie kenn­zeich­nen die Mess­sta­tio­nen des natio­na­len Über­wa­chungs­net­zes. Die­se neue Initia­ti­ve wird auch die Ent­wick­lung der Luft­qua­li­täts­pa­ra­me­ter auf der Insel La Pal­ma über­wa­chen, die von den Emis­sio­nen des Vul­kans Cabe­za betrof­fen sind.

Nach mei­ner Erfah­rung kön­nen nur ober­fläch­li­che Daten hier­aus gewon­nen wer­den. Im Süden gibt es über­haupt kei­ne Mess­sta­ti­on. Also nur mit Abstri­chen brauchbar.

16.20 Uhr – Das Schiff Ramón Mar­gal­ef vom Spa­ni­schen Insti­tut für Ozea­no­gra­phie (IEO, CSIC) hat die ers­te ozea­no­gra­phi­sche Kam­pa­gne im Süd­wes­ten der Insel La Pal­ma abgeschlossen.

Das ozea­no­gra­phi­sche Schiff Ánge­les Alva­ri­ño, das mit dem Unter­was­ser­fahr­zeug ROV Liro­pus aus­ge­stat­tet ist, soll am 14. Okto­ber in dem Gebiet ein­tref­fen, um die Stu­di­en fort­zu­set­zen und zu ver­su­chen, das Ein­drin­gen von Lava ins Meer direkt zu beob­ach­ten. Das IEO weist dar­auf hin, dass die­se Stu­die zusätz­li­che Infor­ma­tio­nen über die Ent­wick­lung der Erup­ti­ons­epi­so­de auf der Insel La Pal­ma lie­fern und ein voll­stän­di­ge­res Bild der Funk­ti­ons­wei­se des Vul­kan­sys­tems der Insel ermög­li­chen wird.

16.30 Uhr – Ges­tern muss­ten For­scher und Hilfs­kräf­te abge­zo­gen wer­den, weil auch der Vul­kan Lavabomben mit einer Reich­wei­te von bis zu 800 Metern abfeu­er­te und eine ech­te Gefahr für wis­sen­schaft­li­ches Per­so­nal und Ret­tungs­kräf­te bestand, die im Umkreis von weni­ger als einem Kilo­me­ter um den Kra­ter arbeiteten.

17.30 Uhr – Wei­te­re kräf­ti­ge Beben von ML3,7 um 15.30 Uhr und ML3,3 um 17.30 Uhr aus 11 und 12 km Tie­fe. Es sind noch kei­ne star­ken Beben, aber Erd­stö­ße die gespürt wer­den. Face­book und ande­re Medi­en­diens­te schei­nen auf den Kana­ren aus­ge­fal­len zu sein.

18.30 Uhr – Jetzt brüllt der Vul­kan Cabe­za rich­tig los. Wer die Live Bil­der betrach­tet sieht, dass ein mäch­ti­ger Kegel im Auf­bau ist. Nicht zu ver­glei­chen mit dem Tene­guia der sich als Mini Aus­bruch dazu ein­stu­fen lässt. Viel­leicht so wie der Vul­kan San Juan von 1949, der auch wild gewü­tet haben muss. Dazu gibt es nur weni­ge Fotos, aber ein­drucks­vol­le Beschreibungen.

Auch die Beben hal­ten an. Soeben um 18.31 Uhr ein ML3,7 Erd­stoß aus 11 km Tie­fe in Fuen­ca­li­en­te. Das kann eine unru­hi­ge Nacht werden.

20.15 Uhr – Eben das ers­te ML4,0 Beben um 19.58 Uhr aus 12 km Tie­fe in Fuencaliente.

 

  • Fort­set­zung folgt

Wetteraussichten für La Palma



33 Kommentare zu "Lavaschwaden ziehen Richtung El Hierro"

  1. Es gibt mitt­ler­wei­le wei­te­re Droh­nen-Vide­os – dies­mal wie­der von der Gemein­de El Paso heu­te ver­öf­fent­licht, aber ziem­lich sicher auch von ges­tern Nach­mit­tag (Schat­ten-Ana­ly­se = Nachmittagssonne).
    Sie ergän­zen gut die Auf­nah­men von Antonio.

  2. stefan körner | 4. Oktober 2021 um 12:28 | Antworten

    Heu­te möch­te ich mal der ers­te sein, der Herrn Bet­z­wie­ser für die­sen Blog und sei­ne uner­müd­li­che Infor­ma­ti­on dankt. Eben­so allen ande­ren, die Ihre Erkennt­nis­se hier tei­len. Und wie schön, dass bis­her hier noch kei­ne Trol­le und nur ein­mal ein Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker auf­ge­taucht sind. Liest man die gest­ri­ge Aus­ga­be die­ses täg­lich abends erschei­nen­den Blogs von Herrn Märk­le, so kann man nur erah­nen, was alles so abgeht. Bis auf die noto­risch unak­tu­el­len offi­zi­el­len Quel­len und ein paar Zei­tungs­sei­ten (denen es offen­bar mehr um spek­ta­ku­lä­re Bil­der und Bana­nen geht) gibt es ansons­ten kaum seriö­se und unauf­ge­reg­te fach­lich kom­pe­ten­te Infor­ma­ti­on, schon gar nicht auf Deutsch!

  3. *Hilfs­ak­ti­on von Dani­el Barz* (wohnt weni­ge km vom Vul­kan entfernt). 

    Ich bin gera­de auf sei­ne Akti­on auf­merk­sam gewor­den (weiß nicht, ob die­se hier schon ver­öf­fent­licht wur­de). Er hilft (spen­den­fi­nan­ziert) Men­schen direkt vor Ort mit dem Nötigs­ten / klei­nen Notwendigkeiten. 

    https://tiny.cc/i8wjuz

    Auf die­ser Sei­te sei­ner Spen­den­kam­pa­gne ist ein inter­es­san­tes Video ein­ge­bet­tet, mit Impres­sio­nen zum Aus­maß und sei­ner Arbeit.

  4. Hal­lo Herr Betzwieser,
    Sie Schrei­ben 13.10 Uhr –unter anderem:
    „… auf Pump ihr Haus finan­ziert. Das Risi­ko wird von kei­ner Ver­si­che­rung gedeckt“
    Das hat­ten Sie bereits in vori­gen Blog­bei­trä­gen so dar­ge­stellt ist nach mei­nes Erach­tens nicht korrekt 

    Nach mei­nem Wis­sens­stand sind alle Gebäu­de die in Spa­ni­en ver­si­chert sind über ein Kon­sor­ti­um auch gegen Ele­men­tar­schä­den versichert.
    Das ist in Deutsch­land nicht der Fall.

    Mein Vor­schlag:
    Bit­te spre­chen Sie direkt mit Ver­si­che­run­gen vor Ort.
    Dan­ke sehr

    • Hal­lo Rainer,
      sor­ry da stimmt so nicht. In D ist in der Ele­men­tar­ver­si­che­rung auch die Natur­ka­ta­stro­phe dabei:

      Fol­gen­de Gefah­ren sind in der Natur­ge­fah­ren­ver­si­che­rung versichert:

      • Über­schwem­mun­gen, Rück­stau, Hochwasser
      • Erd­be­ben, Erd­sen­kung, Erd­rutsch, Erdfall
      • Schnee­druck, Lawinen
      • Vul­kan­aus­bruch

      Und wenn in Spa­ni­en die­se Ver­si­che­rung kei­ne Pflicht­ver­si­che­rung ist, gehe ich davon aus, dass eini­ge Geschä­dig­te auf ihren Kos­ten und Hypo­the­ken sit­zen beleiben.

      • Hal­lo Gisela,
        dei­ne Aus­füh­run­gen sind kor­rekt. Der Haken ist jedoch dass in Deutsch­land bei Gebäu­de­ver­si­che­run­gen lei­der nicht auto­ma­tisch auch eine Ele­men­tar­ver­si­che­rung beinhal­ten und für vie­le Gebäu­de nur sehr teu­er ange­bo­ten werden.

    • Manfred Betzwieser | 4. Oktober 2021 um 15:33 | Antworten

      Hal­lo Rainer,

      vie­le betrof­fe­ne Häu­ser sind über­haupt nicht ver­si­chert. Es gibt kei­ne Pflicht­ver­si­che­rung. Die Häu­ser, die nor­mal ver­si­chert waren, kön­nen über einen Soli­da­ri­täts­fond bei vul­ka­ni­schen Schä­den eine begrenz­te Ent­schä­di­gung beantragen.

      In der letz­ten Woche wur­de die­ses The­ma in den Kom­men­ta­ren dis­ku­tiert. Viel­leicht haben wir einen Ver­si­che­rungs­fach­mann unter den Lesern, der die Lage noch­mals erklä­ren kann.

      Gruß
      Manfred

      • Hal­lo Manfred,
        es ist anschei­nend nicht nur ein Pro­blem der Ver­si­che­rung. Nach mei­ner Erfah­rung ver­langt jede Bank bei einer Hypo­thek auch eine Haus­ver­si­che­rung abzuschließen.

        Die­se Erfah­rung habe ich aller­dings nur in Deutsch­land und nicht in Spa­ni­en gemacht.

        Für die deutsch­spra­chi­gen Leser ist jedoch ihr Ver­weis auf den Soli­da­ri­täts­fond span­nend da die­ser in Deutsch­land schlicht nicht existiert.

      • Nur eine kur­ze Ergän­zung: Die Ele­men­tar­ver­si­che­rung ist frei­wil­lig und kei­ne Pflicht­ver­si­che­rung in Deutsch­land (dies war/ist auch ein sehr gro­ßes Pro­blem bei den Flut­schä­den im Ahr­tal). Ich selbst habe die Ele­men­tar­ver­si­che­rung (die das beinhal­tet, was auch Gise­la geschrie­ben hat), sowohl in der Gebäu­de­ver­si­che­rung, als auch in der Haus­rat­ver­si­che­rung. (Ich woh­ne in einem Gebiet, in dem es frü­her Erz­ab­bau gab. Erd­fall oder Erd­rutsch sind mög­lich. Des­halb auch der Abschluss Ele­men­tar.) Wenn in La Pal­ma vie­le Häu­ser nicht ver­si­chert sind oder nicht den Zusatz Ele­men­tar haben, kann dies sehr bit­ter wer­den. Gut ist, dass es, sie Sie, Herr Bet­z­wie­ser schrei­ben, wohl einen Soli­da­ri­täts­fond gibt, über den wenigs­tens eine klei­ne Ent­schä­di­gung mög­lich ist. Nach den Flut­schä­den im Ahr­tal wird jetzt in Deutsch­land ver­stärkt über eine Pflicht­ver­si­che­rung Ele­men­tar nach­ge­dacht. Vie­le Grü­ße Ingeborg

  5. Die Aktua­li­sie­rung der West­zo­ne auf der Ver­gleichs­kar­te soll nun dem Stand 2021-10-04 11:00 entsprechen:
    https://volcan.lapalma.es/apps/mapa-comparativo/explore
    https://twitter.com/InnovaLaPalma/status/1445024287627284481

    • Ich bin sehr gespannt auf den Ost-Teil.
      In einem wei­te­ren Video der Gemein­de El Paso (Link sie­he ers­tes Kom­men­tar heu­te), wel­ches ein­deu­tig heu­te Vor­mit­tag ent­stan­den ist (auch hier ist der Schat­ten­wurf klar), ist zu sehen, dass der „neue Nord­strom“ über Nacht weder die LP‑2 über­schrit­ten hat, noch in die Brei­te aus­geufert ist. Da hat Ste­fan Kör­ner ges­tern ver­mut­lich die par­al­lel ver­lau­fen­de Cal­le el Parai­so gemeint – die ist in der Tat betroffen.
      Sei­ner Befürch­tung, dass die­ser recht schma­le Strom bei jeder wei­te­ren, zukünf­ti­gen „Fül­lung“ mit Lava eine star­ke Ten­denz zur Ver­brei­te­rung hat, tei­le ich aller­dings durch­aus für die­sen Abschnitt der Rou­te. Jede neue, star­ke Akti­vi­tät der Kegel mit Lava-Ergüs­sen Rich­tung NW birgt ein ent­spre­chen­des Risi­ko. Wäh­rend der „alte Nord­strom“ mit sei­ner Quel­le unter-/au­ßer­halb des Kegels offen­bar in der Lage ist, sei­ne nor­ma­len Lava-Men­gen noch vor der LP‑2 zurück an den Haupt­strom zu führen.

      • stefan körner | 4. Oktober 2021 um 18:46 | Antworten

        Doch, ich mein­te LP‑2. Der Nord­strom war schon am Sams­tag weit drü­ber (pin­ke Flä­che auf der „mapa erup­ti­on“). Oder mei­nen Sie nur den einst klei­nen Zip­fel, der nörd­lich ent­stan­den war? Der steht auf der „mapa“ noch vor den Gebäu­den, ist auf Anto­ni­os Video direkt an der LP‑2 ange­kom­men (0:55 s) und sicher längst wei­ter. Er hat­te sich ja mas­siv ver­stärkt. (Und, zuge­ge­ben, es wird mit all den neu­en, neue­ren und aller­neu­es­ten Nord- und Süd­strö­men lang­sam unüber­sicht­lich). Ich glau­be ja nicht, dass es heu­te noch aktu­el­le Kar­ten und Vide­os geben wird, nie­mand ist wohl mehr vor Ort bei all den Erup­tio­nen, Asche­re­gen, Vul­kan­bom­ben. Und auch der Satel­lit wird wohl heu­te wie­der nichts sehen kön­nen. Immer­hin sind jetzt die Coper­ni­cus-Daten von ges­tern da, die das glei­che zeigen.

        • @Stefan: Ja, ich stim­me Ihnen zu – es ist unübersichtlich.
          Der „alte“ Nord­strom kommt aus jener sepa­rat gele­ge­nen Lava­quel­le im NW weit unter­halb der Haupt­ke­gel. Die­ser folg­te ober­halb der LP‑2 einem Gelän­de­ein­schnitt und quer­te die LP‑2 in direk­ter Berüh­rung des Haupt­stroms, mit einer Ver­ei­ni­gung wei­ter unten.
          Der „neue“ Nord­strom quoll erst danach aus einem neu­en Spalt des lawafüh­ren­den Kra­ters, wel­cher in der NW-Flan­ke des Haupt­ke­gels liegt.
          Dies war das ers­te Mal, dass Lawa von dort oben zumin­dest tem­po­rär nörd­lich herausschwappte.
          Die­ser tem­po­rä­re Strom fließt (das ist auf den Vide­os zu sehen) Hucke­pack auf dem „alten Nord­strom“, macht aber des­sen Bie­gung nicht mit. Er kreuzt ihn qua­si. Ja, das ist der, wel­cher bei der LP‑2 zum ste­hen kam. Und dies nach mei­nem Dafür­hal­ten noch immer tut.
          Dafür kann es zwei Grün­de geben: 1.) der nur tem­po­rä­re Lava-Nach­schub, und 2.) er kreuzt nicht nur den „alten Nord­strom“, son­dern gibt sogar einen Teil sei­ner Lava an die­sen ab. Wenn dies so wäre, bestün­de etwas Hoff­nung, dass er beim nächs­ten (tem­po­rä­ren) Schub nicht ganz so stark in die Brei­te geht – wie Sie rich­ti­ger­wei­se befürchten.

  6. Weiß man ob der Nord­strom wei­ter­hin „brav“ ist und steht???

    • Die Fra­ge lief par­al­lel zu mei­nem vor­gen Kom­men­tar. Von ges­tern bis heu­te Vor­mit­tag war da kei­ne Bewe­gung drin, und ich glau­be (!), dass auch heu­te kein neu­en Nord- oder Nord­west-Aus­strö­mun­gen des Kegels statt­ge­fun­den haben, die hier wie­der Bewe­gung rein­brin­gen könn­ten. Dies wäre jeden­falls ange­sichts der 24/7‑Kameras rela­tiv leicht zu über­prü­fen und gäbe eine gewis­se Sicherheit.

  7. Zur Aktua­li­sie­rung: Face­book Whats­App und co sind auch in Deutsch­land ausgefallen

  8. Liegt nicht am Vul­kan – das sozia­le Gedöns ist welt­weit ausgefallen .…

  9. Face­book, Insta­gram und Whats­app sind welt­weit down, nicht nur auf den Kanaren.

    Tech­ni­sche Pro­ble­me – Face­book, Ins­ta und Whats­app sind down – 20 Minuten

  10. stefan körner | 4. Oktober 2021 um 18:06 | Antworten

    Sie schrei­ben „eben­so wur­de die Exis­tenz von vul­ka­ni­schen Röh­ren ent­deckt, die den Zugang zu nied­ri­ge­ren Lava­schich­ten erleich­tern, aber den eta­blier­ten Wegen fol­gen“ – das ver­ste­he ich nicht. Was ist mit die­sen Schich­ten und Röh­ren gemeint? Oder gibt die Quel­le auch nicht mehr her?

    • Manfred Betzwieser | 4. Oktober 2021 um 18:15 | Antworten

      Hal­lo Stefan,

      das sind die soge­nann­ten Lava­tu­ben. Röh­ren die sich unter der erkal­te­ten obers­ten Lava­schicht im Strom bil­den und wei­ter flüs­si­ge Lava beför­dern. Die Caños de Fue­go bei Todo­que ist so eine vom Vul­kan San Juan gebil­de­te Lavatube.

      • stefan körner | 4. Oktober 2021 um 19:45 | Antworten

        Ich weiß schon, was eine Lava­tu­be ist, ich war schon in meh­re­ren, u.a. Cue­va del Vien­to. ich ver­ste­he nur den Satz in dem Zusam­men­hang nicht. Wem wird der Zugang erleich­tert, der flie­ßen­den Lava oder den For­schern? Wie­so erleich­tert? „Nied­ri­ger“ bedeu­tet fla­cher oder tie­fer gele­gen? Wo wur­de das ent­deckt – im aktu­el­len Lava­strom oder woan­ders? Der Satz macht ein­fach so wenig Sinn.

  11. Der­zeit scheint Coper­ni­cus, was die Aktua­li­tät betrifft, die Nase vorn zu haben. 

    https://emergency.copernicus.eu/mapping/list-of-components/EMSR546

    Jeden­falls zeigt das Moni­to­ring 15 von heu­te den Stand, der auch auf den aktu­ell ver­füg­ba­ren Droh­nen­auf­nah­men nach­zu­voll­zie­hen ist.

  12. nicht nur auf den Kana­ren, fb, twit­ter und whats­app sind welt­weit down

  13. Hal­lo Herr Betzwieser,

    erst ein­mal auch von mit vie­len Dank für Ihre sehr infor­ma­ti­ve Bericht­erstat­tung, die ich aus der Fer­ne seit der Aus­ru­fung der gel­ben Alarm­stu­fe sehr inter­es­siert ver­fol­ge. Neben Ihren Berich­ten ver­fol­ge ich seit dem auch die Erd­be­ben­ent­wick­lung beim IGN und seit dem Aus­bruch die Live-Über­tra­gun­gen des Vul­kans bei rtvc.es.

    Gera­de heu­te wie­der bei den Live­über­tra­gun­gen habe ich mir die Fra­ge gestellt, auf wel­che Grö­ße in etwa der neue Vul­kan in der Zwi­schen­zeit ange­wach­sen ist. Haben Sie irgend­wel­che Erkennt­nis­se bzgl. der unge­fäh­ren Höhe und Umfang des Kegels und vor­al­lem auch des Durch­mes­sers des Kraters?

    Vie­le Grü­ße aus NRW und in Gedan­ken bin ich bei der Isla Boni­ta und ihren Bewohnern. 

    Bir­git

    • Hal­lo Birgit,
      ich habe einen Kreis mit 800m Durch­mes­ser über den Bereich der Öff­nun­gen gezeich­net. Die oran­gen Höhen­li­ni­en lie­gen 100m aus­ein­an­der. Zum Ver­gleich: Die Sei­ten­län­ge der Che­ops-Pyra­mi­de beträgt ca. 230m.

  14. Ich kann mich Herrn Kör­ner nur anschlie­ßen und ganz herz­lich bei Herrn Bet­z­wie­ser bedanken!

  15. Vor­hin habe ich über die Live-Bil­der auch den Ein­druck gehabt, dass der Vul­kan eine höhe­re Akti­vi­tät fährt. Habe dazu im Voll­bild­mo­dus alle paar Stun­den Auf­nah­men ver­gli­chen, bis in der Däm­me­rung dann der Fokus anders ein­ge­stellt wur­de, so dass Grö­ßen­ver­glei­che nicht mehr mög­lich waren. Aber auch akus­tisch war die Zunah­me selbst übers Inter­net wahr­nehm­bar. Ich hof­fe ins­be­son­de­re für die Anwoh­ner die immer noch recht nah am Gesche­hen ent­lang der Lava­strö­me aus­har­ren, dass es nicht noch schlim­mer wird. So schön die Bil­der auf den ers­ten Blick auch aus­se­hen, es ist gut zu wis­sen, wenn nie­mand ver­letzt wird, von den wirt­schaft­li­chen Schä­den abge­se­hen. Habs eben mal aus­ge­rech­net: Arbeits­lo­sig­keit auf La Pal­ma im Sep­tem­ber ca. 9%, vor dem Aus­bruch also. Zwi­schen 7% und 8% Obdach­lo­se durch den Vul­kan allein aber! 

    Ich fürch­te, das wird tie­fe Spu­ren hin­ter­las­sen, so klein die Lava­spur auf den ers­ten Blick auf den Satel­li­ten­kar­ten auch aus­sieht. Ich habe beschlos­sen auf alle Fäl­le zu spen­den, sehe aber noch nach, was das Sinn­volls­te in mei­nen Augen darstellt.

  16. Das 4.0 Beben von 19.58 Uhr Orts­zeit wur­de spä­ter auf 3.7 korrigiert.

  17. Heike Grevsmühl | 5. Oktober 2021 um 14:08 | Antworten

    Das mit den Ban­ken ist sehr trau­rig. Haus noch nicht abbe­zahlt, aber von der Lava ver­schlun­gen. Und für ein nicht mehr exis­tie­ren­de Haus wei­ter abzah­len. Haupt­sa­che, die­se Rei­chen kön­nen wei­ter­hin ihr ver­schwen­de­ri­sches Leben mit Vil­len auf allen Erd­tei­len schma­rot­zern Dan­ke für die aus­führ­li­chen Infor­ma­tio­nen, Fotos und Links! La Pal­ma – Lieb­ha­ber wie ich schau­en mehr­mals täg­lich auf die schö­ne Insel mit ihrer zer­stö­re­ri­schen, aber auch sehr fas­zi­nie­ren­den Natur­ge­walt. Noch nie hat mich ein Vul­kan­aus­bruch so betrof­fen gemacht! Vie­le Grü­ße aus Schwerin

    • stefan körner | 5. Oktober 2021 um 17:26 | Antworten

      Sehe ich auch so. Wie ärger­lich, dass hier mache Leu­te sol­che Kom­men­ta­re abwer­ten. Kann der/diejenige nicht rich­tig lesen, fehlt es an Empa­thie oder ist das schon Vandalismus?

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