Nach Vulkanausbruch ‑Wie Phönix aus der Asche

UME - Phönix

Wie Phönix aus der Asche tauchen Investoren auf -

Wie Phö­nix aus der Asche soll nach dem Ende des Vul­kan­aus­bruchs in Rekord­zeit eine neue Stadt auf der West­sei­te von La Pal­ma ent­ste­hen. Die durch die Lava­mas­sen zer­stör­ten Orte Todo­que, La Lagu­na und die vie­len begra­be­nen Häu­ser im Umfeld sol­len ein neu­es Zen­trum erhalten.

Ein Plan, den sich fin­di­ge Geschäfts­leu­te wie Phö­nix plötz­lich aus der Hosen­ta­sche gezau­bert haben. Längst gehö­ren ihnen die Grund­stü­cke oder haben sich Vor­kaufs­rech­te ein­tra­gen las­sen. Hier war ehe­mals auf 1,3 Mil­lio­nen Qua­drat­me­tern das Pro­jekt „Ari­da­ne Golf“ vor­ge­se­hen, das an Umwelt­auf­la­gen geschei­tert ist.

Geplante Stadt - Phönix

Die neue Stadt wür­de sich (wie in der Kar­te zu sehen) inmit­ten all der Strö­me befin­den, die von den his­to­ri­schen Vul­ka­nen von La Pal­ma ent­stan­den sind.

Aus nutzlos gewordenem Gelände jetzt viel Geld machen

Eine Platt­form für Men­schen, die vom Aus­bruch des Vul­kans Cumbre Cabe­za betrof­fen sind, hat an die­sem Frei­tag ihren Vor­schlag für den Bau eines „neu­en Todo­que“ vor­ge­legt, eines Vier­tels mit 543 Häu­sern, das süd­lich von Las Man­chas lie­gen und öko­lo­gisch und nach­hal­tig gebaut sein würden.

Auf einer Flä­che von 400.000 Qua­drat­me­tern wird vor­ge­schla­gen, eine neue moder­ne Stadt mit aus­rei­chen­der Infra­struk­tur und sozia­ler Aus­stat­tung zu schaf­fen, damit die Bewoh­ner, die durch Lava­strö­me des noch akti­ven Vul­kans ihr Hei­mat ver­lo­ren haben, dort ihr neu­es Leben begin­nen können.

Die Inves­to­ren­grup­pe nennt sich Vol­cán Rojo SA. Dahin­ter ste­cken noch Los Maya­tos SA oder Pau­li­no Segu­ra­do San­ta­ma­ría. Inter­es­sant die tat­säch­li­chen Echt­na­men der Eigen­tü­mer in Erfah­rung zu bringen.

Von einem Trauma in das nächste investieren

Wie unver­fro­ren und dumm müs­sen die Pla­ner sein, mit­ten in ein akti­ves Vul­kan­ge­biet eine neue Stadt zu bau­en, um in 3, 5 oder auch erst in 50 Jah­ren von der nächs­ten Lava-Wal­ze aus­ge­löscht zu wer­den. In den ver­gan­ge­nen Jahr­hun­der­ten sind hier bereits vie­le Lava­strö­me Rich­tung Meer geflos­sen und haben San Nico­las (1949) oder jetzt Todo­que oder La Lagu­na zerstört.

Nie­mals hät­te ein Puer­to Naos oder ein Princess-Res­sort in Fuen­ca­li­en­te in die­sem vul­kan­träch­ti­gem Gebiet geneh­migt oder gebaut wer­den dür­fen. Geld und poli­ti­scher Ein­fluss über­win­det auch auf La Pal­ma alle Beden­ken und ermög­licht die­se nicht mit den Natur­ge­set­zen zu ver­ein­ba­ren­den Irr­sinns-Pro­jek­te. Pro­fit­gier auch in den höchs­ten poli­ti­schen Rän­gen, getarnt über die Fami­li­en­ban­de, macht dies möglich.

Ich plä­die­re den gesam­ten Süd­wes­ten von La Pal­ma als Natur­schutz­zo­ne aus­zu­wei­sen und kei­ner­lei Bau­ge­neh­mi­gun­gen in Zukunft mehr zu ertei­len. Das Risi­ko ein ähn­li­ches Dilem­ma wie jetzt bald wie­der zu erle­ben, ist hoch.

Auch am Sonntag zunächst keine Binter Flüge

Bin­ter teilt mit, dass auf­grund der Mit­tei­lung der Luft­fahrt­be­hör­den, der Flug­ha­fen von Pal­ma bis Sonn­tag 13.30 Uhr auf Not­fäl­le und mili­tä­ri­sche Nut­zung beschränkt ist.  Der ers­te Bin­ter Lini­en­flug kann je nach Wet­ter­la­ge erst um 13:50 Uhr zwi­schen Gran Cana­ria und La Pal­ma starten.

 

11.00 Uhr - Die IGN teilt mit – Seit der letz­ten Stel­lung­nah­me wur­den 52 Erd­be­ben in dem von der vul­ka­ni­schen Reak­ti­vie­rung von Cumbre Vie­ja betrof­fe­nen Gebiet geor­tet, vier davon von der Bevöl­ke­rung zu spü­ren. Die Orte der Erd­be­ben wer­den nach ihrer Tie­fe in zwei Grup­pen ein­ge­teilt, eine ers­te Grup­pe bei 10–15 km und eine zwei­te Grup­pe mit Tie­fen über 30 km. Ges­tern um 10:19 UTC wur­de in 37 km Tie­fe ein Erd­be­ben der Stär­ke 4,6 mbLg regis­triert, das von der Bevöl­ke­rung mit maxi­ma­ler Inten­si­tät von IV‑V (EMS) in der Epi­zen­tral­zo­ne gespürt wur­de. Das Tre­mor­si­gnal setzt sich in einem Bereich nied­ri­ger Wer­te mit Schwan­kun­gen in den letz­ten Stun­den fort.

Das Insel­netz GNSS – Sta­tio­nen zei­gen eine voll­stän­di­ge Umkehr der Erhe­bung zwi­schen dem 17. Novem­ber ein und 19, teil­wei­se Umkeh­rung in der nach Wes­ten Ver­for­mung und Kon­so­li­die­rung der süd­wärts Ver­for­mung an der Sta­ti­on LP03, die am nächs­ten an die Erup­ti­ons Zen­tren sind. In den übri­gen Sta­tio­nen hat sich die leich­te Defla­ti­on, die mög­li­cher­wei­se mit der tie­fen Seis­mi­zi­tät zusam­men­hängt, sta­bi­li­siert.

11.08 Uhr – Der Flug­ha­fen auf der Insel La Pal­ma wird an die­sem kom­plet­ten Sonn­tag wegen der Asche­an­samm­lung wei­ter­hin außer Betrieb sein, wie Aena berich­tet. Also auch kei­ne insu­la­ren Bin­ter-Flü­ge heu­te möglich.

12.00 Uhr - Bild vom Flug­ha­fen La Pal­ma nach NW gera­de jetzt. Lin­sen­för­mi­ge Klum­pen auf den Pal­men­gip­feln kün­di­gen die Annä­he­rung einer Schlecht­wet­ter­front an, die sich dem Archi­pel von Wes­ten nähert. In den nächs­ten Tagen soll es viel Regen geben.

15.30 Uhr – Simu­la­ti­on der Lavaströme

16.50 UhrKräf­tig läuft zur­zeit die Lava aus dem Kra­ter aus. Kon­kret wies die tech­ni­sche Spre­che­rin Car­men López dar­auf hin, dass „die strom­bo­lia­ni­sche Emis­si­on andau­ert“ und dass „der Lauf in meh­re­ren Gebie­ten immer noch aktiv ist“, rund „8 Hekt­ar mehr als ges­tern“, nach „meh­re­ren Über­läu­fen des Sees im Hauptkegel“.

17.18 Uhr - Die Luft­qua­li­täts­da­ten sind varia­bel, aber am heu­ti­gen Mor­gen gab es schäd­li­che Schwe­fel­di­oxid­wer­te, daher ist es not­wen­dig, extre­me Vor­sichts­maß­nah­men zu tref­fen und eine FFP2-Mas­ke zu ver­wen­den. Ob die­se Mas­ken gegen Schwe­fel­di­oxid über­haupt etwas bewir­ken, möch­te ich bezwei­feln. Es sind mehr Ali­bi-Instru­men­te, die viel­leicht Asche, aber kei­ne Gase fil­tern. In der Mas­ke ist der „Fau­le Eier“ Geruch noch genau­so wahrnehmbar.

Mor­cu­en­de wies dar­auf hin, dass die meteo­ro­lo­gi­schen Bedin­gun­gen und die Asche den Betrieb des Flug­ha­fens von La Pal­ma heu­te unmög­lich macht, wahr­schein­lich auch die nächs­ten Tage auf­grund des Süd­ost­winds, der den Ost­hang der Insel beein­flusst, in dem ein West­sturm erwar­tet wird.

18.42 Uhr - Auf der Ost­sei­te von La Pal­ma jetzt um 18.00 Uhr extrem hohe Wer­te von Schwe­fel­di­oxid. Es stinkt fürch­ter­lich nach „Fau­len Eiern“. Die Mess­sta­ti­on La Gra­ma (Bre­na Alta bei Lidl) mel­det Wer­te von fast 180 ug/m³).

 

  • Fort­set­zung folgt

Wetteraussichten für La Palma



52 Kommentare zu "Nach Vulkanausbruch ‑Wie Phönix aus der Asche"

  1. Hal­lo Manfred,

    vie­len Dank für Dei­ne Bericht­erstat­tung. Ich lese hier immer wie­der inter­es­siert mit.

    An einem sol­chen Sonn­tag mit Asche­flug und hohen Fein­staub-Wer­ten: Bleibst Du zu Hau­se und lässt die Fens­ter geschlos­sen? Wird letz­te­res nach eini­gen Stun­den nicht unerträglich?

    Vie­le Grüße,
    Jens

    • Manfred Betzwieser | 21. November 2021 um 18:06 | Antworten

      Hal­lo Jens,
      ich hocke nicht nur drin. Dafür bin ich noch zu quir­lig. Es gibt viel, um das Haus zu machen, auch wenn es im Moment mehr aus „keh­ren“ besteht. Auch habe ich noch mei­nen Job, der mich quer über die Insel kreu­zen lässt.

      • Hal­lo Man­fred, hal­lo Herr Betzwieser,

        wir sit­zen hier zu Hau­se im Nor­den Deutsch­lands an der Ost­see, ver­fol­gen seit zwei Mona­ten den Vul­kan­aus­bruch und mit Dank und gro­ßem Inter­es­se Deine/Ihre Bericht­erstat­tung … und unser lan­ge gebuch­ter Rei­se­ter­min 08. Janu­ar bis 05. März (Las Tri­ci­as) rückt näher …
        Stich­wort Luft­be­las­tung: Wir wan­dern seit fünf­zehn Jah­ren auf der Insel (dies­mal inten­siv Nor­den, Nord­wes­ten geplant), trau­en uns aber nicht zu, die Situa­ti­on einzuschätzen.
        A) Der Vul­kan ist dann noch aktiv: Wohl bes­ser gar nicht erst anreisen?
        B) Er hat auf­ge­hört: Alles ist gut?? Die Luft schnell wie­der sau­ber?? Was pas­siert bei herr­lich viel Wind oder Calima?
        Ein Dilem­ma. Wir möch­ten gern kom­men, gern unser Geld bei der hei­mi­schen Wirt­schaft las­sen und nicht „nur“ spen­den. Ande­rer­seits ist es eben Urlaub, den wir nicht mit Mund­schutz in der Casa ver­brin­gen wol­len. Falls das The­ma hier nicht von all­ge­mei­nem Inter­es­se ist, freu­en wir uns über eine kur­ze E‑Mail dazu.

        Lie­be Grü­ße von Ilka und Bernd

        P.S. Wenn wir uns was wün­schen dür­fen: Erklärt die Vul­kan­rou­te samt ihrer „Über­flu­tungs­ge­bie­te“ zum Natur­denk­mal. Zumin­dest all Eure Wan­der­ur­lau­ber wären begeis­tert. Und La Pal­ma hät­te noch ein „Allein­stel­lungs­merk­mal“ mehr. Viel­leicht kann man in sol­chen Gebie­ten sogar sie­deln. Viel­leicht muss man dann „Sie­deln“ aber anders den­ken, irgend­wie „mobi­ler“ – Jur­ten, Tiny-Häu­ser, Hoch­bee­te (bit­te nicht als fes­te Vor­schlä­ge ver­ste­hen) – zumin­dest ein Ideen-Wett­be­werb wäre Klas­se … allen Betrof­fe­nen gilt unser tie­fes Mit­ge­fühl, wir möch­ten ihnen auf kei­nen Fall mit klu­gen Rat­schlä­gen kommen

  2. Trotz der frag­los schreck­li­chen Fol­gen für vie­le Ein­woh­ner Las Pal­mas gibt es dann doch auch eini­ge ästhe­ti­sche Aspekte.
    Hier, sie­he ZeitOn­line: https://www.zeit.de/gesellschaft/2021–11/la-palma-vulkan-cumbre-vieja-ausbruch-flugverkehr

    • Manfred Betzwieser | 21. November 2021 um 12:39 | Antworten

      Sieht aus wie eine ver­schnei­te bay­ri­sche Land­schaft mit Land­haus – nur in Schwarz. Aller­dings schmilzt der „Schnee“ nicht von alleine.

      • Nein, lei­der nicht.
        Ich fra­ge mich seit eini­ger Zeit, wohin wird die Asche von den Dächern, Stras­sen und Gär­ten weg gebracht wird. Weisst Du mehr?

        • Der wird in der Pam­pa zwi­schen­ge­la­gert. Mehr Zeit hat man im Moment nicht. Spä­ter viel­leicht zum Auf­fül­len der Strän­de ein­ge­setzt. Es ist ungif­ti­ger Sand, der über­all auf der Insel zu fin­den ist.

  3. Du schreibst mir aus der See­le. Das wird noch erhitz­te Debat­ten geben und der Ver­lie­rer ist mal wie­der der klei­ne Mann

  4. Hal­lo Man­fred, da möch­te ich dir ganz ent­schie­den wider­spre­chen. Ich hof­fe sehr auf einen bal­di­gen Wie­der­auf­bau der ver­lo­re­nen Orte genau in ihren ange­stamm­ten Gebiet. Ich hof­fe auch, dass die Pal­me­ros die Rie­sen­chan­ce erken­nen, eine zukunfts­wei­sen­de und nach­hal­ti­ge Infra­struk­tur zu schaf­fen, die Modell­cha­rak­ter für ganz Euro­pa besitzt. Dazu gehört auch die Pio­nier­tat, von Lava zer­stör­tes Gelän­de erneut zu bebau­en. So wie der Blitz nicht zwei­mal ein­schlägt, wird auch der nächs­te vul­kan­aus­bruch nicht in die­sem Gebiet stattfinden.

    • Manfred Betzwieser | 21. November 2021 um 14:18 | Antworten

      Neiii­in – sol­len wir die glei­chen Feh­ler wie in Nea­pel machen? Ein Vul­kan und ein Lava­strom sind kein Blitz. Durch­aus hat man gese­hen, dass neue Lava­strö­me dem alten des Vul­kan San Juan gefolgt sind. Willst du Todo­que in 3 Jah­ren wie­der auf­bau­en müssen.
      Lege dich nie­mals mit der Natur oder den Natur­kräf­ten an. Ler­ne aus den began­ge­nen Feh­lern und ver­su­che nie­mals die Natur zu über­lis­ten. Die Natur wird dich sonst auch in Zukunft wie­der vernichten.

      • Es gibt kein Leben ohne Risi­ko. Wür­de es sich um irgend­ein Gebiet auf Ka Pal­ma han­deln, könn­te ich Dir zustim­men. Wir spre­chen aber von der kli­ma­tisch bes­ten Zone der Insel. Die Gegend ist für die Bewoh­ner und den Tou­ris­mus unver­zicht­bar. Dar­aus groß­flä­chig ein Natur­schutz­ge­biet zu machen, wäre für La Pal­ma öko­no­misch der Todes­stoß für Jahr­zehn­te. Alle wis­sen, dies war nicht der letz­te Vul­kan­aus­bruch auf der Insel. Ich sehe in die­ser Kri­se aber vor allem eine Chan­ce für eine bes­se­re Zukunft, die ohne Hoff­nung nicht funk­tio­niert. Und mei­ne Zukunfts­wet­te ist, dass der nächs­te Vul­kan nicht an der glei­chen Stel­le aus­bre­chen wird.

        • Dem kann man eigent­lich nur zustimmen.
          Das Rest­ri­si­ko der Wet­te muss man ent­we­der selbst tra­gen oder ver­si­chern, so es bezahl­bar ist. Der All­ge­mein­heit soll­te es nicht auf­ge­bür­det werden.

        • Manfred Betzwieser | 21. November 2021 um 14:47 | Antworten

          Da gehe ich mal kei­ne Wet­te ein. Ich ver­ste­he natür­lich, wenn man dort lebt und viel­leicht dort auf­ge­wach­sen ist, das Gebiet auch liebt und die Struk­tu­ren, wie man sie kann­te, erhal­ten möchte.
          Es wird aber nie­mals wie­der so wer­den. Es blei­ben nur noch Erin­ne­run­gen. Trotz­dem akzep­tie­re ich dei­ne Ein­stel­lung und hof­fe, dass dei­ne Wün­sche und Vor­stel­lun­gen auch in Erfül­lung gehen. Es ist schmerz­haft, mir wür­de es mit Mazo genau­so gehen, doch bringt die Zukunft immer etwas Neues.

        • „Ein Natur­schutz­ge­biet wäre öko­no­misch der Todes­stoß“. Klingt wie einst der Wider­stand gegen den Natio­nal­park Baye­ri­scher Wald. Heu­te ist das die größ­te Attrak­ti­on und der größ­te Arbeits­ge­ber. Und wer den Natio­nal­park Spes­sart ver­hin­dert und es im Schwarz­wald ver­sucht hat, ist auch bekannt: „Pro­jekt­ent­wick­ler“, Land­be­sit­zer und Poli­ti­ker ohne Weit­sicht. Davon gibts sicher auf La Pal­ma genau­so­viel wie in Bay­ern. Ich fra­ge mich wirk­lich, ob es jeman­den gibt, der so einen Kom­men­tar ernst­ge­meint schreibt oder ob da ande­re Inter­es­sen dahin­ter ste­hen. Oder Troll, der nur pro­vo­zie­ren will? Es kann doch nie­mand allen Erns­tes heu­te noch solch tech­no­kra­ti­sche Ansich­ten haben!

        • Auch auf die Gefahr nega­ti­ver Bewer­tun­gen hin – ich gebe fab­fi­sche da recht. Für den „Nor­mal-Tou­ri“ ist das Ari­dane­tal ein­fach der geeig­nets­te Ort zum Urlau­ben auf La Pal­ma. Das mag kli­ma­tisch jeder sehen, wie er will. Das sah man aller­dings auch an der Infra­struk­tur dort. Wo der nächs­te Vul­kan und wann ent­steht, weiß man nicht. Sicher wird er irgend­wo und irgend­wann ent­ste­hen. Auch an der Hoch­flä­che über El Paso geht ein nicht so alter Lava-Strom ent­lang. So ein siche­rer Sied­lungs­ort wäre das also auch nicht. Die Häu­ser, mit denen ich mit­fie­be­re ‑weil ich deren Eigen­tü­mer auch ken­ne- ste­hen zum Glück gera­de noch und sind auch aktu­ell nicht abgeschnitten.

          Puer­to Naos ist klar Risi­ko­ge­biet, wird aber ver­schont blei­ben. Aktu­ell geht man eigent­lich von Gebäu­de­le­bens­zei­ten von etwa 100 Jah­ren aus. Die Chan­cen von Puer­to Naos sind also nicht schlecht, die­se zu errei­chen, auch wenn es der­zeit ziem­lich abge­schnit­ten ist. Der Mensch plant eben maxi­mal bis zum Tod sei­ner Kin­der. Auch wenn wir uns an Alt­städ­ten erfreu­en kön­nen, die Feu­ers­brüns­te, Krie­ge etc. glück­lich über­stan­den haben – Zufall eben -; nicht so kalkuliert. 

          Etwas mehr Öko­lo­gie wür­de ich mir aller­dings wün­schen. Ich habe nie ver­stan­den, war­um die Dächer in Schles­wig-Hol­stein mit Solar­zel­len zuge­pflas­tert sind und auf den Kana­ren ‑bei erheb­lich bes­se­rer Son­nen­ein­strah­lung- nicht.

    • Ja, Wie immer wer­den natür­lich die Gewin­ne aus die­sen Initia­ti­ven pri­va­ti­siert um dann nach der nächs­ten „völ­lig über­ra­schen­den“ Natur­ka­ta­stro­phe die For­de­rung zu stel­len, dass doch bit­te die All­ge­mein­heit sich soli­da­risch zeigt und für die Schä­den aufkommt.

      Ich fin­de die For­de­rung groß­flä­chig Natur­schutz­ge­bie­te aus­zu­wei­sen das eizig ver­nünf­ti­ge. Das wird den Tou­ris­mus und die Insel­wirt­schaft nach­hal­tig för­dern den­ke ich.
      Ich war noch nicht auf den Kana­ren aber bin viel in Euro­pas Natur unter­wegs. Es gibt nicht mehr viel gro­ße zusam­men­hän­gen­de Schutz­ge­bie­te. La Pal­ma hät­te hier die ein­ma­li­ge Chan­ce etwas ein­zig­ar­ti­ges zu schaffen.

      • Wo immer ich auf den Kana­ren war, bin ich zu den Natio­nal­parks, um dort zu wan­dern (abge­se­hen von Timan­fa­ya, dort darf man ja nicht), die Zen­tren zu besich­ti­gen, habe Geld bei Pri­vat­ver­mie­tern und klei­nen Restauranrs gelas­sen und habe die Tou­ri-Ghet­tos gemie­den. Wenn das Gebiet des ehe­ma­li­gen Toqo­que geschützt und irgend­wann für den sanf­ten Natur­tou­ris­mus geöff­net ist, wer­de ich kom­men. Wenn dort ein grö­ßen­wahn­sin­ni­ges Pro­jekt hin­ge­klotzt wird, wer­de ich die Insel byokottieren.

    • Eine neue Stadt von Las Man­chas süd­lich Rich­tung Fuen­ca­li­en­te? 400.000 qm groß? War­um, bit­te, soll es, wie Sie schrei­ben, eine „Pio­nier­tat“ sein, von Lava bereits zer­stör­tes Land / Gelän­de wie­der zu bebau­en? Ver­zei­hung, dies ist für mich kei­ne „Pio­nier­tat“, son­dern Unver­nunft. Eine Bebau­ung an die­ser Stel­le wäre lei­der ein Tanz auf dem Vul­kan. Ein Aus­bruch in die­sem Gebiet ist mit sehr hoher Wahr­schein­lich­keit auch in der Zukunft mög­lich. So, wie es jetzt auch rund um Todo­que pas­siert ist. Ein Vul­kan­aus­bruch ist nicht mit einem Blitz­ein­schlag zu ver­glei­chen. Die­ses Gebiet im Süden zu schüt­zen und ein Bebau­ungs­ver­bot aus­zu­spre­chen wäre für mich die ein­zig rich­ti­ge Ent­schei­dung. Es gibt Aus­weich­mög­lich­kei­ten, z. B. im Ari­dane­tal, wo auch die gesam­te Infra­struk­tur für eine neue Stadt vor­han­den wäre und man nicht bei Null anfan­gen und eine bis jetzt intak­te La Pal­ma-typi­sche Vul­kan­land­schaft zer­stö­ren müss­te. Dass für die Men­schen, die alles ver­lo­ren haben, ein neu­er Lebens­raum geschaf­fen wer­den muss, ist unstrit­tig und muss erfol­gen. Aber bit­te nicht erneut in einem akti­ven Vul­kan­ge­biet. Und der Tou­ris­mus hat auf La Pal­ma eine Viel­zahl von ande­ren inter­es­san­ten und schö­nen Mög­lich­kei­ten. Und z. B. ein Natur­schutz­ge­biet wäre auch wie­der für Tou­ris­ten von Interesse.

      • Aber bit­te nicht erneut in einem akti­ven Vulkangebiet.

        Dies wür­de aber auch das gan­ze Ari­dane­tal aus­schlie­ßen, wenn nicht sogar ganz La Pal­ma. Wie Man­fred schrieb, hät­te es den Aus­bruch auf Lan­za­ro­te eigent­lich nicht geben dür­fen, er ist aber trotz­dem erfolgt.

        • Vom Grund­satz her viel­leicht, aber aus mei­ner Sicht ist die mög­li­che Gefah­ren­la­ge im Bereich Cumbre Vie­ja am größ­ten. Man sieht es am jet­zi­gen Ausbruchsort.

          • Das ist dann aber die gan­ze Süd­hälf­te der Insel. Der der­zei­ti­ge Aus­bruchs­ort ist der nörd­lichs­te der letz­ten Jahr­hun­der­te. Noch ein paar km wei­ter nörd­lich beim nächs­ten Mal kann wohl nie­mand ausschließen.

            War­um las­sen wir die Betrof­fe­nen, die jetzt alles ver­lo­ren haben, nicht ent­schei­den, wohin sie bau­en wol­len? Jeder wird ande­re Grün­de und Mög­lich­kei­ten haben und daher eine ande­re Ant­wort fin­den. Es wird nicht die eine Ant­wort geben, die für alle passt. Wir soll­ten nie­man­den bevormunden.

          • Manfred Betzwieser | 21. November 2021 um 18:40 |

            Das wird auch gesche­hen! Wie es in der Ver­gan­gen­heit pas­siert ist. Die Dumm­heit der Mensch­heit wird die Natur bestra­fen. Mein Mit­leid wird sich dann aber aus ver­ständ­li­chen Grün­den in Gren­zen halten.

          • Wenn Ihre Auf­fas­sung von Demo­kra­tie und Ver­ant­wor­tung dar­in besteht, dass jeder selbst­süch­tig selbst ent­schei­den soll, dann sind Natur und Kli­ma nicht mehr zu ret­ten. Die ego­is­ti­schen und unso­li­da­ti­schen Impf­ver­wei­ge­rer zei­gen, was pas­siert: Sie bro­cken uns eine 4. Wel­le ein und las­sen sich die Behand­lung auf Inten­siv­sta­tio­nen auch noch von der All­ge­mein­heit bezah­len. Wer jetzt hier gebaut hat­te und nun alles ver­lo­ren hat, dem neh­me ich noch ab „habe nichts gewusst und mich auf Ver­si­che­run­gen der Poli­tik ver­las­sen“. Wer aber nun neu baut, der weiß Bescheid und wird weder von einer Ver­si­che­rung eine Poli­ce bekom­men noch beim nächs­ten Total­ver­lust irgend­ein Recht dar­auf haben, dass die All­ge­mein­heit einspringt!

          • Eine abschlie­ßen­de Anmer­kung: Man/ich möch­te nie­man­den bevor­mun­den. Das liegt mir fern und dazu liegt mir La Pal­ma und sei­ne Bewoh­ner seit sehr vie­len Jah­ren zu sehr am Her­zen. Ich habe nur mei­ne Mei­nung zum Aus­druck gebracht, wenn eine neue Stadt in einem akti­ven Vul­kan­ge­biet gebaut wer­den soll. Die Leid­tra­gen­den bei einem mög­li­chen Aus­bruch sind dann nicht die Inves­to­ren, son­dern die dort dann even­tu­elll Wohnenden.

          • Genau, die Inves­to­ren haben Ihr gutes Geld gemacht. Die Bewoh­ner ver­lie­ren erneut Ihr Ver­mö­gen. Und die All­ge­mein­heit muss wie­der­mal für die zer­stör­te Infra­struk­tur (Stras­sen, Kana­li­sa­ti­on, Strom­ver­sor­gung, Schu­len, Kran­ken­häu­ser usw.) auf­kom­men weil wir soli­da­risch sind.

            Wie weit geht die Soli­da­ri­tät, wenn ein Risi­ko der­art miß­ach­tet oder run­ter­ge­spielt wird? Es ist eben nie eine indi­vi­du­el­le Ent­schei­dung, da kei­ner in einem Iso­lier­ten Raum lebt, son­dern in einer Gesell­schaft. Und hier soll­te daher auch gesell­schaft­lich dis­ku­tiert und ent­schie­den wer­den, ob das Risi­ko eines erneu­ten Total­ver­lust gan­zer Ort­schaf­ten von allen akzep­tiert wird.

          • Die Dis­kus­si­on könn­te aber auch sein, wie weit die Soli­da­ri­tät gehen soll oder muss. Wenn sich so vie­le dar­über auf­re­gen, dass „unge­recht­fer­tigt“ die All­ge­mein­heit mal wie­der zahlt, dann läuft doch was schief.

            In Deutsch­land zah­len die Anwoh­ner (Grund­stücks­ei­gen­tü­mer) für ihre Infra­struk­tur selbst. Ist das in Spa­ni­en nicht so?

    • „So wie der Blitz nicht zwei­mal ein­schlägt, wird auch der nächs­te vul­kan­aus­bruch nicht in die­sem Gebiet statt­fin­den.“ – Mit Ver­laub, gefähr­li­cher pseu­do­wis­sen­schaft­li­cher Unsinn. Stimmt bei­des nicht.

  5. Lie­ber Manfred,
    zunächst ein­mal herz­li­chen Dank für Dein Forum und die Arbeit, die Du Dir machst. Ich bin hier täg­lich und bin sehr dank­bar für Infos von der Isla aus ers­ter Hand – und das als jahr­zehn­te­lan­ger Besu­cher La Pal­mas. Ja, wir muss­ten unse­re Urlaubs­plä­ne auch ganz kurz­fris­tig ändern. Nor­ma­ler­wei­se wären wir jetzt in der Fica „Casa Bana­na“, nahe La Bom­bil­la, zu Gast. Der Lava­strom steht jetzt hier aber nur weni­ge hun­dert Meter vor der „Haus­tü­re“. Wir sind nach Lan­za­ro­te aus­ge­wi­chen und es stel­le sich mir die Fra­ge, ob es auch hier erneut wie­der (die letz­ten im 18. und 19. Jahr­hun­dert) zu Vul­kan­aus­brü­chen kom­men könnte?

    • Manfred Betzwieser | 21. November 2021 um 14:05 | Antworten

      Theo­re­tisch wäre das mög­lich. Wenn wir aller­dings der Hot­spot­theo­rie fol­gen, eher unwahr­schein­lich. Aller­dings hät­te es dann auch nicht im 19. Jahr­hun­dert zu einer 6 Jah­re lan­gen Erup­ti­on kom­men dürfen.
      Für Vul­kan­aus­brü­che sind die Ost­in­seln siche­rer. Gefähr­det ist La Pal­ma, El Hier­ro und die noch neu ent­ste­hen­den Inseln im Westen.

  6. Was ist da heu­te Nacht eigent­lich so spek­ta­ku­lär übergelaufen?
    Ich hat­te erst gedacht: „ist wie­der ein Stück Kra­ter­wand zusam­men­ge­bro­chen“ aber wenn man dem Video wei­ter folgt, wird im Mor­gen­grau­en die Kame­ra von der Stel­le auf den Gip­fel ver­scho­ben .…und das ist ein ganz schön wei­tes Stück. 

    Hat­te sich da ges­tern ein Lava­see gebil­det oder ist das die Mün­dung einer Lava­r­öh­re, die da Nachts in’s Visier genom­men wird? Hier ist jetzt 12:54 UTC und der Kol­laps beginnt ca. 11 h 8 Minu­ten zurück

    • Manfred Betzwieser | 21. November 2021 um 14:07 | Antworten

      Roland – wovon redest du. Das war der Abend und die Nacht zuvor.

      • Hat­te mir gera­de die Bil­der von letz­ter Nacht ange­se­hen und da läuft gewal­tig was über, kann sein, das der Beginn jetzt aus der Auf­zeich­nung raus ist. Lässt sich ja nur 12 Stun­den zurückspulen.

      • Hal­lo Roland und Manfred,
        habe ich auch gese­hen! War heu­te Nacht! Gegen 3 Uhr MEZ.
        Ich den­ke auch, dass da die Kra­ter­wand mal wie­der nach­ge­ge­ben hat und der gan­ze See auf ein­mal den Hang her­un­ter­floss. Gro­ße Men­gen, die sich dann auf eine rie­si­ge Flä­che ver­teilt haben.
        Schö­nen Sonn­tag nach La Palma

        • Wenn man aktu­ell 6 Stun­den und ca 11 Minu­ten zurück spult sieht man, dass es sich nicht um den Kra­ter gehan­delt hat, son­dern um ein viel, viel tie­fer gele­ge­nes Gebiet. Die Kame­ra zoomt her­aus und schwenkt dann auf den Krater.

          • Stimmt, wenn das die­sel­be Ein­stel­lung wie heu­te Nacht ist! Man hät­te heu­te Nacht mei­nen kön­nen, man sieht den Kra­ter. Aber egal, es waren unbe­schreib­li­che Mas­sen an schnell flie­ßen­der Lava und ein beein­dru­cken­der Anblick. Hof­fent­lich haben die­se nicht zuviel zusätz­li­chen Scha­den angerichtet!!!

          • Ich hab es mir letz­tens her­aus­ge­sucht, der Lava­aus­fluss ist im süd­li­chen obe­ren Bereich von der ehe­ma­li­gen Sied­lung El Parai­so und die­se Kas­ka­de, wo der Lava­strom recht breit­flä­chig drü­ber rinnt muss im Bereich der ehe­ma­li­gen Kreu­zung Cami­no Alca­la mit der LP‑2 sein, dort ist die LP‑2 frü­her rund um eine Gelän­de­er­he­bung gegan­gen, über die das jetzt spek­ta­ku­lär drü­ber rinnt.
            25 Ctra. Gral. Taman­ca – Goog­le Maps

        • Screen­shot 3

      • Manfred Betzwieser | 21. November 2021 um 17:49 | Antworten

        Mein Pro­blem, dass ich Nachts meist schla­fe und nur von Erd­stö­ßen geweckt werde.

    • Hal­lo Roland,
      sehr hilf­reich für Mit­le­sen­de wäre ein Link zu dei­ner Quelle.
      Wir schau­en dir bei dei­ner sehr auf­merk­sa­men Beob­ach­tung nicht über die Schulter.

      • Uhhh.…gibt es mehr Live Cams als die oben ver­link­te? Sor­ry, ich dach­te das wäre die allgemeine/einzige Quel­le, die den Vul­kan rund um die Uhr zeigt. Das man dort die vor­her­ge­hen­den 12 Stun­den zurück­ver­fol­gen kann wird bekannt sein.

  7. The­ma: Von einem Trau­ma in das nächs­te investieren
    Hallo

    Ich fin­de genau wie Sie, wie dumm kann man sein. Dass man ein solch Vor­schlag mach kön­nen, zeig das die­ser Per­so­nen ohne Gewis­sen und wahr­schein­lich kein Wis­sen dar­über, wie es im eine Akti­ve vul­kan­ge­biet abläuft. Der Vul­kan kann ja auf­hö­ren mit der Erup­ti­on und dann spä­ter im 3 oder 6 Mona­te spä­ter erneut Erup­ti­on star­ten, das haben wir im ande­re Tei­le von der Welt gese­hen. Die leit­tra­gen ist wie­der die Bevöl­ke­rung, alle wie­der zu ver­lie­ren, wären die Inves­to­ren­grup­pe mit gefüll­te Taschen da sitz.
    Nach sol­chen Per­so­nen soll­te man in jet­zi­ge Erup­ti­on sen­den, damit sie am eige­ne leib merk um was es geht.
     
    Die­ser gebiet soll Natur­re­ser­vat wer­den. Es ist scha­de, das heu­te noch Men­schen gibt, der glaubt, dass man gegen die Natur gehen kön­nen, nur wegen man Geld habe oder Geld ver­die­nen möchte.

  8. Mal eine Fra­ge and die Exper­ten vor Ort. Die Asche liegt ja cm bzw. meter­dick lose ohne Ver­bin­dung zum befes­tig­ten Grund auf den Hän­gen ähn­lich von Neu­schnee. Wenn es jetzt zu star­ken Regen­fäl­len wie Vor­her­ge­sagt kom­men soll­te, besteht dann nicht auch die Gefahr erheb­li­cher Schlammlawinen/ Erd­rut­schen. Die Asche wird sich doch voll­sau­gen mit Was­ser und dann man­gels halt in Bewe­gung setz­ten. Das könn­te auf den bis­her von der Lava ver­schon­ten Gebie­ten noch zu erheb­li­chen Schä­den führen.
    Wer­den sol­che Sze­na­ri­en bereits dis­ku­tiert vom ört­li­chen Katastrophenschutz?

    • Manfred Betzwieser | 21. November 2021 um 15:00 | Antworten

      Die Pevol­ca beschäf­tigt sich mit die­ser Fra­ge. Pri­mär müs­sen jetzt ers­te ein­mal die Dächer geräumt wer­den und die Was­ser­ab­flüs­se gerei­nigt wer­den. Ob es dann zu Schlamm­la­wi­nen kommt, bestimmt die Regenmenge.

    • Ich habe sol­che „Pro­ben“ mit dem Was­ser­schlauch an ver­schie­den hohen Lava­häuf­chen auf mei­ner Ter­ras­se gemacht, da mir keh­ren wegen des auf­ge­wir­bel­ten Fein­staubs nicht gefällt. Ergeb­nis: die Asche macht ver­schie­de­ne Pha­sen der Benet­zung und ihres Fließ­ver­hal­tens durch.

      1) sehr wenig Befeuch­tung (immer von oben wie Regen) bin­det die Staub­ent­wick­lung, aber die Asche klumpt, läßt sich also nicht mehr „leicht“ kehren

      2) ein höhe­rer Feuch­te­ge­halt führt zu anfäng­li­cher Ver­flüs­si­gung der Mas­se, jedoch nur lokal (wo der Was­ser­schlauch hin­kommt); nach weni­gen Zen­ti­me­tern stoppt die Ver­flüs­si­gung wieder

      3) wird die Sät­ti­gung erreicht und kommt „von hin­ten“ genü­gend Was­ser nach, ver­wan­delt sich die Asche in eine Lawi­ne, die in ihrer gesam­ten Dicke (also nicht nur die obe­re Schicht) abgeht

      Wenn Wind und Son­ne die Asche nicht wie­der weit­ge­hend abtrock­nen, zeigt die Asche ein sehr gutes Was­ser­rück­hal­te­ver­mö­gen, so daß in die­sem Fall nur noch eine klei­ne Men­ge neu­es, zusätz­li­ches Was­ser benö­tigt wird, um die in 3) beschrie­be­ne Lawi­nen­ei­gen­schaft auszulösen. 

      Ich erin­ne­re hier noch­mals mah­nend an die Wor­te des Feu­er­wehr­manns Kiko, bereist vor Wochen zitiert: die Feu­er wer­den im Win­ter gelöscht – will sagen: die Schlamm­la­wi­nen (Bei­spiel Fuen­ca­li­en­te) sind teils weit­aus gefähr­li­cher und zer­stö­re­ri­scher als das Feu­er selbst. Ich gehe davon aus, daß die zu erwar­ten­den Aschela­wi­nen den Schlamm­la­wi­nen nach Feu­ern in nichts nachstehen.

      • Super Simu­la­ti­on. Auf den höher lie­gen­den Hän­gen (wo nicht geräumt wird) und vor allem rund um die Aus­bruchs­ke­gel dürf­te sich inzwi­schen eine beacht­li­che Men­ge an Asche auf­ge­häuft haben. Da es vie­le Jah­re dau­ern wird bis die­se Mas­se von der Vege­ta­ti­on und deren Wur­zeln durch­drun­gen ist und sich gefes­tigt hat, wird das noch lan­ge ein Risi­ko­fak­tor blei­ben den­ke ich. Bleibt zu hof­fen, dass es in nächs­ter Zeit nicht zu stark regen wird.

  9. Groß­ar­ti­ge Simu­la­ti­on! Vie­len Dank dafür.

  10. Schla­ge Tiny Houses auf Rädern vor! Droht ein neu­er Aus­bruch könn­ten sie bin­nen Stun­den an eine ande­re Stel­le gefah­ren wer­den. Und wer mehr Platz braucht stellt ein­fach meh­re­re neben­ein­an­der. Rela­tiv preis­wert sind sie auch noch…
    Grüße

    • Bei dem Vor­schlag hab ich grad die häss­li­chen Dau­er­cam­per­be­rei­che auf deut­schen Cam­ping­plät­zen vor Augen. Man soll­te – egal wo wie­der auf­ge­baut wird – bei dem Lan­des­ty­pi­schen Bau­stil bleiben.

    • Tiny Houses sind sicher­lich inter­es­sant für Paa­re ohne Kin­der und/oder (Groß-)Eltern im Haus, für Men­schen, die nicht regel­mä­ßig mit der wei­te­ren Fami­lie zum Essen zusam­me­nist­zen oder ggf. auch Verwandte/ Freun­de über­nach­ten las­sen, wenn z. B. von ande­ren Inseln ange­reist. Davon gibt es unter den Pal­me­ros mei­nes Wis­sens nach nicht ganz so vie­le. Sie sind womög­lich attrak­tiv als Feri­en­un­ter­künf­te. Aber schon wegen des mate­ri­al­ver­schlei­ßen­den (salz­hal­ti­gen, feuch­tig­keits- und tem­pe­ra­tur­schwan­ken­den) Mikro­kli­mas auf der Insel und der oft aus­bau­fä­hi­gen Däm­mung stel­len sie ver­mut­lich kei­ne Alter­na­ti­ve zu (mehr­stö­cki­gen) Stein-/Be­ton­häu­sern dar, zumal man sel­ten mit ein bis zwei Houses pro Fami­lie hin­kom­men dürf­te oder sie ent­spre­chend groß pla­nen müss­te. Sie sind für dor­ti­ge Ein­kom­men m. E. auch nicht rela­tiv preis­wert, wenn man alles zusam­me­rech­net, inklu­si­ve ohne­hin nöti­gem waa­ge­rech­tem Stell­platz (der wie immer erst planiert/„gebaut“ wer­den muss), Infra­struk­tur (Ab-/Was­ser, Strom…) und erhöh­tem Erhal­tungs­auf­wand. Ich bin kei­ne Bau- und Finanz­ex­per­tin, aber geschätzt rech­net sich das auf län­ge­re Sicht nicht.

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