Starker Lavaregen auf der Ostseite

Ascheregen - Lavaregen

La Palma heute in „Schwarz“ -

Feins­ter Picon fällt heu­te als Lava­re­gen auf der Ost­sei­te vom Him­mel. Es ist die Asche oder das Lapil­li, das vom Vul­kan Cabe­za aus­ge­sto­ßen und in gro­ße Höhen geschleu­dert wird. Das Titel­fo­to der IGN zeigt ein extre­mes Bei­spiel auf West­sei­te direkt in Kraternähe.

Mit dem heu­ti­gen West­wind wer­den die vul­ka­ni­schen Par­ti­kel über vie­le Kilo­me­ter nach Mazo, die Bre­nas, San­ta Cruz de La Pal­ma bis in den Nord­os­ten in die Gegend von Los Sau­ces befördert.

Lavaasche - Lavaregen

Noch liegt wenig Lavaa­sche. Wie schwar­zer „Schnee“ wird auf mei­ner Ter­ras­se heu­te sich noch eini­ges ansammeln.

Es ist jetzt schon inner­halb der letz­ten zwei Wochen das 3. Mal, dass es auf der Ost­sei­te zu einem Aschefall kommt. Dazu hat­te auch schon im Bei­trag ein Video auf­ge­nom­men.

Unter Lapil­li (ital. „Stein­chen“) oder Picon (span.) ver­ste­hen Vul­ka­no­lo­gen erb­sen- bis nuss­gro­ße (2–64 mm) Aus­würf­lin­ge (Tephra), die bei einem explo­si­ven Vul­kan­aus­bruch geför­dert wer­den. Lapil­li gehö­ren zusam­men mit den vul­ka­ni­schen Aschen (< 2 mm) und den Bom­ben (> 64 mm) zu den ver­schie­de­nen Sor­ten locke­rer vul­ka­ni­scher Aus­wurf­mas­sen. Sie bestehen aus Lava­fet­zen, Schla­cken, Res­ten alter Schlot­fül­lun­gen oder Xen­o­li­then.

Ist Asche- und Lava­re­gen gefährlich?

Das Aus­wurf­ma­te­ri­el ist nicht toxisch. Es sind basal­ti­sche Glas­par­ti­kel die in den Augen wie Glas­split­ter Ver­let­zun­gen bewir­ken kön­nen. Auch soll­ten kei­ne gro­ßen Men­gen ein­ge­at­met wer­den, da es an den Schleim­häu­ten, Bron­chi­en und in der Lun­ge zu Schnitt­ver­let­zun­gen führt.

Ascheregen - Lavaregen

Im Moment die Grund­aus­stat­tung, auch auf der Ost­sei­te, bei einem Auf­ent­halt im Frei­en. Ich erin­ne­re mich an den PEVOLCA Aus­spruch von der „Siche­ren Insel“.

Im Grun­de ist es für die Natur Dün­ger und mit vie­len Mine­ral­stof­fen ver­setzt. Es gilt auch hier, die Men­ge machts. Fällt zu viel Lava­re­gen ersti­cken die Pflan­zen. Genau­so kann sich auf Fläch­dä­chern, das ist übli­che Bau­wei­se auf La Pal­ma, das Gewicht ein Gebäu­de zum Ein­sturz brin­gen. Das fei­ne Vul­kan­ma­te­ri­al ist schwe­rer als Sand und schnell haben sich ton­nen­schwe­re Las­ten angehäuft.

Flughafen Mazo geschlossen

Wie erwar­tet und bereits ges­tern geschrie­ben, geht heu­te auf dem Flug­ha­fen von La Pal­ma nichts mehr. Zu gefähr­lich ist die Lavaa­sche für die emp­find­li­chen Moto­ren und Trieb­wer­ke. Der Flug­ha­fen bleibt geschlos­sen bis nach dem Aschefall wie­der gerei­nigt wer­den kann.

10.15 Uhr – Das 24-Stun­den-Moni­to­ring-Vul­kan­über­wa­chungs­netz des Natio­nal Geo­gra­phic Insti­tu­te (IGN) hat in den letz­ten 24 Stun­den fast hun­dert Erd­be­ben mit Magnitu­den von 2,4 bis 3,9 geor­tet, von denen vie­le von der Bevöl­ke­rung wahr­ge­nom­men wur­den. Die Beben kamen aus 11 bis 14 km Tiefe.

Lavastaub auf La Palma

10.25 Uhr - Auch heu­te ist mit dem West­wind, das ent­fern­te Grol­len und Don­nern des Vul­kan bis nach Mazo auf der Ost­sei­te zu hören.

11.00 Uhr - Die jüngs­ten GPS Ver­for­mungs­wer­te vom 6.10.21

 

Nach den GPS Mess­sun­gen der IGN hat sich La Pal­ma 12 cm nach Süden aus­ge­beult (N‑Werte).

Die Ost – West Aus­rich­tung bleibt unver­än­dert bei einem 0‑Wert.

Die Ver­wer­fung in der Höhe liegt bei knapp 20 cm (U).

Damit hat sich in den letz­ten Tagen nicht all­zu viel geän­dert und deu­tet auf einen hohen Innen­druck im Mag­ma­kam­mer­be­reich hin.

Auch von Sei­ten der GPS-Ver­for­mung dürf­te es in den nächs­ten Tagen sehr aktiv wei­ter­ge­hen. Die Kam­mer ist mit Mag­ma und Gasen voll gefüllt.

Die ande­ren Indi­ka­to­ren der Beben­tä­tig­keit oder der aus­ge­sto­ße­nen Schwe­fel­di­oxid­men­gen unter­mau­ern die­se Prognose.

11.30 Uhr - Will ich noch die aktu­el­len Schwe­fel­wer­te von Invol­can nachliefern:

Die ges­tern durch­ge­führ­ten Mes­sun­gen mit dem Patrouil­len­boot der Guar­dia Civil in mobi­ler See­po­si­ti­on waren die ers­ten, die auf den Kana­ri­schen Inseln durch­ge­führt wur­den, und die Ergeb­nis­se waren von sehr guter Qualität.

Nach Durch­füh­rung meh­re­rer Tran­sek­te wur­de die Emis­si­on von Schwe­fel­di­oxid (SO2) durch die­sen Erup­ti­ons­pro­zess ges­tern in die Atmo­sphä­re auf 13.100 Ton­nen pro Tag geschätzt. Eine hohe Emis­si­ons­ra­te, die kurz- / mit­tel­fris­tig auf eine sehr gerin­ge Wahr­schein­lich­keit des Abschlus­ses die­ses erup­ti­ven Pro­zes­ses hinweist.

12.45 Uhr – Die Flug­ge­sell­schaft Bin­ter hat mit­ge­teilt, dass sie ihre Ver­bin­dun­gen nach La Pal­ma min­des­tens bis Frei­tag um 13 Uhr ruhen lässt. Dann wird man wei­ter­se­hen, wie sich die Luft­qua­li­tät entwickelt.

12.50 Uhr - Das Insuran­ce Com­pen­sa­ti­on Con­sor­ti­um (CCS) hat bis Mitt­woch, 6. Okto­ber, 3.696.711 Euro an vom Vul­kan­aus­bruch betrof­fe­ne Ver­si­che­rungs­neh­mer gezahlt. Die Zah­lun­gen aus Bank­über­wei­sung an den Ver­si­cher­ten ent­spre­chen 17 Häu­ser und eine kom­mer­zi­el­le Ein­rich­tung , die von Lava zer­stört wurde.

Alle Anträ­ge wur­den dem zur Begut­ach­tung des erstat­tungs­fä­hi­gen Scha­dens ein­ge­setz­ten Exper­ten­team nach Ein­gang und Auf­zeich­nung zuge­stellt. Die Exper­ten kon­tak­tie­ren die Ver­si­cher­ten inner­halb einer Frist von höchs­tens 48 Stun­den nach dem Tag der Antragstellung.

Ersatz­an­sprü­che wur­den 69% durch die ein­ge­reich­ten CC Web­site ( www.consorseguros.es ), in 30% der Fäl­le durch Auf­ruf des CCS Call Cen­ter (gebüh­ren­freie 900 222 665)  und nur ein Rest von 1% haben ihre Anfor­de­run­gen gesen­det in Briefform.

13.00 Uhr - Es wird die nächs­te Zeit auch kein Mee­res­salz von Fuen­ca­li­en­te geben – Der Aus­bruch des Vul­kans Cabe­za ver­wüs­tet den Pri­mär­sek­tor der Insel, ins­be­son­de­re im Bananen‑, Trau­ben- und Avo­ca­do­an­bau, wo mit mas­si­ven Ver­lus­ten zu rech­nen ist. Aber nicht nur das. Ande­re Ern­ten schei­tern an einem fei­nen, manch­mal nicht wahr­nehm­ba­ren Regen von Asche, der alles, was er berührt, schwarz färbt, wie die Farb­pa­let­te der Salz­sa­li­nen von Fuencaliente.

13.10 Uhr – Das ist die mili­tä­ri­sche UME (Uni­dad Mili­tar de Emer­gen­ci­as) die auch jetzt wie­der sehr viel Hil­fe auf La Pal­ma leistet.

13.20 UhrDas bis­her stärks­ten Beben von ML4,3 um 12.17 Uhr Orts­zeit aus 35 km Tie­fe unter Mazo.

13.30 Uhr  – Neue Ent­wick­lung an der Lava­front – Eine Zun­ge des Haupt­stroms hat sich vom Haupt­ka­nal getrennt, der in die Faja­na mün­det und wei­ter nach Süden und auf dem Weg zum Char­cón abge­zweigt. Auf sei­nem Vor­marsch in Rich­tung Küs­te, wei­ter links vom Strand von Guir­res, hat er bereits wei­te­re Bana­nen­plan­ta­gen begraben.

14.20 Uhr – Selbst von Tene­rif­fa aus ist die Vul­kan­wol­ke zu erken­nen. Dan­ke an Kurt Meindl.

15.40 Uhr – Der tech­ni­sche Direk­tor von Pevol­ca, Miguel Ángel Mor­cu­en­de, hat auf einer Pres­se­kon­fe­renz ange­ge­ben, dass der Bruch die­ses Lava­fin­gers ges­tern gegen 17:00 Uhr prak­tisch am Ende der Haupt­stro­mes etwa 350 Meter vor sei­ner Ankunft auf See ver­hee­rend war. Wei­te­re Bana­nen­plan­ta­gen und die Zer­stö­rung meh­re­rer Lager­stät­ten und eini­ger Gebäu­de gibt es zu vermelden.

Mor­cu­en­de hat ange­ge­ben, dass die­ser Zusam­men­bruch dar­auf zurück­zu­füh­ren ist, dass der neue Lava­fin­ger einen Tei­lungs­be­reich erreicht, der sich voll­stän­dig gefüllt hat und sich dann über den Kopf „aus­brei­tet“. Er füg­te hin­zu, dass sich die Zwi­schen­zo­ne zwi­schen der End­mo­rä­ne des Haupt­stroms und die­sem Fin­ger höchst­wahr­schein­lich wie­der fül­len wird, was wei­te­re Bana­nen­plan­ta­gen betrifft.

16.30 UhrDer neue Lava­strom der sich vom Haupt­strom abge­trennt hat und rund 600 Meter wei­ter süd­lich das Meer erreicht.

17.30 Uhr – Nach eini­gen Stun­den Ruhe am Nach­mit­tag, geht es jetzt wie­der rich­tig los. Erd­be­ben, ein stän­di­ges Zit­tern und Don­ner­grol­len aus den Ber­gen und das auf der Ost­sei­te. Im Wes­ten sicher alles noch inten­si­ver. Viel­leicht schreibt jemand von der West­sei­te kurz mal sein Empfinden.

18.30 Uhr – Die Guar­dia Civil hat in der Nähe von Puer­to Naos 150 tro­pi­sche Vögel in einem Haus aus­fin­dig gemacht, das wegen der Nähe des Lava­stroms nicht mehr zugäng­lich ist. Wie die Benemé­ri­ta berich­tet, wur­den die Vögel nach der Suche nach dem Haus­be­sit­zer eva­ku­iert und bereits in das Maro­par­que Res­cue Cen­ter überführt.

Seit dem Aus­bruch des Vul­kans arbei­ten Agen­ten der Guar­dia Civil an der Eva­ku­ie­rung der Tie­re, die in den Häu­sern geblie­ben sind, die geräumt wer­den muss­ten. Auch Hun­de und Kat­zen sind von den Lava­strö­men ein­ge­schlos­sen. Wer­den die Tie­re nicht her­aus­ge­holt, ster­ben sie.

  • Fort­set­zung folgt

Wetteraussichten für La Palma



42 Kommentare zu "Starker Lavaregen auf der Ostseite"

  1. Asche­re­gen, Lava hat´s nicht geregnet…

  2. Ich fin­de es auch etwas frag­wür­dig, jetzt mit einer „ruhi­gen und siche­ren Insel“ für den Tou­ris­mus zu wer­ben. Es kommt bei euch auf der Ost­sei­te zu Beein­träch­ti­gen und wir hier im Nord­wes­ten haben 24 Std. Donnergrollen.
    Wir kön­nen wirk­lich momen­tan nie­man­dem raten, auf die Insel zu kom­men, so trau­rig das auch ist

    • Wären denn Tou­ris­ten aktu­ell oder in naher Zukunft willkommen?
      Ich habe einen Auf­ent­halt ab dem 27.11. geplant und bin hin und her gerissen.
      Einer­seits möch­te ich kein „Kata­stro­phen­tou­rist“ sein und mög­li­che Res­sour­cen nut­zen, die bes­ser genutzt wer­den könnten.
      Ande­rer­seits brin­ge ich (in klei­nem Maße) Erlöse/Einkünfte für die Bewoh­ner durch mein Dortsein.

      Was den­ken Sie als dort leben­de Community?

      Alles, alles erdenk­lich Gute Ihnen!

      • Manfred Betzwieser | 7. Oktober 2021 um 17:18 | Antworten

        In Zukunft sicher sehr ger­ne. Im Moment eher nicht. Es macht auch kei­nen Spaß bei Asche und Erd­be­ben hier einen Urlaub zu ver­brin­gen. Ob es bis Ende Novem­ber bes­ser aus­sieht, muss man abwarten.

        • Uns betrifft gera­de das sel­be Dilem­ma. Haben Anfang Sep­tem­ber einen Auf­ent­halt vom 30.10 bis 06.11 gebucht. Dann kam der Vulkanausbruch.
          Das Aus­maß der Zer­stö­rung macht sprach­los und ich gehe schwer davon aus, dass der Vul­kan sich in den nächs­ten 20 Tagen nicht ein­fach so beru­hi­gen wird. Da wir bei Stor­nie­rung kein Geld für die Flü­ge erhal­ten wür­den, pla­nen wir gera­de den Flug trotz­dem zu machen und dann mit der Fred Olsen Fäh­re nach Tene­rif­fa überzusetzen.

  3. Wenn Sie jetzt noch Bril­len­trä­ger sind, wird es schwie­rig. Und wie ich auf ihrem Foto sehen kann, ist die Mas­ke innen auch noch beschlagen.

    Ver­mut­lich ken­nen Sie die ein­fa­che Lösung, die meis­tens gut funk­tio­niert (und ggf. wie­der­holt wird), hier als Tipp von einer Taucherseite:

    „Was jetzt kommt mag sich komisch anhö­ren, hilft aber. Denn die Lösung trägt jeder immer mit sich. In unse­rem Spei­chel sind Stof­fe ent­hal­ten, die im Was­ser nur schwer lös­lich sind. Also soll­te man vor­her die Tauch­mas­ke mit Spu­cke ein­rei­ben, dann im Was­ser aus­schwen­ken ohne die Glä­ser mit den Fin­gern zu berüh­ren, um den Film nicht gleich wie­der zu zer­stö­ren. Dann beschlägt die Bril­le nicht mehr und das Was­ser perlt innen durch den Film, an der Mas­ke ab.“

    (Und falls die Mas­ke neu ist, könn­te da auch noch ein Schutz­film innen auf­lie­gen, den man bes­ser ent­fer­nen soll­te, denn das trübt auch die Sicht)

    Grü­ße

    • Manfred Betzwieser | 7. Oktober 2021 um 11:25 | Antworten

      Dan­ke sehr gut. War wohl bekannt und die Bril­le neu. Die Mas­ke ist nur für die Asche­par­ti­kel hilfreich.Als Bril­len­trä­ger läuft man bes­ser ohne die eigent­li­che Bril­le umher. Sonst gibt es dop­pel­ten Beschlag und man wird blind.

      Bei Gasen wie Schwe­fel­di­oxid, wie ges­tern vor Ort, hilft nur eine rich­ti­ge Fil­te­rung mit auf­ge­setz­tem Fil­ter. Da hilft auch kei­ne FFP2 Maske.

      Gruß
      Manfred

  4. Guten Tag,

    ich bedan­ke mich für die aus­führ­li­che (in Wort und Bild) und infor­ma­ti­ve Berichterstattung!

    Ich habe irgend­wo in einem Neben­satz gele­sen, dass TuiF­ly alle Flü­ge nach La Pal­ma bis zum 24.10. gestri­chen hat, konn­te dies aber nir­gend­wo auf den TUI-Sei­ten verifizieren.

    Ist Ihnen da etwas bekannt?

    • Manfred Betzwieser | 7. Oktober 2021 um 12:14 | Antworten

      TUI habe ich seit Beginn der Erup­ti­on hier auf dem Flug­platz nicht mehr gese­hen. Den­ke, solan­ge der Vul­kan spuckt und dafür gibt es noch kein Ende, wird auch kein TUI Flie­ger kommen.

  5. https://twitter.com/Heriberto_BV/status/1446091644709838851
    Neue Abzwei­gung vom Haupt­strom trifft süd­lich vom Strand von Los Guir­res auf die Steilklippe.

    • Bit­te, eine Fra­ge: Gibt es den Strand von Los Guir­res mit dem Kiosk noch oder wur­de der Strand und das Kiosk von den Lava­mas­sen schon „ver­schlun­gen“? Vie­le Grü­ße Ingeborg

      • https://riesgovolcanico-lapalma.hub.arcgis.com/apps/mapa-comparativo/explore
        Die­sem Bild zufol­ge gab es den Kiosk jeden­falls um 12 Uhr noch. Wie es jetzt aus­sieht ist fraglich.

      • Hal­lo Inge­borg, noch gibt es einen Teil vom Strand und auch den Kiosk. Aber wenn man die Auf­nah­men sieht, dann wird es ver­mut­lich nur noch Stun­den dau­ern, bis die Lava auch die­ses wun­der­schö­ne Fleck­chen Erde ver­schlun­gen hat.

        • Hal­lo Caro, ich habe inzwi­schen auch ver­schie­de­nen Video­auf­nah­men gese­hen. Nach die­sen Auf­nah­men muss auch ich davon aus­ge­hen, dass auch die­ses Stück La Pal­ma bald Geschich­te sein wird. Es blei­ben nur die Erin­ne­run­gen, wie an so vie­les ande­re, was der Vul­kan zer­stört hat. Ganz abge­se­hen davon, dass auch die land­wirt­schaft­li­chen Flä­chen unwi­der­bring­lich durch die Lava zer­stört wer­den. Leider.
          Dan­ke für Ihre Antwort.

      • Heu­te Nach­mit­tag gab es noch den hal­ben Strand von Los Guir­res mit dem Kiosko, der neue Lava-Arm hat ver­mut­lich inzwi­schen jedoch die Zufahrt ver­schüt­tet, so dass der Strand nicht mehr erreich­bar sein dürf­te. Wenn die Men­ge an Lava mor­gen und in den nächs­ten Tagen so anhält, wird der Rest des Stran­des wohl bald auch „ver­schlun­gen“ sein.

  6. Wie­der was von @UdriGeo, ein Update von 7. Okto­ber: Der Lava­strom und die neue Halb­in­sel, wie­der mit Bathy­me­trie. Die dün­nen Lini­en betref­fen wie­der ver­ti­ka­le 1m Abstän­de, die dicke­ren 5m Abstände.

    https://twitter.com/UdriGeo/status/1446068786977812486

    • Richtigstellung/Faktenfuchs: Ich habe es eben mit dem Bild im Link eins drü­ber abge­gli­chen, das Bild, das ich ver­linkt habe scheint trotz der dazu ange­ge­be­nen Info älter zu sein. Der neue Lava­strom süd­lich fehlt, zumin­dest Tei­le davon hät­ten auch hier sicht­bar sein müs­sen. Viel­leicht wur­de ja auch nur die Bild­mon­ta­ge heu­te gemacht, dann ist es aber zumin­dest miss­ver­ständ­lich beschriftet. 😉

  7. Was pas­siert eigent­lich bei einem (Stark)Regen mit der Asche? Wird die weg­ge­schwemmt und kann die etwas mit­reis­sen oder verstopfen)?
    Vie­len Dank für die zeit­na­he und sehr gute Berichterstattung
    #hochzeitsreise2022nachlapalma (erfun­den)

    • Das kommt auf einen Ver­such an. Ab Ende Okto­ber beginnt die Regen­zeit. Die Lavaa­sche wird sicher von den Dächern gespült. Ob die Abfluss­roh­re das ver­kraf­ten, da habe ich so mei­ne Zwei­fel. Eini­ges wird sicher ver­stopft und es dro­hen loka­le Über­schwem­mun­gen. Wir wer­den es sehen.

      • Das klingt plau­si­bel. Je mehr Dächer bis dahin von all­zu schwe­ren Schich­ten befreit wer­den kön­nen, des­to bes­ser wäre es zudem, da in ver­bin­dung mit Was­ser die Last zusätz­lich stei­gen dürf­te. Und: Hof­fent­lich gibt es dann auch kei­ne Laha­re. Eine der mög­li­chen Ursa­chen für deren Ent­ste­hung ist immerhin:

        „Star­ke Regen­fäl­le, die auf vul­ka­ni­sches Locker­se­di­ment treffen.“

        https://de.wikipedia.org/wiki/Lahar

      • Es wird dann wohl Lah­re geben. Gar nicht gut.

        • Manfred Betzwieser | 7. Oktober 2021 um 18:27 | Antworten

          Ent­schul­di­gung – Was ist Lahre?

          • (PS: Ich hat­te die Mehr­zahl auch falsch geschrie­ben, kor­rekt wäre wohl „Lahars“.)

            Die BILD Zei­tung – wür­de – es uns dann in ein paar Wochen in bun­ten Buch­sta­ben sicher erklären. 😉
            Solan­ge nor­ma­ler Regen im Rah­men der Sai­son fällt, ist das Ver­stop­fungs­pro­blem ver­mut­lich eher das wahr­schein­li­che Sze­na­rio. Inter­es­sant wäre jetzt als Grund­la­ge wei­te­rer Spe­ku­la­tio­nen ver­mu­lich die Regen­men­ge pro Qua­drat­me­ter in den Win­ter­mo­na­ten – auf der Süd­sei­te La Palmas.

          • Manfred Betzwieser | 7. Oktober 2021 um 18:51 |

            Dan­ke ok – ich hat­te schon ver­mu­tet, dass du das meinst. Ein Lahar ist ein Schlamm- und Schutt­strom, der von einem Vul­kan aus­geht. Das Wort kommt aus dem Javanischen. ..

            Das schlie­ße ich eigent­lich für den Cabe­za aus. Dafür fehlt das Was­ser und der Stark­re­gen auf der West­sei­te. Es kön­nen sich aber trotz­dem Schlamm­strö­me bil­den, die lang­sa­mer Rich­tung Meer abfließen.

          • Ja, dach­te ich mir auch. Aber, übri­gens: Nicht User „Mike“ mit User „Arno“ ver­wech­seln, ich hat­te die Dif­fe­ren­zie­rung, wie es oben nach­zu­le­sen ist, bereits vor­ge­dacht, Lahars aber zumin­dest als theo­re­ti­sche Mög­lich­keit mit erwähnt, weil über­mä­ßig star­ke Regen­men­gen dafür in Ver­bin­dung mit losem Mate­ri­al auch aus­rei­chen „könn­ten“.
            Was kei­ner irgend­wo braucht, so woll­te ich das unbe­dingt auch ver­stan­den wis­sen, sind Panik-Mel­dun­gen, die sich in der Regen­bo­gen­pres­se als Auf­la­gen­pro­fi­te niederschlagen.
            Übri­gens, mei­ne Moti­va­ti­on hier zu schrei­ben ist die: Ich woll­te Anfang Novem­ber auf La Pal­ma eine Woche sein, weil ich bis auf El Hier­ro die ande­ren Inseln schon kenne.
            Und ich hal­te als Natur­wis­sen­schaft­ler den Abbruch einer der extrem stei­len West­flan­ken des Tei­de auf Tene­rif­fa für wahr­schein­li­cher, als das etwa 20 Jah­re alte Sze­na­rio, dass das von La Pal­ma aus­ge­hen könnte.

  8. Hal­lo Man­fred, ich habe eben mit Freun­den aus El Paso geschrie­ben … die Ner­ven der Bewoh­ner auf der West­sei­te lie­gen lang­sam blank. Der Lärm und die Explo­sio­nen (vor allem wäh­rend der Nacht) las­sen kei­nen ruhi­gen Schlaf zu. Mehr als 3–4 Stun­den kom­men da nicht zusam­men. Wenn dann noch auf Grund der Asche die Kin­der nicht vor die Tür kön­nen, stei­gert sich der Stress­le­vel noch­mals. Ich hab noch­mal ein aktu­el­les Satel­li­ten­fo­to bei­gepackt. Dank dir noch­mals für die aktu­el­len Infos und Updates

  9. Herz­li­chen Dank für die täg­li­che Bericht­erstat­tung von der Isla Bonita.
    Dies­mal mit erheb­lich Mehr­ar­beit als vor eini­gen Jah­ren über Eldic­s­cre­to.
    chappo
    Ich hof­fe dir ste­hen Hel­fer zur Sei­te und die Ser­ver hal­ten den Ansturm stand.
    Gibt es schon Infos zur Fami­lie die du unter­stüt­zen möchtest?

    • Manfred Betzwieser | 7. Oktober 2021 um 18:24 | Antworten

      Ich konn­te ja jetzt 10 Jah­re aus­ru­hen. Es gibt vie­le Hel­fer und Leser die Infos bei­steu­ern. Dafür bes­ten Dank.

      Die Fami­lie, die alles ver­lo­ren hat, kris­tal­li­siert sich lang­sam her­aus. Ich wer­de die­se Fami­lie dann vor­stel­len. Noch prü­fe ich. Dann kann jeder selbst ent­schei­den, ob er sie unter­stüt­zen möchte.
      Im Moment sind alle Eva­ku­ier­te gut unter­ge­bracht und ver­sorgt. Kei­ner lei­det Not. Es geht dar­um eine neue Exis­tenz auf­zu­bau­en und das hat noch etwas Zeit, solan­ge der Vul­kan für täg­lich neue Über­ra­schun­gen sorgt.

      • Vie­len Dank auch von mir – für die vie­len Infor­ma­tio­nen und den ange­neh­men Grund­ton, der sich in die­ser Ant­wort an Heinz Wil­li auch zeigt. Ich wün­sche allen auf der Insel alles erdenk­lich Gute!
        PS: Wir wohn­ten 2016 knapp süd­lich vom Lava­strom, aber das Haus steht wohl noch…

  10. Wie präzise/sicher kön­nen die Fach­leu­te aus­schlie­ßen, dass sich die Akti­vi­tä­ten allein auf die West­sei­te beschrän­ken wer­den? Schließ­lich sind 375 Jah­re Abstand zum letz­ten Aus­bruch auf der Ost­sei­te mit dem Vul­kan San Mar­tin geo­lo­gisch gese­hen wie gestern. 

    https://eu-browse.startpage.com/av/anon-image?piurl=https%3A%2F%2Fimg.fotocommunity.com%2Fwandern-ueber-die-19km-vulkanroute-mit-blick-nach-el-hierro-48b4d7da-836c-42b0-a374-ea30185d1e0c.jpg%3Fheight%3D1080&sp=1633631457T71aeab92bd70571b246cf1a06fa54273c5682a4593d718ae409339edaa91c9e7

    • Manfred Betzwieser | 7. Oktober 2021 um 20:04 | Antworten

      Eine gut Fra­ge. Aus­schlie­ßen kann man gar nichts.
      Die Mag­ma­kam­mer liegt beid­sei­tig direkt unter der süd­li­chen Cumbre. Bricht der Vul­kan öst­lich aus, wird auch die Lava nach Osten fließen.

      Bemü­hen wir die Zeit­ge­schich­te mit den 375 Jah­ren, dann soll­te es den Wes­ten treffen.

      Jetzt haben wir noch den Süden.
      La Pal­ma wächst und ent­fernt sich jähr­lich um 4 bis 5 Zen­ti­me­ter durch die Kon­ti­nen­tal­drift nach Nord­os­ten. Der Hot­spot bleibt nach wis­sen­schaft­li­chen Unter­su­chun­gen sta­bil und sta­tio­när lie­gen bzw. wan­dert aus der Sicht von La Pal­ma nach Süden.

      Dann müss­te der zukünf­ti­ge Vul­kan im Süden um den San Anto­nio oder Tene­guia aus­bre­chen. Das hat­te auch ich jetzt und eini­ge Vul­ka­no­lo­gen favorisiert.

      Wie man sich täu­schen kann, haben wir jetzt gese­hen. Das Mag­ma sucht sich immer den ein­fachs­ten und bequems­ten Weg zum Aufstieg.

      Herz­li­che Grüße

      Man­fred

      • Aber die Lava hat sich halt für einen andern Ort ent­schie­den an die Ober­flä­che zu kom­men, wenn das aber so wei­ter geht mit den Beben im Süden befürch­te ich noch eine Erup­ti­on im Süden.

      • Dan­ke Manfred.

        Wenn man sich auf einem Blatt Zei­chen­pa­pier mal maß­stabs­ge­treu ein spit­zes Drei­eck abbil­det, mit Luft­li­nie weni­ger als 10 km vom Vul­kan West zur Ost­sei­te und die „Haupt­mag­ma­kam­mer in ~ 35 km Tie­fe“, dann wird schon optisch kla­rer, wie wenig Abwei­chung aus­reicht, um auch im Osten aus­tre­ten zu können.

        Hof­fent­lich rei­chen also die ‚Ven­ti­le‘ im Wes­ten aus. Ansons­ten hat es noch nie gescha­det, ein wenig im Vor­aus zu planen.

        Vie­le Grüße

    • 1949 brach u. a. der Duraz­ne­ro-Vul­kan aus und ein schma­ler Lava­strom floß an der Ost­sei­te ab, der kurz vor Errei­chen des Mee­res versiegte.

      • Manfred Betzwieser | 8. Oktober 2021 um 8:50 | Antworten

        Das war wäh­rend der San Juan Erup­ti­on. Es gab 3 Öff­nun­gen und der Duraz­ne­ro lag direkt auf der Berg­spit­ze. Er bil­de­te erst einen Lava­see und dann einen leich­ten Abfluss auf der Ostseite.

  11. Hal­lo Man­fred und alle Leser,

    heu­te Mit­tag wur­de es auf mei­nem „Logen­platz“ (Fa. YaYa Mate­ria­les, Cno. de La Era 16 in El Paso) – 2,9 km Luft­li­nie vom „Cabe­za“ ent­fernt, zu unge­müt­lich: ich bin zur Freun­din nach SCLP bis min­des­tens nächs­ten Mon­tag umgezogen. 

    An den infer­na­li­schen Grund­lärm mit vor allem Sub­bass-Fre­quen­zen um die 10–15 Hz kann man sich als Rol­ling Stones Fan gewöh­nen, aber es belas­tet halt das Gemüt und die see­li­sche Sta­bi­li­tät wird her­aus­ge­for­dert. Ein Kun­de kom­men­tier­te heu­te, so müs­se es wohl in den Bun­kern an der West­front des 1. Welt­kriegs gewe­sen sein…

    Die Nacht an der Cal­le Cues­ta de Aba­jo (Luft­li­nie ca. 3,5 km zum Cabe­za) war „aus­halt­bar“, da vor­her ein paar pal­me­ri­sche Freun­de mit eini­gen Fla­schen Wein vor­bei kamen.

    Fast alle Pal­me­ros, die ich heu­te mor­gen sprach, hat­ten star­ke Kopf­schmer­zen in der Hin­ter­kopf­re­gi­on – auch ohne Wein – das ist mög­li­cher Wei­se eine Kon­se­quenz des Schwe­fels. Das Ari­dane­tal war heu­te mor­gen stark ver­ne­belt, ähn­lich wie bei stärs­tem Cali­ma, aber es waren halt Vul­kan­asche-Schweb­stof­fe und offen­bar Schwefel.

    Ins­ge­samt steigt auch das Aggres­si­ons­po­ten­ti­al der Men­schen – all­ge­mein – im Ari­dane­tal – wohl auch eine Fol­ge der Umweltbelastung.

    Falls irgend jemand, der dies hier liest, noch die „gute“ Idee haben soll­te, in der Nähe des Lava­stroms „nach dem Rech­ten zu schau­en“, dem sei gesagt, daß ver­bren­nen­des Fura­dan oder ähn­li­ches Bana­nen­gift (das angeb­lich nach wie vor aus Marok­ko reimpor­tiert wird, da in der EU seit vie­len Jah­ren ver­bo­ten) nach wie vor extrem krebs­er­re­gend, erb­gut­schä­di­gend etc. ist. Halb­werts­zeit im Boden schät­zungs­wei­se 20 Jah­re (Anga­be nicht ver­brieft oder über­prüft). Wenn also vor dem Vul­kan galt, daß eine Zone von min­des­tens 1 km um tra­di­tio­nel­le Bana­nen­plan­ta­gen her­um als Wohn­ge­gend tabu ist (außer für poten­ti­el­le Selbst­mör­der), soll­te dies nun wäh­rend der „Lava-Trans­for­ma­ti­on“ für einen Sicher­heits­ab­stad von ca. 2 km gelten.

    • Ja, die Kopf­schmer­zen könn­ten zumin­dest zum Teil wirk­lich auf die Schwe­fel­di­oxid­kon­zen­tra­ti­on zurück­zu­füh­ren sein. Bei Chemie.de fin­det sich dazu folgendes:

      Eine Schwe­fel­di­oxid­kon­zen­tra­ti­on, die über dem MAK-Wert (maxi­ma­le Arbeits­kon­zen­tra­ti­on, liegt hier bei ca. 1,3 mg·m−3) liegt, kann beim Men­schen zu Kopf­schmer­zen, Übel­keit und Benom­men­heit führen.

      Wenn das Bana­nen­gift wirk­lich Carbo­f­u­ra­dan war, ist aller­dings die Halb­werts­zeit zum Glück nur 1 bis 2 Wochen.

  12. sehr gut, 150 tro­pi­sche vögel im haus, respekt ???
    bestimmt ein tier­züch­ter oder einer der es wer­den will !!!
    lei­der fehlt jede spur des hausbesitzers.….….…
    tut jetzt nichts zur sache, aber ich war schon oft auf der der insel zum arbei­ten und hof­fe es geht allen gut.

  13. Ich sehe den Live­stream von TV Cana­ri­as. – In die­ser Nacht ist der Vul­kan akti­ver denn je. Der obe­re Spalt faucht laut, im unte­ren bro­delt die Lava, wie ich das seit dem ers­ten Tag des Aus­bruchs nie gese­hen habe. Ein ein­zi­ger Hexen­kes­sel. Ein stän­di­ges Don­nern, Grol­len und Fau­chen. Der Lava­fluss ist deut­li­cher sicht­bar als in den Näch­ten zuvor. – Ich ahne, was das für die tie­fer am Hang gele­ge­nen Sied­lun­gen und Plan­ta­gen bedeu­tet. – Und die andau­ern­den Beben auch in gro­ßer Tie­fe schei­nen anzu­deu­ten, dass das nicht lan­ge nicht zuen­de ist…

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*