Der Vulkan-Tremor bleibt stabil

Vulkan-Tremor mit klarer Ansage -

Vul­kan-Tre­mor bedeu­tet bestän­di­ges Zit­tern. Ein Begriff der eigent­lich aus der Medi­zin kommt. Die­se Mini-Erd­be­ben ent­ste­hen durch Span­nungs­auf­bau im Gestein, der sich durch plötz­li­che Bewe­gun­gen abbaut. Beim Auf­stieg von Mag­ma wird der Kanal und das umge­ben­de Gestein und selbst das Mag­ma in Schwin­gun­gen ver­setzt, was sich auf dem Seis­mo­gra­fen auf­zeich­nen lässt (Titel­fo­to: IGME)

Seismograf

Heu­te Mor­gen zei­gen die seis­mo­gra­fi­schen Auf­zeich­nun­gen einen ruhi­gen gleich­mä­ßi­gen Vul­kan-Tre­mor auf. Das Mag­ma kann ohne gro­ße Pro­ble­me und Wider­stän­de auf­stei­gen. Ab und zu unter­bro­chen durch ein stär­ke­res Erd­be­ben, wie um 1.39 Uhr mit ML4,0 aus 11 km Tie­fe (grü­ner Aus­schlag). Hier war wohl ein grö­ße­res Hin­der­nis im Wege oder der Kanal ver­stopft, der „Frei­ge­sprengt“ wurde.

Die Schwefelwerte ändern sich

Der Blick auf die Web­cam zeigt einen regen Vul­kan Cabe­za der kräf­tig Gase, Lapil­li und Lava aus­spuckt. Ers­te gel­be Schwe­fel­ab­la­ge­run­gen wur­den ges­tern am Kra­ter­rand entdeckt.

Das ers­te Auf­tau­chen ele­men­ta­rer Schwe­fel­ab­la­ge­run­gen könn­te auf eine „deut­li­che Ver­än­de­rung“ der Dyna­mik des Aus­bruchs des Vul­kans Cabe­za hin­wei­sen. Das Vul­ka­no­lo­gi­sche Insti­tut der Kana­ri­schen Inseln (Invol­can) erklärt, dass eine Reak­ti­on mit Schwe­fel­was­ser­stoff (H2S) zur Bil­dung von Schwe­fel füh­ren wür­de und die mag­ma­ti­sche Kom­po­nen­te des Gases Schwe­fel­di­oxid abnimmt.

Auf die Stär­ke und Akti­vi­tät des Vul­kans hat dies aber selbst kei­nen Einfluß.

Steigende Oberflächenverformung

Die jüngs­ten GPS Bestim­mung am LP03 Mess­punkt weist auf der unte­ren Tabel­le einen star­ken ver­ti­ka­len Anstieg auf. Die IGN hat sich dazu noch nicht geäu­ßert. Es könn­te ein Druck­auf­bau der Mag­ma­kam­mer oder ein Mess­feh­ler sein. Bei einem gleich­mä­ßi­gen Mag­ma­fluß wie wir ihn heu­te sehen, eigent­lich unmöglich.

GPS - Vulkan-Tremor

 

Die ersten Vulkan Verletzten

Die Asche des Vul­kans ver­ur­sach­te ges­tern Per­so­nen­schä­den. Kon­kret wur­den drei Men­schen ver­letzt, nach­dem sie bei dem Ver­such, die Asche zu ent­fer­nen, von den Dächern gestürzt waren. Einer von ihnen ist schwer ver­letzt und muss­te nach Anga­ben des Direk­tors der Gesund­heits­zo­ne La Pal­ma, Kili­an Sán­chez, auf die Inten­siv­sta­ti­on des All­ge­mei­nen Kran­ken­hau­ses von La Pal­ma ein­ge­lie­fert werden.

 

12.30 UhrWas die IGN heu­te dazu sagt – Seit der letz­ten Stel­lung­nah­me wur­den nur 26 Erd­be­ben in dem von der vul­ka­ni­schen Reak­ti­vie­rung von Cumbre Vie­ja betrof­fe­nen Gebiet loka­li­siert , eines die­ser Erd­be­ben wur­de von der Bevöl­ke­rung gespürt und erreich­te die maxi­ma­le Inten­si­tät in der Epi­zen­tral­zo­ne III-IV (EMS98) .

Das stärks­te Erd­be­ben ereig­ne­te sich heu­te um 01:39 (UTC) mit einer Magni­tu­de von 4,0 mbLg in 11 km Tie­fe und mit Inten­si­tät III-IV auf der Insel La Pal­ma. Im betrach­te­ten Zeit­raum wur­den 2 Erd­be­ben in Tie­fen von etwa 30 km loka­li­siert, die rest­li­chen Hypo­zen­tren des Zeit­raums befin­den sich in gerin­ge­rer Tie­fe, etwa 12 km. Die Ampli­tu­de des vul­ka­ni­schen Tre­mor­si­gnals weist nied­ri­ge Durch­schnitts­pe­gel mit sich ver­stär­ken­den Pul­sen auf.

Die Insel­netz GNSS – Sta­tio­nen zeigt eine Ele­va­ti­on von etwa 10 cm zusam­men mit Defor­ma­ti­on zum Süd­wes­ten zwi­schen 3 und 5. Novem­ber an der Sta­ti­on LP03, die am nächs­ten an der Erup­ti­ons Zen­tren ist. Auf der ande­ren Sei­te wird an den am wei­tes­ten ent­fern­ten Sta­tio­nen eine leich­te Defla­ti­on auf­recht­erhal­ten, mög­li­cher­wei­se im Zusam­men­hang mit tie­fer Seis­mi­zi­tät. Ange­sichts des kali­brier­ten Bil­des wird um 08:48 UTC eine Säu­len­hö­he von 2.500 m geschätzt . mit West-Süd­west-Rich­tung. Heu­te um 10:30 UTC hat das IGN auf­grund der Abnah­me der Höhe der Erup­ti­ons­säu­le eine neue VONA (Vol­ca­no Obser­va­to­ry Noti­ce for Avia­ti­on) her­aus­ge­ge­ben, die mit­teilt, dass die maxi­ma­le Höhe der Erup­ti­ons­säu­le 2.700 m beträgt. Über dem Meeresspiegel.

13.00 Uhr – Hier in etwas grö­ße­rer Auf­lö­sung die ver­ti­ka­le Ver­for­mung, gemes­sen über GPS, süd­lich der Erup­ti­ons­stel­le um gut 8 cm auf jetzt ins­ge­samt 23 cm.

14.00 Uhr - Blick in die Lava­ka­nä­le des Vul­kans Cabeza

 

15.05 Uhr - Der gro­ße Asche­aus­stoß geht wei­ter. Bil­der aus Las Man­chas um 13:15 Uhr (kana­ri­sche Zeit). Zum Glück weht die Asche Rich­tung Meer.

Immer mehr Lava-Asche

15.15 Uhr – Die schlech­te Luft­qua­li­tät führt dazu, dass an die­sem Sams­tag die Zugän­ge zu den Punk­ten in der Nähe süd­lich des Vul­kans für die­je­ni­gen Berech­tig­ten gesperrt sind, die beab­sich­ti­gen, Gebäu­de zu betre­ten, um Asche­be­sei­ti­gungs­ar­bei­ten durch­zu­füh­ren oder Besitz­tü­mer her­aus­zu­ho­len – teilt die Pevol­ca mit.

16.30 Uhr - Das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um hat die auf La Pal­ma prä­sen­ten Mili­tär­ein­hei­ten der Armee ver­dop­pelt, um bei der Besei­ti­gung der Asche in Gebie­ten des Ari­dane-Tals zu hel­fen. Eine zwei­te Abtei­lung ist seit ges­tern mit der Asche­be­sei­ti­gung von Stra­ßen, Woh­nun­gen und öffent­li­chen Plät­zen beschäftigt.

Sie wir­ken vor allem in Los Llanos de Ari­dane und in der Gegend von Las Man­chas, wo sich Ber­ge von Lapil­li und Asche ansammeln.

20.18 Uhr – Vul­kan Cabe­za ist heu­te Abend sehr aktiv. Rie­si­ge Lava­fon­tä­nen, die auch den Hori­zont von der Ost­sei­te aus ein­fär­ben. Sie­he Web­cam.

20.26 Uhr – Warn­hin­weis an die Bevöl­ke­rungPEVOLCA hat die Bevöl­ke­rung über die schlech­te Luft­qua­li­tät im Ari­dane-Tal auf­grund des hohen Vor­kom­mens von PM10 Schweb­stof­fen in der Atmo­sphä­re informiert.

Die her­aus­ge­ge­be­ne Mit­tei­lung bezieht sich auf das Gebiet von Taza­cor­te, Los Llanos de Ari­dane, El Paso, Tija­ra­fe und Puntagorda.

20.49 Uhr – Zwei zeit­glei­che Beben um 20.40 Uhr (unkor­ri­giert) mit ML4,6 und ML4,7 aus 33 bzw. 37 km Tie­fe. Jetzt manu­ell berech­net ein ML4,5 aus 36 km Tie­fe. Das bedeu­tet neu­er Mag­ma­nach­schub aus gro­ßer Tie­fe. Bis gegen 2.00 Uhr in der Nacht wird das Mag­ma den Vul­kan erreicht haben.

  • Fort­set­zung folgt

Wetter La Palma



La Palma

16 Kommentare zu "Der Vulkan-Tremor bleibt stabil"

  1. Eine der für mich erstaun­lichs­ten Eigen­schaf­ten der PM10 Par­ti­kel ist deren Selek­ti­vi­tät, die eigent­lich nur mit inte­grier­ter KI (künst­li­che Intel­li­genz) auf sub­ato­ma­rer Ebe­ne erklärt wer­den kann: hoch­ge­fähr­lich für Pal­me­ros und Resi­den­ten auf der West­sei­te La Pal­mas, jedoch völ­lig unge­fähr­lich, ja noch nicht ein­mal beson­ders erwäh­nen­wert für Vul­kan-Tou­ris jeg­li­cher Herkunft…

    Die Stra­ßen von San­ta Cruz de La Pal­ma sind voll mir Vul­kan-Tou­ris, die Geschäf­te aller Art und natür­lich Gas­tro­no­mie brumm­men, das Bus­un­ter­neh­men ist bes­tens aus­ge­las­tet – ges­tern abend spra­chen wir mit einer Grup­pe Tou­ris­ten, die per Fäh­re nach La Pal­ma kamen, im Atlan­ti­co hier in SCLP zu Abend aßen, her­nach einen hier gemie­te­ten Bus bestei­gen und die Nacht im Ari­dane­tal und auf dem Time ver­brin­gen wol­len – ohne Hotel­auf­ent­halt – und heu­te mit der Fäh­re zurück.

    • Es kommt auf die Expo­si­ti­ons­dau­er an. Wenn man nur weni­ge Stun­den expo­niert ist, dann ist eine Grenz­wert­über­schrei­tung deut­lich weni­ger kri­tisch als bei mona­te­lan­ger Belas­tung. Ansons­ten muss jeder Tou­rist selbst wis­sen, was er sich (gesund­heit­lich) zumu­ten will. Frü­her war Eigen­ver­ant­wort­lich­keit selbst­ver­ständ­lich und erlaubt.

  2. Ich kann ich mir durch­aus vor­stel­len, dass sich in der Schmel­ze, und spä­ter ent­spre­chend in den Vul­ka­ni­ten eine gewis­se Anzahl und Men­ge ver­wert­ba­rer Mine­ra­li­en befin­den. Nickel, Man­gan, Kup­fer, Gold oder Dia­man­ten viel­leicht sogar? War­um soll­te das im Bereich der Cana­ren nicht zu erwar­ten sein? Ver­mut­lich dann doch in zu gerin­gen Men­gen, als dass sich eine Aus­beu­tung loh­nen wür­de. Wer weiß, was da noch alles aus­ge­spuckt wird …

    • Nein. Die Aus­bil­dung von Erz­gän­gen, wel­che als ein­zi­ges abbau­wür­dig wären, ist ein kom­plett ande­rer Vor­gang, der sich über Mil­lio­nen von Jah­ren in der Tie­fe abspielt. Glei­ches gilt für die Ent­ste­hung von Dia­man­ten. Da ja schon erwähnt wur­de, dass sich Kli­no­py­ro­xe­ne in der Lava gebil­det haben, ist wohl davon aus­zu­ge­hen, dass es sich um eine basi­sche (Basalt) Lava han­delt. Ich habe noch an kei­ner Stel­le etwas davon gehört, dass irgend­je­mand Basalt zu ande­ren Zwe­cken abge­baut hät­te, als den Stein als Stein zu nut­zen. Das ein­zi­ge Ele­ment, was even­tu­ell men­gen­mäs­sig von Inter­es­se sein könn­te wäre ggf. Alu­mi­ni­um, bei einem typi­schen Anteil um die 6 % ist ein Abbau zur Gewin­nung sicher nicht wirtschaftlich

    • Wozu soll sich das begehr­te Zeugs in der Schmel­ze befinden ?

      In Frank­furt am Main steht ein Vul­kan, der spuckt das End­pro­dukt direkt aus !
      Es han­delt sich dabei um €uros und die flie­gen sogar bis Grie­chen­land und nach Italien.
      Guckt selbst:
      https://goo.gl/maps/YEaKjt7AXvdGM2t1A

    • Vor­stel­len kann ich mir auch viel. Aber wenn das so wäre, wür­de über­all auf den Kan­aran Gold­grä­ber­stim­mung herr­schen (nicht sol­che mit Immo-Hin­ter­grund), das ist ja über­all fast iden­ti­sche Lava aus dem glei­chen Mag­mat­opf. Die Idee, dass Vul­ka­ne mas­sen­haft Edel­me­tal­le ent­hal­ten, klingt nach Jules Ver­ne, und Dia­man­ten ver­bren­nen ab 700 Grad sowieso.

  3. Dan­ke für die vie­len inter­es­san­ten Berich­te auf die­ser Webseite.

    Zu erwäh­nen ist viel­leicht auch, das durch den Tre­mor etwa­ige Schwarm­be­ben an ande­rer Stel­le der Insel gar nicht erkannt wer­den, da die Inten­si­tät der Ampli­tu­de ver­deckt wür­de. Die stär­ken Erd­be­ben ab mag. 2,0 die als sol­che aus dem Tre­mor her­vor tre­ten, sind in den letz­ten Wochen wei­ter öst­lich des zur Zeit akti­ven Vul­kan auf­ge­tre­ten. Bei z.B. 10 km Tie­fe und 10 km Ent­fer­nung zum aktu­el­len Aus­bruch, hät­te das Mag­ma einen Win­kel von 45 Grad zum auf­stei­gen zu bewäl­ti­gen. Das wird sie m.E. nicht dau­er­haft tun..

    Grü­ße,
    Klaus

    • Ich habe das auch so nach­ge­rech­net und stim­me zu. Es ist von Kilo­me­ter 10 bis nach oben wohl ein Win­kel von um die 45 Grad. Und das mit den ver­deck­ten klei­ne­ren Beben stimmt eben­falls möglicherweise.
      Nur: Bis­her war das aller­dings kein Grund zur Beun­ru­hi­gung für den Osten La Pal­mas, zumin­dest laut Sam Ger­rits, einem nie­der­län­di­schen Geo­che­mi­ker, der gera­de vor Ort ist. Sei­ne Sicht­wei­se ist, dass die alten Aus­bruchs­stel­len seit 1971 bis zurück vor ein paar Jahr­hun­der­ten, die Kanä­le, die die Lava gehen kann, so weit fest ver­stopft haben, dass es zumin­dest im Nach­hin­ein schon ver­ständ­lich ist, dass aus­ge­rech­net jetzt so ein schrä­ger Win­kel und der ent­spre­chend weit ent­fern­te Aus­tritts­ort Rea­li­tät gewor­den ist. Ob das so bleibt hängt ihm zufol­ge vom Druck im Sys­tem ab und auch davon, ob neue Ris­se ent­ste­hen. Ich glau­be was ihn beun­ri­higt, ist der hohe Was­ser­an­teil in den Auswürfen.
      Da der gesam­te Süd­teil La Pal­mas mög­li­che künf­ti­ge Vul­kan­aus­brü­che zulässt, sind neue Aus­tritts­stel­len jeder­zeit auch an ande­ren Stel­len mög­lich, aller­dings wür­den wei­te­re star­ke Beben das dort wohl auch vor­her erkenn­bar wer­den lassen.
      Valen­tin Troll ist eher noch ent­spann­ter was das angeht. Man bekommt da den Ein­druck, je jün­ger die Vul­ka­no­lo­gen, des­to mehr Risi­ko sehen sie. Dar­aus kann jeder sei­ne eige­nen Schlüs­se ziehen.

  4. Valen­tin Troll ver­glich vor ein paar Tagen die 1585er Erup­ti­on mit heu­te, auch hier spielt unter­schied­li­che Hit­ze und ver­schie­de­ne Gase im Ver­lauf der Erup­ti­on eine Rol­le, so varia­bel wie heu­te waren die­se Aus­brü­che offen­bar auch früher.

    https://www.youtube.com/watch?v=NXFtChTKfTA

    Und Marc Sze­glat spricht eben­falls davon, dass ein aktu­ell ein Über­gang zu einem neu­en Sta­di­um der Erup­ti­on ansteht.

    Zitat: „Ein Ende der Erup­ti­on ist nicht in Sicht, wohl aber eine Ände­rung des Aus­bruchs­cha­rak­ters von über­wie­gend effu­siv zu über­wie­gend ejektiv.“

    Also ver­ein­facht weni­ger „Flie­ßen“ und statt­des­sen mehr „Spu­cken“.

    http://www.vulkane.net/blogmobil/vulkan-news-06–11-21-montagne-pelee/

  5. Dan­ke für die Erläu­te­rung des vul­ka­ni­schen Tre­mors. Erklärt sich das also aus dem phy­si­ka­li­schen Vor­gang: Wenn zwei Medi­en unter­schied­li­cher Dich­te anein­an­der vor­bei­strei­chen/-flie­ßen ent­ste­hen Wel­len, Vibra­tio­nen, Ver­wir­be­lun­gen. Je nach Material/Medium in unter­schied­li­cher Aus­prä­gung. Sie­he auch flie­ßen­de Luft­schich­ten unter­schied­li­cher Tem­pe­ra­tur (=Dich­te) und deren Bil­dung von z.B. sog. Schäf­chen­wol­ken oder ein­fach nur die Wel­len auf offe­nen Wasserflächen.

    • So unge­fähr kann man sich das vor­stel­len. Es wer­den aber auch Kanä­le erwei­tert, Stei­ne mit­ge­ris­sen oder auf­ge­schmol­zen. Klei­ne Erschüt­te­run­gen ohne Ende durch einen rei­ßen­den Magmastrom.

  6. LPIn­die zu den wider­sprüch­li­chen Signa­len, die von den Mes­sun­gen rund um den Vul­kan aus­ge­hen: Weni­ger Beben, dafür eine signi­fi­kan­te Hebung des Bodens im Süden (Mess­punk­te LP3, aber auch LP1).
    Im Video wird plau­si­bel erläu­tert, wes­halb die Erup­ti­on jetzt so oder so an einem Schei­de­weg ste­hen könn­te. Es baut sich wohl Druck auf, die Fra­ge ist, wie die­ser Druck abge­baut wird, in den kom­men­den Tagen.

    https://www.youtube.com/watch?v=XDX-W2SLup4

  7. Guten Tag in die Runde,
     
    von mir heu­te wie­der ein­mal ein Kom­men­tar, der nichts mit dem aktu­el­len Erup­ti­ons­ge­sche­hen zu tun hat, son­dern mit der Situa­ti­on danach – Man­fred hat ja heu­te auch schon ein­mal vor­sich­tig ange­deu­tet, daß im psy­chisch-psych­ia­tri­schen Bereich das Schlimms­te für die exis­ten­ti­ell Betrof­fe­nen erst noch kommt.
     
    Die Poli­tik glänzt immer noch mit der fan­tas­ti­schen Idee, nach Vul­ka­nen­de erst ein­mal die Bana­ne zu ret­ten, es gib aller­dings einen Licht­blick in El Paso, wo der amtie­ren­de Bür­ger­meis­ter Ser­gio Rodrí­guez (Coali­ción Cana­ria – ja tat­säch­lich, einer der neu­en Gene­ra­ti­on!) ver­sucht, ein neu­es Gewer­be- und Indus­trie­ge­biet längs der LP‑2 (Ctra. Gral. Rec­ta Padrón, wo die Shell-Tank­stel­le steht), aus­zu­wei­sen: hands on, sol­che Leu­te wer­den jetzt gebraucht. Hier der link zur „Con­sul­ta Rec­ta Padrón“ (MODIFICACIÓN MENOR Nº 3 DEL PLAN INSULAR DE ORDENACIÓN DE LA PALMA EN EL ÁREA DE ACTIVIDAD ECONÓMICA DE RECTA DE PADRÓN-PARAJE DE FÁTIMA): https://sedeelectronica.cabildodelapalma.es/portal/sede/RecursosWeb/DOCUMENTOS/1/0_17018_1.pdf und hier der link zum Web­sei­ten­ar­ti­kel: https://elapuron.com/noticias/economia/157255/comienza-la-tramitacion-ubicar-nuevo-poligono-industrial-la-recta-padron-fatima/.
    Das ist das betrof­fe­ne Gebiet:
    file:///C:\Users\YAYACA~1\AppData\Local\Temp\msohtmlclip1\01\clip_image002.jpg
     
    Ich hat­te schon ein­mal ange­merkt, daß für jeg­li­che Infra­struk­tur­maß­nah­me erst ein­mal Beton und Asphalt gebraucht wird – viel­leicht fällt der ja vom Him­mel – im Moment blo­ckie­ren ab und an Beton-Fahr­mi­scher die Haupt­stra­ße zum Tun­nel mit Spit­zen­ge­schwin­dig­kei­ten um die 30 km/h im ein­spu­ri­gen Bereich; vom im Geneh­mi­gungs­pro­zeß befind­li­chen Beton­werk im Gebiet El Riachue­lo (El Paso) bis­her nichts Neu­es. Als mein Groß­kun­de (von YaYa Mate­ria­les) For­thor Hor­mi­go­nes auf Tene­rif­fa noch exis­tier­te, haben wir dort pro Tag bis 1000 m³ Beton fabri­ziert – pro Werk (! – davon hat­te For­thor fünf) – das waren 100–120 Fahr­mi­scher – Gold­grä­ber­zei­ten bis 2008 halt.
     
    Heu­te wage ich einen Aus­blick, was man mit den Lava­mas­sen denn tat­säch­lich nach Erup­ti­ons­en­de machen könn­te, vor­zugs­wei­se Sinn­vol­les natür­lich. Dazu habe ich erst ein­mal nach Island geschaut, denn genau dort hat man ja wohl die pro­fun­des­te und lang­jäh­rigs­te Erfah­rung mit der kom­mer­zi­el­len Nut­zung von Vul­kan­ab­wär­me. Laut Wiki­pe­dia (https://de.wikipedia.org/wiki/Geothermale_Energie_in_Island) steht Island an der Welt­spit­ze in Bezug auf die Nut­zung der Erd­wär­me – mit knapp 30% Anteil an der Pri­mär­ener­gie. Dort wer­den Leis­tun­gen von bis zu 300 MW elek­tri­scher Ener­gie pro Kraft­werk erreicht, zu unschlag­bar güns­ti­gen Prei­sen. Eben­falls laut Wiki­pe­dia (https://de.wikipedia.org/wiki/Stromversorgung_von_La_Palma) beträgt der Ener­gie­be­darfs der gesam­ten Insel La Pal­ma weni­ger als 50 MW – also theo­re­tisch ein Kinderspiel.
     
    Und dann habe ich mit einem Man­dan­ten unse­rer DKB (Deutsch-Kana­ri­sche Bera­tungs­ge­sell­schaft für bina­tio­na­le Rechts‑, Steu­er- und Tech­nik­gut­ach­ten im Immo­bi­li­en­sek­tor) bei einem der deut­schen Groß­kon­zer­ne, die auch im Geo­ther­mie-Bereich tätig sind, gespro­chen, ob man an einem Pilot-Pro­jekt auf La Pal­ma inter­es­siert wäre – Ant­wort kommt nächs­te Woche.
     
    In der Zwi­schen­zeit könn­ten wir aus der Not eine Tugend machen und uns der indo­ne­si­schen Kom­bi­na­ti­on von Bana­ne und Wär­me zuwen­den: pisang goreng – das wer­den wir heu­te mit­tag beim Stamm­tisch in San­ta Cruz de La Pal­ma in der Ver­si­on „plá­ta­no fri­to“ im wie­der eröff­ne­ten „Bohe­mio“ aus­pro­bie­ren (das übri­gens kürz­lich die ehe­ma­li­ge kuba­ni­sche Köchin Lilia­na des „Los India­nos – La Balandra“ über­nom­men hat).
     
    Neu­lich wur­de über die auf La Pal­ma ankom­men­den Hilfs­leis­tun­gen in Form mate­ri­el­ler Güter (Sach­spen­den) und deren nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf den pal­me­ri­schen Ein­zel­han­del gespro­chen; ich habe die­ses The­ma noch­mals expli­zit beim frei­täg­li­chen, infor­mel­len Ayun­ta­mi­en­to-Tref­fen in El Paso ange­spro­chen: es wur­de all­ge­mein bestä­tigt, daß die Lager über­quel­len, der Miß­brauch fröh­li­che Urständ fei­ert (kos­ten­los erlang­te Hilfs­gü­ter wer­den „schwarz“ wei­ter ver­kauft) und ALLE Hilfs­gü­ter, die von ande­ren Inseln kom­men (last­wa­gen­wei­se) dort und nicht auf La Pal­ma gekauft wer­den – ein hüb­scher „Kol­la­te­ral­scha­den“.
     
    Ab und an wer­den hier im Forum die „War­te­zei­ten für erkal­ten­de Lava“ durch­ein­an­der gebracht. Daher noch­mals als klei­ner Überblick:
    Lava ist ein stark adia­ba­ti­sches Mate­ri­al, das bedeu­tet, daß sie nur sehr lang­sam gegen­über Luft aus­kühlt und daher ein her­vor­ra­gen­der Wär­me­spei­cher ist (daher mein Vor­stoß in Sachen Geo­ther­mie). Bevor die Lava­zun­gen des San Juan 1949 mit Bana­nen (oder sonst irgend einer Frucht) bepflanzt wer­den konn­ten, war eine Aus­kühl­zeit von min­des­tens 10–12 Jah­ren erfor­der­lich – sonst ver­bren­nen die Wur­zeln. Da die Mäch­tig­keit der Lava­strö­me des San Juan gerin­ger war als die des Cabe­za de Vaca, ist in „unse­rem“ Fall mit noch län­ge­ren Aus­kühl­zei­ten zu rechen. Bevor in die nach weni­gen Zen­ti­me­tern noch glü­hend hei­ße Lava­mas­se mit schwe­rem Bau­ge­rät bear­bei­tet wer­den kann, wer­den eben­falls min­des­tens 6 Mona­te bis 2 Jah­re ver­ge­hen oder kon­kret geschätzt Tem­pe­ra­tu­ren unter 400 ºC. Ange­sichts der in Spa­ni­en übli­chen Pla­nungs­zei­ten sind Tun­nel oder Brü­cken eben­falls kei­ne wirk­li­che, schnel­le Alter­na­ti­ve – ich den­ke daher, daß wir uns an die Tren­nung des Nord- vom Süd­ab­schnitt des Ari­dane­tals ein paar Jah­re gewöh­nen müssen.

    Neil Spind­ler
    YaYa Mate­ria­les SLUhttp://www.yaya.es – +34.629.870.077
    Deutsch-Kana­ri­sche Bera­tungs­ge­sell­schaft – http://www.deutsch-kanarische.com – +34.629.870.873

    • „Bevor in die nach weni­gen Zen­ti­me­tern noch glü­hend hei­ße Lava­mas­se mit schwe­rem Bau­ge­rät bear­bei­tet wer­den kann, wer­den eben­falls min­des­tens 6 Mona­te bis 2 Jah­re ver­ge­hen oder kon­kret geschätzt Tem­pe­ra­tu­ren unter 400 ºC.“

      Bevor in här­tes­tem Gestein der Alpen beim Tun­nel­bau „schwe­res Gerät“ ein­ge­setzt wer­den kann, muss gezielt gesprengt wer­den. Ich bezweif­le, das an den Stel­len, wo die Haupt­ver­kehrs­ver­bin­dun­gen lie­gen, nicht mit einer Kom­bi­na­ti­on von Spren­gun­gen und Was­ser­küh­lung (Meer­was­ser) die gewünsch­ten Ergeb­nis­se in einer deut­lich kür­ze­ren Zeit erzielt wer­den können.

      Sie schlie­ßen mit der pes­si­mis­ti­schen Ein­schät­zung „ich den­ke daher, daß wir uns an die Tren­nung des Nord- vom Süd­ab­schnitt des Ari­dane­tals ein paar Jah­re gewöh­nen müs­sen.“ ein wenig im Wider­spruch zu: „min­des­tens 6 Mona­te bis 2 Jahre“.

      Hier geht es also weni­ger um „gewöh­nen“, son­dern um das Ver­las­sen nor­ma­ler Bauweisen/Methoden, da hier Krea­ti­vi­tät und Res­sour­cen gefragt sind. Die Bewoh­ner von La Pal­ma soll­ten sich jeden­falls nicht mit dem ‚Nor­ma­len‘ zufrie­den geben.

  8. Bei der Mess­sta­ti­on LP01 ist auch etwas komisch. In alle Rich­tun­gen gibt es grös­se­re Ver­än­de­run­gen. Die gröss­te Ver­schie­bung ist um etwa 15 cm nach Wes­ten, wenn ich die Gra­phik rich­tig lese — das kann doch kaum stimmen…

    https://www.ign.es/web/ign/portal/vlc-gps

    • Ah, inter­es­sant: Die extre­men Ver­schie­bun­gen bei LP01 wer­den nicht mehr ange­zeigt. Da ging wohl bei der Ver­ar­bei­tung der Daten etwas schief.

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