Teneriffa wird Krisenzentrum: 3 Tote durch Hantavirus vor den Kapverden

Kreuzfahrtschiffs MV Hondius vor den Kapverden
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Angst auf den Inseln: Hantavirus-Ausbruch erreicht die Kanaren –

Hantavirus Kreuzfahrtschiff Kanaren: Ich sitze hier vor meinem Bildschirm, und während draußen leichter Regen über den Vulkanlandschaften von La Palma glänzt, braut sich auf dem Meer vor unserer Haustür ein medizinisches Drama zusammen. Die Nachrichten überschlagen sich: Ein Kreuzfahrtschiff, die MV Hondius, liegt vor den Kapverdischen Inseln fest. Die Bilanz ist bisher erschütternd – drei Passagiere sind bereits am Hantavirus verstorben, darunter auch ein deutscher Staatsbürger. Neue Updates am Ende des Beitrags.

Was sich wie der Plot eines Katastrophenfilms liest, ist bittere Realität. Und mitten im Zentrum dieses Sturms steht nun die politische Führung der Kanarischen Inseln.

Fernando Clavijo geht auf Barrikaden

Der Präsident der Kanaren, Fernando Clavijo, macht seinem Ärger Luft. In einem Interview mit „Onda Cero“ (via Europa Press) ließ er kein gutes Haar an der spanischen Zentralregierung. Seine klare Ansage: „Ich kann nicht zulassen, dass das Virus auf die Kanarischen Inseln gelangt.“

Clavijo wirft der Regierung in Madrid unter Pedro Sánchez „institutionelle Illoyalität“ und einen massiven Mangel an Professionalität vor. Der Vorwurf wiegt schwer: Man habe ihn nicht ausreichend informiert. Die Entscheidung, das infizierte Schiff in den Hafen von Santa Cruz de Tenerife einlaufen zu lassen, entspreche laut Clavijo keinen klaren technischen Kriterien.

Die MV Hondius mit dem Hantavirus an Bord

Teneriffa als medizinisches Drehkreuz

Trotz des heftigen Widerstands aus der regionalen Politik hat Spanien auf Ersuchen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU zugestimmt. Das Argument: Völkerrecht und humanitäre Pflicht.

  • Das Ziel: Der Hafen von Santa Cruz de Tenerife.

  • Die Klinik: Das Universitätsklinikum Nuestra Señora de Candelaria wurde als Referenzzentrum bestimmt.

  • Der Ernstfall: Der Schiffsarzt der MV Hondius befindet sich in einem kritischen Zustand. Er wurde bereits per Lazarettflugzeug evakuiert und soll per Helikopter direkt in die Klinik gebracht werden.

Zwischen Angst und Humanität

Während die Gesundheitsministerin Mónica García auf strenge internationale Protokolle verweist, fordern Clavijo und viele Inselbewohner Antworten. Wie sicher sind wir hier wirklich? Wenn man auf einer Insel wie La Palma oder Teneriffa lebt, weiß man, wie isoliert man im Ernstfall sein kann.

Das Hantavirus wird normalerweise durch Nagetiere übertragen, doch ein Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Südatlantik wirft viele Fragen zur Hygiene und zum Infektionsweg an Bord auf.

Mein Fazit zur Lage

Hantavirus Kreuzfahrtschiff Kanaren: Es ist ein Drahtseilakt zwischen menschlicher Hilfeleistung für die Erkrankten und dem Schutz der lokalen Bevölkerung. Dass Fernando Clavijo ein dringendes Treffen mit Pedro Sánchez fordert, ist nur konsequent. Transparenz ist in solchen Momenten das einzige Mittel gegen die aufkeimende Panik.

Wir behalten die Küsten im Auge – und hoffen, dass die strengen Sicherheitsprotokolle halten, was sie versprechen.

Neueste UPDATES

11.00 Uhr – Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik hat sich die Zahl der Infizierten weiter erhöht. Die WHO geht von einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung aus. Der erste auf dem Schiff erkrankte Passagier habe sich vermutlich infiziert, bevor er an Bord gegangen sei. Inzwischen gibt es sieben bestätigte oder vermutete Infektionen. Ein schwer kranker Patient wird in Südafrika auf der Intensivstation behandelt.

12.00 Uhr – Bereits am 25. April wurde eine Passagierin des Kreuzfahrtschiffes „MV Hondius“ von der Insel Santa Elena nach Johannesburg evakuiert. Erst danach stellte sich heraus, dass sie das Hanta-Virus hatte. Sie ist wenig später in Südafrika verstorben. Nun sucht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach 82 Passagieren, die an Bord der Maschine waren, um eine Ansteckung auszuschließen.

13.00 Uhr – An Bord befinden sich laut Berichten von RTVE und anderen Medien insgesamt 14 Spanier (13 Passagiere und ein Besatzungsmitglied).

Vorgesehene Maßnahmen auf Teneriffa:

  • Abriegelung des Hafens: Die Ausschiffung erfolgt in einem speziell gesicherten Bereich des Hafens von Santa Cruz de Tenerife. Es ist geplant, dass die Passagiere direkt vom Schiff in bereitgestellte Spezialtransporte umsteigen.
  • Klinische Untersuchung an Bord: Bevor jemand das Schiff verlässt, wird das Team der Sanidad Exterior (Außengesundheitsdienst) an Bord gehen, um den Gesundheitszustand aller 150 Personen individuell zu prüfen und epidemiologische Daten zu erfassen.
  • Referenzkrankenhaus: Das Hospital Universitario Nuestra Señora de La Candelaria auf Teneriffa wurde als Referenzzentrum benannt. Dort stehen isolierte Stationen für Patienten mit Symptomen bereit.
  • Sofortige Repatriierung: Gesunde Passagiere sollen nicht auf der Insel bleiben, sondern über den Flughafen Teneriffa Süd mittels Charterflügen direkt in ihre Heimatländer (vor allem Niederlande, Deutschland und Großbritannien) überführt werden.

13.28 Uhr – Das Schiff wird am Samstag, den 9. Mai, im Hafen von Granadilla auf der Insel eintreffen. Was als Warnung in argentinischen Gewässern begann, hat sich zu einer Herausforderung für die öffentliche Sicherheit der Kanarischen Inseln entwickelt, nachdem die WHO die Internationalen Gesundheitsvorschriften in Kraft gesetzt hat, um die Aufnahme im „nächstgelegenen Hafen“ aufgrund unzureichender Ressourcen in Kap Verde zu erzwingen.

13.50 Uhr Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat mitgeteilt, dass drei Patienten, bei denen der Verdacht auf eine Hantavirus-Infektion besteht, vom Kreuzfahrtschiff MV Hondius evakuiert wurden und sich auf dem Weg in die Niederlande befinden, wo sie medizinisch behandelt werden.

16.00 Uhr – Die kanarischen Behörden mahnen zur Ruhe. Mögliche Patienten werden in Spezialfahrzeugen ins Universitätskrankenhaus transportiert. Es werde keinen Kontakt zur Bevölkerung geben und auch das medizinische Personal werde streng geschützt.

Was denkst du über die Entscheidung? Ist die Aufnahme des Schiffes ein Akt der Menschlichkeit oder ein unnötiges Risiko für die Kanaren? Schreib es mir in die Kommentare!

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Über den Autor

Manfred Betzwieser
Buchautor und begeisterter Naturliebhaber. Lebe seit 25 Jahren mit meiner Familie auf der Kanareninsel La Palma. Mehr auf meiner Autorenseite - Mein Link

2 Kommentare zu "Teneriffa wird Krisenzentrum: 3 Tote durch Hantavirus vor den Kapverden"

  1. Moin Manfred,

    das ist nicht ganz lustig, vor allem, da es anscheinend weder eine vorbeugende Impfung gibt noch eine Behandlungsmethode, um diese Sorte Viren im menschlichen Körper zu eliminieren. Recherchiere das doch bitte noch einmal.

    Und auch gut zu wissen, daß die Kapverden sich in einem solchen / diesem Fall für völlig inkompetent erklären…

    • Hallo Neil,
      nach vorliegenden Meldungen gibt es gegen diese speziellen Viren, bislang noch keine Gegenmittel. Das Andes-Virus ist die einzige bekannte Hantavirus-Art, bei der eine direkte Mensch-zu-Mensch-Übertragung dokumentiert wurde. Die Infektion führt zum Hantavirus-Cardiopulmonalen Syndrom (HCPS), einer schweren Lungenerkrankung. Die Sterblichkeitsrate ist extrem hoch und liegt schätzungsweise bei 35 bis 50 %.

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