Konzentration von Schwefeldioxid und andere Gasschwaden

Vulkan - Schwefeldioxid

Schwefeldioxid, Kohlendioxid und weitere Gase -

Im Bereich des Kra­ters tre­ten um den Vul­kan Cabe­za noch hohe Kon­zen­tra­tio­nen von Schwe­fel­di­oxid und ande­ren Gasen aus. Obwohl das Ende der Erup­ti­on am 13. Dezem­ber vor über 5 Wochen erfolg­te, strö­men immer nach sicht­ba­re und unsicht­ba­re Gase aus. Da Schwe­fel­di­oxid und Koh­len­di­oxid unsicht­bar ist, dürf­te es ein Gemisch mit Was­ser­dampf sein.

Die Mess­ge­rä­te der IGN und von Invol­can regis­trie­ren hohe Wer­te die­ser schäd­li­chen Gase nicht nur am Kra­ter selbst, son­dern auch in Küs­ten­la­gen um La Bom­bil­la, Puer­to Naos oder El Remo. Nur weni­ge Zen­ti­me­ter unter­halb der erkal­te­ten Lava­ober­schicht, zir­ku­lie­ren noch flüs­si­ge Lava­strö­me in Röh­ren und Lava­tu­ben bis zum Meer.

Lavaströme mit unsicherem Untergrund

In den gro­ßen bis zu 50 Meter hohen Lava­strö­men, die bis zum Atlan­tik rei­chen, dürf­te noch jede Men­ge flüs­si­ge Lava vor­han­den sein. Nur die Rand­be­rei­che und End­zun­gen mit weni­gen Metern Dicke dürf­ten jetzt aus­ge­kühlt sein.

Dort setzt bereits der Stra­ßen­bau ein und ers­te Durch­brü­che und Schot­ter­pis­ten wur­den bereits ange­legt. In den Haupt­strö­men ist ein Über­bau­en immer mit der Gefahr eines Höh­len­ein­bruchs ver­bun­den, in die die schwe­ren Bag­ger ein­bre­chen und im Unter­grund ver­schwin­den. Die Lava­r­öh­ren lau­fen mit der Zeit Rich­tung Meer aus, es ent­ste­hen teil­wei­se gro­ße Hohl­räu­me und der gan­ze Unter­grund wird insta­bil, ein­stür­zen oder sich setzten.

Die gan­ze Ent­wick­lung mit all sei­nen Brü­chen lässt sich schön am benach­bar­ten alten Vul­kan San Juan im obe­ren Bereich beobachten.

Aus die­sem Grun­de glau­be ich, dass frü­hes­tens bis Weih­nach­ten 2022 eine neue durch­ge­hen­de Stra­ßen­ver­bin­dung nach Fuen­ca­li­en­te mög­lich sein wird. Wir wer­den es sehen, wel­che Lösung und wel­chen Weg die Pevol­ca und das Cabil­do La Pal­ma hier einschlägt.

10.40 UhrVie­le Gewächs­häu­ser sind unter der Aschen­last auf der West­sei­te zusam­men­ge­bro­chen. Das Cabil­do stellt nun einen Dienst für die Samm­lung, den Trans­port und die Behand­lung von Abfäl­len aus dem Bau der vom Vul­kan betrof­fe­nen Gewächs­häu­ser zur Verfügung.

Schwefeldioxid

El Hierro - der Süden der Insel
El Hierro - der Süden der Insel
 

15.20 Uhr – Wie zu erwar­ten, sto­ßen die Bag­ger im Lava­feld bereits in gerin­ger Tie­fe auf glü­hen­de Lava. Wis­sen­schaft­ler haben davor gewarnt, dass die Tem­pe­ra­tur in den Innen­be­rei­chen des Lava­fel­des 400 °C über­steigt. In den obe­ren Berei­chen des Kegels kön­nen sie bis zu 800 °C errei­chen. Arbei­ten in die­sem Umfeld sind zum jet­zi­gen Zeit­punkt lebens­ge­fähr­lich und Unfug.

Sonntag, der 23. Januar 2022

8.30 Uhr - Es tre­ten noch kräf­ti­ge Gas­fah­nen am Kra­ter des Cabe­za aus. Invol­can führ­te ges­tern am spä­ten Nach­mit­tag FTIR-Solar­mes­sun­gen in der Ent­gasungs­fah­ne im Gebiet von Cabe­za de Vaca durch.

Schwefeldioxid

Schwe­fel­di­oxid

 

8.45 Uhr - Das Unter­neh­men Sur­car wird Tene­rif­fa per Was­ser­flug­zeug mit Gran Cana­ria und La Pal­ma ver­bin­den. Die ers­ten Test­flü­ge wer­den am 31. Janu­ar sowie am 1., 2. und 3. Febru­ar zwi­schen San­ta Cruz de Tene­ri­fe und La Pal­ma durch­ge­führt. Start ist im Hafen – ob sich das lohnt und der gro­ße Ren­ner wird?

9.00 Uhr – Ris­se, die neue Bedro­hung für die Häu­ser, die den Vul­kan von La Pal­ma über­stan­den haben. Vie­le Häu­ser in Nähe des Vul­kans wei­sen durch die Beben und Erschüt­te­rung wäh­rend der Erup­ti­on Sprün­ge und Ris­se auf. Ob sie noch bewohn­bar sind, kann erst nach dem Betre­ten der Lava­strö­me tech­nisch begut­ach­tet werden.

12.15 Uhr - Der Stadt­rat von Los Lla­nos de Ari­da­ne wird auf die Erhe­bung kom­mu­na­ler Lizenz­ge­büh­ren ver­zich­ten und 95 % der Steu­er auf Bau­ten, Anla­gen und Arbei­ten für vom Vul­kan betrof­fe­ne Ein­woh­ner, die in der Gemein­de bau­en, ermä­ßi­gen, heißt es in einer Pres­se­mit­tei­lung . Die Bür­ger­meis­te­rin, Noelia Gar­cía, erklärt: „Es han­delt sich um eine Maß­nah­me zur direk­ten För­de­rung der wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on von Ein­zel­per­so­nen und Fami­li­en, und es soll eine Ent­las­tung für die Taschen der vom Vul­kan Betrof­fe­nen sein. Los Lla­nos de Ari­da­ne muss wei­ter­hin eine attrak­ti­ve Gemein­de für Ein­woh­ner und Bau­wil­li­ge bleiben.“

18.00 Uhr – Heu­te um 6.23 Uhr ein Erd­be­ben von ML2,4 aus 11 km Tie­fe unter Mazo.

Montag, der 24. Januar 2022

8.50 Uhr - Der Him­mel von La Pal­ma erstrahl­te in der Sams­tag Nacht mit einer Droh­nen-Luft­show, die den Opfern des Vul­kan­aus­bruchs Cumbre Vie­ja gewid­met war. 50 Droh­nen flo­gen gleich­zei­tig über die Gemein­de El Paso und zeich­ne­ten bis zu 100 Meter hohe Figu­ren in den Him­mel, dar­un­ter das Bild des Pro­fils der Insel La Palma.

 

9.00 Uhr - Der Vul­ka­no­lo­ge des spa­ni­schen Insti­tuts für Geo­lo­gie und Berg­bau (IGME), Raúl Pérez, hat bestä­tigt, dass sich in den offe­nen Mün­dun­gen des Vul­kans immer noch Mag­ma mit Tem­pe­ra­tu­ren über 800 ° C lang­sam abkühlt. Die­se Tem­pe­ra­tu­ren ent­spre­chen nicht nur den noch glü­hen­den Gestei­nen an den Rän­dern der Erup­ti­ons­ka­nä­le, son­dern auch Mag­ma, das eini­ge Meter ent­fernt zurück­bleibt und man­gels Ener­gie nicht ent­wei­chen konn­te. Das Mag­ma, das auf den Bil­dern durch den Ein­gang zur Fuma­ro­le zu sehen ist, ist noch unter unse­ren Füßen geschmol­zen, kann aber nicht mehr her­aus­kom­men, weil es nicht genug Gas hat, um es zu mobi­li­sie­ren und an die Ober­flä­che zu stei­gen. Nur etwas Schwe­fel­di­oxid ent­weicht den Öffnungen.

10.00 Uhr - Mehr als 800 º C weni­ge Zen­ti­me­ter unter der Ober­flä­che. Strö­mung aus dem Lava­strom bei San Nicolás #Erup­ción­la­pal­ma #IGME_CSIC

Hitze

Hier zu bag­gern oder zu gra­ben und den Glau­ben zu erwe­cken, bald eine neue Süd­ver­bin­dung errich­ten zu kön­nen, wird über Mona­te nicht mög­lich sein. Erst muss der Unter­grund aus­küh­len, um sinn­vol­le Bau­maß­nah­men für eine Stra­ßen­ver­bin­dung in Angriff neh­men zu kön­nen. Es mag viel­leicht Stel­len in Küs­ten­nä­he geben, die mit einer nicht so dicken Lava­schicht bedeckt sind und dies schon frü­her mög­lich ist.

11.15 Uhr – Fri­sche und noch hei­ße Lava (links). Nach dem Abküh­len ent­weicht Was­ser­dampf und Gase (Schwefeldioxid/Wasserdampf) und die Lava schrumpft. Es ent­ste­hen Ris­se und Deh­nungs­fu­gen (rechts).

14.40 Uhr – Die Regie­rung der Kana­ri­schen Inseln hat bereits 227 Mil­lio­nen Euro an Hil­fe für die vom Vul­kan Betrof­fe­nen bereit­ge­stellt. Die über­wie­gen­de Mehr­heit, etwa 102,3 Mil­lio­nen, wur­de für Woh­nun­gen und Unter­künf­te bereit­ge­stellt. Bis­her sind bis zum 24. Janu­ar 2022 4.508 Anträ­ge im Betrof­fe­nen­re­gis­ter ein­ge­gan­gen, davon sind 4.086 bereits in Bear­bei­tung (93,54 %) und 3.282 bereits abge­schlos­sen (75,14 %).

15.00 Uhr - Das Con­se­jo Insu­lar de Agu­as von La Pal­ma arbei­tet dar­an, das Was­ser für die Haus­ver­sor­gung in den Gebie­ten des Tals zurück­zu­ge­win­nen, die von den Lava­strö­men des Vul­kans betrof­fen sind. Ins­be­son­de­re erklärt der Stadt­rat des Gebiets, Car­los Cabre­ra, dass ver­schie­de­ne Maß­nah­men durch­ge­führt wer­den, um die Was­ser­ver­sor­gung der Haus­hal­te in den Gebie­ten Jedey und Las Man­chas sowie an der Küs­te des Ari­da­ne-Tals wiederherzustellen.

„Der Abschluss der Rohr­lei­tungs­ar­bei­ten von Las Hoyas zum LP-II-Kanal im Novem­ber, die 2,5 Mil­lio­nen Euro gekos­tet haben, hat es uns ermög­licht, die Gebie­te Cua­tro Cami­nos, El Man­chón und Dos Pinos süd­lich des Vul­kans zu ver­sor­gen , wäh­rend die der­zeit abge­schlos­se­nen Arbei­ten sicher­stel­len, dass das Was­ser die Stau­se­en von Fáti­ma und Las Nori­as erreicht, um es nach Las Mach­as und Jedey sowie nach L

16.10 Uhr - Heu­te hat eine Fahr­zeug­ka­ra­wa­ne ver­schie­de­ne Enkla­ven von La Pal­ma bereist, als Pro­test für die ver­spro­che­ne Hil­fe für die Opfer des Vul­kans Cumbre Vie­ja, der jedoch nicht ein­trifft. Die Bür­ger­initia­ti­ve für die vom Vul­kan Betrof­fe­nen hat die­se Mobi­li­sie­rung auf­ge­ru­fen, die gegen 12:00 Uhr in den Lla­nos de Ari­da­ne begann, dann durch das Gemein­de­ge­biet von El Paso, Bre­ña Alta, Bre­ña Baja führ­te und in San­ta Cruz de La Pal­ma endete.

Der Spre­cher der oben genann­ten Initia­ti­ve, Alexis Hernán­dez erklär­te, dass der Haupt­grund für die­se Mobi­li­sie­rung dar­in bestehe, dass „die Hil­fe, die Spen­den, nicht ankom­men, auch nicht, „die Ent­schä­di­gung, die die Zen­tral­re­gie­rung in Form von 60.000 Euro für Fami­li­en ver­spro­chen wur­de, die ihre ers­te Woh­nung ver­lo­ren haben. 

Es gibt bei die­ser Akti­on aber auch einen Bei­geschmack. Unter den Initia­to­ren sind Feri­en­haus­ver­mie­ter, die meh­re­re Häu­ser oder Woh­nun­gen ihr Eigen nen­nen und nicht ihren tat­säch­li­chen Wohn­sitz durch den Vul­kan ver­lo­ren haben. Die Hil­fe soll­te nur bei den wirk­lich Geschä­dig­ten ankom­men, die alles Hab und Gut ver­lo­ren haben und jetzt im Exil leben müs­sen. So wie bei Fami­lie Josè Manu­el Armas Pérez (sie­he Spen­den­auf­ruf).

Dienstag, der 25. Januar 2022

9.00 Uhr - Psy­cho­lo­gi­sche Betreu­ung auf La Pal­ma hat prak­tisch seit Beginn des Vul­kan­aus­bruchs in Cumbre Vie­ja Prio­ri­tät, eine Dienst­leis­tung, die haupt­säch­lich von der Hoch­schu­le für Psy­cho­lo­gie von San­ta Cruz de Tene­ri­fe durch­ge­führt wird.

In Bezug auf die aktu­el­le psy­chi­sche Situa­ti­on auf der Insel nach dem Ende des Aus­bruchs wei­sen Psy­cho­lo­gen dar­auf hin, dass vie­le Men­schen, denen es im Dezem­ber bes­ser ging, jetzt „schlim­mer, trau­ri­ger“ sei­en, was sie jedoch erwar­tet hat­ten. „Wir wuss­ten, dass, als der Vul­kan aus­brach und sie sich bewusst waren und sich den Lava­strö­men näher­ten, der Abschwung stark sein wür­de, wir muss­ten dort sein, vie­len geht es schlech­ter“, sag­te er und beton­te dies wäh­rend der aku­ten Pha­se der Not dau­er­te, „sie sahen behü­te­ter aus“ und sei­en sogar weit weg von der Vul­kan­ge­gend gewe­sen, „wo sie ihre Häu­ser hat­ten und glück­lich waren, jetzt kön­nen sie näher kom­men und sie sehen hilf­los aus.“

Es wird lang­wie­ri­ge Pro­blem und eine gro­ße psy­chi­sche Belas­tung für die Betrof­fe­nen auch in Zukunft geben.

9.20 Uhr – Der Stadt­rat für Sozia­le Akti­on des Cabil­do, Nie­ves Hernán­dez, weist dar­auf hin, dass am gest­ri­gen Mon­tag über die Ver­tei­lung des Gel­des aus den noch zu lie­fern­den Spen­den der Gesell­schaft infor­miert wur­de. „In den nächs­ten Tagen wer­den wir die Ein­ga­be der Hil­fe aus dem ers­ten Block abschlie­ßen, die aus den Spen­den stammt, die Ein­zel­per­so­nen, Orga­ni­sa­tio­nen und Unter­neh­men auf die Kon­ten des Cabil­do geleis­tet haben, und sobald die­ser ers­te Teil abge­schlos­sen ist, haben wir uns bereit erklärt, die zu lie­fern ver­blei­ben­der Betrag plus 6 Mil­lio­nen Euro für die vom Aus­bruch betrof­fe­nen Men­schen, die ihre ers­te Woh­nung ver­lo­ren haben“, erklärt Hernández.

9.25 Uhr - So sieht es heu­te in La Lagu­na aus.

  • Fort­set­zung folgt

Wetteraussichten für La Palma



23 Kommentare zu "Konzentration von Schwefeldioxid und andere Gasschwaden"

  1. „Arbei­ten in die­sem Umfeld sind zum jet­zi­gen Zeit­punkt lebens­ge­fähr­lich und Unfug.“
    Immer wie­der herr­lich, wie direkt Sie Din­ge auf den Punkt bringen.
    Grü­ße aus deutsch­land – und bit­te wei­ter so.
    Wolfgang

    • Also, ich lese hier immer nur unbe­leg­te Behaup­tun­gen wie die von der angeb­lich noch flie­ßen­den, flüs­si­gen Lava und der ach so gro­ßen Gefah­ren und dass es Jah­re dau­ern wird, bis eine neue Stra­ße fer­tig ist. Auch mit der zigs­ten Wie­der­ho­lung seit Mona­ten wird das nicht rich­ti­ger. Zum Glück weiß man beim Cabil­do und den ande­ren ver­ant­wort­li­chen Stel­len esser Bescheid und hört nicht auf deut­sche Dau­er­be­den­ken­trä­ger, son­dern macht ein­fach. Sonst pas­siert näm­lich nie was.

      • Lie­be Ger­de, Dei­ne Mei­nung bleibt für mich schwer nach­zu­voll­zie­hen, da Du Argu­men­te schul­dig bleibst. Ob die­se nun rich­tig sind, oder falsch, sie machen Dei­nen Stand­punkt zumin­dest nachvollziehbarer.
        Im Moment ent­hältst Du Dich jeg­li­cher Begrün­dun­gen, weil Du die gefühl­te Luft­hoh­heit von Beden­ken­trä­gern und tech­nik-affi­nen Foris­ten als über­grif­fig emp­fun­den hast. Im Mit­tel­punkt ver­bleibt Dei­ne Mei­nung: Jetzt oder nie. Ganz oder garnicht.
        Wer ver­sucht, zwi­schen die­sen Extrem­punk­ten Brü­cken zu schla­gen, tut dies in der Regel mit (guten oder schlech­ten) Argumenten.
        Da dies kein Exper­ten-Forum ist, fin­de ich es sehr betrüb­lich, dass der Aus­tausch in Dei­nen Augen nun nur noch über „rich­ti­ge“ Argu­men­te erfol­gen soll.
        Es hat Mona­te gedau­ert, dass der Vul­kan uns uner­bitt­lich sei­nen Wil­len auf­ge­zwun­gen hat – vie­le der Mah­nun­gen und Pro­gno­sen, die hier geäu­ßert wur­den führ­te er ad absurdumg (knapp dane­ben ist auch vor­bei). Er hat jedem Vor­sicht, Umsicht, Nach­sicht, Rück­sicht und Geduld abverlangt.
        Dei­ne Wor­te brin­gen für mich zum Aus­druck, dass der Vul­kan nun in sei­ne Schran­ken zu ver­wei­sen ist, und mit ihm auch die Vor­sicht, die Beden­ken im Umgang mit sei­ner Ener­gie. Nun sol der Mensch wie­der am Zuge kom­men, sofort, uner­bitt­lich und durch­grei­fend zu han­deln. Unser Wil­le gesche­he. Kei­ne Zeit mehr für Beden­ken um Indi­zi­en und Zei­chen und Wahr­schein­lich­kei­ten – kein Kon­junk­tiv mehr.

        Ich möch­te mich nicht damit abfin­den, dass ein Aus­tausch nur in Kate­go­rien der ohn­möch­ten Betrof­fen­heit oder des unbe­ding­ten Aktio­nis­mus („Augen zu und durch“) mög­lich sein soll. dass kei­ne Zeit für Aus­tausch zu Über­le­gun­gen, guten oder schlech­ten Argu­men­ten, für Vor­sicht, Umsicht, Nach­sicht, Rück­sicht und Geduld und nach­hal­ti­ges Den­ken (nicht zwin­gend nur in öko­lo­gi­schem Sin­ne!) sein soll.

        Wir sind hier, glau­be ich, alle der Ansicht, dass eine Nord-Süd-Stra­ßen­ver­bin­dung drin­gend gebraucht wird und ohne jeden Zwei­fel gebaut wer­den wird. Den­noch ist es nicht müßig, sich über die Bedin­gun­gen, Fol­gen und Aus­wahl mög­li­cher nächs­ter Schrit­te zu unter­hal­ten, denn eines lässt sich aus dem Han­deln der Regie­rung von La Pal­ma deut­lich able­sen – und das ist kei­ne Behaup­tung: Nie­mand über­blickt gera­de den gan­zen Weg – nur das Ziel ist klar.

        • Hal­lo Sebastian,
          dan­ke für die erneut sehr aus­führ­li­chen Zei­len. Nur geht das für mich alles kom­plett am The­ma vor­bei. Ich reagie­re hier weder trot­zig, weil mich mal jemand ange­grif­fen hat. Noch pos­te ich ein­fach so eine Mei­nung. Ich habe ledig­lich zwei wider­sprüch­li­che Fak­ten genannt: Näm­lich dass bereits seit Wochen an einer neu­en Stra­ße gebaut wird (egal ob dau­er­haft oder pro­vi­so­risch), wäh­rend hier Eini­ge man­tra-artig stän­dig nur wie­der­ho­len, es sei alles viel zu früh, gefähr­lich, unmög­lich und dabei von der Rea­li­tät täg­lich über­rannt werden.
          Nein, ich bin kei­ne Tech­no­kra­tin, die sofort den Vul­kan wie­der ent­fer­nen will. Im Gegen­teil, ich emp­fin­de die­se bereits mas­si­ven, vor­ei­li­gen Ein­grif­fe in die Lava­fel­der, ent­ge­gen der Natur­schutz-Beteue­run­gen und fern­ab jedes (kom­mu­ni­zier­ten) Bebau­ungs- oder Infra­struk­tur­pla­nes, als völ­lig überzogen.
          Aber dar­um geht es nicht, son­dern um die Art, wie eini­ge hier ver­su­chen, mit als Fak­ten for­mu­lier­ten eige­nen (Fehl-)Einschätzungen Mei­nungs­ma­che zu betrei­ben. Und da schlie­ße ich Man­fred auch nicht aus. Der hat natür­lich Haus­recht, steht aber nicht über Kritik.
          Wenn oben direkt nach dem Hin­weis, dass Stra­ßen­bau begon­nen wur­de, sofort die Gefahr eines in glü­hen­de Lava ein­bre­chen­den Bag­gers beschwo­ren wird (ohne dass dies jemals einer der Geo­lo­gen oder Vul­ka­no­lo­gen auch nur ange­deu­tet hat) riecht das nach Panik­ma­che. Und Mes­sun­gen an den Kra­ter­mün­dun­gen(!) als Argu­ment für eine unmög­lich zu bau­en­de Stra­ße (an ganz ande­rer Stel­le) zu brin­gen ist auch frag­wür­dig. Einer­seits Fak­ten zu berich­ten, dann aber über­gangs­los eige­ne und unbe­leg­te Ein­schät­zun­gen als Fak­ten for­mu­liert nach­zu­schie­ben und dies nicht ein­mal als eige­ne Mei­nung kennt­lich zu machen, wür­de jedem seriö­sen Jour­na­lis­ten um die Ohren gehau­en. Aber dies ist ein pri­va­ter Blog, Man­fred darf das. Anmer­ken darf man es aber (hof­fent­lich) auch, und sowas zieht dann auch kru­de Ideen an. Gera­de weil hier sonst ja immer seri­ös berich­tet und dis­ku­tiert wurde.
          Woll­te ich ursprüng­lich bald nach La Pal­ma kom­men, auch um Geld auf die Insel zu brin­gen, habe ich nach all den Anfein­dun­gen gegen jene, die sich den Vul­kan anse­hen woll­ten, davon abge­se­hen. Schließ­lich hät­te ich ja auch nicht im Nor­den Bade­ur­laub machen wol­len, son­dern selbst sehen wol­len, was hier über Mona­te zu lesen war. OK, wenn man das als Kata­stro­phen­tou­ris­mus emp­fin­det und die Bevöl­ke­rung, wie hier viel­fach berich­tet und unter­stützt, gegen Vul­kan-Tou­ris­ten ein­ge­stellt ist (anders als vor 50 Jah­ren!), sol­len sie halt auf eige­nen Wunsch allein gelas­sen wer­den. Dann kom­men halt ich und vie­le ande­re nicht.
          Man kann nicht einer­seits Tou­ris­ten aus­la­den, weil alles ja sooo gefähr­lich und schwie­rig ist, ande­rer­seits aber den Zusam­men­bruch der Wirt­schaft bekla­gen und Mil­lio­nen an Zuschüs­sen erwar­ten. Hun­de­ret­tung wird beju­belt, Unter­stüt­zung für Bedürf­ti­ge abge­wie­gelt und über Mona­te ver­schleppt. Statt das bes­te draus zu machen, nur jam­mern, Beden­ken äußern und um Mit­leid betteln?
          Unterm Strich bin ich es aber leid, hier einer­seits immer die glei­chen unhin­ter­frag­ten Man­tras zu lesen, egal ob bei Spen­den, Bana­nen­an­bau, Vul­kan­tou­ris­mus oder Stra­ßen­bau, wäh­rend jede Äuße­rung von mir erst­mal grund­sätz­lich in Fra­ge gestellt wird – und zwar nicht auf inhalt­li­cher Ebe­ne, son­dern gern erst­mal auf emo­tio­na­le Ebe­ne ange­ho­ben. Mal nett aber an der Sache vor­bei wie von Dir, Sebas­ti­an, mal unnö­tig „über­grif­fig“ von ande­ren. In jedem Fall hat der Blog für mich an Reiz mas­siv ver­lo­ren, nicht nur weil der Vul­kan schweigt.
          Mit die­sen Sät­zen rei­he ich mich in die lan­ge Rei­he von ver­graul­ten Foren­mit­glie­dern ein, Gert, Arno, Gun­du­la und wie sie alle hie­ßen, und sage Tschüß.

          • stefan körner | 25. Januar 2022 um 17:15 |

            Lie­be Ger­da, tut mir leid, das zu lesen. Ich kann es aber auch durch­aus nach­voll­zie­hen. Man muss sich mitt­ler­wei­le hier schon eine recht dicke Haut zule­gen, um über man­chen Unsinn und Pro­vo­ka­ti­on hin­weg­zu­le­sen. Ich hat­te gehofft, dass mit dem Ende der aku­ten Situa­ti­on auch die Trol­le hier weni­ger wer­den, aber gera­de das heu­ti­ge Bei­spiel die­ser Ayla mit Ihrer You­tube-Wer­bung („Coro­na in the Air – Hei­lung der Men­scheit…“!) zei­gen, dass ich mich geirrt habe. Ich habe mich immer für Wis­sen­schaft und gegen Schwur­bel-Unsinn ein­ge­setzt, auch hier, und dafür oft genug ver­ba­le Prü­gel erhal­ten, weil ich nicht still­hal­ten kann, wenn ich sowas lese. Manch­mal bleibt da wohl nur Nicht-Lesen. Alles Gute!

          • Sebastian | 26. Januar 2022 um 7:22 |

            Lie­be Ger­da, vie­len Dank nun wie­der­um für Dei­ne aus­führ­li­che Ant­wort, die ich sicher­lich hin­sicht­lich der Kri­tik an dem von mir Geschrie­be­nen sicher­lich noch etwas sacken las­sen werde.
            Auf jeden Fall zeich­nest Du ein Bild, wel­ches Dei­ne ver­gan­ge­nen State­ments wesent­lich bes­ser nach­voll­zieh­bar macht.

  2. Lie­ber Manfred,
    Haupt­sa­che man kommt an die Bana­nen 🙁 – möge es kei­nen Bag­ger­fah­rer tref­fen, der dann in einem Lava­loch ver­schwin­det oder ver­gif­tet ins Kran­ken­haus muss. „Hel­den“…
    Was die Gase am Vul­kan selbst betrifft: Dann wird die Stra­ße hoch zu El Pilar wohl noch eine gan­ze Wei­le geschlos­sen blei­ben, ver­mu­te ich.

    • Vie­len Dank, lie­ber Ron, sehr anschau­lich. Also nix, was man mit der Hand oder For­ke mal eben wegräumt 😉

  3. Hab gera­de zwei inter­es­san­te Vide­os von der neu­en Ver­bin­dungs­stra­ße gefun­den, die zei­gen, in welch beein­dru­cken­der Geschwin­dig­keit das rea­li­siert wurde.

    Hier ein Droh­nen­vi­deo vom 20.1. von der fer­ti­gen Stra­ße: Nue­va car­re­te­ra de con­exión ent­re LP-211LP-213 – 20/01/2022 – YouTube

    Und hier nur weni­ge Wochen davor, am 11.12.2021 der Bau­fort­schritt, der von einer fer­ti­gen Stra­ße noch weit ent­fernt ist – zu dem Zeit­punkt war der Vul­kan sogar noch aktiv: Nue­va Car­re­te­ra Cami­no El Hoyo, Los Lla­nos de Ari­da­ne 11/12/2021 – YouTube

  4. Habe beim Stö­bern noch fol­gen­den Bei­trä­ge der „Gärt­ne­rin aus Lei­den­schaft“ (Fin­ca BiJo Las Man­chas) gefun­den. Es geht u.a. um das Befah­ren der neu­en Ver­bin­dungs­stra­ße, wohin brin­gen die LKW’s die Asche?, wo enden die alten Straßen?
    Was macht der Straßenbau?

    Sie filmt viel aus dem Auto her­aus in Echt­zeit, mit Schwenk über die Land­schaft, sowie pas­sen­den Einblendungen.

    Las Man­chas offen, keh­ren die Leu­te zurück? Die neue Stra­ße nach Puer­to Naos. Wohin kommt die Asche? – YouTube

    La Pal­ma nach dem Vul­kan – Lava­strom auf­ma­chen – wo ent­steht die neue Ver­bin­dungs­stra­ße Nord-Süd? – YouTube

    u.s.w., u.s.w.

  5. Dan­ke Man­fred, für dei­ne uner­müd­li­che Bericht­erstat­tung vor Ort. Für mich der Ein­zi­ge, der das gan­ze wahr­haf­tig und auch kri­tisch betrach­tet. Und nun schon wie­der erneu­te Erd­be­ben in 10 km Tie­fe. Der *Ton­ga* soll durch die Deto­na­ti­on einer Atom­ra­ke­te aus dem Welt­raum gesprengt wor­den sein. Wer den Hin­ter­grund kennt, weiss Bescheid. Ich grü­ße Dich und grüß du bit­te mei­ne gelieb­te *Boni­ta* – ich sen­de HerZLicht

    • Sie „wis­sen also Bescheid“, das ist ja toll, wenn Sie die­ses Wis­sen mit ‚uns‘ tei­len wol­len! Ver­mut­lich dürf­te dann auch der Cabe­za durch mani­pu­la­ti­ve Ein­grif­fe dubio­ser Kräf­te aus­ge­bro­chen sein, denn da lief auch so vie­les rät­sel­haft ab.

      Nicht wahr, dabei ist das doch alles so klar: https://media.gettyimages.com/photos/man-holds-a-photo-of-giuseppe-conte-and-an-inscription-reading-and-picture-id1228360001?s=2048x2048

      ~~~~~~~~~~~~~~
      Dem aller­dings kann ich mich voll anschlie­ßen: „Dan­ke Man­fred, für ihre uner­müd­li­che Bericht­erstat­tung vor Ort.“

      • Ich tei­le mein Wis­sen ger­ne und habe vie­le Insel­be­woh­ner bereits zwei Jah­re vor­her *gewarnt*. Nur wenn kei­ner hören mag – muss man anschei­nend füh­len. Wenn Sie wei­te­re Infor­ma­tio­nen wün­schen, habe ich einen You­tube Kanal *Ayla Ina* auf dem sie vie­le inter­es­san­te Video’s zu unter­schied­lichs­ten The­men fin­den. Herz­li­che Grüße

        • Bit­te Herr Bet­z­wie­ser, kei­ne Wer­bung für You­tube-Kanä­le von Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kern! Die­ser Unsinn ist uner­träg­lich und scha­det dem hier nur.

          • Manfred Betzwieser | 25. Januar 2022 um 16:21 |

            Hal­lo Heinz,

            wenn es zu „Bunt“ wird, stop­pe ich die Kom­men­ta­re und Links schon aus eige­nem Inter­es­se. Wie Du weißt bin ich kein „Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker“, lass aber auch mal eine ande­re Mei­nung einfließen.

          • Dan­ke Man­fred, denn ich habe kei­ner­lei Anbin­dun­gen an ande­re digi­ta­le Netz­wer­ke wie Face­book oder Tele­gram. Auch sonst lebe ich nun­mehr sehr zurück­ge­zo­gen, denn ich gehe seit über 20 Jah­ren den *Weg der Auf­klä­rung* und wie oft durf­te dabei die­ses Wort durch mich durch. Gott sei Dank gibt es *die Alten* die schon etwas län­ger als wir hier sind. Sie sind es, die mich auf die­sem stei­ni­gen Weg immer wie­der stüt­zen und auch schüt­zen. Ich wün­sche hier allen Alles Gute und sen­de Grüße

        • Ver­mut­lich haben Sie nicht mal die Iro­nie bemerkt.
          Ande­rer­seits wun­dert mich das auch nicht (mehr).

  6. *Hun­ga Ton­ga* der Aus­bruch stellt die Wis­sen­schaft­ler vor Rät­sel https://youtu.be/67V91RcyAB0

  7. Viel­leicht mal für all die Deut­schen die hier mitlesen.

    *Vul­kan Eifel* Laacher See https://www.weser-kurier.de/deutschland-welt/vulkan-in-der-eifel-ausbruch-am-laacher-see-moeglich-doc7jd5pnca75l64rcaiy1

    Erd­be­ben-Waf­fen seit 1945
    https://youtu.be/AO6xiQp3aa8

    Lie­ben Dank Man­fred für’s Ver­öf­fent­li­chen – jede Unter­stüt­zung hilft … und Her­ZENs­grüs­se Ayla

  8. Hal­lo zusammen,
    eigent­lich woll­te ich ja jetzt schon in El Paso sein und hel­fen, auf­zu­räu­men. Aber Euro­wings hat alle Flü­ge im Janu­ar gestri­chen. Nun kom­men wir am 12.Februar, bin gespannt, wie es dann aus­sieht und was zu tun ist. In La Lagu­na, ganz am Ran­de der Lava, geht es ja wohl gut vor­wärts und ein Paar hun­dert Meter Stra­ße zur Enkla­ve San Isidro hat man auch halb­wegs wie­der­her­ge­stellt. Das ist aber nichts im Ver­gleich zu einer voll nutz­ba­ren Stra­ße Rich­tung Süden mit­ten durch den Haupt­la­va­strom. Da muss man rea­lis­tisch blei­ben, die wird wohl noch vie­le Mona­te auf sich war­ten las­sen. Ich bin Bau­in­ge­nieur und kann mir nicht vor­stel­len, dass mei­ne Kol­le­gen auf der Insel alle War­nun­gen in den Wind schla­gen und ein­fach drauf los Baggern.
    Dank an Herrn Bet­z­wie­ser für die aus­führ­li­che Berichterstattung.

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