Lava fließt über Lavatuben ab

Vulkan - Lavatuben

Das flüssige Gestein verschwindet in Lavatuben -

Die glü­hen­de Lava fließt jetzt mehr über unter­ir­di­sche Lava­tu­ben oder Lava­höh­len ab. Immer weni­ger offe­ne Lava­ka­nä­le sind in den letz­ten Tagen zu beob­ach­ten. Erst an den Aus­tritts­stel­len meist am neu­en Mee­res­del­ta oder wenn eine Lava­tu­be ein­bricht, wie am Fried­hof von La Lagu­na, wer­den die leuch­tend, hei­ßen Lava­mas­sen sichtbar.

Alles zum Mitt­woch, dem 8.12.21 auf die­ser Sei­te wei­ter unten

Die­se Lava­tu­ben ver­lau­fen oft kilo­me­ter­weit nur weni­ge Zen­ti­me­ter unter einer brü­chi­gen, bereits aus­ge­kühl­ten Deck­schicht der Schwer­kraft fol­gend zum Meer. Es kön­nen meh­re­re Meter­brei­te und bis zu 5 Meter Höhe gro­ße Höh­len sein. Auch kön­nen sich rich­tig gro­ße Dome bil­den, in denen sich jetzt im Akut­zu­stand  rie­si­ge Lava­mas­sen stau­en. Das Mate­ri­al bleibt lan­ge Zeit bei 800 bis 1000 C Grad flüs­sig und fließt dann nach und nach ab.

Dar­um ist es auch jetzt und in den kom­men­den Mona­ten sehr gefähr­lich über ein optisch erstarr­tes Lava­feld zu lau­fen. Selbst wenn die Lava­tu­be voll­stän­dig ent­leert ist und eine „Lava­höh­le“ gebil­det hat, bleibt die brü­chi­ge Hül­le. Ich kann ein Lied davon sin­gen, wie oft ich schon im Lau­fe mei­ner Vul­kan­for­schung durch eine schein­bar dicke und siche­re Höl­le ein­ge­bro­chen bin und mir Ver­let­zun­gen zuge­zo­gen habe. Ob es bei mei­nen Lava­gän­gen auf dem Vul­kan San Juan oder auf uralten Lava­strö­men auf El Hier­ro war.

Ein gutes Bei­spiel befin­det sich neben dem jetzt akti­ven Vul­kan Cabe­za in den Caños de fue­go. Ein begeh­ba­res und für Besu­cher abge­si­cher­tes  Höh­len­sys­tem das 1949 ent­stan­den ist. Zur­zeit aller­dings geschlossen.

Lavatuben

Auch die Cue­va de los Ver­des auf der Insel Lan­za­ro­te ist ein ins­ge­samt sie­ben Kilo­me­ter lan­ges Höh­len­sys­tem, das durch einen Lava­strom gebil­det wur­de. So gibt es unzäh­li­ge bekann­te und auch unbe­kann­te Lava­tu­ben auf den Kanaren.

Wer sind meine Leser?

Nach­dem in eini­gen Kom­men­ta­ren die Fra­ge nach der Leser­schaft auf­ge­taucht ist. Nach fast 3 Mona­ten fin­det der Vul­kan Cabe­za nicht mehr das gro­ße Pres­se-Echo in den Medi­en. Ande­re The­men wie „Coro­na“ tau­chen wie­der in den Vordergrund.

Die­se Sei­te wur­de kurz nach dem Vul­kan­aus­bruch im Sep­tem­ber 2021 täg­lich von rund 60.000 Inter­es­sen­ten ange­klickt. Mit schwin­den­der Vul­kan­ak­ti­vi­tät sind wir jetzt aber immer noch bei 25.000 täg­li­chen Lesern. Es gibt also noch eine gro­ße Inter­es­sen­grup­pe die infor­miert wer­den möchte.

Es sind meist Deut­sche, Schwei­zer, Öster­rei­cher, Spa­ni­er und Nie­der­län­der, wie ich aus der Sta­tis­tik ent­neh­men kann. Aber auch eini­ge Leser aus Ame­ri­ka und Aus­tra­li­en. Es lohnt sich also noch zu schreiben.

Mein Dank an alle Leser und beson­ders den Kom­men­ta­to­ren, die oft inter­es­san­te Bei­trä­ge und Links beisteuern.

 

11.00 Uhr - Mit­tei­lung der IGN – Seit der letz­ten Aus­sa­ge wur­den auf der Insel La Pal­ma ins­ge­samt 35 Erd­be­ben geor­tet, von denen nur eines von der Bevöl­ke­rung zu spü­ren war. Die maxi­ma­le auf­ge­zeich­ne­te Magnitu­de beträgt 3,5 (mbLg), was dem gest­ri­gen Erd­be­ben um 11:41 UTC mit einer Tie­fe von 10 km ent­spricht. Die Seis­mi­zi­tät setzt sich unter dem zen­tra­len Gebiet von Cumbre Vie­ja in den glei­chen Gebie­ten der Vor­ta­ge fort, die meis­ten Erd­be­ben (28) befin­den sich in Tie­fen zwi­schen 10 und 15 km. Auch in der Nähe des Vul­kan­ge­bäu­des (West­sek­tor) wur­den zwei Ober­flä­chen­be­ben regis­triert. Die Ampli­tu­de des Tre­mor­si­gnals bleibt auf nied­ri­gem Niveau und ist genau­so sta­bil wie an den Tagen zuvor.

Wie in den ver­gan­ge­nen Tagen zeigt das Netz der per­ma­nen­ten GNSS- Sta­tio­nen der Insel kei­nen kla­ren Trend in der Defor­ma­ti­on der Sta­tio­nen, die den Erup­ti­ons­zen­tren am nächs­ten sind. In den übri­gen Sta­tio­nen hat sich die leich­te Defla­ti­on, die mög­li­cher­wei­se mit der tie­fen Seis­mi­zi­tät zusam­men­hängt, sta­bi­li­siert, außer in LP01, die sie wei­ter­hin regis­triert. Ange­sichts des um 08:00 UTC kali­brier­ten Bil­des wird eine Asche­wol­ken­hö­he von 3.000 m  Rich­tung Nord­os­ten beob­ach­tet. Die Höhe des Kegels wird mit einem Wert von 1.123 m gemessen.

11.15 Uhr – Foto der heu­ti­gen Akti­vi­tät vom Dos Pinos-Stau­damm (Los Lla­nos) um 10.00 Uhr

13.45 Uhr – Wie­der ein ML4,0 Beben um 13.29 Uhr aus 14 km Tie­fe unter Fuencaliente.

13.50 Uhr – Der Vul­kan emit­tiert erneut Asche mit erheb­li­chen Aus­wir­kun­gen auf El Paso und Los Lla­nos. Auch auf der Ost­sei­te (San Pedro) fällt Asche mit Regen­trop­fen ver­mischt. Der Flug­ha­fen Mazo wird noch insu­lar ver­ein­zelt angeflogen.

15.30 Uhr - Ein INVOL­CAN-Team, das auf der Insel La Gome­ra eine seis­mi­sche Sta­ti­on instal­liert, schickt uns die­ses Foto von dem Aus­bruch auf La Palma.

15.40 Uhr - Mit­tei­lung des Cabil­do de La Pal­ma : Der­zeit ist die Luft­qua­li­tät in Los Lla­nos de Ari­da­ne und in Bre­ña Alta ungüns­tig. Wie­der ein­mal so eine Aus­sa­ge, die Details ver­mis­sen lässt. Vom Pfört­ner oder einer Sekre­tä­rin abge­schickt. Wer genaue Wer­te liebt, hier auf der Index­sei­te gibt es genaue Daten.

16.00 Uhr – Der Lava­strom, der west­lich von Mon­ta­ña Cogo­te ent­stand und die Klip­pe in der Gegend von Las Hoyas hin­un­ter­stürzt und sich über die unte­re Del­ta­in­sel ergießt, hat in 36 Stun­den 60 Gebäu­de zer­stört, so der Direk­tor von Pevolca.

17.02 Uhr - Hohe Gift­stoff Kon­zen­tra­ti­on im Katastrophengebiet.

 

20.30 Uhr - so qualm­te am Spät­nach­mit­tag der Vul­kan Cabe­za. Viel Asche und eine hohe Aschesäule.

 

20.35 Uhr - Bin­ter streicht Flü­ge nach La Pal­ma wegen Vulkanasche.

 

Mittwoch, der 8. Dezember 2021

9.00 UhrBin­ter nimmt sei­ne Flü­ge mit La Pal­ma wie­der auf. Nach der Aus­set­zung am Diens­tag­nach­mit­tag nimmt Bin­ter sei­ne Flü­ge mit La Pal­ma an die­sem Mitt­woch wie­der auf und bit­tet die Pas­sa­gie­re, den Sta­tus ihrer Flü­ge zu über­prü­fen, bevor sie zum Flug­ha­fen gehen.

9.10 Uhr - Nach einer ruhi­gen Nacht mit nur weni­gen und leich­ten Erd­be­ben, stößt der Vul­kan Cabe­za heu­te nur Wol­ken von Was­ser­dampf und Gasen aus. Damit beginnt aber auch die Gefahr, dass er explo­si­ver wird.

9.30 Uhr – Bil­der des Lava­stroms vom Aus­sichts­punkt Las Hoyas heu­te um 8.00 Uhr.

10.30 Uhr - Mit­tei­lung der IGN – Seit der letz­ten Aus­sa­ge wur­den auf der Insel La Pal­ma ins­ge­samt 29 Erd­be­ben geor­tet, zwei davon von der Bevöl­ke­rung zu spü­ren. Die maxi­mal auf­ge­zeich­ne­te Magnitu­de beträgt 4,0 (mbLg), ent­spre­chend dem gest­ri­gen Erd­be­ben um 13:29 UTC, 14 km tief und gefühlt mit Inten­si­tät IV (EMS98).
Die Seis­mi­zi­tät setzt sich unter dem zen­tra­len Gebiet von Cumbre Vie­ja in den glei­chen Gebie­ten der Vor­ta­ge fort, die meis­ten Erd­be­ben (20) befin­den sich in Tie­fen zwi­schen 9 und 22 km, der Rest (9) in Tie­fen zwi­schen 30 und 40 km. In Tie­fen von weni­ger als 9 km wur­den kei­ne Erd­be­ben geor­tet. Die Ampli­tu­de des Tre­mor­si­gnals er bleibt auf nied­ri­gem Niveau und ist eben­so sta­bil wie in den Vortagen.

Wie in den ver­gan­ge­nen Tagen zeigt das Netz der per­ma­nen­ten GNSS- Sta­tio­nen der Insel kei­nen kla­ren Trend in der Defor­ma­ti­on der Sta­tio­nen, die den Erup­ti­ons­zen­tren am nächs­ten sind. In den übri­gen Sta­tio­nen hat sich die leich­te Defla­ti­on, die mög­li­cher­wei­se mit der tie­fen Seis­mi­zi­tät zusam­men­hängt, sta­bi­li­siert, außer in LP01, die sie wei­ter­hin regis­triert. Ange­sichts des um 08:45 UTC kali­brier­ten Bil­des wird eine Säu­len­hö­he von 3.700 m mit Süd-Aus­rich­tung beobachtet.

11.00 Uhr - Das Cabil­do de La Pal­ma teilt mit – Besit­zer und Bewäs­se­rer der Bana­nen­plan­ta­gen kön­nen am Mitt­woch nur auf dem See­weg mit der Lan­dungs­fäh­re den Süd­teil errei­chen. Die Zugangs­stra­ßen sind wegen gif­ti­ger Gase gesperrt.

11.50 Uhr - Der Minis­ter­rat hat am Diens­tag 2,5 Mil­lio­nen Euro für For­schungs­ak­ti­vi­tä­ten im Zusam­men­hang mit dem Vul­kan­aus­bruch auf der Insel La Pal­ma bewil­ligt, davon knapp 70 Pro­zent für zukünf­ti­ge Projekte.

12.14 Uhr – Seit 10.00 Uhr kom­men jetzt wie­der ver­stärkt Beben aus der unte­ren Mag­ma­kam­mer in 35 Kilo­me­ter Tie­fe unter Mazo. Nach in mode­ra­ter Stär­ke zwi­schen ML3,1 und ML3,3. Hof­fen wir, dass es dabei bleibt und die Stär­ke­zu­nah­me nicht mit einem neu­er­li­chen Lava-Nach­schub zusam­men hängt, der sich in eini­gen Stun­den am Vul­kan bemerk­bar macht. Bis spä­tes­tens Weih­nach­ten woll­ten wir das The­ma „Vul­kan“ eigent­lich aus­ge­stan­den haben.

12.30 Uhr - So sah es heu­te Mor­gen hin­ter dem Leucht­turm von Bom­bil­la aus.

Bombilla

13.45 Uhr - Gel­be Wet­ter­war­nung durch die AEMET vor Wind und Fünf-Meter-Wel­len auf La Pal­ma. Mit Böen von bis zu 70 Stun­den­ki­lo­me­tern über die Gip­fel von Gran Cana­ria und La Pal­ma, La Gome­ra, Lan­za­ro­te und El Hier­ro. Ab Don­ners­tag um 18.00 Uhr auch mit star­kem Regen.

14.30 Uhr - 500 Meter vor dem Kra­ter­rand, wäh­rend einer ruhi­gen Phase.

Bild

16.00 Uhr - Jetzt kehrt wie­der Ruhe ein – Tau­sen­de von Tou­ris­ten haben La Pal­ma über die Brü­cken­ta­ge ( Mon­tag + Mitt­woch war Fei­er­tag) besucht. Heiß begehr­te Bil­der der Erup­ti­on, die an die­sem lan­gen Wochen­en­de Tau­sen­de von Tou­ris­ten und Schau­lus­ti­gen ange­zo­gen hat, die nach La Pal­ma gekom­men sind. Tou­ris­mus, den La Pal­ma nach Mei­nung der Tou­ris­mus­in­dus­trie wei­ter­hin drin­gend braucht. An die­sen Fei­er­ta­gen haben Händ­ler ihre Ver­käu­fe gestei­gert. Vie­le die­ser Tou­ris­ten haben ihr Sand­korn beigesteuert.

Beim Ver­las­sen der Insel ist das Gefühl in aller Mun­de, Zeu­ge eines Natur­phä­no­mens wie dem Aus­bruch eines Vul­kans und der Durch­hal­te­kraft sei­ner Bewoh­ner zu sein. Viel Bewe­gung sowohl inner­halb als auch um den Flug­ha­fen von La Pal­ma. Atmo­sphä­re auch auf den Ter­ras­sen und in den Stra­ßen von Los Lla­nos de Ari­da­ne , einer der am stärks­ten vom Vul­kan­aus­bruch betrof­fe­nen Gemein­den. Die Pro­fi­teu­re freu­en sich und der Rest ist froh, dass die Schau­lus­ti­gen wie­der die Insel verlassen.

17.00 Uhr - Mor­cu­en­de von der Pevol­ca  wies dar­auf hin, dass 555 Men­schen in Hotels unter­ge­bracht sind, zwei weni­ger als am Vor­tag. Davon befin­den sich 411 in Fuen­ca­li­en­te, 69 in Los Lla­nos de Ari­da­ne und 75 in Bre­ña Baja. Eben­so bleibt die Zahl der in sozia­len Gesund­heits­zen­tren unter­ge­brach­ten Ange­hö­ri­gen bei 43.

Die neu­es­ten ver­füg­ba­ren Daten über das betrof­fe­ne Gebiet wer­den auf 1.184 Hekt­ar geschätzt. Die Gesamt­flä­che der Lava­del­tas beträgt wei­ter­hin etwa 48,03 Hekt­ar und der maxi­ma­le Abstand zwi­schen den Lava­strö­men beträgt 3.350 Meter.

 

  • Fort­set­zung folgt

Wetteraussichten für La Palma



100 Kommentare zu "Lava fließt über Lavatuben ab"

  1. Stefan Schreiner | 7. Dezember 2021 um 11:06 | Antworten

    Guten Tag aus Papen­burg, Herr Betzwieser!
    Mit gro­ßem Inter­es­se ver­fol­ge ich ihren Blog seit gerau­mer Zeit und ich wür­de mich sehr freu­en, wenn Sie auch nach dem aku­ten Aus­bruchs­ge­sche­hen wei­ter schrei­ben und über den Fort­gang berichten.
    Ende 2017 war ich eini­ge Wochen in Todo­que (Cami­no el Pas­tele­ro) um eine evtl. Über­sied­lung und Grün­dung einer +50 WG zu prü­fen. Auch wenn ich mich dage­gen ent­schie­den habe, hat­te ich eine tol­le Zeit dort und war erschüt­tert, daß genau die­ser Abschnitt dem Vul­kan ganz zu Beginn des Aus­bru­ches zum Opfer gefal­len ist.

    Vie­len Dank, alles Gute und viel Gesundheit.
    Stefan

  2. Dan­ke vor allem für die aus­führ­li­che Bericht­erstat­tung für alle Lieb­ha­ber von La Pal­ma. DANKE !!!

  3. Bit­te schrei­be weiter.…..ich fin­de dei­ne Sei­te sehr informativ!

  4. Ich bin akti­ve Lese­rin der Web­site und wer­de es bleiben.Mein Herz gehört die­ser wun­der­ba­ren Insel und für mich ist das Gan­ze wie ein Ehe­ver­spre­chen: in guten und in schlech­ten Zei­ten. Wis­sen­schaft­li­che Bei­trä­ge kann ich nicht liefern.Aber ich kann,auch aus der Fer­ne, Anteil nehmen.Wenn es wie­der mög­lich ist,werde ich auf der Insel sein, als Mensch, um zu hel­fen, nicht als (Vul­kan) – Touristin.

    vie­le Grü­ße aus Leipzig,
    Sibyl­le Herbig

  5. Hal­lo Manfred!
    Mein 13-jäh­ri­ger Sohn und ich sind begeis­ter­te Mit­le­ser dei­nes Blogs.
    Wir ver­fol­gen die Ereig­nis­se auf La Pal­ma seit den ers­ten Erd­be­ben am 11.September jeden Tag. Mit Hil­fe dei­ner Bericht­erstat­tung hat­ten und haben wir die Mög­lich­keit, sehr gut über die aktu­el­len Gescheh­nis­se auf La Pal­ma infor­miert zu sein.
    Auch das Buch über Eldis­cre­to auf El Hier­ro wur­de von mei­nem Sohn mit leuch­ten­den Augen gelesen.
    Bit­te wei­ter so!
    Alles Gute nach La Pal­ma von der Nordseeküste!
    Judith

  6. … und die Arbeit von Man­fred ist auch wirk­lich wich­tig für die noch Har­ren­den (zum Bei­spiel ich mit 2 Grund­stü­cken 30 m unter­halb des Fried­hofs von Las Man­chas), da die öffent­li­chen Kar­ten­er­stel­ler schon ‚mal 4 Tage Brü­cken-Pau­se machen, sie Screen­shot: heu­te 07.12.2021 hat die Mapa com­pa­ra­tivo noch immer die Daten vom 03.12.2021 – aber pri­va­te Droh­nen­flü­ge verbieten…

    • Mit den Kar­ten ist das so eine Sache, es sind immer wie­der ande­re, die zuerst aktua­li­siert wer­den. Ges­tern war wie­der Koper­ni­kus der hei­ße Tipp, da war das gan­ze Aus­maß des neu­en Stroms erfasst. Die Appart­ment­an­la­ge von Las Nori­as, in der ich vor etwa 15 Jah­ren zwei­mal Gast war, steht immer noch, ist aber jetzt von drei Sei­ten „umzin­gelt“ und dürf­te unbe­wohn­bar sein. Die Kar­te fin­det sich, als „Moni­to­ring 59“, unter fol­gen­dem Link
      EMSR546
      und kann dort als pdf her­un­ter­ge­la­den werden.

  7. Guten Tag aus Diep­holz, Herr Betzwieser,
    wir sind erst 3 mal auf die­ser herr­li­chen Insel gewe­sen, doch haben wir sie sofort ins Herz geschlossen.
    Um so erschüt­tern­der dann der Aus­bruch des Vulkans.
    Immer wie­der schaue ich auf die Mapa com­pa­ra­tivo um das Vorher/Nachher zu begrei­fen – aber es ist ein­fach unvorstellbar,
    dass der Super­markt oder die Apo­the­ke ein­fach nicht mehr da sind – und auch die gesam­te Land­schaft nicht mehr vor­han­den ist.
    Ihre Sei­te mit der Bericht­erstat­tung, und eben auch den emo­tio­na­len Bestand­tei­len der Berich­te, sind sehr wichtig.
    Ich fin­de es auch klas­se, dass bei vie­len Kom­men­ta­ren auch gegen­sätz­li­ches bespro­chen wer­den kann, ohne das es abglei­tet, wie an so vie­len ande­ren Stel­len im Netz.
    Wer immer schon mal so etwas wie die­sen Blog selbst erstellt hat weiß, wie­viel Arbeit dar­in steckt – mei­ne Hoch­ach­tung dafür!
    Und hier zitie­re ich obi­ge Astrid:
    „Bit­te schrei­be weiter!“
    Ganz herz­li­chen Dank und alles Gute für die Zukunft.
    Wolfgang

  8. Guten Tag, Herr Bet­z­wie­ser, es mag durch­aus sein, dass durch die vier­te Wel­le der Coro­na­pan­de­mie die­ses The­ma wie­der ver­stärkt in der Pres­se the­ma­ti­siert und dis­ku­tiert wird. Und weni­ger das Vul­kan­ge­sche­hen auf La Pal­ma. Unab­hän­gig davon ist Ihr Block für mich aber eine sehr wich­ti­ge Infor­ma­ti­ons­quel­le, um zu erfah­ren, was tages­ak­tu­ell gera­de in La Pal­ma pas­siert. Mehr­mals täg­lich grei­fe ich auf die­se Infor­ma­tio­nen zurück. Ich weiß Ihre Arbeit und Mühe für die­sen Blog sehr zu schät­zen. Herz­li­chen Dank dafür. Gera­de ges­tern wie­der die Nach­rich­ten über Cami­no Maja­da – Zer­stö­run­gen auch dort. So vie­les ist inzwi­schen nur noch Erin­ne­rung. Ich hof­fe sehr, dass im August 2022 eine Rei­se wie­der mög­lich ist (wie­der gebucht für 3 Mona­te, so wie, immer), zumal das Feri­en­haus im Bereich Fuencaliente/Las Cale­tas liegt. Der Zustand „mei­ner Insel“ macht mich ein­fach nur trau­rig. Vie­le Grü­ße, gesund blei­ben und alles Gute nach La Palma,

  9. Lie­be Grü­ße aus dem Sauer­land, Herr Betzwieser!

    Einen aller­herz­lichs­ten Dank für Ihre kom­pe­ten­te, täg­li­che Berichterstattung.

    Seid zehn Jah­re flie­gen mein Mann ich im Win­ter nach La Pal­ma und genie­ßen die wun­der­schö­ne Insel. Wir hof­fen auf ein Weih­nachts­wun­der für die Insel und daß „Nor­ma­li­tät “ wie­der ein­keh­ren kann.
    Viel Kraft und Gesund­heit wün­schen wir Ihnen und allen Inselbewohnern.

    Vie­len Dank noch­mal für die guten Berichte.

  10. Mag sein, dass es schon neue­re Vide­os gibt, hier aber noch­mal mein Link von gestern:
    https://www.youtube.com/watch?v=DrGlAwLAmpI
    Es zeigt den neu­en Strom, wie er über die Klip­pe fließt.

  11. Ich war­te auch immer ganz gespannt auf dei­ne Informationen.
    Vie­len herz­li­chen Dank dafür.
    Grüss­le aus Tijarafe
    Ana

  12. Hal­lo,
    Ich lese ihren Blog von Anfang des Vul­kan­aus­bruchs, WEIL ich auch irgend­wie betrof­fen bin in La Lagu­na. Ich bin froh und dank­bar über jeg­li­che Infor­ma­ti­on die mich auf die­se Wei­se erreicht.
    Dan­ke dafür.
    Mein Haus steht zum Glück noch ! Aber natür­lich steht es mit den Ner­ven nicht immer zum bes­ten wenn man fast von Anfang an eva­ku­iert wurde.
    VG

  13. Hal­lo Manfred, 

    sicher­lich wer­den vie­le Inter­es­sier­te, die La Pal­ma lie­ben gelernt haben, dei­nen Blog auch wei­ter­hin ver­fol­gen. Noch­mals Dan­ke für dei­ne Arbeit und Zeit, die du hier inves­tierst. Dan­ke auch an alle Kom­men­ta­to­rin­nen und Kom­men­ta­to­ren für ihre infor­ma­ti­ven Bei­trä­ge und Links. Die deut­schen Medi­en berich­ten zwar aus­gie­big über ande­re The­men, doch wird in letz­ter Zeit auch öfters, wenn auch etwas ver­spä­tet, über den Vul­kan­aus­bruch und die Lage auf La Pal­ma in den Online-Medi­en und sogar in den Haupt­nach­rich­ten im Fern­se­hen berich­tet. Heu­te fand ich die­sen Artikel. 

    https://www.n‑tv.de/wissen/Vulkanologen-suchen-Ausbruchsmuster-auf-La-Palma-article22981338.html

    Vie­le Grüße
    Ute

  14. Hal­lo Man­fred, wird es den Eigen­tü­mern von Häu­sern, die in von Lava ein­ge­schlos­se­nen Gebie­ten liegen,ermöglicht da wie­der zu woh­nen, nach dem der Vul­kan kei­ne Pus­te mehr hat?

    Grü­ße
    Bernd

    • Manfred Betzwieser | 7. Dezember 2021 um 14:37 | Antworten

      Hal­lo Bernd,

      schwer zu sagen, da ja auch die gesam­te Infra­struk­tur zer­stört wur­de. In den Rand­be­rei­chen in eini­ger Zeit sicher mög­lich. Aber der Haupt­be­reich mit den ein­ge­schlos­se­nen und unzer­stör­ten Häu­sern wird sicher zur Schutz­zo­ne oder einem Naturbereich/ Natur­park erklärt. Noch sind wir aber nicht am Ende.

      Grü­ße

      Man­fred

  15. Herr Bet­z­wie­ser, ich lese Ihre Sei­te schon lan­ge vor dem Vul­kan­aus­bruch mit und bin Fan Ihrer Bericht­erstat­tung! Ken­ne die Insel von vie­len Besu­chen als akti­ver Wan­de­rer recht gut! Unser letz­tes Ouar­tier( Palasui) ist lei­der Opfer des Vul­kans geworden.
    Mit mei­ner Fra­ge vor 10 min bin ich lei­der Ihrer Zen­sur zum Opfer gefallen!

    Gruß
    Bernd

    • Manfred Betzwieser | 7. Dezember 2021 um 15:20 | Antworten

      No war­um? Ist doch beant­wor­tet. So schnell sind die Pal­me­ros nun auch wie­der nicht. Bin doch hier kein Call­cen­ter oder eine Radio­sta­ti­on die nur dar­auf war­tet irgend­et­was beant­wor­ten zu müs­sen. Mein Hob­by – ver­stehst Du mich?

  16. Inter­es­san­tes Video, rund um den Mon­ta­na Cogo­te scheint der Boden kom­plett brü­chig zu sein, teil­wei­se ist auch schon klein­wei­se Lava aus­ge­tre­ten, die Öff­nun­gen sind auch teil­wei­se mit­ten zwi­schen den Häu­sern: 06/12/2021 Grie­tas y sali­da de lava en lade­ra oes­te de Mon­ta­ña Cogo­te. Erup­ción La Pal­ma IGME – YouTube

    • Ich glaub nicht das das Lava ist. Sieht für mich eher aus als wenn die Asche­schicht dort durch Regen schwer gewor­den is und jetzt lang­sam abrutscht. Ver­gleich mit eine dicke Schnee­schicht an einem Steil­hang. Da kom­men auch Risse.

      • Hal­lo All­seits, das ist ein inter­es­san­tes Phänomen.
        Ich den­ke, dass hier wie so oft meh­re­re Din­ge zusammenkommen.
        Der Regen allein erklärt den Vor­gang jeden­falls nicht, dann wären die Ris­se nicht auf die unmit­tel­ba­re Umge­bung der jün­ge­ren Lava­strö­me begrenzt, son­dern in grö­ße­ren Berei­chen der mit einer beson­ders dicken Lava­schicht betrof­fe­nen Gebie­te im Süd­wes­ten des Vul­kans. Die Regen­front war am 26./27.November aktiv. Am 01.Dezember ist von Ris­sen noch über­haupt nichts zu sehen (Video ab Minu­te 4:40).
        Nein, das auf­fäl­li­ge­re Phä­no­men ist der Akti­vi­täts­ab­fall im west­li­chen Haupt­ke­gel und par­al­lel dazu der jüngs­te dünn­flüs­si­ge Lava­strom ergänzt durch diver­se als „Aus­tritts­punkt“ bezeich­ne­ten Stel­len rund um den M.Cogote – alles in direk­tem zeit­li­chen Zusammenhang.
        „Rei­ner Zwo“ hat­te ges­tern noch die­se Kar­te der IGME ver­linkt, wo die Punk­te sehr deut­lich kar­to­gra­fiert sind. Auch der klei­ne lava­füh­ren­de Riss direkt zwi­schen den Häu­sern im Cora­zon­zil­lo-Vier­tel bei den Res­ten der Solaranlage.
        Ich ten­die­re zu einer The­se, die „Kuni­gard“ gera­de andeu­te­te, näm­lich dass das ris­si­ge Gebiet durch den Druck­an­stieg „akti­viert“ und viel­leicht auch lokal etwas ange­ho­ben wur­de (auch so ent­ste­hen Ris­se), und dass dort – wie und woher auch immer – punk­tu­ell und tem­po­rär Lava aus­trat. Und offen­sicht­lich kei­ne spiel­ent­schei­den­den Men­gen – es sind also kei­ne fet­ten Kanä­le oder Tuben invol­viert. Der Druck hat sich wie schon öfters sei­nen Weg „zur Sei­te“ gesucht.

      • Es gab in den Posts inzwi­schen schon Erklä­run­gen, teil­wei­se, wie z.B. ab rund um 0:40 im Video sind schon Stel­len zu sehen, an denen Lava in klei­nen Men­gen aus­ge­ron­nen zu sein scheint.

        • Ja, sieht aus wie Lava. Aber könn­te auch so ’ne Art Schlamm-(Asche)lawine sein. Drum­her­um steht auch alle Grass und Bush noch, da ist nix ver­brannt. Mit Lava­tem­pe­ra­tur von 1200 Grad wür­de am Ran­de Brand­spu­ren zu sehen sein.

          • Ja, ihre „könn­te sein“-Aussage ist soweit ver­ständ­lich. Sie hält nur einem Ver­gleich mit den im Bild sowie in dem zugrun­de­lie­gen­den Video zu sehen­den sons­ti­gen Lava-Strö­men nicht stand. Da sind lei­der nir­gend­wo Brand­spu­ren zu sehen, wo in ihren Augen wel­che sein müss­ten. Es ist genau genom­men kei­ner­lei Unter­schied zwi­schen der ange­nom­me­nen Schlamm­la­wi­ne und den Lava­strö­men der Umge­bung zu sehen.
            Ihre Schlamm­la­wi­ne, die über eine Woche nach den letz­ten Nie­der­schlä­gen auf die­ser Insel­sei­te ent­stan­den sein muss, zeigt an den Rän­dern auf­fäl­li­ge Bro­cken-Anhäu­fun­gen, die dort hin­trans­por­tiert wor­den sein müs­sen. Und das alles an nur weni­gen Stel­len, ohne jede ande­re ver­wert­ba­re Spur von Nie­der­schlä­gen in der Flä­che. Bitte!
            Zum Ver­gleich: Die­ses Video zeigt einen Lava­strom „in Action“, am sel­ben Tag wie die Lavi­ne, und nur unweit davon – auch hier sehen wir in Gän­ze unbe­scha­de­te oder auch nur ver­färb­te Pflan­zen direkt an den gewiss noch nicht aus­ge­kühl­ten Brocken-Rändern.

  17. Ein neu­es Video zur süd­li­chen Lava­zun­ge: https://www.youtube.com/watch?v=8D1AlDppEbc

    Und dann noch eine Fra­ge zu die­sem Video: Haben die Ris­se was zu bedeu­ten? Sind das eher Fol­gen von dauerhaften/wiederholten Beben (so wie woan­ders Stein­schlag), sind das nur leich­te Ver­for­mun­gen oder kön­nen hier neue Aus­tritt­stel­len ent­ste­hen? Sie schei­nen, wenn ich das rich­tig sehe, außer­halb der Lava­zun­gen zu liegen.

    • Der Berg Cogo­te besteht wohl aus locker auf­lie­gen­dem Mate­ri­al. Die Lava scheint die­ses zu kom­pri­mie­ren, wodurch die Ris­se ent­ste­hen. In die­se Ris­se dringt dann Lava ein, fliesst dar­in (unbe­merkt) wei­ter, um in grö­ße­rer Ent­fer­nung wie­der aus­zu­tre­ten. Ich den­ke nicht, dass die­se Ris­se all­zu tief sind.

      • Lie­ber Kuni­gard (und auch Ron): Vie­len Dank für die schnel­le Ant­wort und Erklä­rung – das beru­higt doch etwas.

  18. Guten Tag,
    ich gehö­re (zusam­men mit mei­ner Schwie­ger­fa­mi­lie) zu den stil­len Mitleser.
    Ich selbst war beim Vul­kan­aus­bruch auf der Insel und wir haben Hals über Kopf das Haus der Schwie­ger­el­tern ver­las­sen, die zum Glück zu die­sem Zeit­punkt nicht auf La Pal­ma waren und die­ses Gefühl der abso­lu­ten Panik und Hilf­lo­sig­keit nicht mit­er­le­ben mussten.
    Unser Haus stand bereits dann am Tag nach dem Vul­kan­aus­bruch nicht mehr.

    Wir lesen täg­lich hier mit, da wir uns wei­ter­hin mit La Pal­ma sehr ver­bun­den füh­len. Wir selbst haben noch ein Zuhau­se in Deutsch­land, die Pal­me­ros zum Teil nicht mehr. Dies macht uns immer wie­der fas­sungs­los und trau­rig und unser gan­zes Mit­ge­fühl gehört den Palmeros.

    Vie­len Dank für die täg­li­che Bericht­erstat­tung! Danke!

  19. Andrea Lobüscher | 7. Dezember 2021 um 15:08 | Antworten

    Ich bin sehr dank­bar für Dei­nen Blog, lie­ber Man­fred. Du, Micha­el (LPIn­die) und Ben­ja­min (Bana­nen­in­sel) hal­tet mich auf dem Lau­fen­den, was auf der Insel mei­nes Her­zens geschieht. Ich hof­fe, Du schreibst noch recht lan­ge und auch über das Ende der Vul­kan­ka­ta­stro­phe hin­aus. Dann geht es um die Bewäl­ti­gung des Ereig­nis­ses und den Wie­der­auf­bau auf der so getrof­fe­nen Insel.

  20. Sabine Danzeisen | 7. Dezember 2021 um 16:12 | Antworten

    Ihre Bericht­erstat­tung ist super, infor­ma­tiv, sach­lich . Ich bewun­de­re Sie für Ihre Geduld (Gelas­sen­heit) und wün­sche la Pal­ma das Bes­te, vor Allem Zuver­sicht und Opti­mis­mus. Ganz lie­be Grüs­se S. Danzeisen

  21. Hal­lo, Herr Betzwieser,

    Es lohnt sich auf alle Fäl­le, wei­ter­zu­schrei­ben, da hier in Deutsch­land die all­ge­mei­nen Infor­ma­tio­nen in den Medi­en äußerst rar sind. Auch sind ihre Bei­trä­ge für Nicht­vul­ka­no­lo­gen sehr gut ver­ständ­lich und infor­ma­tiv. Bleibt nur zu hof­fen, dass die Nach­rich­ten end­lich bes­ser wer­den und der Berg wie­der ruhig wird. Aber die Natur und unse­re Erde geht nun mal oft eige­ne Wege, die wir als „Indi­vi­du­um Mensch“ nicht so vor­her­se­hen und erst recht nicht beein­flus­sen können.

  22. Ser­vus Manfred,
    bit­te mit Dei­nem Hob­by wei­ter­ma­chen, 25000 User täg­lich ist schon eine Hausnummer.
    Hof­fent­lich bleibt da finan­zi­ell irgend­was hän­gen, sodass sich der zeit­li­che Auf­wand des Blogs ein biss­chen trägt und die Kos­ten für Ser­ver etc. mini­miert bleiben.

    Vie­le Grü­ße vom Ammersee

    • Manfred Betzwieser | 7. Dezember 2021 um 18:38 | Antworten

      Hal­lo Marco,

      wenn vie­le Leser ein Buch von mir zu Weih­nach­ten lesen oder ver­schen­ken, dann schon .…

      Gruß

      Man­fred

      Nach­trag: Dan­ke, das war jetzt eine Steilvorlage.
      Blei­ben wir all­ge­mein beim Du in den Kom­men­ta­ren, ist ein­fa­cher – ich hei­ße Manfred.

  23. Hal­lo Manfred!
    Ich bin ein regel­mä­ßi­ger Leser aus Karlsruhe.
    Plat­ten­tek­to­nik und Vul­ka­nis­mus haben mich schon frü­her inter­es­siert. Ich war zwei mal auf La Pal­ma und zwar im Sol, das hier manch­mal nicht gut gelit­ten ist. Ver­ste­he ich nicht.
    Hier auf La Pal­ma hat mich das The­ma Vul­ka­ne dann rich­tig gepackt (Vul­kan­rou­te, San Mar­tin( wie ich ihn nen­ne: der rote in all den schwar­zen Vul­ka­nen)). El Dis­cre­to ist bei mei­ner letz­ten Abrei­se ausgebrochen.
    Wir wer­den nächs­ten Novem­ber unser Hoch­zeits­rei­se hier­her machen.
    Eigent­lich wür­de ich ger­ne wie­der ins Sol.

    Dan­ke für die tol­le Berichterstattung
    Bleibt alle Gesund
    Bengt

    • Hal­lo Bengt,
      zu „im Sol, das hier manch­mal nicht gut gelit­ten ist. Ver­ste­he ich nicht“

      Ein Erklä­rungs­ver­such
      Besuchs­pro­to­koll La Pal­ma ca 1990:
      In Puer­to Naos war doch glatt eine der häss­lichs­ten Bau­sün­den am herr­li­chen Strand von Puer­to Naos entstanden.
      Auch lief das gesam­te Abwas­ser die­ser Bau­sün­de unge­klärt direkt neben dem Badestrand .
      Es gibt auf den Cana­ren ein abso­lu­tes Bau­ver­bot im Abstand unter 200m zum Meer.
      Ob das damals schon galt und der Bau daher ein ein­deu­ti­ger Schwarz­bau ist weiss ich nicht, hat aber die Atmo­sphä­re Puer­to Naos kom­plett zerstört.

      Auch ist die Fra­ge ob von den Ein­nah­men über­haupt etwas auf La Pal­ma bleibt.

      Ich per­sön­lich wür­de nie­mals frei­wil­lig in so einem schreck­li­chen Beton­kas­ten mit so einem Hin­ter­grund mein Geld lassen.

      Das sind für mich die offen­sicht­lichs­ten Grün­de war­um das Sol nicht gelit­ten ist.

      Nichts für ungut
      Rainer

      • Dan­ke Rainer!

        Ich habe die Punk­te ver­nom­men, kann es aber immer noch nicht nachvollziehen.
        Ich habe mir mal ein paar Gedan­ken dazu gemacht.

        „häss­li­che Bausünde“
        Ich fin­de das Sol sogar in Form und mit der Lava-Außen­wand recht gelun­gen und (für die Grö­ße) ziem­lich unaufdringlich. 

        Abwasser
        Ist eine Saue­rei. Ist den der Rest der Insel bes­ser? nein: https://la-palma.info/palmerische-umweltsuenden/

        Atmo­sphä­re Puer­to Naos
        Ich fra­ge mich immer, wo soll der Puer­to gewe­sen sein? (viel­leicht gab es ja auch kei­nen) Ich fin­de dazu im Netz nichts. Wer Bil­der für mich hat (vor allem auch vor 1949/San Juan) ger­ne einen Link pos­ten. Die alten Häu­ser sind ja weg, ich glau­be deren Fun­da­men­te sieht man noch am Park­plat­z/­Pa­ra-Lan­de­platz. Die Bebau­ung des Ortes von heu­te ist nicht alt. Hat da wirk­lich nur das SOL die Atmo­sphä­re zerstört?

        Ein­nah­men auf La Pal­ma bleiben?
        Ein deutscher/festlandsspanischer oa. Fin­ca-Ver­mie­ter ist da auch nicht bes­ser als der Melia-Kon­zern. Eini­ge Gäs­te des Sol las­sen natür­lich, so wie ich, viel Geld in den Wirt­schaf­ten und bei El Sitio und Ron Aldea oder den Winzern.

        per­sön­li­che Ein­schät­zung „Beton­kas­ten“
        Ganz grund­sätz­lich, selbst ein Umwelt­ver­band (ich weiß nicht mehr Green­peace oder NABU) hat aus­ge­rech­net, dass Bet­ten­bur­gen durch­aus öko­lo­gi­scher sein kön­nen als Feri­en­häu­ser, die sich in der Flä­che ver­tei­len. Natür­lich nur pro Kopf.

        Sehr lan­ger Post, kur­zer Sinn:
        Das Sol mag damals nicht gepasst und gefühlt zu groß gewe­sen sein, aber es hat sei­ne Daseinsberechtigung.

        • Dan­ke Bengt,
          Du hast wirk­lich gut recherchiert!
          Zu dem „Beton­kas­ten“:
          habe per­sön­lich das Glück in Ber­lin in einem klei­nen eige­nen Haus zu leben und auf El Hier­ro ein Feri­en­haus gebaut zu haben.
          Bin also in Rich­tung „Wohn-oder Urlaubs­ma­schi­ne“ wirk­lich allergisch.

          Auch habe ich das Sol ohne jede Natur­stein­ver­klei­dung erlebt. Jeder Neu­bau ab einer gewis­sen Grös­se sieht in der Roh­bau­pha­se wirk­lich aus wie ein Fremd­kör­per in der Land­schaft. Auf El Hier­ro in Res­tin­ga steht auch so ein rie­si­ger Kas­ten, der in der Roh­bau­pha­se abso­lut schreck­lich aussah.

          Brei den Abwäs­sern ohne Geneh­mi­gung sieht es nicht nur auf La Pal­ma sehr böse aus.
          Klär­an­la­gen sind wirk­lich abso­lu­te Man­gel­wa­re. Wenn über­haupt vor­han­den gewiss nicht auf neu­es­tem tech­ni­schen Stand.

          Öko­bi­lanz Wohn­block­be­bau­ung gegen­über zer­sie­del­ter Land­schaft schnei­det wirk­lich posi­tiv ab, das ist korrekt.

          Bleibt die Bau­ge­neh­mi­gung an so einem Platz offen, genau­so wie in Restinga.

          Das sind halt die Kana­ren mir ver­schlun­ge­nen Wegen, genau­so wie bei uns auf dem Dorf.…..

          Wün­sche dir auf jeden Fall wei­te­re schö­ne Auf­ent­hal­te auf La Pal­ma und will­kom­men bei den Vul­kan + Kana­ren Liebhabern.

          • Manfred Betzwieser | 8. Dezember 2021 um 18:19 |

            Hal­lo Rainer,

            Der Klotz in La Res­tin­ga sieht heu­te auch noch nicht viel bes­ser aus. Über­haupt der gan­ze Hafen­ort, das damals von ein­ge­wan­der­ten Gome­ras errich­tet wur­de, ist bestimmt kein Vor­zei­ge­bei­spiel für El Hierro.
            Wie Du viel­leicht weißt oder gele­sen hast, bin ich seit Jahr­zehn­ten viel auf El Hier­ro. Ich habe dort bereits vie­le Mona­te ver­bracht und ken­ne die Insel fast so gut wie La Palma.
            Wo hast Du denn Dein Domi­zil errichtet?
            Ich bin meist im Gol­fo­tal solo oder Tama­dus­te wenn die kom­plet­te Fami­lie mitkommt.

            Gruß
            Manfred

          • Im Gol­fo, Cana­l­weg. casaprimavera.de

            Sind meist von Ende Novem­ber bis Anfang Mai im Ferienhaus. . 

            
            				
          • Manfred Betzwieser | 8. Dezember 2021 um 18:37 |

            Dan­ke – schau ich mir mal auf der Kar­te an.

          • Hal­lo nochmals
            Das mit der „Wohn­ma­schi­ne“ muss­te ich selbst erst ler­nen. Ich kom­me vom Dorf, Ein­fa­mi­li­en­haus, und habe selbst eine Woh­nung in einer 42-Par­tei­en-beton-Ein­heit dann vor über 10 Jah­ren gekauft. War­um? Weil es net schlecht ist. Aber als der Mak­ler mir die Woh­nung damals ange­bo­ten hat, woll­te ich ihm auch den Vogel zeigen
            Macht es alle gut
            Bengt

  24. Apro­pos Lavatuben …
    könn­te man da nicht ent­spre­chend gro­ße Beton­röh­ren ver­le­gen, die deren Funk­ti­on übernehmen ?
    Eine Lava-Kana­li­sa­ti­on sozusagen 🙂

    • Wann? Wo? In wel­cher Dimen­si­on? Vor oder wäh­rend eines Ausbruchs?
      Ich fin­de die Fra­ge nicht beant­wort­bar. Tut mir leid.
      Ist fast das­sel­be wie mit den Sprengungen

    • Mit sol­chen Ideen haben schon die Ita­lie­ner am Ätna vor Jahr­zehn­ten expe­ri­men­tiert – und zwar mit der prin­zi­pi­ell erfolg­ver­spre­chen­de­ren und güns­ti­ge­ren Vari­an­te einer offe­nen Kana­li­sa­ti­on. Lei­der woll­te da aber kaum Lava hin­flie­ßen, als es fer­tig war.
      Der größ­te Effekt war ver­mut­lich, dass da ein paar Bür­ger­meis­ter jah­re­lang Ruhe vor der ört­li­chen Bau-„Innung“ hatte.

    • Hm, war­um eigent­lich nicht Lava­r­öh­ren? Ich ken­ne Zahn­pas­ta­tu­ben, Senf­tu­ben, Haut­creme­tu­ben… Aber Lava­tu­ben? Das scheint mir wört­lich aus dem Eng­li­schen über­setzt (lava tubes), von wem auch immer, aber ergibt nicht so rich­tig Sinn. „tubes“ im Eng­li­schen sind Röhren.

  25. https://www.betterplace.me/vulkan-la-palma-direkthilfe-michael-karin
    Hier ein Link von Betrof­fe­nen, sehr guten Freun­den von uns auf La Palma

  26. Lie­ber Man­fred, recht herz­li­chen Dank dafür, dass Du das Erwäh­nen der weni­ger wer­den­den Bericht­erstat­tun­gen in den Medi­en sofort zum Anlass genom­men hast, uns die Anzahl der Zugrif­fe mit­zu­tei­len. Ich bin von der Zahl 60.000 sehr beein­druckt. Das ist kein Pap­pen­stiel. Und die der­zei­ti­gen 25.000 sind gewiss auch nicht weni­ge. Die­ses gro­ße Inter­es­se an Dei­ner enga­gier­ten Recher­che- und Berichts­ar­beit für die­sen Blog beweist erneut deren hohe Qua­li­tät und Zuver­läs­sig­keit. Dan­ke, dan­ke, dan­ke. Und bit­te, bit­te: Wei­ter so .…!!
    Jo Ken­k­lies, Hannover

  27. Ich schrei­be aus Hamm, ca. 200 Kilo­me­ter süd­lich von Hamburg 🙂

    Lie­ber Man­fred. Das ist schon außer­or­dent­lich, was die Anzahl der Leser­schaft angeht. Dei­ne regel­mä­ßi­gen Berich­te ver­fol­ge ich schon seit Jah­ren. Damals, bei dem Vul­kan­aus­bruch an der Küs­te von El Hier­ro hing ich auch an jeder Neu­ig­keit, die Du geschrie­ben hast. Unver­ges­sen die teils schwim­men­den „Kugeln“, die der Vul­kan damals aus­ge­spuckt hat­te, und Du als Bild gezeigt und doku­men­tiert hast. Auf einem Flug nach Tene­rif­fa konn­te ich damals vor dem Lan­de­an­flug dann tat­säch­lich eine klei­ne Rauch­säu­le vor El Hier­ro aus dem klei­nen Fens­ter der 737–800 erken­nen. Eini­ge Jah­re zuvor habe ich täg­lich den Blog von „Dr. Baa­den“ auf Tene­rif­fa ver­folgt, da auf der Insel Unsi­cher­heit wegen eini­ger Erd­be­ben herschte. Es muß so um 2006–2008 gewe­sen sein. Als sel­te­ner Zigar­ren Rau­cher fra­ge ich mich natür­lich aktu­ell, was in die­ser Zeit des Vul­kan­aus­bruch auf La Pal­ma aus den Tabak­pflan­zen gewor­den ist. Aber viel­leicht stei­gert etwas Vul­kan-Asche ja noch den Geschmack, 🙂

    Ich woll­te hier noch schrei­ben, das ich mich als Bana­nen­auf­kle­ber Samm­ler natür­lich irsin­nig über das aktu­el­le „Plá­ta­no de Cana­ri­as, del Vol­can“ Etti­ket in mei­ner Samm­lung freu­en wür­de. Ich schaue immer schon in der E‑Bucht, ob jemand eines anbie­tet. Aber da die­ses hier auf Dei­ner Web­sei­te dann doch zu weit füh­ren wür­de, fra­ge ich bes­ser nicht die hier lesen­de Leser­schaft, nach so einem Etikett. 

    Hof­fen wir, das sich der Vul­kan nun lang­sam beruhigt. 

    Bes­te Grü­ße aus Hamm,
    Klaus

  28. Es kam, was bei vie­len ande­ren Lava-Inseln bereits geschah, sie wird klei­ner und kleiner.
    Die Zer­stö­rung vom Orts­teil Las Nori­as schrei­tet fort, nach­dem der jüngs­te Süd­strom die Sied­lung bereits zur Insel wer­den ließ.
    Auch der alte Süd­strom #9 erhielt ges­tern eine neue Lava-Wel­le, wie man bereits mor­gens sehen konn­te (Cabil­do-Video ab ca. Minu­te 2:30). Das bekann­te Casa Bepe gibt es nicht mehr. Und die Resi­den­cia Las Nori­as sieht dem­sel­ben Schick­sal ent­ge­gen – der Hof ist auf dem Video bereits verschüttet.

  29. Hal­lo Sebastian,

    lei­der funk­tio­niert Dein Link nicht. Mel­dung „Sei­te nicht erreichbar“.

    Bin sehr dar­an inter­es­siert, wir haben eini­ge Urlau­be in der dortigen
    Resi­den­cia verbracht.

    Mein letz­ter Wis­sens­stand war, dass der Lava­strom vom Cam. la
    Maja­da kom­mend die LP 312 über­schrit­ten hat und Häu­ser im
    süd­li­chen Bereich der Sied­lung Nori­as begra­ben hat.

    Das Restau­rant Nori­as soll soeben ver­schont wor­den sein.

    Falls ich Zeit habe, wer­de ich noch nach aktu­el­lem Bild­ma­te­ri­al suchen.

    Grü­ße von Rai­ner „Zwo“

    • Ich neh­me an, Sebas­ti­an meint die­sen Film von ges­tern früh: https://www.youtube.com/watch?v=x5V5gg4MiiM

    • Unter die­sem Link fin­det man 3‑D-Auf­nah­men, ins­be­son­de­re jetzt auch von Las Norias

      https://volcan.lapalma.es/apps/mapa-comparativo/explore

    • Inzwi­schen hat es den unte­ren Platz der Resi­den­cia mit dem Schwimm­bad auch erwischt. Ich gebe nur zu beden­ken: Wenn die Haupt­ge­bäu­de und auch das Restau­rant ste­hen blei­ben – was hilft es? Sie lie­gen jetzt auf einer Insel im lang­sam erstar­ren­den Lava­meer, sind nur zu Fuß zu errei­chen (dem­nächst viel­leicht durch eine Behelfs­stra­ße von Süden, wenn eine sol­che für sinn­voll gehal­ten wird), von der Strom- und Was­ser­ver­sor­gung abge­schnit­ten und wahr­schein­lich auch teil­wei­se beschä­digt. Wirt­schaft­lich sind sie damit „tot“ und daher als Rui­nen zu betrach­ten. Bei uns blei­ben viel­leicht ein paar schö­ne Erinnerungen.

      • Dan­ke Wolfgang,

        Du hast voll­kom­men Recht.

        Da exis­tiert kei­ner­lei Infra­struk­tur mehr.
        Die Was­ser­lei­tun­gen lie­fen dort z.B. oberirdisch
        neben dem Straßenrand.

  30. Sen­sa­tio­nel­le Droh­nen­auf­nah­men vom Kra­ter gibt es ein­mal wie­der vom IGME, wie bei­spiels­wei­se hier: Expul­sión masi­va de gases y ceni­za en los cen­tros de emi­sión supe­rio­res. La Pal­ma IGME – YouTube
    In deren Kanal sind von ges­tern noch meh­re­re Nah­auf­nah­men enthalten.

  31. 2,5 Mio € für aktu­el­le und zukünf­ti­ge Vul­kan For­schungs­ak­ti­vi­tä­ten auf LP wur­den bewil­ligt. Wie lan­ge bereits unter­sucht man Vul­ka­ne welt­weit? Und mit wel­chem Ergeb­nis? Soll­te das Geld nicht bes­ser der not­lei­den­den Insel­be­völ­ke­rung zur Ver­fü­gung gestellt wer­den? Oder wenigs­tens für wei­te­re Sicher­heits- und Siche­rungs­maß­nah­men? Sor­ry, aber mir fehlt das Ver­ständ­nis für sol­cher­art Ver­tei­lung von Finanzen!
    Grüße

    • Guten Abend. Sie fra­gen – und ich neh­me an, dass dies nicht nur rhe­to­risch gemeint war – nach dem Ergeb­nis wis­sen­schaft­li­cher For­schung im Bereich der Vulkanologie.
      Da es sich nicht um mein Fach­ge­biet han­delt, bleibt mir nur fest­zu­stel­len, wel­che direk­ten Ergeb­nis­se in den letz­ten Wochen bei die­sem Aus­bruch unmit­tel­bar und sicht­bar zur Anwen­dung kamen: Ein pass­ge­nau­er Bevöl­ke­rungs­schutz mit Hil­fe von ört­lich ange­pass­ten und zeit­lich mehr­fach adäquat getrof­fe­nen Eva­ku­ie­rungs­maß­nah­men, sowie tem­po­rä­ren Sper­run­gen auf­grund von gif­ti­gen Gas­kon­zen­tra­tio­nen mit dem Ergeb­nis, dass es bei die­sem Aus­bruch bis­her kein ein­zi­ges Men­schen­le­ben zu bekla­gen gab (mit Aus­nah­me eines Man­nes, der vom Dach eines Hau­ses gestürzt war, als er es von Asche befreite).
      Also die Abwen­dung des größ­ten, denk­ba­ren Leids.
      Über die mit­tel- und lang­fris­ti­gen, mit­tel­ba­ren Effek­te der Vul­ka­no­lo­gie kann ich als Laie auch nur spe­ku­lie­ren. Kon­kre­te Vor­stel­lun­gen davon hät­te ich jedoch so eini­ge, und sie die­nen aller­größ­ten­teils eben­falls dem Gemeinwohl.
      Es wür­de mich zutiefst berüh­ren, wenn man die Chan­cen sub­stan­ti­ell erhö­hen könn­te, zum Bei­spiel die Bevöl­ke­rung rund um Nea­pel recht­zei­tig zu war­nen, wenn der Vesuv oder (schlim­mer noch) die ande­ren vul­ka­ni­schen Gebie­te im Stadt­ge­biet aktiv wer­den soll­ten. Dort droht näm­lich latent eine noch­mal ganz ande­re Qua­li­tät von Kata­stro­phe, für die uns wahr­schein­lich allen die Vor­stel­lungs­kraft fehlt.

      • Manfred Betzwieser | 8. Dezember 2021 um 17:13 | Antworten

        Hal­lo Sebastian,

        gut – die dort leben­den Men­schen ken­nen die Gefahr. Sie neh­men das Risi­ko in Kauf. Es ist die Igno­ranz und Dumm­heit der Mensch­heit, die die wirt­schaft­li­chen Vor­tei­le der Sicher­heit vor­zie­hen. Auch die Süd­west­sei­te von La Pal­ma kann­te die Gefahr.
        Auch wenn Behör­den Bau­ge­neh­mi­gun­gen ertei­len, ist das noch lan­ge kei­ne Gewähr, dass mein Haus dort auch hun­dert Jah­re ste­hen bleibt. Etwas Geist und Über­le­gung wäre vor einer Ent­schei­dung hier sess­haft zu wer­den, drin­gend nötig. Wer das miss­ach­tet oder igno­riert, braucht sich über die Fol­gen nicht zu beschwe­ren. Er hat es ris­kiert und muss die Kon­se­quen­zen auch ertragen.
        Schau Dir Puer­to Naos oder das Princess Hotel in Fuen­ca­li­en­te an. Alles zukünf­ti­ge Risi­ko­ge­bie­te. Aber die Gier ist stär­ker als die Vernunft.

        • Lie­ber Man­fred, ich tei­le Dei­ne Ein­schät­zung. Ja auch in Nea­pel sind in der roten Eva­ku­ie­rungs­zo­ne des Vesuv in den letz­ten 20 Jah­ren ille­gal 50.000 Häu­ser gebaut wor­den. Wer Ohren hat, der höre, was nach jet­zi­ger Kennt­nis getan oder unter­las­sen wer­den könn­te. Spä­ter kön­nen nur noch Pflas­ter geklebt werden.
          Für die Nutz­bar­ma­chung wis­sen­schaft­li­cher Erkennt­nis möch­te ich eine per­sön­li­che Anek­do­te als bild­haf­ten Ver­gleich teilen:
          Vor vie­len Jah­ren erleb­te ich in der Ober­stei­er­mark einen unge­wöhn­lich frü­hen Schnee-Ein­bruch bis in die Tal­la­gen im frü­hen Sep­tem­ber. Die Bäu­me stan­den alle noch im Saft, der Holz und Obst­baum-Scha­den war daher enorm.
          Wie sich her­aus­stell­te, hat­te jedoch die Alm­bau­ern-Gemein­schaft ihre Rin­der bereits eine Woche zuvor – eben­falls völ­lig atyp­tisch früh – von den Almen zu Tal geführt. Man erzähl­te sich, dass Orts­kun­di­ge eini­ge Zei­chen der Vege­ta­ti­on hin­sicht­lich eines frü­hen Win­ter­ein­bruchs rich­tig gedeu­tet und die Land­wir­te alar­miert hat­ten. Die­ses loka­le Wis­sen und sei­ne Anwen­dung exis­tie­ren. Nie­mand wür­de dies heu­te noch als Magie bezeich­nen, son­dern als Wis­sen um Zei­chen, das den meis­ten ver­schlos­sen ist, aber doch zumin­dest teil­wei­se nutz­bar gemacht wer­den kann.
          Den­sel­ben Ansporn hat die öffent­lich finan­zier­te for­schen­de Wis­sen­schaft mit den ihr zur Ver­fü­gung ste­hen­den Metho­den und Mitteln.
          Wer nur auf unmit­tel­ba­re Effek­te schaut, läuft ins Risi­ko in ein prä-magi­sches Den­ken zu ver­fal­len. Die­ses wird nicht hel­fen, Unglück zu ver­hin­dern oder zu heilen.

          • Detlef Hupfeld | 8. Dezember 2021 um 21:50 |

            Hal­lo!
            Und das Erken­nen von Anzei­chen der Vege­ta­ti­on auf einen frü­hen Win­ter­ein­bruch ist wis­sen­schaft­li­chem For­scher­drang zu ver­dan­ken? Oder eher dem tra­dier­ten und genau­en Beob­ach­ten natür­li­cher Anpas­sungs­pro­zes­se an sin­ken­de Tem­pe­ra­tu­ren durch die orts­an­säs­si­ge Bevölkerung?
            Wenn For­schung dem Schutz und Über­le­ben aller Lebe­we­sen (inkl. der Pflan­zen­welt) dien­te, fän­de das mei­ne vol­le Unter­stüt­zung. Ich wage aber hier zu wider­spre­chen: Ihr anek­do­ti­scher Ver­gleich, der For­schungs­auf­wand recht­fer­ti­gen soll, hinkt ver­mut­lich, weil Orts­kun­di­ge prak­ti­sches Wis­sen in lan­ger Tra­di­ti­on über Genera­tio­nen hin­weg ansam­meln und der For­schungs­er­kennt­nis nicht bedür­fen. Sie sind daher eher weni­ger einem post-fak­ti­schen For­schungs­glau­ben ver­fal­len, son­dern ori­en­tie­ren sich an den Zei­chen, die ihnen die Natur ganz kos­ten­los zur Ver­gü­gung stellt. For­schung kann dann allen­falls bestä­ti­gen was vor­her schon bekannt war.
            Grüße

          • stefan körner | 9. Dezember 2021 um 8:48 |

            „Wis­sen sam­meln“, „genau­es Beob­ach­ten“ und „Zei­chen der Natur“: Sie beschrei­ben genau, was grund­la­gen­for­schen­de Natur­wis­sen­schaft tut. Nur ver­ste­hen Sie nicht, dass genau aus die­sen anek­to­di­schen Anfän­gen her­aus seit den Grie­chen unser heu­ti­ges Wis­sen ent­stan­den ist. Was Sie eigent­lich bemän­geln ist die Anwen­dung, die nicht immer zum Bes­ten der Mensch­heit ist, aber Sie ver­wech­seln man­geln­de Anwen­dung zum Nut­zen mit man­geln­dem Nut­zen der Erkennt­nis. Das ist eine ganz basa­le und fata­le Fehl­ein­schät­zung, die in Fak­ten­leug­nung wie momen­tan bei den Impf­ver­wei­ge­rern endet.

          • Detlef Hupfeld | 9. Dezember 2021 um 11:00 |

            Ich habe nicht nur einen kri­ti­schen Blick auf wis­sen­schaft­li­che Metho­dik (Stich­wor­te sind Begrenzt­heit und Ein­sei­tig­keit), son­dern auch auf deren Anwen­dung (Stich­wor­te hier sind Moral und Ver­ant­wor­tung). Eine Bit­te habe ich an Sie: ori­en­tie­ren Sie sich umfas­send, also unter Ein­be­zie­hung einer mög­lichst brei­ten Fak­ten­la­ge bevor Sie urtei­len oder Ent­schei­dun­gen tref­fen. Und ver­ges­sen Sie dabei nicht die mora­li­sche Bewer­tung soge­nann­ter Erkennt­nis. Das bezieht auch die Beur­tei­lung mei­ner eige­nen Hal­tung mit ein. Glau­ben Sie die­se bereits zu ken­nen und bewer­ten zu kön­nen? Die Argu­men­ta­ti­on von Impf­leug­nern etwa ist mir eben­so fremd wie Ihnen. Mei­ne eige­ne kri­ti­sche Hal­tung schwingt bei allem immer mit, weil ich sehr oft nicht wis­sen kann wie Fak­ten ent­stan­den sind und beur­teilt wer­den müs­sen. Ein Asia­te etwa betrach­tet west­li­che Fak­ten­la­gen mög­li­cher­wei­se ganz anders. Und heu­te aner­kann­te Fak­ten kön­nen mor­gen über­holt sein. Zurück zum The­ma: Ich bemän­ge­le Finanz­ein­satz in die Vul­kan­for­schung auf LP, wo Wis­sen für effek­ti­ven Bevöl­ke­rungs­schutz seit lan­gem vor­han­den ist und ohne dass hoher Finanz­ein­satz wei­ter­ge­führt hät­te. Bit­te ver­lie­ren Sie also bei aller Wis­sen­schafts­gläu­big­keit nicht den kri­ti­schen Blick auf die wis­sen­schaft­li­che Metho­dik und die (damit gewon­ne­ne) Erkennt­nis. Sie ist mög­li­cher­wei­se falsch, mor­gen irrele­vant oder der Ein­satz zur Gewin­nung nicht oder nicht mehr lohnenswert.

          • stefan körner | 9. Dezember 2021 um 11:30 |

            a) „ori­en­tie­ren Sie sich umfas­send, also unter Ein­be­zie­hung einer mög­lichst brei­ten Fak­ten­la­ge bevor Sie urtei­len oder Ent­schei­dun­gen tref­fen.“ das ist ja genau das, was ich von Ihnen erwar­te. Ihre kru­den Ansich­ten zu Grund­la­gen­for­schung zei­gen, dass das Ihnen fehlt.
            b) Moral­keu­le raus­ho­len ist ein­fach, vor allem wenn man Alter­na­ti­ven ver­mis­sen lässt. Wis­sen­schaft, und Grund­la­gen- erst recht, ist mora­lisch neu­tral, erst die Anwen­dung macht den Unterschied.
            c) ich schät­ze Ihre Ein­stel­lung auf­grund Ihrer Kom­men­ta­re ab, wie auch sonst, und die fin­de ich erschreckend
            d) Wis­sen­schaft ist ergeb­nis­of­fen. Wie kön­nen Sie sich anma­ßen, zu wis­sen, dass Vul­kan­for­schung auf La Pal­ma kein neu­es Wis­sen gene­riert und kei­nen erhöh­ten Schutz für die Bevöl­ke­rung bringt? Das ist schlicht über­heb­lich. Vom Erkennt­nis­ge­winn auch für ande­re Vul­kan­re­gio­nen der Welt (wo es eben kei­ne so gute Infra­struk­tur für deren Erfor­schung gibt) abge­se­hen: Ihre „viel­leicht“ irrele­van­te oder nicht loh­nens­wer­te For­schung kos­tet einen Bruch­teil des­sen, den die neue Stra­ße im Wes­ten kos­ten wird, und hilft viel­leicht noch dabei, hier Kos­ten zu sparen.

      • Kann da nur zustim­men. Stän­dig hört man Kri­tik an der Finan­zie­rung der Grund­la­gen­for­schung, wenn die Beträ­ge auch noch so klein sind (2,5 Mil­lio­nen mögen viel klin­gen, sind es aber schon im Ver­hält­nis der Kata­stro­phen­hil­fe nicht und erst recht nicht, wenn man mit ande­ren Din­gen ver­gleicht: dafür wer­den nicht mal 2 km Auto­bahn gebaut, und allein die Deut­sche Bun­des­wehr kos­tet das alle 30 Sekun­den!) Es ist eine völ­lig unfai­re Neid­de­bat­te, die Wis­sen­schaft (egal ob Teil­chen­phy­sik oder Raum­fahrt oder eben Vul­ka­no­lo­gie) gegen ande­re Aus­ga­ben aus­zu­spie­len. Wol­len Sie auch Tier­schutz abschaf­fen, um mehr Men­schen zu hel­fen? Ohne Grund­la­gen­for­schung der 1960er gäbe es heu­te weder Inter­net noch Droh­nen noch Han­dys und GPS, und ver­su­chen Sie mal, einen moder­nen Kata­stro­phen­schutz ohne die­se Hel­fer­lein auf­zu­bau­en! Ohne die Vul­kan­über­wa­chung der Kana­ren hät­te es kei­ne recht­zei­ti­gen Eva­ku­ie­run­gen gege­ben und ver­mut­lich vie­le Tote. Dass Sie bequem auf dem Sofa sit­zend die­sen Blog über die Kata­stro­phe lesen kön­nen, haben Sie genau die­ser For­schung zu ver­dan­ken, deren Finan­zie­rung Sie ableh­nen. Ganz abge­se­hen davon, dass die For­schungs­gel­der ja nicht dem Vul­kan über­wie­sen wer­den, son­dern wie­der aus­ge­ge­ben wer­den – groß­teils auch vor Ort in die Wirt­schaft flie­ßen. So, als Wis­sen­schaft­ler, das muss­te mal raus…!

        • Allen, die auf mei­ne Kri­tik zur Finan­zie­rung von Grund­la­gen­for­schung über Vul­ka­nis­mus geant­wor­tet haben, möch­te ich entgegnen:
          Das Sam­meln von immer mehr Daten (gehört wesent­lich zur For­schung) hilft nie­man­dem, kos­tet aber unnö­tig viel Geld. Dass Vul­ka­ne gif­ti­ge Gase aus­sto­ßen, ist seit Jahr­zehn­ten bekannt, Equip­ment zur Mes­sung, War­nung der Ein­woh­ner und deren Eva­ku­ie­rung gehö­ren unter den von mir befür­wor­te­ten Bevöl­ke­rungs­schutz. Noch mal die Fra­ge: Wie vie­le Jahr­zehn­te will die Wis­sen­schaft Daten sam­meln ohne auch nur einen Deut prä­zi­ser als Man­fred einen Aus­bruchs­zeit­punkt vor­her­sa­gen zu kön­nen? Auto­bahn­bau kos­tet Unsum­men, da stim­me ich Ihnen zu. Er ist, zumin­dest in D genau so über­flüs­sig wie die fort­ge­setz­te Vul­kan­for­schung und trägt zur Zube­to­nie­rung und zu noch mehr Ver­kehr mit allen nega­ti­ven Fol­gen für Mensch und Tier bei. Klar, den Vogel schießt der Ver­tei­di­gungs­haus­halt ab, ein Fass ohne Boden. Wer stoppt die­sen Schwach­sinn? Es geht nicht um Neid­de­bat­ten, son­dern um die Anwen­dung von gesun­dem Men­schen­ver­stand, sprich den Ein­satz von Geld zu Schaf­fung oder För­de­rung eines lebens­wer­ten Lebens. Glau­ben Sie tat­säch­lich, dazu sei­en Droh­nen, Smart­pho­nes und GPS erfor­der­lich? Ich set­ze Ruhe, sau­be­res Was­ser und sau­be­re Luft, gesun­de Lebens­mit­tel, Sicher­heit, Freu­de und Ver­trau­en der Men­schen unter­ein­an­der dage­gen. Ich will auch nicht den Tier­schutz abschaf­fen, er dient dem Leben, For­schung oft­mals nur dem Selbst­zweck. Sind dem­nächst 40.000 Satel­li­ten über unse­ren Köp­fen Fort­schritt? Oder die Besied­lung des Mars? Ich möch­te Sie dazu auf­ru­fen, Ihr Hirn­schmalz der För­de­rung allem Leben­di­gen und nicht toten Din­gen zu wid­men. Unse­re glo­ba­len Resour­cen sind begrenzt, das wuss­te schon der Club of Rome. Das müs­sen Wirt­schaft­ler und Waren­pro­du­zen­ten lei­der erst noch ler­nen. Was also ist Fort­schritt? Das noch prä­zi­se­re Gerät zur Mes­sung von CO und SO2? (Ich wet­te, dass auch damit die dräu­en­de Kata­stro­phe im Raum Nea­pel nicht abzu­wen­den ist). Der neue Tes­la, das genau­es­te Ver­ständ­nis von Neu­tri­nos und dunk­ler Mate­rie? Pro­ble­me mit noch mehr Tech­nik lösen zu wol­len, ist nicht mein Denk­an­satz. —Genug, ich habe einen ganz ande­ren Standpunkt!
          Grüße

          • Ich tei­le das. Vul­kan­for­schung wür­de ich auch eher ans Ende der Lis­te der wich­ti­gen Mensch­heits-For­schungs­fel­der setz­ten. Im Moment haben wir drin­gen­de­re Pro­ble­me. Bring es die Men­schen wei­ter Vul­ka­ne noch bes­ser zu ver­ste­hen? inter­es­sant sicher ja! Aber im Moment wich­tig oder drin­gend? Nein. Der bes­te Bevöl­ke­rungs­schutz ist nicht die bes­se­re Vor­her­sa­ge von Aus­brü­chen, son­dern einen größt­mög­li­chen Abstand zu hal­ten von ihnen. Gebt den Vul­ka­nen den Raum zurück den sie benö­ti­gen und bewun­dern wir das Natur­phä­no­men auch sicher Ent­fer­nung. Dann braucht es in Zukunft auch kei­ne Unsum­men aus der Gemein­schafts­kas­se um die Zer­stö­run­gen, die wirt­schaft­li­chen und sozia­len Fol­gen auszugleichen.

          • stefan körner | 9. Dezember 2021 um 9:11 |

            Was für eine gefähr­li­che Ein­stel­lung. Von allem, was uns bedroht, soll­te wir uns fern­hal­ten, statt ver­su­chen, es zu ver­ste­hen? Wis­sen Sie, wie vie­le Vul­ka­ne es auf der Welt gibt? Wol­len Sie ganz Japan und Indo­ne­si­en umsie­deln, halb Mexi­ko, die Kari­bik und Dut­zen­de wei­te­re Gegen­den inkl. den Kana­ren? Die Eifel? Alles akti­ves Vul­kan­ge­biet! Auch Sie ver­wech­seln poli­ti­schen Unver­stand, wie man­gel­haf­te Bau­ge­set­ze und Vor­beu­gung, mit man­gel­haf­tem Ver­ständ­nis des Vul­ka­nis­mus. Und Sie for­dern Unmög­li­ches. Vul­ka­ne sind da, wir müs­sen ler­nen, damit zu leben. Hier geht es doch nicht dar­um, dass ein paar Wis­sen­schaft­ler ihren per­sön­li­chen Wis­sens­durst mit Steu­er­mil­lio­nen stil­len. Vul­ka­no­lo­gie ist eine man­gels Expe­ri­men­tier­mög­lich­keit und man­gels direk­tem wirt­schaft­li­chem Nut­zen (= kei­ne Finan­zie­rung durch Fir­men) lang­sa­mer vor­an­schrei­ten­de Wis­sen­schaft, aber wir sind vom Schmie­de­gott in sei­ner Höh­le über hei­ße Win­de aus der Tie­fe und bren­nen­de Koh­le zum heu­ti­gen Ver­ständ­nis von Plat­ten­tek­to­nik, Hot­spots und Plu­mes gekom­men, womit wir erst ver­ste­hen, wo und war­um Vul­ka­ne sind und wo die Gefah­ren­zo­nen lie­gen. Und ohne die­ses Wis­sen kön­ne man Ihre kru­de Idee von „alle Vul­kan­ge­bie­te mei­den“ auch nicht umsetzen…

          • Ich möch­te aus­drü­cken, dass ich Wis­sen­schaft in jeg­li­cher Form aus­drück­lich unter­stüt­ze und rich­tig fin­de, falls das falsch rüber­ge­kom­men ist. Es soll­te aber die Fra­ge der Prio­ri­sie­rung erlaubt sein. Wir als Gemein­schaft soll­ten und müss­ten uns dar­über ver­stän­di­gen was gera­de die drin­gends­ten Fel­der sind auf die wir uns kon­zen­trie­ren soll­ten. Für die Kana­ren fällt mir da eben nicht zuerst die Vul­kan-Grund­la­gen­for­schung ein. Aber Ent­schei­den müs­sen das natür­lich die Palmeros.

          • stefan körner | 9. Dezember 2021 um 10:53 |

            Also, mit 2,5 Mil­lio­nen bezah­len Sie gera­de mal ein paar Stel­len für ein paar Jah­re, das hat mit Prio­ri­sie­rung nichts zu tun. Ver­glei­chen Sie mal mit ande­ren For­schungs­etats. Die inter­ne Neid­de­bat­te führt nicht wei­ter, das Geld ist da, wird aber für Unsinn wie Rüs­tung, För­de­rung schäd­li­cher Indus­trie von Fos­si­ler Ener­gie bis zu umwelt­schäd­li­cher Land­wirt­schaft in zig-tau­send­mal grö­ße­ren Sum­men ver­bra­ten und rausgeworfen.

          • Für mich ist das eine ideo­lo­gisch ver­bräm­te Denk­wei­se, die genau zu den Pro­ble­men führt, die mit dem ach so gesun­den Men­schen­ver­stand nun mal erst geschaf­fen wur­den. Wir brau­chen Wis­sen und Fak­ten für Lösun­gen, nicht irgend­ein Bauch­ge­fühl einer ach so bes­se­ren Welt ohne Wissenschaft.

          • Bei Mili­tär und der Besied­lung des Mars könn­te man fast zustim­men … Obwohl, wenn wir hier Klein­holz gemacht haben, könn­te der Mars eine ech­te Alter­na­ti­ve sein … zumin­dest für einige.

            Aber in einem Vul­kan-Blog gegen die für die­sen Zweig der Geo­lo­gie zweck­ent­frem­de­ten finan­zi­el­len Mit­tel zu pole­mi­sie­ren, ist schon eine ganz schö­ne Kami­ka­ze-Akti­on :-))) Ist als wenn man in einem Motor­sport-Forum gegen die F1 wet­tert. Kann nur in einem Shit­s­torm enden.

            Ansons­ten ist es viel­leicht mal ganz rat­sam, sich mit den Erfol­gen die­ser Wis­sen­schaft oder Wis­sen­schaft im all­ge­mei­nen auseinanderzusetzen …

          • stefan körner | 9. Dezember 2021 um 10:58 |

            … wobei weder Mars­be­sied­lung noch Mili­tär direkt etwas mit der hier kri­ti­sier­ten Grund­la­gen­for­schung zu tun hat. Klar wird auch dafür geforscht, das Geld kommt aber aus ganz ande­ren Quel­len und die Inten­ti­on erst recht. Äpfel und Bir­nen und grund­le­gen­der Verständnismangel.

    • Mit Ver­laub, sel­ten einen sol­chen Schwur­bel aus Halb­wahr­hei­ten, völ­li­gem Unver­ständ­nis von der Arbeits­wei­se der Wis­sen­schaft und von den gewon­ne­nen Erkennt­nis­sen gele­sen. Sie unter­stel­len, dass über Jahr­zehn­te kei­ne neu­en Erkennt­nis­se gewon­nen wur­den und alles nur Geld­ver­schwen­dung ist. Das ist ja noch unter dem Niveau von Anthro­po­so­phie und Kreationisten.
      „Gesun­der Men­schen­ver­stand“ statt Fak­ten? For­schung dient nur dem Selbst­zweck? In wel­cher Bla­se leben Sie? Sie ver­quir­len wirk­lich alles in eine kru­de Fort­schritts­kri­tik. Was haben 40.000 kom­mer­zi­el­le Satel­li­ten mit Grund­la­gen­for­schung zu tun? Nichts! Was hat der von mir sehr geschätz­te Club of Rome mit sei­ner Wirtschafts(!)prognose mit Natur­wis­sen­schaft zu tun? Wis­sen Sie, dass Anti­ma­te­rie, vor weni­gen Jahr­zehn­ten Sci­Fi und dann rei­ne Grund­la­gen­for­schung, heu­te in jedem PET-Scan­ner ver­wen­det wird (P wie Posi­tron!) – wenn das nicht For­schung für Leben ist? Impf­stof­fe wol­len Sie wohl durch gute Lebens­wei­se erset­zen? Wo wären wir ohne mRNA-Grund­la­gen­for­schung von vor 10 Jah­ren? Ist das kei­ne „För­de­rung alles Leben­di­gen? Sie ver­wech­seln Huma­nis­mus und nöti­ge Kri­tik an west­li­cher Ver­schwen­dungs­sucht mit pseu­do-alter­na­ti­ven Denk­wei­sen und lai­en­haf­tem Wissenschaftsverständnis.
      Ich bin auch kein Vul­ka­no­lo­ge, aber auch mir fie­len sofort die Bei­spie­le ein, die Sebas­ti­an bereits schrieb. Auch auf La Pal­ma hät­te es ohne die eng­ma­schi­ge Über­wa­chung zu einem sehr bösen Erwa­chen kom­men kön­nen, und das Wis­sen über täg­li­chen „Blä­hun­gen“ ver­dan­ken wir GPS und damit Raum­fahrt, vom Coper­ni­cus-Sys­tem für Kata­stro­phen­schutz ganz abge­se­hen. Das ein­fach zu negie­ren ist eine unge­heu­re Miss­ach­tung der Leis­tung von zehn­tau­sen­den Wis­sen­schaft­lern aus vie­len Jahrzehnten!
      Man möge mit bit­te nicht mit „alter­na­ti­ver Sicht­wei­se“, „man kann dazu unter­schied­li­che Mei­nun­gen haben“ usw. kom­men. Sol­ches Wis­sen­schafts-Bashing höre ich sonst nur von mili­tan­ten Coro­na-Leug­nern und Astro­lo­gen. Wis­sen­schaft­li­che Fak­ten sind die Grund­la­ge der gan­zen Zivi­li­sa­ti­on, und Sie ver­un­glimp­fen gleich die gesam­te Wis­sen­schaft und alle Wis­sen­schaft­ler, und da fällt es mir schwer, ruhig zu blei­ben. Ich bin Bio­lo­ge und habe mein Leben der Erfor­schung der Tier­welt und dem Arten­schutz gewid­met. Und Taxo­no­mie ist Grund­la­gen­for­schung – näm­lich jene drin­gend benö­tig­ten Grund­la­gen, die man dann zum Schutz der Tier­welt und der Öko­sys­te­me benö­tigt. Ich füh­le mich durch solch wis­sen­schafts­feind­li­che Anwür­fe ganz per­sön­lich herabgewürdigt.

      • Nir­gend­wo habe ich behaup­tet, dass mit Bezug auf Vul­kan For­schung „alles Geld­ver­schwen­dung ist“ oder (über­haupt) „kei­ne neu­en Erkennt­nis­se gewon­nen wur­den.“ Was ich aber wohl hin­ter­fragt habe, ist die Ver­ga­be von Finanz­mit­teln. Ins­be­son­de­re in Zei­ten gro­ßer Not der hei­mi­schen Bevöl­ke­rung. Bit­te genau lesen! Aber ja, mein Ein­druck ist tat­säch­lich, For­schung dien­te oft dem Selbst­zweck und ohne für Men­schen zweck­dien­li­che Lösun­gen zu suchen. Oft bedient sie Bespa­ßung (Welt­raum­ex­kur­si­on von Betuch­ten) oder die For­de­rung nach Gewinn­ma­xi­mie­rung ohne Rück­sicht auf Gesund­heit von Mensch, Tier und Pflan­ze (Nah­rungs­mit­tel­in­dus­trie, Che­mie­in­dus­trie). Oder gar um Leben effek­tiv aus­lö­schen zu kön­nen (Waf­fen­for­schung).
        Ich möch­te nicht auf alle Ihre Anwür­fe ein­ge­hen, nur so viel noch: Wer aus­schließ­lich wis­sen­schaft­li­che Metho­dik im Blick hat, muss den Antrieb nach umfas­sen­de­rer und kri­ti­scher Betrach­tungs­wei­se als „Schwur­be­lei“ abtun, ich neh­me Ihnen das nicht übel, ich bin die­sen Reflex gewohnt. Da ich aber täg­lich von Fak­ten­lie­fe­ran­ten und Bewer­tern umge­ben bin, Fak­ten die durch­aus her­vor­ra­gend recher­chiert wur­den, sich aber den­noch manch­mal als falsch erwie­sen, habe ich gelernt, zu hin­ter­fra­gen. Und mei­nen Blick mög­lichst weit zu fas­sen. Bit­te sei­en Sie eben­so kri­tisch und offen. Danke!
        Grüße

        • Sie unter­stel­len wei­ter­hin, dass mit Gel­dern der Grund­la­gen­for­schung „Gewinn­ma­xi­mie­rung“ und die Raum­schif­fe von Bezos und Musk finan­ziert wer­den, das ist schlicht unwahr. (Anders­rum wür­de ein Schuh draus: die pri­va­te Raum­fahrt – ja, kann man gern hin­ten­fra­gen – macht gera­de For­schung wie auf der ISS sehr viel bil­li­ger, denn die SpaceX-Rake­ten sind ein viel­fa­ches bil­li­ger als die alten Shut­tles es je waren, das spart den Steu­er­zah­lern Mil­lio­nen). Aber zurück zu Ihrem Anspruch auf „umfas­sen­de Kri­tik“: Solan­ge der der Wis­sens­hin­ter­grund fehlt, bleibt es bei pseud­o­hu­ma­nis­ti­schem Möch­te­gern-Welt­ret­ten, das hilft nie­man­dem. Ich hal­te mich an wis­sen­schaft­li­che Fak­ten und begrün­de dar­auf Mei­nung und Han­deln. Kri­tisch und offen, ja, aber ohne ideo­lo­gisch ver­bräm­ten Hintergrund.

          • Manfred Betzwieser | 9. Dezember 2021 um 13:11 |

            So – das soll jetzt rei­chen. Die per­sön­li­chen Ein­stel­lun­gen sind klar und hin­rei­chend ausdiskutiert.

  32. Hier mal ein Linkl zu Droh­nen-Vide­os, die mir woan­ders nicht unter­ge­kom­men sind (was nichts hei­ßen soll ;-)): https://www.youtube.com/playlist?list=PLDCgdDvtev3QM6lt2gnQJL0wJLvavevn3

    Und, lie­ber Man­fred, zur jüngs­ten Dis­kus­si­on heu­te (Stich­wort Sinnhaftigkeit/Notwendigkeit von For­schung) – dar­an dach­te ich aber auch bei frü­he­ren Kom­men­ta­ren: Gibt es tech­nisch auf dei­ner wun­der­ba­ren (!) Web­site die Mög­lich­keit bzw. wäre das für dich denk­bar, dei­ne Neti­quet­te, die du ab und zu wie­der­holst, zur Kom­men­tar­funk­ti­on zu packen oder dort anzu­hän­gen, sozu­s­gen stets als Ein­gangs­state­ment sichtbar?

    • Lie­be Silke,
      auch ich sich­te regel­mä­ßig die­se Vide­os, und erlau­be mir aus mei­ner sub­jek­ti­ven Sicht mit gewis­sem fach­li­chem Hin­ter­grund eine Kritik:
      Die­se Vide­os sind sind mehr­heit­lich zu unspe­zi­fisch und „unin­spi­riert“. Soll heis­sen, man erkennt oft nicht die Inten­ti­on des Beob­ach­ten­den, um es posi­tiv aus­zu­drü­cken. Ande­re Vide­os sind in ihrer Inten­ti­on klar – sie haben einen Fokus auf die Rän­der der Lava­strö­me (z.B. von: Stadt El Paso oder auch im Sep­tem­ber der Bau­er Anto­nio), um Betrof­fe­nen einen aktu­el­len Blick der Lage zu ver­schaf­fen, sie ver­su­chen, einen Über­blick zu geben (z.B.: Cabil­do de La Pal­ma) oder wie auch immer aus­ge­wähl­te Details von Vul­kan, Lava oder sons­ti­gen auf­fäl­li­gen Phä­no­me­nen zu doku­men­tie­ren (z.B. IGME, Invol­can, UME etc.).
      Die Inten­ti­on der Droh­nen­flü­ge von Tele­vi­si­on Cana­ria sind wei­ten­teils noch nicht mal für die aktu­el­le Bericht­erstat­tung geeig­net. Sie rich­tin ihren Blick oft zu vojeu­ris­tisch auf bun­te Häu­ser, die gera­de zer­stört wer­den, minutenlang…und ach: Da ist ja noch ein kaput­tes Haus…dann mal drauf. Dies ver­ur­sacht bei mir gro­ßen Wider­wil­len und Unbehagen.
      Auch ich beauf­tra­ge beruf­lich regel­mä­ßig Droh­nen-Kame­ra­leu­te. Die­ser wäre längst nicht mehr auf mei­ner Liste.
      Aber auch ein blin­des Huhn fin­det Kör­ner. Immer­hin blei­ben sie am Ball, und lie­fern dabei gele­gent­lich ergän­zen­de Detail­auf­nah­men, wenn man weiss, was man sucht oder wel­che Infor­ma­ti­on einem fehlt.
      Zum Bei­spiel hat­ten sie am 1.Dezember den Fried­hof von La Man­cha im Visier, und so konn­te ich vor­ges­tern klar fest­stel­len, dass die bespro­che­nen Boden­ris­se defi­ni­tiv danach ent­stan­den sein müs­sen, wäh­rend die Nie­der­schlä­ge schon am 27.November endeten.
      Soviel zur Ein­ord­nung des dor­ti­gen Video-Archivs. So kann jeder selbst schau­en, ob man sich das detail­liert antun möch­te, oder nicht.

      • Lie­ber Sebastian,
        dan­ke für dei­ne sub­jek­ti­ve Ein­schät­zung – kann ich gut nach­voll­zie­hen und fin­de die­se „War­nung“ hilf­reich. Ich sehe die­ses Archiv als Ergän­zung: Man­chen kön­nen m. E. die­se Vide­os auf der Suche genau nach Detail­auf­nah­men unter­stüt­zen, weil es in dem einen oder ande­ren Video womög­lich, trotz aller Nähe zum Voy­eu­ris­mus, die da mit­schwingt, genau um das Haus han­delt, was man sucht. Es gibt ja hier ab und zu mal Anfra­gen zu ein­zel­nen Häu­sern und deren Zustand – viel­leicht wer­den die Men­schen dann dort (lei­der) auch fün­dig, so trau­rig das im Ein­zel­fall ist. Lan­ges Ver­har­ren fin­de ich auch müh­sam, aber dazu kann man ja vor­spu­len, so wie manch ande­res Video der von dir Genann­ten mir manch­mal zu schnell über Gegen­den „huscht“ (da hilft oft auch kei­ne lang­sa­me­re Wie­der­ga­be, da der Blick­win­kel geän­dert wird) weil man eben einen sehr fach­li­chen Blick auf den Aus­bruch hat, der mir nicht immer hilft. Ich per­sön­lich wür­de mir mehr Sor­gen machen, wenn die­se Vide­os das Qua­li­täts­maß der Bericht­erstat­tung wären. Das scheint zum Glück nicht der Fall zu sein.

      • „Aber auch ein blin­des Huhn fin­det Kör­ner“ – danke!

  33. Nabend aus Iserlohn,
    wir sind auch jeden Tag dabei und freu­en uns auf Ihre Berichterstattung.
    Hat­te ziem­lich am Anfang des Aus­bruchs mal geschrie­ben, das wir schon öfters auf La Pal­ma waren. Bis jetzt haben wir den Urlaub in Deutsch­land gebucht und sind im Hotel gewe­sen, für unse­ren nächs­ten Urlaub haben wir uns vor­ge­nom­men direkt au La Pal­ma bei Ein­hei­mi­schen zu buchen, damit das Geld auch da ankommt. Wir war­ten mit unse­rem nächs­ten Urlaub ab, bis Sie sozu­sa­gen das OK geben,wenn ich das so sagen kann, das es wie­der „ange­bracht“ ist nach La Pal­ma zu flie­gen. Wer­de mich sicher auch nach Tip´s erkundigen.
    Hal­tet die Ohren steif.
    Lie­be Grüße

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