Verlassenes Geisterdorf auf El Hierro

El Albarrada - Geisterdorf

Eine vergessene Siedlung auf der Hochebene – Teil 8 -

Nur noch Mythen und Sagen umran­ken das heu­ti­ge Geis­ter­dorf El Albarra­da. Eine der ältes­ten Rui­nen Sied­lun­gen auf El Hier­ro. El Albarra­da liegt im Nord­os­ten der Mese­ta von Nis­da­fe auf einer Höhe von 1070 Metern.

Ruinenstadt - Geisterdorf

Nur noch die Außen­mau­ern mit erkenn­ba­ren Öff­nun­gen sind erhal­ten

Ver­steckt und schwer zu fin­den liegt heu­te ein Hauch von Aben­teu­er und auch etwas Ent­de­cker­geist über den Rui­nen. Inzwi­schen fast kom­plett von einem Euka­lyp­tus­wald über­wu­chert, kann in den engen Stra­ßen und Wegen noch sehr gut das eins­ti­ge Leben gespürt wer­den. Obwohl nur noch Grund­mau­ern und Frag­men­te der eins­ti­gen Häu­ser vor­han­den sind, ist der Auf­bau und die Struk­tur der Sied­lung gut zu erken­nen.

RuineDas ers­te Mal hat­te ich vor 12 Jah­ren das Geis­ter­dorf besucht und es auch in mei­nem Buch „Geheim­nis­vol­les El Hier­ro“ beschrie­ben.

Inzwi­schen sind eini­ge Mau­ern ein­ge­stürzt und mäch­ti­ge Bäu­me haben in den Wohn­räu­men und Innen­hö­fen ihren Platz gefun­den. Der typi­sche und modern­der Geruch der Vor­zeit hängt immer noch über den zer­fal­len­den Relik­ten. Mit etwas Fan­ta­sie kann auch heu­te noch das eins­ti­ge rege Trei­ben mit dem inne­ren Auge beob­ach­tet wer­den.

Die Zeit und die Natur macht kei­nen Halt und erobert sich Stück für Stück wie­der zurück. Eins­ti­ges wird Geschich­te und die Über­bleib­sel wer­den ganz ver­schwin­den.

Geisterdorf der Ureinwohner

Erbaut wur­de El Albarra­da vor über 2.000 Jah­ren von den Guan­chen, hier Bim­ba­ches genannt. End­gül­tig auf­ge­ge­ben und ver­las­sen wur­de die Sied­lung um 1890. Umge­ben von einer frucht­ba­ren Agrar­land­schaft wur­de Land- und Vieh­wirt­schaft betrie­ben. Ganz in der Nähe befand sich auch der Was­ser spen­den­de Hei­li­ge Baum „Garoe“. Dar­über wer­de ich noch einen eige­nen Arti­kel schrei­ben.

Idea­le Vor­aus­set­zun­gen auf frucht­ba­ren Böden mit genü­gend Was­ser, abseits der Küs­ten eine Sied­lung zu grün­den. Vor­teil­haft auch wäh­rend der Pira­ten­zeit (14. ‑17. Jahr­hun­dert) ver­steckt in den Ber­gen zu leben. War­um dann aller­dings die Sied­lung im 19. Jahr­hun­dert auf­ge­ge­ben wur­de, konn­te ich bis heu­te noch nicht zufrie­den­stel­lend klä­ren.

Alte Hauptstraße - Geisterdorf

Alte Haupt­weg am Orts­aus­gang

Mit Tro­cken­stein­mau­ern war der Wei­ler vom umlie­gen­den Land abge­grenzt. Das Wei­de­vieh soll­te so nicht auf die bewirt­schaf­te­ten Fel­der gelan­gen kön­nen. Die zwei Haupt­we­ge waren links und rechts mit ummau­er­ten Häu­sern, Stal­lun­gen, Gär­ten, Was­ser-Zis­ter­nen und einem Hof flan­kiert. Rund 100 Gebäu­de dürf­ten es wohl gewe­sen sein. Klei­ne Bau­ern­hö­fe die den Bewoh­nern das täg­li­che Brot brach­te.

Ein his­to­ri­sches Geis­ter­dorf das noch nicht auf dem Focus der Insel­re­gie­rung steht. Auf El Hier­ro dau­ert es etwas län­ger als auf La Pal­ma, bis sol­che Orte in die Geschichts-Chro­nik fal­len und auch erhal­ten wer­den. Lie­ber wird in moder­ne Erleb­nis Schwimm­bä­der (sie­he UFO oder Fata Mor­ga­na) oder Kon­gress­zen­tren inves­tiert, die so und so nie­mand braucht.



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