Ist La Palma Zukunftsfähig aufgestellt?

Wald - zukunftsfähig

Nachhaltig und zukunftsfähig ist noch Wunschdenken -

La Pal­ma hat sich in den letz­ten Jah­ren zuneh­mend als zukunfts­fä­hig und nach­hal­ti­ges Rei­se­ziel eta­bliert. Die Insel setzt auf erneu­er­ba­re Ener­gien, Natur­schutz und umwelt­freund­li­chen Tou­ris­mus, um ihre ein­zig­ar­ti­ge Natur und Kul­tur zu bewahren.

Ein wich­ti­ger Schritt in Rich­tung Nach­hal­tig­keit war die Umstel­lung auf erneu­er­ba­re Ener­gien. La Pal­ma pro­du­ziert aber nur 8 bis 10 Pro­zent sei­nes Stroms aus Wind- und Solar­ener­gie. Die Insel ver­fügt nur über weni­ge Wind­parks und Solar­an­la­gen, die dazu bei­tra­gen, den CO₂-Aus­stoß zu redu­zie­ren und die Abhän­gig­keit von fos­si­len Brenn­stof­fen zu ver­rin­gern. Die Anschaf­fung eines E‑Autos ist im Moment auf der Insel noch nicht sinnvoll.

Von Vul­kan­asche bedeck­te Solar­an­la­ge bei La Lagu­na (2021 Foto: Love)

Im Bereich des Natur­schut­zes ist La Pal­ma aktiv. Ein gro­ßer Teil der Insel steht unter Natur­schutz, dar­un­ter der Natio­nal­park Cal­de­ra de Tabu­ri­en­te und das Bio­sphä­ren­re­ser­vat Los Tilos. Hier wer­den sel­te­ne Pflan­zen- und Tier­ar­ten geschützt und Wan­der­we­ge ange­legt, um Besu­chern die Mög­lich­keit zu geben, die Natur haut­nah zu erle­ben, ohne sie zu beeinträchtigen.

Der Tou­ris­mus spielt eine wich­ti­ge Rol­le für die Wirt­schaft von La Pal­ma, aber auch hier setzt man auf Nach­hal­tig­keit. Es gibt zahl­rei­che Unter­künf­te, die umwelt­freund­lich gestal­tet sind und auf erneu­er­ba­re Ener­gien set­zen. Zudem wird auf loka­le Pro­duk­te gesetzt, um die regio­na­le Wirt­schaft zu stär­ken und lan­ge Trans­port­we­ge zu vermeiden.

Auch der sanf­te Tou­ris­mus wird geför­dert. Auf La Pal­ma gibt es zahl­rei­che Wan­der­we­ge. Das länd­li­che Woh­nen in einem pri­va­ten Feri­en­haus wird geför­dert und aus­ge­baut. Zudem wer­den Akti­vi­tä­ten wie Vogel­be­ob­ach­tung, Ster­nen­be­ob­ach­tung, Vul­kan­tou­ren und ande­re Retre­ats ange­bo­ten, um den Gäs­ten ein nach­hal­ti­ges und authen­ti­sches Erleb­nis zu bieten.

La Pal­ma hat sich also erfolg­reich als nach­hal­ti­ges Rei­se­ziel posi­tio­niert. Ziel ist Natur­schutz und umwelt­freund­li­cher Tou­ris­mus, um ihre ein­zig­ar­ti­ge Natur und Kul­tur zu bewah­ren. Wer nach­hal­tig rei­sen möch­te und gleich­zei­tig eine beein­dru­cken­de Land­schaft erle­ben möch­te, ist auf La Pal­ma genau richtig.

Aber welche Probleme bestehen noch?

Obwohl La Pal­ma gro­ße Fort­schrit­te in Rich­tung Nach­hal­tig­keit gemacht hat, gibt es immer noch eini­ge Her­aus­for­de­run­gen, die bewäl­tigt wer­den müssen.

Die rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie muss schleu­nigst aus­ge­baut wer­den. Um zukunfts­fä­hig zu wer­den, müs­sen die vor­han­de­nen Res­sour­cen wie Wind, Son­ne oder das Meer ver­stärkt genutzt wer­den. Auch die Nut­zung der Geo­ther­mie (Vul­ka­ne) wäre mög­lich. Ein Bei­spiel sehen wir auf der Nach­bar­insel El Hier­ro, das 60 % des Stroms durch ihr rege­ne­ra­ti­ves Goro­na-Pro­jekt erzeugt.

Ein Pro­blem ist die Was­ser­ver­sor­gung im West­teil der Insel. Da La Pal­ma eine vul­ka­ni­sche Insel ist, gibt es nur begrenz­te Süß­was­ser­res­sour­cen. Die Bevöl­ke­rung und der Tou­ris­mus ver­brau­chen jedoch eine gro­ße Men­ge an Was­ser. Um die­ses Pro­blem anzu­ge­hen, wer­den Maß­nah­men ergrif­fen, um den Was­ser­ver­brauch zu redu­zie­ren und alter­na­ti­ve Was­ser­quel­len zu nut­zen. Noch gibt es kaum Was­ser­rin­nen an den Häu­sern, um Regen­was­ser für den pri­va­ten Ver­brauch zu speichern.

Auch die Mono­kul­tur im Bana­nen­an­bau mit viel Plas­tik­ab­de­ckun­gen und Pes­ti­zid­ein­satz muss über­dacht werden.

Ein wei­te­res Pro­blem ist die Abfall­ent­sor­gung. Obwohl auf der Insel Müll­tren­nung geför­dert wird, gibt es immer noch Pro­ble­me mit ille­ga­ler Müll­ent­sor­gung und Über­fül­lung von Depo­nien. Es sind ver­stärk­te Bemü­hun­gen erfor­der­lich, um das Bewusst­sein für Recy­cling und Abfall­ver­mei­dung zu schär­fen und effi­zi­en­te Ent­sor­gungs­we­ge zu schaf­fen. Noch gibt es z. B. kein Pfand­sys­tem auf Fla­schen oder Dosen.

Auch der Mas­sen­tou­ris­mus stellt eine Her­aus­for­de­rung dar. Obwohl La Pal­ma bis­her von über­mä­ßi­gem Tou­ris­mus ver­schont geblie­ben ist, steigt die Zahl der Besu­cher ste­tig an. Es ist wich­tig, dass die Infra­struk­tur und Res­sour­cen der Insel mit die­sem Anstieg Schritt hal­ten kön­nen, ohne die Natur und Kul­tur zu beein­träch­ti­gen. Eine nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung des Tou­ris­mus unter Berück­sich­ti­gung der Trag­fä­hig­keit der Insel ist daher von gro­ßer Bedeutung.

Da mich das The­ma nicht nur auf La Pal­ma, son­dern glo­bal, schon lan­ge beschäf­tigt, habe ich eine neue Web­sei­te „Nach­hal­tig Leben“ ins Netz gestellt. Ein Besuch und viel­leicht ein klei­ner Kom­men­tar wür­de mich erfreuen.

 

 

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3 Kommentare zu "Ist La Palma Zukunftsfähig aufgestellt?"

  1. … Strom natür­lich, nicht Stein!

  2. Ich kann wirk­lich nicht nach­voll­zie­hen, wor­an es hakt,dass nicht längst auf allen Dächern Solar­pa­nee­le instal­liert sind? Statt­des­sen lie­fert bis heu­te eine Die­sel Dreck­schleu­der bei San­ta Cruz den aller­meis­ten Stein für die Insel. Ist da eine Ener­gie Mafia am Werk?

  3. Der Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gie auf La Pal­ma soll­te wirk­lich beschleu­nigt wer­den. Mir scheint, da wird viel Poten­ti­al vergeben.
    Soweit ich weiß, kann man auf LP ein E‑Auto mie­ten, aber es wäre ja gro­tesk die­ses an einer Lade­säu­le auf­zu­la­den, die von einem Die­sel­ge­ne­ra­tor gespeist wird.

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