49. Tag des Cabeza Vulkanausbruch

Lavalandschaft - 49. Tag

Der Vulkan findet kein Ende -

Es ist heu­te der 49. Tag oder genau 7 Wochen her, als der Vul­kan Cabe­za sei­nen Schlot im Ari­dane­tal auf der West­sei­te von La Pal­ma öff­ne­te. Ein Infer­no für die Anwoh­ner und die gan­ze Insel (Foto: UME)
Temperatur-Messung - 49. TagUnzäh­li­ge Erd­be­ben, die stän­dig ohren­be­täu­ben­de Geräusch­ku­lis­se mit Explo­sio­nen und das Gefühl Tag und Nacht eine Düsen­jä­ger­staf­fel im Tief­flug über den Köp­fen zu haben. Rie­si­ge Lava­strö­me die alles Über­ren­nen und nichts verschonen.
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Die neus­te Masche des Vul­kans sind immense Asche­wol­ken die gan­ze Land­stri­che unter ein schwar­zes Lei­chen­tuch legen. Fein­kör­ni­ges, vul­ka­ni­sches Gestein (ca. 0,5−2 mm), das aus­ge­wor­fen und weit trans­por­tiert wird. Feins­te Asche- oder Sand­par­ti­kel, die durch ihre Grö­ße und Gewicht leicht durch den Wind ver­frach­tet wer­den können.
Die­se vul­ka­ni­sche Asche hat neben dem posi­ti­ven Effekt als Boden­ver­bes­se­rer, im Moment jedoch mehr nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf die Gesund­heit, das Kli­ma und die Sicher­heit des Flug­ver­kehrs. Die PM10 Asche­be­las­tung der Luft hat längst alle Grenz­wer­te mehr­fach über­schrit­ten und die Pevol­ca muss­te ges­tern wie­der ein­mal für fast alle Orte der West­sei­te, von El Paso bis in den Nor­den von Punt­agor­da eine drin­gen­de War­nung her­aus­ge­ben, doch in den Häu­sern zu bleiben.

Auch der Flug­ha­fen Mazo und Flug­plät­ze benach­bar­ter Insel muss­ten bereits mehr­fach wegen zu hoher Asche­be­las­tung in den letz­ten Wochen gesperrt werden.

Lavaasche die nicht färbt

Lavaasche - 49. Tag

Die nor­mal bekann­te Asche, die aus mine­ra­li­schen Ver­bren­nungs­rück­stän­den orga­ni­schen Mate­ri­als besteht (Ziga­ret­ten­asche, Holz­asche), hat mit Asche im vul­ka­no­lo­gi­schen Sinn nichts zu tun. Hier auf mei­ner Hand feuch­te Lavaa­sche, die sich wie Sand anfühlt und auch kne­ten lässt.

Der Begriff Lapil­li bezeich­net nur eine Korn­grö­ße und ist kei­ne gene­ti­sche Bezeich­nung. Lapil­li kön­nen daher aus Lava­fet­zen, Schla­cken, Res­ten alter Schlot­fül­lun­gen oder Xen­o­li­then bestehen. Lavaa­sche ist noch etwas fei­ner.  Lapil­li sind Zusam­men­bal­lun­gen von Aschefrag­men­ten, die bei phre­ato­mag­ma­ti­schen Explo­sio­nen geför­dert wer­den. Sie ent­ste­hen, wenn sich Asche­par­ti­kel um einen „Kern“ her­um anla­gern. Dies kann z. B. ein fes­ter Par­ti­kel, aber auch ein Was­ser­trop­fen sein. Auf letz­te­re Wei­se ent­ste­hen sie, wenn Regen­trop­fen durch die Erup­ti­ons­säu­le fal­len und sich dabei Asche um die Trop­fen her­um anlagert.

Der 49. Tag und es geht noch weiter

Ges­tern um 20.40 Uhr ein ML4,5 Beben aus 36 km Tie­fe mit neu­em Mag­ma­auf­trieb, lässt auf kein schnel­les Ende schlie­ßen. Es gibt bereits 10 Lava­strö­me mit einer Brei­te von 3,1 Kilo­me­tern und teil­wei­se bis zu 30 Meter Höhe. Der Umfang des betrof­fe­nen Gebiets beträgt 56,23 Kilo­me­ter.

Betrof­fen sind 983,4 Hekt­ar Land und min­des­tens 2.714 Gebäu­de beschä­digt. Um die 2000 Häu­ser sind kom­plett ver­schluckt. Knapp 7.000 Bewoh­ner befin­den sich im Exil und wur­den eva­ku­iert. Kei­ne erfreu­li­che Bilanz – und noch ist der Vul­kan nicht am Ende.

 

10.50 Uhr - Heu­te spie­len sich alle Beben in der obe­ren Mag­ma­kam­mer ab. Beben bis ML3,5 in 10 bis 14 Kilo­me­ter Tiefe.

11.10 UhrIGN wider­spricht der Invol­can The­se: López bezog sich im Bericht des Aus­schus­ses auf die­se Abla­ge­run­gen, die Invol­can am Vor­tag als „eine Neu­heit, die Ver­än­de­run­gen in der Dyna­mik des Vul­kans ankün­dig­te“ bezeich­ne­te. Für den wis­sen­schaft­li­chen Spre­cher und natio­na­len Direk­tor der Vul­kan­über­wa­chung des Natio­nal Geo­gra­phic Insti­tu­te (IGN) ent­ste­hen die­se sicht­ba­ren Schwe­fel­ab­la­ge­run­gen an der Nord­wand des Haupt­ke­gels „auf­grund der Kom­bi­na­ti­on der vom Vul­kan aus­ge­sto­ße­nen Gase – Schwe­fel­was­ser­stoff und Schwe­fel“. – die unter güns­ti­gen Kühl­be­din­gun­gen Schwe­fel und Was­ser pro­du­zie­ren und beim Über­gang vom gas­för­mi­gen in den fes­ten Zustand die­se gel­ben Abla­ge­run­gen erzeu­gen, die heu­te und frü­her wahr­nehm­bar sind, sowohl im Kegel als auch dort, wo Fuma­ro­len oder Emis­si­on von Vulkangase“.

López stell­te sogar klar, dass „es in einer lie­gen­den Wol­ke unter Kühl­be­din­gun­gen pro­du­ziert wur­de, was das Auf­tre­ten die­ser Schwe­fel­ab­la­ge­rung in Kegeln oder Fuma­ro­len begünstigt.“

Um den Hin­ter­grund bes­ser zu ver­ste­hen. IGN und Invol­can sind „Kon­kur­ren­ten“. Die Kana­ri­sche Invol­can war Z.B. beim El Hier­ro Aus­bruch 2011 von der Mit­wir­kung im Kri­sen­stab (Pevol­ca) aus­ge­schlos­sen. Der Lei­ter Neme­sio Perez der Invol­can, ein von mir geschätz­ter Geo­lo­ge und Vul­ka­no­lo­ge, hat es jetzt geschafft in der Pevol­ca mit­wir­ken zu dür­fen. Die IGN ist eine staat­li­che Orga­ni­sa­ti­on der Madri­der Zen­tral­re­gie­rung. Invol­can ein Kind der Kana­ren. Die IGN arbei­tet pro­fes­sio­nel­ler. Invol­can ist mehr mit den Gas­mes­sun­gen beschäf­tigt und finan­zi­ell als auch per­so­nell nicht so gut ausgestattet.

11.30 Uhr - Jüngs­te Ein­schät­zung der IGN – Seit der letz­ten Mit­tei­lung wur­den 42 Erd­be­ben in dem von der vul­ka­ni­schen Reak­ti­vie­rung von Cumbre Vie­ja betrof­fe­nen Gebiet loka­li­siert , 6 die­ser Erd­be­ben wur­den von der Bevöl­ke­rung gespürt und erreich­ten die maxi­ma­le Inten­si­tät in der Epi­zen­tral­zo­ne von IV (EMS98) . Das stärks­te Erd­be­ben ereig­ne­te sich ges­tern um 20:40 (UTC) mit einer Magnitu­de von 4,5 mbLg in 36 km Tie­fe und mit Inten­si­tät IV auf der Insel La Pal­ma. Im betrach­te­ten Zeit­raum wur­de 1 Erd­be­ben in einer Tie­fe von etwa 30 km loka­li­siert, die rest­li­chen Hypo­zen­tren des Zeit­raums befin­den sich in einer gerin­ge­ren Tie­fe, etwa 12 km. Die Ampli­tu­de des vul­ka­ni­schen Tre­mor­si­gnals hat mit­tel­ho­he Pegel mit sich ver­stär­ken­den Pulsen.

Das Netz der per­ma­nen­ten GNSS- Sta­tio­nen der Insel zeigt, dass sich die an den Tagen 4 und 5 an der Sta­ti­on LP03, die den Erup­ti­ons­zen­tren am nächs­ten liegt, auf­ge­zeich­ne­te Höhe voll­stän­dig umge­kehrt hat. Die von der Sta­ti­on auf­ge­zeich­ne­te süd­west­li­che Ver­for­mung dau­ert jedoch noch an. In den übri­gen Sta­tio­nen wird eine leich­te Defla­ti­on bei­be­hal­ten, mög­li­cher­wei­se im Zusam­men­hang mit tie­fer Seis­mi­zi­tät. Ange­sichts des kali­brier­ten Bil­des wird um 08:45 UTC eine Säu­len­hö­he von 2.700 m geschätzt, mit West-Südwest-Richtung.

14.00 Uhr – Der Vul­kan spuckt heu­te rela­tiv ruhig viel schwar­ze Lava-Asche aus, die nach Wes­ten Rich­tung Atlan­tik treibt. Die Live Web­Cam habe ich inzwi­schen hier auf der rech­ten Sei­ten­leis­te eingefügt.

15.30 Uhr – Wis­sen­schaft­li­che Teams haben in den meis­ten Sta­tio­nen im Vul­kan­ge­biet von La Pal­ma eine Umkehr der ver­ti­ka­len Ver­for­mung regis­triert und die Lava fließt wei­ter­hin durch die alten Lava­strö­me mit gele­gent­li­chem Überlauf.

Dies gaben der Direk­tor von Pevol­ca, Miguel Ángel Mor­cu­en­de, und die Spre­che­rin des wis­sen­schaft­li­chen Komi­tees, Car­men López, an die­sem Sonn­tag wäh­rend einer täg­li­chen Pres­se­kon­fe­renz bekannt, um über die Ent­wick­lung des Natur­phä­no­mens zu berichten.

„Es kehrt die ver­ti­ka­le Ver­for­mung in den meis­ten Sta­tio­nen um, ins­be­son­de­re in Jedey, wo wir schon vor eini­gen Tagen ein Pro­blem mit einem Punkt­an­stieg von 9,5 Zen­ti­me­tern hat­ten. Das hat sich umge­kehrt und der Rest der Sta­tio­nen befin­det sich grund­sätz­lich in der Defla­ti­on “, sag­te Morcuende.

17.30 Uhr ‑Neu­es star­kes Beben von ML4,6 um 17.07 Uhr aus 37 km Tie­fe unter Mazo.

  • Fort­set­zung folgt

 

 

Wetteraussichten für La Palma



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