La Palma: Algenpest und das Problem Abwasser

Algenpest

In diesem Dreck soll ich Baden gehen?

AlgenpestNoch ist es nicht ganz so schlimm mit der Algenpest um die Kanaren. In den letzten Wochen und Monaten treten vermehrt an den Badestränden aller Kanarischen Inseln Stellen und kilometerlange Streifen mit diesen Mikroalgen auf (Foto oben TV La Palma bei Fuencaliente).

Eine ölig aufgeschäumte Verfärbung mit variablen Farben in gelb, braun und weiß. Optisch eine wie von Fäkalien und ungeklärten Abwässer verursachte Meeresverschmutzung.

Viele verspüren dann keine große Lust mehr in diese Kloake zu steigen. Oft wird auch der betroffene Strandabschnitt von der Gemeinde für einen halben Tag gesperrt. Noch gibt es aber genügend Ausweichmöglichkeiten und algenfreie Strände. Soviel zur Beruhigung für Gäste.

Eine völlig ungefährliche Algenpest die durch die sommerliche Meereserwärmung und durch Überdüngung (Calima) entsteht – so die offizielle Erklärung. Früher wurde die Algenpest den Blaualgen zugeschrieben. Heute weiß man, dass es keine Mikroalgen, sondern einzellige Lebewesen sind. Trichodesmium erythraeum, ein Cyanobakterium und somit ein Prokaryont.

Doch woher kommt tatsächlich diese Algenpest?

AlgenpestDurch eine natürliche Überdüngung des Meeres. Die alljährlichen Sandstürme (Calima) aus der nahen Sahara bringen große Mengen an Phosphor und Eisen und tragen es bis in das Amazonas-Gebiet. Sandstürme gab es aber schon immer. Nicht aber die jetzt verstärkt zu beobachtende Algenpest.

Andere Ursachen müssen noch eine entscheidende Rolle spielen? Mehr als 50% der Abwässer fließen ungeklärt in den Atlantik …auf allen Kanarischen Inseln. Die wenigen vorhandenen Kläranlagen sind längst überfordert. Mehr Einwohner und mehr Touristen erzeugen auch mehr Dreck. Doch die Abwasserreinigung ist noch auf dem alten Stand von vor 20 Jahren (Fotomontage Umweltverband).

Zur Erklärung: Nur die großen Städte und Touristenzentren sind an das Klärsystem angeschlossen. Viele kleine Dörfer, Pueblos und etwas abseits liegenden Häuser und Fincas haben ihren eigenen Pozo Negro (Sickergrube). Eine natürliche Abwasserreinigung. Das nährstoffreiche Abwasser sickert irgend wann in den Atlantik.

Überdüngte Küstenbereiche locken Fische und Meeresbewohner an. Ein erfreulicher Aspekt für die Fischerei wie im Frühjahr 2017 vor der Ostküste von La Palma erlebt. „Riesige Thunfisch Schwärme im Küstenbereich“ war damals mein Titel. Mit dem reichen Fressangebot kamen aber auch die Räuber. Haie und Wale sind seitdem vermehrt auch in Küstennähe zu beobachten.

Doch eine menschengemachte Meeresverschmutzung?

Überdüngtes Meerwasser ist auch die Ursache für das explosionsartige Auftreten der Cyanobakterien – der Algenpest. Nicht geliebt aber eine natürliche Folgeerscheinung.

AlgenpestAuch wenn ich kein „Grüner“ (zumindest nicht der ideologisch/ multikulti Art) bin, achte ich schon sehr genau auf Umweltveränderungen und versuche Antworten darauf zu finden. Alles hat eine Ursache und damit stehe ich nicht allein.

Gestern gab es erstmals auf Teneriffa eine Protestdemonstration. Tausende gingen auf die Straße um die Kanarische Regierung an ihre Umweltverpflichtung zu erinnern (Titelseite Diario de Avisos heute).

Statt alles Geld in Straßen, Brücken, Gebäude oder neue millionenschwere Badestrände zu stecken, muss als Erstes das Abwasser richtig gereinigt werden.

Der ungetrübte Blick zur Sonne und kristallklares Atlantikwasser ist schließlich unser Kapital. Tourismus als die größte Einnahmequelle sichert das Wohl und Leben der zwei Millionen Canarios.

Ob die Algenplage so ungefährlich für die Badegäste ist – wie es amtlich immer versichert wird?

Neue jetzt erst bekanntgewordene Untersuchungen werfen Fragen und Zweifel auf. Mehr dazu in meinem nächsten Beitrag in den nächsten Tagen.

 

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