Vulkanflanke des Cabeza abgerutscht

Lavastrom - Vulkanflanke

Instabile Vulkanflanke nach Westen abgebrochen -

Ein Groß­teil der west­li­chen Vul­kan­flan­ke ist ges­tern am Abend abge­rutscht. Nach einem Kegel­bruch stürz­ten gro­ße Lava­mas­sen nach Wes­ten (Foto Involcan/IGME). Die Strö­me hiel­ten aller­dings die alten Wege bei und viel ging bei Todo­que ins Meer.

Es war ges­tern am Mon­tag über­haupt der bis­her aktivs­te Tag des Vul­kan Cabe­za. Vie­le und auch star­ke Erd­be­ben und noch mehr Lava, die er ausschüttete.

Vulkan - Vulkanflanke

Der Vul­kan über­rascht immer wie­der mit sei­ner inten­si­ven Akti­vi­tät, die täg­lich immer stär­ker zu wer­den scheint. Der Absturz der Vul­kan­flan­ke war jetzt der Höhe­punkt. Die­se neue Ver­än­de­rung trat weni­ge Stun­den nach dem Öff­nen einer neu­en Mün­dung an der Flan­ke des Vul­kans auf.

Die Lava­über­flu­tun­gen aus dem Kegel des Vul­kans hat selbst Vul­ka­no­lo­gen und Wis­sen­schaft­ler beein­druckt. Der teil­wei­se Bruch des Kegels hat wah­re glü­hen­de Flüs­se und rie­si­ge Bäche erzeugt, die durch vie­le Punk­te abflie­ßen und den gesam­ten Hang des Vul­kans kom­plett ver­än­dert haben.

Der Haupt­strom der Lava­strö­me ver­läuft ent­lang der West- und Nord­flan­ke und steigt auf den ursprüng­li­chen Strö­men ab. Am Aus­gang des nörd­lichs­ten Emis­si­ons­zen­trums kon­zen­triert sich die Strö­mung in einem Lava­ka­nal, der sei­ne Posi­ti­on nach Wes­ten ver­än­dert hat und sich spä­ter in Kanä­le und Vul­kan­röh­ren verzweigt.

Neueste IGN Nachrichten

Bei der Seis­mi­zi­tät bele­gen die neu­es­ten Daten des Natio­nal Geo­gra­phic Insti­tu­te, dass es in den frü­hen Mor­gen­stun­den die­ses Diens­tags auf La Pal­ma 36 seis­mi­sche Bewe­gun­gen gab, von denen eine mit der Stär­ke ML 4,2 in der Gemein­de Mazo um 7.05 Uhr in 36 Kilo­me­ter Tie­fe loka­li­siert wurde.

Im Moment scheint Cabe­za eine klei­ne Ruhe­pau­se ein­ge­legt zu haben und arbei­tet nur mit einem Mund (sie­he Web­cam). In weni­gen Stun­den kann sich die Situa­ti­on schnell wie­der nach dem ML4,2 Beben verändern.

 

10.40 UhrMit­tei­lung der IGN – Seit der letz­ten Stel­lung­nah­me wur­den 184 Erd­be­ben in dem von der vul­ka­ni­schen Reak­ti­vie­rung von Cumbre Vie­ja betrof­fe­nen Gebiet loka­li­siert , 17 die­ser Erd­be­ben wur­den von der Bevöl­ke­rung gespürt, wobei die maxi­ma­le Inten­si­tät in der Epi­zen­tral­zo­ne IV (EMS98) 4 Erd­be­ben beträgt. Von allen loka­li­sier­ten Erd­be­ben haben 80 eine Magnitu­de von 3,0 mbLg oder mehr.

Das Erd­be­ben, das sich heu­te um 6:05 (UTC) ereig­ne­te, war das größ­te (4,2 mbLg) des betrach­te­ten Zeit­raums. Fünf Erd­be­ben wur­den in Tie­fen von etwa 30 km loka­li­siert, die rest­li­chen Hypo­zen­tren der Zeit befin­den sich in gerin­ge­rer Tie­fe, etwa 12 km. Die Ampli­tu­de des vul­ka­ni­schen Tre­mor­si­gnals wird mit Ver­stär­kungs­im­pul­sen auf mitt­le­rem Niveau gehal­ten. Die Streu­ung Wol­ke um 08:00 Uhr UTC erreicht 2000 m.

11.00 UhrEmp­feh­lung der Pevolca:

  • Es sei dar­an erin­nert, dass um die Emis­si­ons­zen­tren her­um ein Aus­schluss­ra­di­us von 2,5 km fest­ge­legt wur­de, um das Risi­ko des Auf­pralls durch Pyro­klas­ten und die Expo­si­ti­on gegen­über Gasen zu minimieren.
  • Bei einer Ver­stär­kung der explo­si­ven Akti­vi­tät kann es bei eini­gen hef­ti­gen Deto­na­tio­nen zum Bruch des Gla­ses der Fens­ter kom­men. Es wird emp­foh­len, sich bis zu einem Radi­us von 5 km um den Kegel von den Fens­tern fernzuhalten.
  • In Gebie­ten, die von star­kem Aschefall betrof­fen sind (eine deut­li­che Abla­ge­rung am Boden wird beob­ach­tet) und noch mehr, wenn Nebel beob­ach­tet wird, wird emp­foh­len, drin­nen zu blei­ben. Im Frei­en wird auch die Ver­wen­dung von FFP2-Mas­ken und Augen­schutz­sys­te­men empfohlen.
  • Vor dem Ein­tref­fen der Asche auf ande­re Inseln wird bei den Betrof­fe­nen die Ver­wen­dung von Mund­schutz emp­foh­len. Es wird emp­foh­len, Dächer zu rei­ni­gen, bei denen sich Asche­di­cken von meh­re­ren Zen­ti­me­tern ansam­meln. Es wird dar­auf bestan­den, dass die vom Bevöl­ke­rungs­schutz vor­ge­schrie­be­nen Ver­fah­ren zur Ent­fer­nung von Asche von Dächern und Böden genau ein­ge­hal­ten wer­den (Asche befeuch­ten, Augen­schutz, Mas­ke tra­gen, Haut schüt­zen, sie­he bei­lie­gen­de Doku­men­ta­ti­on). Zum Ent­fer­nen soll­ten FFP2-Mas­ken und ‑Hand­schu­he ver­wen­det wer­den, die zum Keh­ren leicht ange­feuch­tet sind und den Ein­satz von Geblä­sen ver­mei­den, außer für die Rei­ni­gung der Flug­ha­fen­ein­rich­tun­gen durch Fach­per­so­nal mit ent­spre­chen­der PSA. Der Ein­satz von Geblä­sen erhöht die Resus­pen­si­on der gesund­heits­schäd­lichs­ten Partikel.

11.10 Uhr – Das Not­fall­ma­nage­ment teilt mit, dass die eva­ku­ier­ten Bewoh­ner von La Juro­na, San Nicolás, Jedey und Las Man­chas de Aba­jo in Beglei­tung von Sicher­heits­kräf­ten Haus­halts­ge­gen­stän­de abho­len können.

11.21 Uhr – Soeben ein ML4,0 Beben aus nur 15 km Tie­fe bei Mazo. Es dürf­te aus der obe­ren Mag­ma­kam­mer bis­her der stärks­te Erd­stoß gewe­sen sein. Inzwi­schen von der IGN auf ML 3,5 zurück­ge­stuft in 13 km Tie­fe. Aber es hat ganz schön gebumst.

GPS-Verformungswerte irritieren

12.30 Uhr – GPS Ver­for­mungs­mes­sung zeigt unge­wöhn­li­ches Mus­ter auf.

Es ist der Mess­punkt LP03 mit einem Sprung (u) ver­ti­kal von 10 cm (rot ein­ge­kreist). Das wäre schon eine extre­me Auf­blä­hung des Unter­grun­des. Es sind GPS-Mes­sun­gen und Stand­ort die­ser Son­de ist mir lei­der nicht bekannt. Kann durch­aus im Lava­strom-Gebiet sein und durch die flie­ßen­de Lava oder den jüngs­ten Hang­rutsch von ihrem Stand­ort ver­scho­ben wor­den sein. Die Mes­sung selbst führt die japa­ni­sche Nago­ya Uni­ver­si­ty in Zusam­men­ar­beit mit der IGN durch.

Viel­leicht kann ein orts­kun­di­ger Geo­lo­ge oder Sach­kun­di­ger den genau­en Stand­ort ermitteln?

13.12 UhrDer Stand­ort der GPS LP03 konn­te dank Hei­ner ermit­telt werden:

Messpunkt

Der LP03 liegt mit­ten auf dem Erd­be­ben­ge­biet und damit direkt über der Mag­ma­kam­mer. Wenn es kein Mess­feh­ler ist, was ich ver­mu­te und wir in den nächs­ten Tagen dann auch sehen wer­den, bläht sich die Kam­mer gewal­tig aus. Es sind kei­ne Tages­wer­te, aber sie zei­gen den Trend.

Pas­sie­ren wird hier im Moment gar nichts, weil der Über­druck durch die vor­han­de­nen Kanä­le zum Vul­kan Cabe­za gelei­tet wird. Der wird kräf­tig das Spu­cken anfan­gen, um den Über­druck und die Lava los­zu­wer­den. So ist mei­ne Einschätzung.

14.00 Uhr - Am Mor­gen kam es zu einem Ein­sturz einer Klip­pe an der Küs­te der Gemein­de Taza­cor­te. Der Ein­sturz, war im Nor­den der neu­en nied­ri­gen Insel (Faja­na, Lava­del­ta oder Halb­in­sel), die durch den Lava­strom ent­stan­den ist.

14.20 UhrDie Poden­cos (Hun­de) aus dem Teich tau­chen auf: Sie sind in einem Tier­heim und bei guter Gesund­heit. Dies wur­de vom Gene­ral­di­rek­tor für Tier­rech­te Ser­gio Gar­cía, versichert.

15.15 UhrIGN bestä­tigt Ver­for­mung um 10 cm – Das Netz der per­ma­nen­ten GNSS- Sta­tio­nen der Insel zeigt eine Höhe von mehr als 10 cm im Ver­gleich zu ges­tern und eine Defor­ma­ti­on nach Süden an der Sta­ti­on LP03, die den Erup­ti­ons­zen­tren am nächs­ten liegt. Auf der ande­ren Sei­te wird an den am wei­tes­ten ent­fern­ten Sta­tio­nen eine leich­te Defla­ti­on auf­recht­erhal­ten, mög­li­cher­wei­se im Zusam­men­hang mit tie­fer Seismizität.

16.30 Uhr – Die Ver­än­de­rung Rekon­fi­gu­ra­ti­on des Kegels des La Pal­ma Vul­kan, die neue 10-Zen­ti­me­ter ver­ti­ka­le Defor­ma­ti­on «Puls» und die Emis­sio­nen «noch ein­mal sehr hohe Schwe­fel­di­oxid­wer­te» – 40.800 Ton­nen ges­tern (geschätz­ter Wert) – zei­gen, «dass das Ende des Not­fall noch weit weg ist. Es wird noch lan­ge einen Aus­bruch geben “, ver­si­cher­te heu­te der tech­ni­sche Direk­tor von Pevol­ca, Miguel Ángel Mor­cu­en­de, in der Pres­se­kon­fe­renz nach dem Tref­fen mit dem wis­sen­schaft­li­chen Komitee.

17.00 Uhr - Die Inten­si­tät mit Explo­sio­nen am Vul­kan Cabe­za nimmt wie­der zu. Das sind die ange­spro­che­nen Fol­gen der Beben und die extre­me Boden­ver­for­mung über der Mag­ma­kam­mer. Es dürf­te wie­der eine sehr unru­hi­ge Nacht für das Ari­dane­tal werden.

19.10 Uhr - Ein Erd­be­ben von ML4,8 um 17.25 Uhr aus 34 km Tie­fe im Gebiet von Mazo.

  • Fort­set­zung folgt

 

Wetteraussichten für La Palma



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