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Das große Nummern-Lotto in der Uniklinik –
Kanarisches Gesundheitssystem Rentner: Man sagt ja, im Ruhestand hat man endlich Zeit. Das ist auch gut so, denn wer auf einer der „kleineren“ Kanareninseln wie La Palma lebt, braucht vor allem für eines jede Menge Sitzfleisch: den Besuch bei einem medizinischen Facharzt. Das kanarische Gesundheitssystem hat sich da nämlich ein ganz besonderes Fitnessprogramm für uns Senioren ausgedacht. Wenn die Spezialisten nicht auf der Insel sind, fliegt man eben mal kurz an die Uniklinik nach Teneriffa oder Gran Canaria.
Gestern war es bei mir mal wieder so weit. Mein persönliches Erlebnis im kanarischen Klinik-Dschungel – und ein kleiner Vorgeschmack auf das, was euch bald in meinem neuen Buch erwartet!
Flug 9:00 Uhr – Startzeit: Überraschung!
Termin im Hospital Universitario de Canarias (HUC) in La Laguna war für 11:45 Uhr angesetzt. Da man ja pünktlich sein will, bucht man den Binter-Flug für 9:00 Uhr morgens. Sicher ist sicher. Aber das Wort „pünktlich“ wird auf den Kanaren bekanntlich flexibel interpretiert. Wegen technischer Schwierigkeiten – oder vielleicht war es auch einfach das Juni-Wetter – hoben wir erst um 10:00 Uhr ab.
Immerhin: Meine Tochter als Begleitung war offiziell zugelassen, geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid! Nach der Landung am Nordflughafen ging es im Renntempo per Taxi zum HUC. Ankunft: kurz nach 11:00 Uhr. Punktlandung? Von wegen. Jetzt ging der eigentliche Sport erst los.
Aufruf-Lotto in der Wartehalle
Wer das Labyrinth des HUC kennt, weiß: Ohne elektronisches Ticket läuft hier gar nichts. Wir ergatterten unsere Nummer und nahmen Platz in einer endlos langen Wartehalle. Und dann beginnt dieses faszinierende psychologische Phänomen, das ich „Klinik-Nystagmus“ nenne: Bei jedem einzelnen „Pieps“ auf der großen Anzeigentafel schnellen synchron Hunderte von Köpfen nach oben. Ticket vergleichen, enttäuscht seufzen, Kopf wieder senken.
Nach geschlagenen zwei Stunden im kollektiven Nummern-Lotto blinkte sie endlich auf: Unsere Nummer! Auf zum Zimmer 9!
Das eigentliche Arztgespräch? Ein absoluter Sprint. Nach exakt fünf Minuten waren wir fertig. Das Ergebnis: Zwei brandneue Termine in den nächsten Monaten. Einmal ab in die Röhre zur Untersuchung und im Oktober das nächste Auswertegespräch. Die dazwischen fällige Blutentnahme darf ich aber – Gott sei Dank! – im heimischen Centro de Salud bei mir in Mazo erledigen.
Winter-Feeling in La Laguna und eine renitente Passagierin
Um 14:00 Uhr entkamen wir endlich dem Klinik-Labyrinth. Da unser Rückflug erst für 18:00 Uhr gebucht war, hieß es: Zeit sinnvoll nutzen und den Magen beruhigen. Wir setzten uns in die naheliegende Metro und fuhren bis zur Endstation Trinidad direkt ins Stadtzentrum von La Laguna.
Falls übrigens jemand glaubt, auf den Kanaren sei es im Juni überall heiß: La Laguna (543 m) liegt hoch. Es war verdammt kühl, windig und erinnerte eher an April in Deutschland als an Sommer unter Palmen. Aber eine heiße Pizza und ein paar kleine Einkäufe retteten die Stimmung.
Zurück am Flughafen dachten wir, das Größte überstanden zu haben. Weit gefehlt! Kurz vor dem Boarding der Binter-Maschine sorgte eine stark angetrunkene und äußerst renitente Mitpassagierin für die nächste Verspätung. Sie führte sich so auf, dass der Pilot sich schlichtweg weigerte, die Dame mit an Bord zu nehmen. Das Ende vom Lied: Die Guardia Civil musste anrücken und die Dame eskortieren. Sie darf die Nacht auf Teneriffa verbringen.
Vorschau: Kanaren statt Heizdecke!
Gegen 19:30 Uhr am Abend schlossen wir schließlich müde, erschöpft, aber um einige Erlebnisse reicher wieder die Haustür auf La Palma. Ein ganz normaler Tag im Paradies eben!
Genau diese Geschichten sind es, die das Leben hier so unglaublich liebenswert, abwechslungsreich und manchmal eben auch wunderbar absurd machen. Und genau darum geht es auch in meinem neuen Buch, das sich gerade im Endspurt befindet:
„Kanaren statt Heizdecke: Rentner-Glück unter Palmen“
In dem Buch nehme ich kein Blatt vor den Mund. Es ist der ehrliche Ratgeber für alle, die das Inselleben wirklich kennenlernen wollen – inklusive dem täglichen Überlebenskampf mit der kanarischen Bürokratie und dem Gesundheitssystem.
In einigen Wochen ist es offiziell im Buchhandel erhältlich! Ich halte euch hier auf dem Blog natürlich auf dem Laufenden, sobald der Startschuss fällt. Das Cover ist auf jeden Fall schon mal fertig und sieht fantastisch aus!
Habt ihr auch schon solche Abenteuer beim Insel-Hopping zum Arzt erlebt? Schreibt es mir gern in die Kommentare! Vielleicht kann ich im Buch davon etwas verwenden.
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