Lavafluss kommt wieder zum Laufen

Lavastrom - Lavafluss

Viel Asche und neuer Lavafluss -

Der Lava­fluss aus dem Vul­kan Cabe­za hat seit der ver­gan­ge­nen Nacht wie­der zuge­nom­men. Vie­les läuft in unter­ir­di­schen Lava­tu­ben, aber auch wie­der als sicht­ba­rer offe­ner Lava­strom. Ein ML4,5 Erd­be­ben um 23.05 Uhr aus 35 Kilo­me­ter Tie­fe im Gemein­de­ge­biet Mazo scheint den Weg frei für wei­te­ren Mag­ma­auf­stieg gemacht zu haben (Titel­fo­to UME/Gobierno).

Vulkan - Lavafluss

Auf­nah­me vom Frei­tag­mor­gen aus der Web­cam lässt den ver­mehr­ten Asche- und Lava­aus­wurf erken­nen. Es scheint ges­tern doch nur eine Ver­schnauf­pau­se gewe­sen zu sein.

Vermehrter Lavafluss bringt keine erhöhten Schwefeldioxidwerte (SO2)

Die gemes­se­ne Luft­qua­li­tät heu­te um 8.00 Uhr bei Los Lla­nos zeigt, außer den Asche­wer­ten (PM 10), kei­ne erhöh­ten Wer­ten bei SO2. Aller­dings herrscht heu­te Wind aus Nord­os­ten und weht Gase und Asche nach Süden bzw. auf das offe­ne Meer.

Luftwerte

GPS Bodenverformung bleibt stabil

Auch die GPS Mes­sun­gen zei­gen wenig Schwan­kung. Nur mini­mal hat die ver­ti­ka­le Ver­for­mung (u) zuge­nom­men. Auch hier gibt es kei­ne Ausreisser.

Bodenverformung

Falls der Regen kommt

Etwas mehr Sor­gen berei­ten die von der AEMET ange­kün­dig­ten Regen­fäl­le. Da noch nicht alle Dächer von der Aschen­last befreit sind, bringt Regen min­des­tens eine Ver­dop­pe­lung der Dach­last. Vie­le älte­re oder zu schwach aus­ge­leg­te Dächer kön­nen die Last nicht tra­gen und zusam­men brechen.

RegenAuf der Nord- und Ost­sei­te von La Pal­ma hat es bereits zu reg­nen begon­nen. In Mazo habe ich bereits 12,6 l/m² Nie­der­schlag in den ver­gan­ge­nen Stun­den gemes­sen. Noch bleibt der Wes­ten von Regen ver­schont. So gern man sonst sich im Ari­dane­tal auch Regen wünscht, im Moment kann man ihn aber nicht gebrauchen.

 

10.30 Uhr - Mit­tei­lung der IGN – Seit der letz­ten Stel­lung­nah­me wur­den 54 Erd­be­ben in dem von der vul­ka­ni­schen Reak­ti­vie­rung von Cumbre Vie­ja betrof­fe­nen Gebiet loka­li­siert, 7 die­ser Erd­be­ben wur­den von der Bevöl­ke­rung gespürt und erreich­ten die maxi­ma­le Inten­si­tät in der Epi­zen­tral­zo­ne IV (EMS98).

Das stärks­te Erd­be­ben ereig­ne­te sich ges­tern um 23:05 (UTC) mit einer Magnitu­de von 4,5 mbLg in 35 km Tie­fe und mit Inten­si­tät IV auf der Insel La Pal­ma. Im betrach­te­ten Zeit­raum wur­den 4 Erd­be­ben in Tie­fen von etwa 30 km loka­li­siert, die rest­li­chen Hypo­zen­tren des Zeit­raums befin­den sich in gerin­ge­rer Tie­fe, etwa 12 km.

Die Ampli­tu­de des vul­ka­ni­schen Tre­mor­si­gnals weist nied­ri­ge Durch­schnitts­pe­gel mit sich ver­stär­ken­den Pul­sen auf. Das Netz der per­ma­nen­ten GNSS- Sta­tio­nen der Insel zeigt eine leich­te ver­ti­ka­le Defor­ma­ti­on an der Sta­ti­on LP03, die den Erup­ti­ons­zen­tren am nächs­ten liegt. An den ent­le­gens­ten Sta­tio­nen wird eine leich­te Defla­ti­on auf­recht­erhal­ten, mög­li­cher­wei­se im Zusam­men­hang mit tie­fer Seis­mi­zi­tät. Ange­sichts des kali­brier­ten Bil­des wird um 08:48 UTC eine Asche­wol­ken­hö­he von 3.500 m geschätzt, mit Süd-Ausrichtung.

11.10 Uhr – Die ers­ten 30 Holz­häu­ser für die vom Vul­kan betrof­fe­nen Men­schen tref­fen in El Paso ein.

13.40 Uhr - Der Prä­si­dent der spa­ni­schen Regie­rung, Pedro Sán­chez, bestä­tig­te bei sei­nem sechs­ten offi­zi­el­len Besuch auf der Insel La Pal­ma, dass am kom­men­den Diens­tag im Minis­ter­rat die Steu­er­be­frei­ung aller öffent­li­chen Bei­hil­fen, die für die Ein­woh­ner von La Pal­ma bestimmt sind, geneh­migt werden.

Somit wer­den die­se Bei­hil­fen weder in der Gewinn- und Ver­lust­rech­nung natür­li­cher Per­so­nen noch in der Kör­per­schaft­steu­er besteuert.

Frucht14.00 Uhr – Der Ver­band der kana­ri­schen Bana­nen­pro­du­zen­ten (ASPROCAN) hat eine Son­der­se­rie des kana­ri­schen Bana­nen­la­bels her­aus­ge­bracht, die ein Bild des Vul­kan­aus­bruchs auf der Insel La Pal­ma anzeigt und ver­füg­bar sein wird, solan­ge neue Schä­den andauern.

Die­ses Eti­kett ent­hält auch den Aus­druck „del Vol­cán“ zusam­men mit dem schwarz-weiß dar­ge­stell­ten Logo von Plá­ta­no de Cana­ri­as, mit dem Ziel, dass die Ver­brau­cher den Grund für die ästhe­ti­schen Schä­den, die ein Teil der Pro­duk­te erlit­ten hat, leich­ter erken­nen kön­nen. Der Geschmack ist iden­tisch mit der nor­ma­len La Pal­ma Bana­ne, nur die Scha­le hat etwas gelitten.

 

 

14.10 UhrDie neue Lava-Halb­in­sel (Faja­na). Invol­can schreibt: Unse­re Kol­le­gen, die mini­DO­AS-Mes­sun­gen in mari­ti­mer mobi­ler Posi­ti­on durch­füh­ren, haben die­ses Video des Lava­del­tas (12.30 Uhr kana­ri­sche Zeit) gesendet.

 

14.15 UhrDie vom Vul­kan La Pal­ma Betrof­fe­nen kön­nen ihre Zins- und Til­gungs­ver­pflich­tun­gen sowohl für Hypo­the­ken als auch Kre­di­te aus­set­zen, unab­hän­gig davon, ob sie mit den Zah­lun­gen auf dem neu­es­ten Stand sind oder nicht und dies ein­fach beim Finanz­in­sti­tut bean­tra­gen. Ver­zich­ten wird kei­ne Bank, obwohl sie jetzt ihre ein­ge­tra­ge­ne Sicher­hei­ten ver­lo­ren haben. Mei­ne Mei­nung dazu kennt ihr.

Das wäre doch jetzt genau der rich­ti­ge Anlass, im Rah­men der Soli­da­ri­tät mit den Vul­ka­n­op­fern, auf einen Teil der For­de­rung zu ver­zich­ten. Die müh­sam auf­ge­bau­ten Häu­ser sind unter dem Lava­strom ver­schwun­den und eine neue Exis­tenz muss wie­der mit Neu­schul­den auf­ge­baut wer­den. Alle Ent­schä­di­gun­gen und Ver­si­che­run­gen wer­den nur einen Teil des alten Ver­mö­gens ersetzen.

15.10 UhrDas Amphi­bi­en­schiff Cas­til­la von der spa­ni­schen Arma­da wird mit Lan­dungs­boo­ten nach La Pal­ma fah­ren um die Ver­le­gun­gen der Land­wir­te in ihre Arbeits­ge­bie­te durch­zu­füh­ren – so das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um soeben. Vier Lan­dungs­boo­te vom Typ LCM-1E wer­den ein­ge­setzt. Jedes die­ser Boo­te kann etwa 80 Per­so­nen beför­dern. Zur Unter­stüt­zung wer­den außer­dem ein Hub­schrau­ber und ein medi­zi­ni­sches Team an Bord sein.

 

18.00 Uhr – Die neu­en Lava­strö­me lau­fen auf bereits bestehen­den Strö­men, sodass es laut Fernán­dez von Pevol­ca kei­ne Aus­wir­kun­gen auf neue Gebie­te oder neue Schä­den gab. Die Zahl der betreu­ten Per­so­nen erhöht sich um sechs Per­so­nen. Jetzt sind es 466. Die Lava­front, die die LP-211 bedroht, ist immer noch 100 Meter ent­fernt und gestoppt, sodass die Stra­ße, wenn auch mit ein­ge­schränk­tem Zugang, wei­ter­hin benutzt wer­den kann.

20.00 UhrCabil­do La Pal­ma – Wir stel­len den von der Erup­ti­on betrof­fe­nen Men­schen kos­ten­lo­se Bus­ti­ckets zur Verfügung.

  • Fort­set­zung folgt

Wetteraussichten für La Palma



28 Kommentare zu "Lavafluss kommt wieder zum Laufen"

  1. Ther­mi­sches Video von heu­te 08:15h - der erhöh­te Lava-Aus­stoss seit heu­te Nacht scheint sich sehr zen­tral auf dem alten Haupt­strom sei­nen (sicht­ba­ren) Weg zu bah­nen – also direkt in Rich­tung Mon­ta­na Todo­que, und sich dort spä­ter auf die ver­schie­de­nen Zun­gen Rich­tung Meer zu ver­tei­len, sofern der Druck dafür dies­mal ausreicht.

  2. Jürgen Vollmer | 5. November 2021 um 14:09 | Antworten

    Lie­ber Herr Betzwieser,

    Sie haben bereits mehr­fach (zuletzt ges­tern oder vor­ges­tern) in Ihrer Bericht­erstat­tung Zah­len zum Volu­men der bis­her aus­ge­sto­ße­nen Lava- und Asche­men­ge genannt. Dabei ist mir auf­ge­fal­len, dass die­se Zah­len stets um etwa die Hälf­te hin­ter den im Netz abruf­ba­ren Wer­ten lag. Bei­spiel: Sie nann­ten zuletzt eine Gesamt­men­ge von rund 120 Mil­lio­nen Kubik­me­ter, im Info­band von TV Cana­ri­as wird dazu jedoch mehr als die dop­pel­te Men­ge von – heu­te – fast 270 Mio Kubik­me­ter genannt.

    Was ist der Grund für die­se enor­me Dif­fe­renz bei den Zah­len? Oder inter­pre­tie­re ich das Info­band von TV Cana­ri­as irgend­wie falsch und wird da was ganz ande­res genannt?

    Hier der Link zum Live-Stream, von dem ich spre­che: https://www.youtube.com/watch?v=XLeYZY6VVAw

    Für eine Klä­rung wäre ich sehr dank­bar. Und: Vie­len Dank für Ihre täg­li­che Top-Berichterstattung!

    Vie­le Grü­ße, Jür­gen Vollmer

    • Manfred Betzwieser | 5. November 2021 um 14:26 | Antworten

      Hal­lo Jürgen,

      Das sind alles geschätz­te Zah­len, die in der Regel von Satel­li­ten­mes­sun­gen stam­men. Die Invol­can nennt offi­zi­ell 120 Mio. m³ Lava/Magma. Das Schütt­gut, also die her­ab­rie­seln­de Asche ist dar­in nicht enthalten.
      Es kann gut sein, wenn alles zusam­men­ge­rech­net wird, dass eine Zahl von über 200 Mio. m³ erreicht wird. Es lässt sich über­haupt schwer ermit­teln, wel­che Raum­zahl durch die unter­schied­li­che Dicke vor­liegt. Die Flä­che wäre kein Problem.

      Gruß
      Manfred

      • Über die­sen ‚Ticker‘ habe ich auch schon gewun­dert, der tickert näm­lich, ohne Bezug zum direk­ten Gesche­hen, mun­ter weiter.
        Ich den­ke, man hat hier einen Algo­rith­mus zu Grun­de gelegt.

      • Das Info­band des Live-Streams zeigt schon seit Beginn des Aus­bruchs 66 m³/s für den Lava­aus­stoß. Bei Akku­mu­la­ti­on erge­ben sich dann ca. die 270 Mio Kubik­me­ter. Den Anga­ben von Invol­can wür­de ich des­halb eher trauen. 

        • Ja, weißt du was der Witz ist?! Gem. Beschrei­bung kom­men die Daten von Invol­can… genau wie die SO2 Wer­te über die ich letz­tens stolperte. 😉

          • So genau kennt die Wer­te wohl nie­mand. Am ehes­ten wüss­te wohl noch Coper­ni­cus über die Lava­men­ge Bescheid. Mit Hil­fe von Boden­ra­dar konn­te man ja auch die Höhen der Asche ermitteln.

          • Also, wenn die mal Zeit dafür hät­ten… inter­es­sie­ren würd’s mich schon 😉

          • Coper­ni­cus lie­fert nach Beauf­tra­gung (in die­sem Fall durch spa­ni­sche Behör­den) Not­fall­da­ten (EMS-Map­ping) & deren Ana­ly­se. Dies scheint mir pri­mär den Ein­satz von opti­schen Satel­li­ten­da­ten (Sen­ti­nel 2) zu umfassen.
            Coper­ni­cus umfasst eben­falls ein „Land Moni­to­ring pro­gram­me“, wel­ches mir nicht Teil des EMS-Pakets zu sein scheint, son­dern in Trä­ger­schaft der ESA und deren Sen­ti­nel 3- Satel­li­ten liegt.
            Das EMS-Not­fall-Pro­gramm besteht aus zwei Phasen:

            • Rapid Map­ping (der­zeit aktiv)
            • Risk & Reco­very Mapping

            Die Neu-Kar­to­gra­phie durch Satel­li­ten­da­ten wird – Hand auf’s Herz – sicher erst nach Ende der Lava-Akti­vi­tät vor­ge­nom­men wer­den. Dar­aus lässt sich dann sicher die Net­to-Volu­men­än­de­rung, und unter Ein­be­zie­hung von mit­tel­fris­ti­ge­ren Defor­ma­ti­ons­da­ten wohl auch die Brut­to­vo­lu­men­än­de­rung recht exakt berechnen.

  3. @Manfred – Zu 14:15 Uhr: Zins- und Tilgungsverpflichtungen.
    Inter­es­sant wäre die Fra­ge, wie es mit der Grund­steu­er­last aussieht.
    Die­se Fra­ge wur­de hier ja von einem Foris­ten schon am Ran­de ange­ris­sen – mit Ver­weis auf das Bei­spiel Hawaii, wo bei fort­be­stehen­den Eigen­tums­an­sprü­chen auf Lava-Grund­stü­cke natür­lich auch die Grund­steu­er wei­ter ange­setzt wur­de – unge­ach­tet der Fra­ge, ob das Grund­stück nun erschließ­bar ist oder nicht. Für die Gemein­den (die wären in Deutsch­land die begüns­tig­te Kör­per­schaft) wird es so oder so bit­ter, doch fra­gen kos­tet ja nichts.

    • Manfred Betzwieser | 5. November 2021 um 15:47 | Antworten

      Das wäre inter­es­sant zu wis­sen. Auf den Lava­grund­stü­cken wird man die nächs­ten Hun­dert Jah­re nicht mehr bau­en kön­nen. Wahr­schein­lich gibt es Ersatz­land als Ent­schä­di­gung. Irgend­wo in der Pampa.
      Das Lava­ge­biet wird zum Natur­re­ser­vat erklärt. Ist auch die bes­te Mög­lich­keit zukünf­ti­gen Vul­kan­aus­brü­chen aus dem Wege zu gehen. Wie das aller­dings steu­er­lich gelöst wird, muss man noch sehen. Aber das ist im Moment noch kein Thema.

    • Jeden­falls aus deut­scher recht­li­cher Sicht (in Spa­ni­en soll­te es nicht anders sein) ist ein Grund­stück ein räum­lich abge­grenz­ter Teil der Erd­ober­flä­che. Wenn das Eigen­tum recht­lich nach­weis­bar besteht, dann liegt das Grund­stück eben 20 Meter höher, wenn da 20 Meter Lava drauf sind. Damit wird ‑aus deut­scher Sicht- auch Grund­steu­er fäl­lig, solan­ge nicht poli­tisch ‑oder ggf. behörd­lich- anders ent­schie­den wird. Sicher wer­den die Grund­stü­cke auf unab­seh­ba­re Zeit nicht nutz­bar sein, lei­der. Da wird man wohl ent­we­der mit gene­ra­li­sie­ren­den Lösun­gen (Ent­eig­nung gegen Ent­schä­di­gung), oder mit Ver­trä­gen mit den Grund­stücks­ei­gen­tü­mern arbei­ten wer­den. Das ist aber eine Fra­ge zukünf­ti­ger poli­ti­scher Entscheidungen.

      • Manfred Betzwieser | 5. November 2021 um 21:03 | Antworten

        Ja in Deutsch­land …hier sind vie­le Grund­stü­cke nicht ver­mes­sen und erst recht nicht in einem Grund­buch eingetragen.

        • Ja, die „Wild­bau­ten“ sind mir bekannt, und auch die Pra­xis, sich das spä­ter ggf. „lega­li­sie­ren“ zu las­sen. Bei man­chem „Se vende“-Schild auf den Kana­ren mit­ten in der Pam­pa habe ich mich schon gefragt, wel­ches Schlitz­ohr da Geld ver­die­nen will. Daher wird mei­ne obi­ge For­mu­lie­rung „Eigen­tum recht­lich nach­weis­bar“ auch eine nicht unbe­deu­ten­de Rol­le spielen“,

  4. Hal­lo lie­bes Forum,
    in Bezug auf die oben ange­spro­che­nen Ent­schä­di­gun­gen durch die Ver­si­che­rung bzw. bzw. das Con­sor­cio: Hat hier schon jemand Erfah­run­gen damit, was tat­säch­lich gezahlt wird? 

    Wir haben unser Haus direkt am Mon­tag nach dem Aus­bruch ver­lo­ren und rela­tiv zeit­nah den Pro­zess mit dem Con­sor­tio begon­nen, kon­kre­te Zah­len lie­gen aber noch nicht auf dem Tisch. Daher wür­de mich inter­es­sie­ren, ob hier schon jemand Erfah­run­gen sam­meln konnte. 

    Mitt­ler­wei­le gibt es wohl auch eine Mög­lich­keit zur Bean­tra­gung der staat­li­chen Hil­fen, habe mich damit aber noch nicht im Detail beschäftigt.
    https://www.gobiernodecanarias.org/infovolcanlapalma/registro/

    • Manfred Betzwieser | 5. November 2021 um 18:43 | Antworten

      Ins­ge­samt hat das Ver­si­che­rungs­kon­sor­ti­um bereits 10 % der 1.100 für Vul­kan­schä­den eröff­ne­ten Fäl­le abge­deckt. Allein die­se 10 % bedeu­te­ten die Zah­lung von mehr als 13,5 Mil­lio­nen Euro Ent­schä­di­gung. Ein Groß­teil des Gel­des wird von den Ban­ken ein­be­hal­ten. Aus einer Pres­se­mit­tei­lung ohne Quellenangabe.

  5. Vul­kan-Risi­ko Soli­da­ri­täts-Euro Kanaren:
    EUR pro Monat x 2,2 Mio Ein­woh­ner x 12 Monate/Jahr x 50 Jah­re = 1.320 Mio EUR
    1.320 Mio EUR / 2500 zer­stör­te Immo­bi­li­en = 528.000 EUR je Schadensfall
    Ein klei­ner Bei­trag von allen käme sicher güns­ti­ger als die von Ver­si­che­run­gen ver­lang­ten Prämien.
    Was hal­ten Insel­be­woh­ner davon?

    • Ich fin­de die Idee wirk­lich super! Bin aber kein Insel­be­woh­ner. Wie aller­dings die Down­vo­ter ver­mut­lich auch kei­ne sind. Denn jeder, der sich ernst­haft für die Situa­ti­on inter­es­siert, oder sogar betrof­fen ist, dürf­te ein Inter­es­se an guten Vor­schlä­gen haben, und wenn man sie schlecht fin­det, lie­ber argu­men­tie­ren, anstatt nur anonym per Click Abwer­tun­gen abzu­ge­ben. Mein Vor­schlag: Es herrscht zum Glück Mei­nungs­frei­heit. Dazu muss man aber erst ein­mal eine – begründ­ba­re – Mei­nung haben. Auf gehts! 😉

      • Dan­ke für die Rückmeldung 😉
        Dem Voting soll­te man kei­ne Bedeu­tung schen­ken, dafür sor­gen Trolle…

        • Ich mache es mitt­ler­wei­le auch so, dass ich die Votings igno­rie­re. Das Pro­blem ist, dass es man­che Leser den­noch zu fal­schen Urtei­len ver­lei­ten könn­te. Des­halb fin­de ich es schon wich­tig, das anzu­spre­chen. Alles ande­re wäre für mich eher ein gespens­tisch anmu­ten­des Schweigen.

          Abge­se­hen davon, dan­ke für Dei­ne und Sebas­ti­ans Bei­trä­ge, neben den sehr viel­fäl­ti­gen und fas­zi­nie­ren­den Bei­trä­gen von Man­fred selbst. Aktu­ell lese ich mich in sei­ne Archäo­lo­gie-Bei­trä­ge bezüg­lich der Guan­chen ein. Ver­mut­lich sind die sogar noch span­nen­der als die Bei­trä­ge über den Vulkan. 😉

    • Pri­ma Idee für einen Hot­spot (Kana­ren), bin aber kein Insel­be­woh­ner. Ein Euro pro Monat tut kei­nem weh, auf ganz Spa­ni­en gerech­net wäre das sogar fast nix. Dar­um kann man es aller­dings eigent­lich auch den all­ge­mei­nen Haus­hal­ten über­las­sen zzgl. EU-För­der­töp­fen, die es ja wohl für Kri­sen­ge­bie­te geben soll­te. Aller­dings müs­sen die Ver­wal­tungs­kos­ten bei so einer Son­der­ab­ga­be abge­zo­gen wer­den, die sie even­tu­ell auf­fres­sen könn­ten. Wür­de man es wie einen Pen­si­ons­fond betrach­ten, dürf­te man jedoch wie­der­um mit zusätz­li­chen Erträ­gen bin­nen 50 Jah­ren rech­nen dürfen.

  6. Im Moment hat­te der Tephra-Aus­stoß (schwar­ze Asche-Wol­ke), der heu­te Mor­gen domi­niert hat­te, fast ganz auf­ge­hört und was blieb war wei­ßer Dampf oder Rauch, der auf Gase, aber auch auf Was­ser­dampf zurück­ge­hen dürf­te (die Bild­schirm­auf­nah­me zeigt die­sen Zustand, fast ohne Tephra). Kurz danach war er schon wie­der am Aus­wer­fen von Tephra. Ich fin­de es schon sehr bemer­kens­wert, wie schnell die­ser Vul­kan immer wie­der sol­che Wand­lun­gen hin­legt, ein ziem­li­ches Cha­mä­le­on. Tat­sa­che ist, dass es gera­de eine deut­li­che Ver­än­de­rung gibt!

    Und ein wenig Hoff­nung besteht damit sogar, dass das seit den letz­ten Tagen ein Wen­de­punkt bei der Erup­ti­on hin zur Abschwä­chung sein könn­te, vor allem wenn man sich noch an die 600m Lava­fon­tän­ten von vor ein paar Tagen erinnert!
    Sicher ist das zwar noch nicht, weil die Daten wie­der­sprüch­lich sind. Hohe Infla­ti­on (Boden­he­bung über Nor­mal) und der hohe Gas­aus­wurf der letz­ten 24 h deu­ten wohl auf wei­te­re Akti­vi­tät hin. Weni­ger Beben (aller­dings dar­un­ter auch das letz­te 4.5er Beben) und eine ruhi­ge­re Situa­ti­on an der Aus­bruchs­stel­le deu­ten wohl auf eine abneh­men­de Akti­vi­tät hin. 

    Eine wich­ti­ge Unbe­kann­te sind aller­dings die Lava­strö­me, die inzwi­schen zum Teil in Lava­tu­bes unter der Ober­flä­che ver­lau­fen. Die Abnah­me an Beben kann näm­lich täu­schen, weil das auch ein­fach nur bedeu­ten kann, dass die ent­spre­chen­den Auf­stiegs­ka­nä­le sich eta­bliert haben und damit das gesam­te Lava-Förderband.
    Und eine Fra­ge ist auch, wo der gan­ze salz­hal­ti­ge Was­ser­dampf her­kommt, falls es, wie der Geo­che­mi­ker Sam Ger­rits vor zwei Wochen schrieb, die­sen hohen Was­ser­an­teil aus ver­mut­lich Meer­was­ser immer noch gibt. Eigent­lich muss es durch Ris­se und Spal­ten ein­ge­drun­gen sein, außer es ist so alt wie die Insel, und war nur in der Tie­fe ein­ge­schlos­sen. Bin gespannt, ob es dar­auf irgend wann ein­mal Anwor­ten geben kann.

    https://rtvc.es/en-directo/

    • Auch auf den letz­ten Vide­os vom IGME erscheint es so, wie wenn der Druck abge­nom­men hät­te und die Lava wei­ter unten direkt aus dem Berg fließt:
      Insti­tu­to Geoló­gi­co y Mine­ro de Espa­ña – YouTube

    • Man muss davon aus­ge­hen, dass die Mag­ma-Strö­me (also die Auf­stiegs­ka­nä­le) ein kom­mu­ni­zie­ren­des Geflecht unter­schied­lichs­ter Kanä­le sind, die sich auch regel­mä­ßig zuset­zen. Nur so lässt sich die im Ver­gleich zu ande­ren Erup­tio­nen aus­ge­präg­te Unbe­re­chen­bar­keit des Gesche­hens (und auch der wei­ter­hin gege­be­nen rela­ti­ven zeit­li­chen Bere­chen­bar­keit im Ver­hält­nis zu den Beben). Und es wäre auch eine plau­si­ble Erklä­rung dafür, dass man­che Bereiche/Schlote unse­res Vul­kans, zeit­gleich sehr unter­schied­li­chen Out­put haben.
      LPIn­die geht davon aus, dass alle Beben ab ML5.0 genug Ener­gie haben, um wichi­ge Kanä­le zu unter­bre­chen oder zumin­dest stark zu hem­men. Wir erin­nern uns: Das ers­te 5.0er-Beben lei­te­te vor Tagen einen grund­le­gen­den Wan­del im Erup­ti­ons­ver­hal­ten ein.
      Es ist aller­dings damit zu rech­nen, dass der Druck nach wie vor so groß ist, dass die­se star­ken Beben der­zeit noch nicht geeig­net sind, den Vul­kan zu stop­pen. Aber irgend­wann könn­te genau dies der Fall sein. Momen­tan jedoch sucht sich der Druck noch immer alter­na­ti­ve Umleitungen.
      Es ist ermu­ti­gend, dass nun auch nach meh­re­ren star­ken Beben noch kein räum­lich getrenn­tes Aus­tritts-Gesche­hen zu bemer­ken ist, außer hie und da mal irgend­wo etwas Gas­aus­tritt, son­dern sich nach wie vor alles auf ein Ort konzentriert.
      Wie auch immer – die der­zei­ti­ge Pha­se ist jeden­falls noch nicht die End­pha­se. Dafür sind die Indi­zi­en viel zu dünn.

  7. Hola Man­fred,
    ist/war das echt so, das Spen­den­gel­der an Opfer in Spanien/La Pal­ma von den Opfern ver­steu­ert wer­den müs­sen? Dann macht spen­den ja dop­pelt so viel Spaß.
    Oder habe ich da was falsch verstanden?
    Das der Staat noch aus mei­nen Spen­den Ver­dienst zieht, war nicht mei­ne Spendenabsicht.
    Gruß Helmut

    • Manfred Betzwieser | 6. November 2021 um 9:35 | Antworten

      Hel­mut – pri­va­te Spen­den sind steu­er­frei. Öffent­li­che Bei­hil­fen und Zuschüs­se nor­mal Ein­kom­men und damit steu­er­pflich­tig. Jetzt aber im Fall La Pal­ma auch frei.

      Gruß
      Manfred

      • In Deutsch­land sind Zuwen­dun­gen an Pri­vat kei­ne steu­er­freie Spen­de, son­dern ein zu ver­steu­ern­des Einkommen.
        Wenn z.B. in der Fuß­gän­ger­zo­ne jemand mit einem Pony steht und eine „Spen­de“ für Tier­fut­ter erbit­tet, dann ist das eine steu­er­pflich­ti­ge Zuwen­dung, sofern diese/r jemand dies nicht für eine aner­kannt gemein­nüt­zi­ge Orga­ni­sa­ti­on tut, wie z.B. ein gemein­nüt­zi­ger Tierschutzverein.
        Wie sol­che Zuwen­dun­gen von Pri­vat an Pri­vat in Not­la­gen gehand­habt wer­den, weiss ich nicht genau.
        Wenn die Zuwen­dung von einer gemein­nüt­zi­gen Orga­ni­sa­ti­on oder aus staat­li­chen Sozi­al­mit­teln stammt, dann muss man als Emp­fän­ger nichts ver­steu­ern, da man ja nichts bekom­men wür­de, wenn der Staat oder die Orga­ni­sa­ti­on in der Zuwen­dung kei­nen gemein­nüt­zi­gen Zweck sehen wür­de – sie sind es, die über die Ver­wen­dung der Mit­tel Rechen­schaft able­gen müs­sen. Nicht die Empfänger.
        …so wäre es in Deutschland…man kor­ri­gie­re mich, wenn ich irgend­wo irre…

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