Regenerative Energie auf El Hierro

Regenerative EnergieEnergiebilanz an einem normalen Wochentag (Donnerstag)

100 % Regenerative Energie für die Insel ?

Alternative Energie

Strombilanz El Hierro vom Sonntag um 12.30 Uhr

Die Schonfrist für das Regenerative Energie -Projekt Gorona auf El Hierro ist nun vorbei. Nach der Einweihung im Juni 2014 und einem Jahr Einstellungs- und Probebetrieb kommen jetzt die Fakten auf den Tisch.

Die Betreibergesellschaft Gorona war mit Zahlen in den vergangenen Monaten sehr zurückhaltend. Ihr gutes Recht – die deutsche Kanzlerin hatte 100 Tage und Gorona ganze 365 Tage um die Anlage fit zu machen, einzujustieren und nun das Ergebnis zu präsentieren. Über Jahre hatte ich am Rande den Planungs- und Bauprozess mitverfolgt, die Daumen gedrückt und auf den Erfolg gehofft.

Ziel war es, El Hierro mit 100 % Strom aus Regenerativer Energie zu versorgen.

81 % des notwendigen Strom konnte nun im Juli 2015 aus Wind- und Wasserkraft gewonnen werden.

Dieser Prozentsatz war noch der Spitzenwert der vergangenen Monate und dürfte sich auch in Zukunft nur unwesentlich verbessern lassen. Das alte Schwerölkraftwerk im Hafen muss also rund 20 % dreckige Energie beisteuern.

Alternative Energie

Verteilung der Energieträger

Aber 81 % Regenerative Energie ist schon eine Leistung und ein Erfolg für die Insel. Rund 600 Tonnen CO2 Emission jährlich werden weniger die Umwelt belasten (1000 Tonnen CO2 waren geplant). Fast unabhängig von der Öleinfuhr und unabhängig von den Ölpreisen und dafür auf eine Energiequelle gesetzt, die immer kostenlos auf der Insel vorhanden ist. Wie in Euro gerechnet am Ende die Bilanz aussehen wird, kommt noch. Die Ölpreise sind im Moment im Keller, aber das kann sich schnell wieder ändern.

Diese Art von Energieerzeugung ist natürlich wesentlich aufwändiger (Windräder, Entsalzungsanlage, Pumpen, Speicherbecken, Turbinen, Generatoren) und störanfälliger als ein normales Dieselkraftwerk.

Alternative Energie

Energiebilanz an einem normalen Wochentag (Donnerstag)

Auch lässt sich diese komplexe Anlage nur langsam hoch- oder wieder herunterfahren und kann nicht flexibel genug auf unvorhergesehene Stromverbrauchsspitzen reagieren. Entweder geht viel erzeugter Strom verloren oder er fehlt bei Bedarf und die Lichter gehen aus.

Der Kompromiss für diese Situationen ist das alte Ölkraftwerk. Es wird also weiter dampfen und stinken müssen. Auf der Grafik eines normalen Arbeitstages ist der verbrauchte Strom (gelb) und unterlegt der mit natürlichen Ressourcen erzeugte und eingespeiste Strom abzulesen. Rechts im grauen Feld die mit Diesel zusätzlich erzeugte MW-Menge. Wer die Werte beobachten möchte, kann hier in Echtzeit die Grafik aufrufen.

 

Das Regenerative Energie Ziel fast erreicht

Die neue Herreño Cabildo Präsidentin, Bethlehem Allende, geht bei der Vorstellung der Zahlen von zufriedenstellenden Werten, die die vorsichtigen Prognosen für das Regenerative Energie Projekt Gorona sogar noch übertroffen haben, aus. Ganz so euphorisch stimme ich dem nicht zu (100 % sind einfach 100 %), möchte aber die Leistung und den Erfolg in keinster Weise schmälern.

Statt einem großartigen und geschlossenen Erlebnisbad, einem Kongresszentrum im Rohbau oder einer vor sich hingammelnden Marmeladen- Produktionsstraße in Isora, steht nun mit der Gorona-Anlage, das erste funktionierende alternative Energieprojekt in dieser kombinierten Bauweise auf der Insel.

Auch wenn sich heute viele einen Orden an die Brust heften möchten, ist doch eines klar. Ohne den geistigen Vater und Visionär Javier Morales gäbe es dieses Projekt heute nicht. Gegen einen großen Widerstand hatte er mit einigen Mitstreitern, sich immer und zäh dafür eingesetzt und dieses Projekt schließlich nach El Hierro geholt … und das sollte man nicht vergessen.

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